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Debatte über Steuersenkungen: Wohlfühlpaket für die Privatjet-Fraktion
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Die Konjunktur droht zu kippen - und unsere Wirtschaftsgurus fordern: Soli weg, Unternehmenssteuern runter! Dabei dürfte kaum etwas wirkungsloser sein, um eine Rezession zu verhindern.

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botschinski 11.01.2019, 14:21
10. Das Geld auf die Rückseite des Mondes

zu schiessen wäre vielleicht sogar besser, könnte dann vom Jadehasen x eingesammelt werden und die Chinesen hätten mehr Geld um Produkte aus Deutschland zu kaufen...;)

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EmKay 11.01.2019, 14:21
11. Unfug

Hier wird suggeriert, dass die top 10% des Einkommens alle reich wären. Das ist völliger Blödsinn. Der neulich in einem Artikel hier auf Spon eingebaute Soli Rechner gab mir aus, das 5,8% der Einkomen mehr Soli zahlen. Um da zu landen reicht es aus deutlich unter 100K im Jahr brutto zu verdienen. Mit einem Einkommen von 60K Brutto im Jahr als Single wird man nicht reich. Es geht einem natürlich gut, aber reich ist dann doch was ganz anderes.

Und die fast 1.000€ Soli-Steuer aktuell pro Jahr würden 1:1 in der Region landen. Und das ist mir deutlich lieber als das Geld dem Staat zum Verbrennen zu geben.

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boba 11.01.2019, 14:22
12.

… das ist alles gut und richtig, Herr Fricke. Nur: die „Kernkompentenz“ und zentrale Aufgabe der neo- und wirtschaftsliberalen Interessensverbände AfD, CDU, FDP, SPD und Grüne ist es doch gerade, sich immer wieder die absonderlichsten Gründe auszudenken, um die Reichen noch reicher zu machen. Drum herum werden dann ein paar Gute-Gründe-Gesetze als Brosamen für die Normalverdiener verteilt, damit die es nicht merken, wie sie durch den Kakao gezogen werden.

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dasistzukommentieren 11.01.2019, 14:22
13. manno

Einkommen zwischen 100T€ und 200T€ gehören zu den TOP 10%, aber als Alleinernährer in München oder dem Taunus ist man damit nicht reich! Das ist gehobener Mittelstand, komfortabel, aber nicht reich. PS. Beamte mit 60t€ haben ein Bruttoäquivalent in der freien Wirtschaft von 100T€ plus X. Ein wenig mehr Wissen in der Diskussion wäre auch für Journalisten hilfreich, statt falsche Behauptungen aufzustellen.

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AndiWePunkt 11.01.2019, 14:23
14. Satire?

Nein, leider nicht: Der meint das tatsächlich ernst...

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cremuel 11.01.2019, 14:24
15.

Bei Herrn Fricke beginnt die Privatjet-Fraktion also bei 60.000 / a für eine vierköpfige Familie. Das erklärt Einiges.
Grundsätzlich gehören in unserem Gesellschaftssystem die Einkünfte denjenigen, die sie erzielt haben und die können damit machen, was sie mögen. Sogar sparen.
Für Herrn Fricke gehört das Geld aber offenbar erstmal dem Staat, der dann davon gnädigerweise so viel bei den Verdienenden belässt, wie er für richtig hält (am besten beraten durch Leute wie Herrn Fricke).

Und der Soli wurde für einen bestimmten Zweck eingeführt, er muss selbstverständlich abgeschafft werden, sollte dieser Zweck in dieser Form nicht mehr bestehen. Jede Partei kann gerne für eine entsprechende Steuererhöhung werben, um ihn zu ersetzen. Komischerweise will man lieber das schon fließende Geld behalten....
Ich bin für angemessene Steuern und zahle meine auch gerne (gehöre ungefähr der Privatjet-Fraktion mit den 60.000 an). Aber die Haltung, dass ich im Zweifelsfalle die Klappe zu halten habe, wenn es um die Verwendung meiner Einkünfte geht, finde ich ein wenig anmaßend.

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anton_otto 11.01.2019, 14:24
16. Herablassendes Neidgefasel

Den "Solidaritätszuschlag" zahlen entgegen der Fricke-Märchen eben nicht nur die Reichen. Der Zuschlag schlägt schon bei der Mittelschicht zu und die kann sich nicht über interessante Steuergestaltung arm rechnen.

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plurpi 11.01.2019, 14:25
17. Die Befristung des Soli war eine Lüge

Einspruch, Herr Fricke: Ursprünglich war der Soli befristet. Diese Befristung einfach aufzuheben war ein Betrug!
Nicht wenn es darum geht, den Soli abzuschaffen, sondern wenn es darum geht, den Soli BEIZUBEHALTEN, scheint hierzulande fast jedes Argument irgendwie gut.
Die Geschichte des Soli lehrt einmal mehr, dass jede einmal eingeführte Steuer kaum mehr abgeschafft werden kann. Die Befristung dient immer nur als Köder um die Gegner milde zu stimmen und wird später in der Regel einfach aufgehoben.
Solange Steuern progressiv sind, profitieren bei jeder Steuersenkung die oberen Einkommen, das ist einfache Mathematik. Deshalb kommt dieses Argument bei jeder Steuersenkung wie das Amen in der Kirche. Wenn Sie es den unteren Einkommensschichten einfacher machen wollen, aufzusteigen, dann müssen Sie die Progression massiv reduzieren. Die Progression ist eine Barriere gegen den sozialen Aufstieg.

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KopfGegenDieWand 11.01.2019, 14:26
18.

Man konnte letzte Woche im Spiegel sehr gut nachlesen von welchen Bevölkerungsgruppen gesprochen wird, wenn die oberen Zehn-Prozent der Einkommensverdiener (nicht Vermögenden) gemeint sind. Das geht mit ca. 70000 Euro los. Also nichts was einem Privatjet und Villa bescheert. Aber gut. Solche glatten Entstellungen sind inzwischen ja in Spuegelkommentaren normal geworden.

Was aber viel wichtiger ist, dass hier komplett vergessen wird, dass niemand arbeiten geht um Steuern (aka Geld für die Gemeinschaft und in letzter Zeit vor allem andere) zu erwirtschaften, sondern um für sich Geld zu verdienen. Daher ist es längst überfällig hier etwas zurückzugeben. Und das sollte gerade bei denen passieren, die den ganzen Zirkus zahlen.

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hasselblad 11.01.2019, 14:27
19.

Die Steuereinnahmen sprudeln, seit Jahren vermeldet der Finanzminister zum Ende des Haushaltsjahres eine schwarze Null. Anstatt in Infrastruktur, Mobilitäts- und Energiewende, Bildung und Sicherheit zu investieren verschleudert der Staat es für soziale Wohltaten, allein der Zuschuss zur Rentenversicherung frisst einen Riesenberg des Staatshaushalts, dazu noch neuer Blödsinn wie Mütterrente und Baukindergeld... Da werden Ansprüche geschaffen, die auch während einer konjunkturellen Schwächephase bestehen bleiben und finanziert werden müssen, also wird dann erst recht nicht investiert werden können. Kein Wunder also, dass kein Spielraum da ist, um den arbeitenden Teil der Bevölkerung zu entlasten. Rein ökonomisch wäre das ohne Weiteres möglich, die Ausgabenseite ist das Problem, nicht die Einnahmeseite.

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