Forum: Wirtschaft
Debatte über Steuersenkungen: Wohlfühlpaket für die Privatjet-Fraktion
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Die Konjunktur droht zu kippen - und unsere Wirtschaftsgurus fordern: Soli weg, Unternehmenssteuern runter! Dabei dürfte kaum etwas wirkungsloser sein, um eine Rezession zu verhindern.

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mother_sky 11.01.2019, 18:56
180. Das Leben im Großraum München ist teuer

Zitat von bauklotzstauner
Sie verzeihen die Frage, aber.... Sie verfügen über dreieinhalbtausend Euro netto im Monat - und kommen kaum über die Runden? Da stimmt was nicht!
Das Leben in Ballungszentren wie dem Großraum München ist teuer, insbesondere wegen der hohen Mieten. Für eine Drei- bis Vier-Zimmer-Wohnung in München, aber auch schon in kleineren Städten rund um München wie Erding, Dachau, Freising, Fürstenfeldbruck etc. sind zwischen 900 Euro (Altbau) und 1500 Euro (Neubau) Miete, teils ohne Nebenkosten, zu zahlen. Des Weiteren kommen Kosten für ein oder zwei Autos bzw. die Monatsfahrkarte (Zug, Bus) hinzu. Essen gehen mit einer Familie (Eltern plus zwei Kinder) ist nicht oft drin, in Urlaub fahren noch viel weniger. Immer mehr Durchschnittsverdiener weichen auf Städte wie Mühldorf am Inn oder Landshut an der Isar aus, weil sie sich München und die umliegenden Städte einfach nicht mehr leisten können.

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wenndannjetzt 11.01.2019, 19:03
181. Guter Artikel, Herr Fricke

Wenn man hier im Forum googelt, stellt man fest, dass viele Menschen auch mit kleinem Einkommen große Anhänger von Steuersenkungen sind. Sie vergessen dabei gerne, dass ein armer Schlucker wenn es gut läuft, dann 10 Euro mehr im Monat hat, ein Einkommensmillionär jedoch 23.800 Euro spart. Man sollte als nicht über Steuersenkungen reden, sondern über Bedarf und wie man ihn sozialverträglich finanzieren kann.

Und sie vergessen gerne mal, dass Steuern notwendig sind. Oder wer verzichtet gerne auf Straßen, Schienen, Schulen, Krankenhäuser, Sportanlagen, Kindergärten? Nicht nur der Bau, auch der Unterhalt will finanziert sein, und daran mangelt es aufgrund zu geringer Investitionen erheblich.
Vielleicht liegt es ja auch daran, dass die Steuern doch kontinuierlich gesenkt worden - mittlerweile auf 42% Spitzensteuersatz bzw. 45% Reichensteuersatz. Obwohl diese Prozentsätze trotz Soli quasi von niemandem gezahlt werden. (Erst ab 1 Mio. Jahreseinkommen werden ca. 450.000 Steuern einschl. Soli fällig). Die Höhe der tatsächlichen Steuerzahlungen einschl. Soli liegen deutlich niedriger, z.B. bei 20.000 ca. 2.540 (12,7%), bei 56.000 ca. 15.500 (27,7%) und bei 100.000 ca. 35.000 (35%). Selbst bei 250.000 Jahreseinkommen zahlt man einschl. Soli lediglich 101.500 (40,6%).
In den Wirtschaftswunderzeiten der 50er Jahre lag der Spitzensteuersatz noch bei 95% (für die Superreichen), sank dann ab 1952 auf 63,5% und Ende der 50er auf 56%.

Was wir aber alle einkommensunabhängig zahlen, ist die Mehrwertsteuer. Da sie auch auf Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken, Kleidung entfallen, sind die ärmeren davon natürlich prozentual zum Einkommen wesentlich höher belastet. Der Staat scheut sich auch nicht davor, die Mehrwertsteuer auch für Schulessen und Kindergartenverpflegung zu kassieren.

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mother_sky 11.01.2019, 19:14
182. Teure Mieten plus teure Kinder

Zitat von mother_sky
Das Leben in Ballungszentren wie dem Großraum München ist teuer, insbesondere wegen der hohen Mieten. Für eine Drei- bis Vier-Zimmer-Wohnung in München, aber auch schon in kleineren Städten rund um München wie Erding, Dachau, Freising, Fürstenfeldbruck etc. sind zwischen 900 Euro (Altbau) und 1500 Euro (Neubau) Miete, teils ohne Nebenkosten, zu zahlen. Des Weiteren kommen Kosten für ein oder zwei Autos bzw. die Monatsfahrkarte (Zug, Bus) hinzu. Essen gehen mit einer Familie (Eltern plus zwei Kinder) ist nicht oft drin, in Urlaub fahren noch viel weniger. Immer mehr Durchschnittsverdiener weichen auf Städte wie Mühldorf am Inn oder Landshut an der Isar aus, weil sie sich München und die umliegenden Städte einfach nicht mehr leisten können.
Nachtrag: Und was ein Kind kostet, das wissen Sie hoffentlich! Danke!

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Guerilla_79 11.01.2019, 19:15
183. ...

Zitat von mother_sky
Das Leben in Ballungszentren wie dem Großraum München ist teuer, insbesondere wegen der hohen Mieten. Für eine Drei- bis Vier-Zimmer-Wohnung in München, aber auch schon in kleineren Städten rund um München wie Erding, Dachau, Freising, Fürstenfeldbruck etc. sind zwischen 900 Euro (Altbau) und 1500 Euro (Neubau) Miete, teils ohne Nebenkosten, zu zahlen. Des Weiteren kommen Kosten für ein oder zwei Autos bzw. die Monatsfahrkarte (Zug, Bus) hinzu. Essen gehen mit einer Familie (Eltern plus zwei Kinder) ist nicht oft drin, in Urlaub fahren noch viel weniger. Immer mehr Durchschnittsverdiener weichen auf Städte wie Mühldorf am Inn oder Landshut an der Isar aus, weil sie sich München und die umliegenden Städte einfach nicht mehr leisten können.
Sie unterliegen einem der großen Trugschlüsse heutiger Zeit und lassen sich von den wahren Machthabern ausspielen.

Sie sind mit ihren 60-100.000 im Jahr genauso unerwünscht wie der prekär Beschäftigte mit seinen 30.000 im Jahr.

Ob 30k, 60k, 100k oder 200k... für die"wahren Gewinner" sind das alles Verlierer, arme schlucker....
Es wird gerne den Linken vorgeworfen, das sie gegen 80k, 100k, 200k vorgehen würden - das ist einfach nicht war.
Kein Mensch interessiert sich für 6stellige Gehälter, ab 7stellig wirds aber unangemessen/fragwürdig(ist einfach niemand wert...).

Bei den verschiebungen im Westen gehören sie einfach auch mal mit 100k im Jahr nicht mal ansatzweise mehr dazu und sind "abgehängt"... verstehen nur die wenigsten....

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Sibylle1969 11.01.2019, 19:21
184. @47 neurobi

Man kann nicht pauschal sagen, dass Beamte im Vergleich zur Privatwirtschaft deutlich weniger. Ganz grob gesagt, muss ein Angestellter brutto ungefähr 30-50% mehr verdienen als ein Beamter. Will der Angestellte dieselbe soziale Absicherung wie der Beamte haben und sichert dies durch private Zusatzversicherungen (längere Arbeitsunfähigkeit, Berufs- und Erwerbsunfähigkeit, Lücke zwischen gesetzlicher Rente und Beamtenpension) aus dem Einkommen ab, so muss der Angestellte sogar brutto fast doppelt so viel verdienen.

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schwäbischalemannisch 11.01.2019, 19:23
185. Soli Abschaffung ist Symbolpolitik - aber Wichtig

Es geht gar nicht darum den Soli ersatzlos zu streichen. Viel mehr bräuchte es ein Gesamtkonzept mit mehr netto vom brutto für die unteren Einkommen und einen höheren Mindestlohn. Zudem muss was getan werden gegen prekäre Beschäftigung. Insgesamt muss der Staat entlastet werden von den hohen Sozialkosten. Und zwar in der Form, dass so viele wie möglich von ihrem Vollzeit Job auch leben können ohne staatliche Zusatzleistungen. ::.;.:.......

Insgesamt geht es darum den wirklich Bedürftigen besser zu helfen und weniger staatliche Subventionen zu zahlen. .... Fazit: das Geld, das als Soli gezahlt wird, könnte in anderer Form besser genutzt werden. Soli abschaffen und Mindestlohn erhöhen. Das kostet die Unternehmer und die Unternehmen Geld. Und bringt was gegen den Abschwung.

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dirkbffm 11.01.2019, 19:31
186. Unzulässige Verknüpfung im Artikel

Der Soli wurde einst zweckgebunden und befristet eingeführt. Wenn man ihne trotzdem immer weiter erheben möchte, dann war das damals wohl eine Lüge. Dies hat erstmal nichts mit der Konjunktur oder dem Steueraufkommen zu tun. Es wäre ehrlicher, wenn man den Soli wie versprochen wieder abschafft und dann die Steuern erhöht. Wobei man dazu anmerken spollte, das das Steueraufkommen der letzten Jahre stets auf Rekordniveau war. Die Stärkung der Binnennachfrage ist nach Meiner Meinung der richtige Weg - aber das erreicht man nicht unbedingt durch höhere Steuern. Die bewirken eher das Gegenteil. Steuersenkungen plus höhere Schulden durch den Staat. Außerdem sollte man Investitionen (private und gewerbliche) durch Steuervergünstigungen fördern, das würde zusätzlich helfen, die Ungleichgewichte in Europa abzubauen.

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shotaro_kaneda 11.01.2019, 19:33
187.

Was würde wohl am Besten helfen, "normale" Menschen zu entlasten und den Konsum anzukurbeln? Meine Vorschläge: Mehrwertsteuer senken, Ökosteuer auf Sprit senken, Stromsteuer oder EEG Umlage abschaffen usw. Darauf kommt im Traum aber kein Politiker, weil der 08/15-Normalo keine Lobby hat. Stattdessen werden sinnfreie Gesetze erlassen, die Entlastung vorgaukeln, aber oft wirklungslos sind, oder zum Gegenteil führen (Starke-Familie-Gesetz, Mietpreisbremse usw...) Ich bin schon auf die Grundsteuerreform und die künftige Maut gespannt.

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schwäbischalemannisch 11.01.2019, 19:36
188. @172 Kohl und der Steuersatz von 53%

Sie vergessen dabei, dass damals kaum jemand den Spitzensteuersatz gezahlt hat. Wenn heute Einkommen über 250.000€ alles darüber mit 45% zzgl Soli besteuern müssen, sind wir da gar nicht so weit weg. Aber 42% zzgl. Soli hat man als Single schon knapp über 50.000€ erreicht. Der Durchschnittssteuersatz liegt aber, wie schon damals, deutlich darunter. Insgesamt liegt die Abgabenlast aber wohl heute höher als damals. Und zwar deutlich. ..:.:.:......

Man könnte also den Soli abschaffen und für Einkommen über 250.000€ den Aufschlag von 3% schrittweise erhöhen. Oder bereits unter 250,000€ anfangen. So das alles über 250.000€ dann gleich bleibt in Summe.

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Stormwatch 11.01.2019, 19:39
189. Genau...

Zitat von AndiWePunkt
Nein, leider nicht: Der meint das tatsächlich ernst...
... weil er nämlich recht hat!

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