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Debatte über Steuersenkungen: Wohlfühlpaket für die Privatjet-Fraktion
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Die Konjunktur droht zu kippen - und unsere Wirtschaftsgurus fordern: Soli weg, Unternehmenssteuern runter! Dabei dürfte kaum etwas wirkungsloser sein, um eine Rezession zu verhindern.

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freizeitverkaeufer 11.01.2019, 19:54
190. vom Grundsatz hat er recht, der Fricke....

....aber seine falsche Definition von Oberschicht (ab 60.000.- Einkommen) geht an den Verhältnissen hanebüchen vorbei. So bewirkt seine Argumentation (mit Absicht?) lediglich eine falsche Neiddebatte. Die kalte Progression sorgt doch für Spitzensteuersatz ab Mittelschichtseinkommen. Ja bei Einkommen ab 200.000 Euro da wäre was zu holen. Aber Einkommensmillionäre wie Merz und Co. tarnen sich seit Jahrzehnten als Mittelschicht. Wie gesagt Einkommensmillionäre werden in Deutschland besteuert wie die Mittelschicht. Und ab 150.000 fehlt jegliche Steuerprogression. Die wäre aber notwendig um die Mittelschicht zu entlasten. Es ginge aber auch ganz anders; deutsches Gemeinwohl funktioniert doch so: Wer hier investiert bekommt Steuerbonus. Wer im Ausland (auch EU) investiert leistet sich das dort eben und wird für seinen Betriebssitz auch im Ausland besteuert. Deutsche Steuermilliarden dürfen nicht länger in der EU und darüber hinaus in der ganzen Welt verschenkt werden. Ja, richtig verstanden. Germany first. Zuerst das Hemd dann die Hose! Dreistellige Milliardenbeträge werden veruntreut für direkte und indirekte Unternehmenssubventionen. Auch der zinslose Teuro gehört dazu.

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bauklotzstauner 11.01.2019, 20:16
191.

Zitat von mother_sky
Das Leben in Ballungszentren wie dem Großraum München ist teuer, insbesondere wegen der hohen Mieten. Für eine Drei- bis Vier-Zimmer-Wohnung in München, aber auch schon in kleineren Städten rund um München wie Erding, Dachau, Freising, Fürstenfeldbruck etc. sind zwischen 900 Euro (Altbau) und 1500 Euro (Neubau) Miete, teils ohne Nebenkosten, zu zahlen. Des Weiteren kommen Kosten für ein oder zwei Autos bzw. die Monatsfahrkarte (Zug, Bus) hinzu. Essen gehen mit einer Familie (Eltern plus zwei Kinder) ist nicht oft drin, in Urlaub fahren noch viel weniger. Immer mehr Durchschnittsverdiener weichen auf Städte wie Mühldorf am Inn oder Landshut an der Isar aus, weil sie sich München und die umliegenden Städte einfach nicht mehr leisten können.
Das ist mir alles klar! Aber ein "Durchschnittsverdiener" hat nunmal nur 27.000 Euro im Jahr - brutto! Nicht 70.000. Daß es in München mit zwei Kindern bei 27.000 eng werden kann, verstehe ich durchaus. Aber bei 70.000?

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cladonis 11.01.2019, 20:21
192. Eine Rezession....

.... kommt, wenn ein Großteil der Bevölkerung glaubt, dass sie kommt. Dann kauft sich der Peter Müller aus Irgendwo seinen neuen Golf nicht jetzt, es könnten ja schlechte Zeiten kommen. Und dann kommen sie auch. Na ja, wird eh langsam Zeit.

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joomee 11.01.2019, 20:44
193. Machen alle

Zitat von Jacek G
Danke! So viel Logik ist man beim Thema Soli gar nicht gewöhnt. Da wird bisher meist nur für den eigenen Geldbeutel argumentiert!
Das machen alle. Diejenigen mit wenig Geld und die mit viel Geld.

Auch den ach so sozialen Linken und Gewerkschaften und deren Anhänger geht es doch auch nur um mehr Vorteil für ihre Klientel bzw. sich selbst: Weniger arbeiten, mehr Lohn, höhere Renten, bessere Sozialleistungen usw.

Kurz gesagt um mehr Komfort und Bequemlichkeit - den aber nach Möglichkeit jemand anders bezahlen soll...

Also der Egoismus ist mit Sicherheit nicht nur bei den Vermögenden vorhanden und Leute mit wenig Geld sind auch nicht per se die sozialeren und besseren Menschen.

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dragondeal 11.01.2019, 20:46
194. Ich glaube,

der Herr Fricke wollte nicht gegen den Soli-Abbau argumentieren, wie er jetzt geplant ist, sondern zieht lediglich in Zweifel, dass der Wegfall auch für die restlichen 10% der Konjunktur in irgendeiner Weise nützt. Da beginnt das dann bei rund 60k brutto für Alleinstehende.

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joomee 11.01.2019, 20:53
195. Vermögenssteuer auf Einkommen?

Zitat von Y.F.
Sie haben nicht unrecht, anstatt zu meckern sollte man einen Vorschlag machen. Also : Vermögenssteuer in Höhe von 5% auf Einkommen ab 1. Mio. € / Jahr, für insg. 10 Jahre. Ich glaube das es die wenigsten in ihrem täglichen Leben berührt ob Sie 15 Mio. € auf dem Konto haben oder 14,4 Mio €. Damit wäre genug Geld jedes Jahr zur Verfügung um Schulen zu bauen und / oder zu sanieren, eine menschenwürdige Altenpflege zu betreiben, ein anständiges Gesundheitssystem zu führen etc. Das ist mein Vorschlag, und der kostet auch nur die 10% der Bevölkerung die es wohl am ehesten verkraften können. Also die Oberschicht ( exklusive F. Merz, der ist ja Mittelschicht) -> Der nächste bitte
Vermögenssteuer auf Einkommen??

Mannomann... Und dann noch von sich selber überzeugt zu sein, das Ei des Kolumbus gefunden zu haben.

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gauner12 11.01.2019, 21:08
196. Einfach lächerlich..

...wie hier aus einer befristeten Abgabe eine unbefristete Abgabe werden soll. Es gibt nur einen Weg. Den Soli jetzt komplett zu 100% abbauen, nach 2 Jahren kann man dann immer noch mit einer großen Steuerreform die kalte Progression, Spitzensteuersatz, Entlastung Geringverdiener etc.angehen.
Aber keine Angst, so lange Frau Merkel was zu sagen hat, bleibt der Soli, denn Sie hat Angst, dass dann die Wähler im Osten noch weniger CDU wählen

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Sibylle1969 11.01.2019, 21:11
197. @191 bauklotzstauner

70.000 Euro Bruttoeinkommen machen mit Steuerklasse 2 (alleinerziehend) und 2 Kindern 3481 Euro netto pro Monat. Wenn die Miete für eine 4-Zimmer-Wohnung in München bereits warm 1500-2000 Euro kostet, dann können Sie sich leicht ausrechnen, was nach den Wohnkosten übrig bleibt.

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joomee 11.01.2019, 21:16
198. 36.000 Euro Abgaben...

Zitat von K:F
Merz und dieNneokonservativen werden den Rand nicht vollkriegen. Generell ist es schon richtig über eine Steuerstrukturreform und über eine Nachfrage gesteuerte Wirtschaftspolitik nachzudenken. Den Trickle-down Down Effekt hat es nicht gegeben. Ist und bleibt ein Märchen. Geld ist bei den Beschäftigten nicht angegekommen. Unternhemen haben es auch unterlassen, Investitionen zu tätigen. Von Inovationen ganz zu schweigen. Zuerst muss die Binnenkonjunktur gestärkt werden. Und Unternehemen erhalten Anreize für Inovationen und Neuinvestitiinen. Der soli muss abgeschafft werden und im Gegenzug müssen Besserverdienenden eine höhere Steuern zahlen. Der Finanzminister kann sich ja gerne an den 70.000 Euro zu versteuernden Einkommen für Singles halten.
Ein angestellter Single mit 70.000 € zu versteuernden Einkommen zahlt üblicherweise locker bereits rund 36.000 € an Steuern und Sozialabgaben, wenn man hierfür mal realistische 80.000 € Bruttogehalt ansetzt.

In dieser Gruppe landen sie normalerweise nur wenn sie ein Studium absolviert haben und in der Regel oft keine 40 Stundenwoche und passive Schonhaltung haben.

Wie viel wollen Sie dieser Frau oder dem Mann noch wegnehmen?

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Kiesch 11.01.2019, 21:17
199.

Zitat von EmKay
Hier wird suggeriert, dass die top 10% des Einkommens alle reich wären. Das ist völliger Blödsinn. Der neulich in einem Artikel hier auf Spon eingebaute Soli Rechner gab mir aus, das 5,8% der Einkomen mehr Soli zahlen. Um da zu landen reicht es aus deutlich unter 100K im Jahr brutto zu verdienen. Mit einem Einkommen von 60K Brutto im Jahr als Single wird man nicht reich. Es geht einem natürlich gut, aber reich ist dann doch was ganz anderes. Und die fast 1.000€ Soli-Steuer aktuell pro Jahr würden 1:1 in der Region landen. Und das ist mir deutlich lieber als das Geld dem Staat zum Verbrennen zu geben.
Okay. Verstehe ich Ihre Argumentation richtig, Sie sagen:

Ich will entlastet werden, weil ich nicht reich bin obwohl ich zu den oberen 10% gehöre?
Und Sie meinen also Sie haben auf eine Entlastung mehr Anrecht als die 90% der Bundesbürger die noch weniger Geld zur Verfügung haben als Sie?

Machen wir uns doch nichts vor, realistisch betrachtet würde es am meisten (wirtschaftlich) bringen, jedem Hartz 4 ler bzw. Aufstocker 10-20€ mehr im Monat zu geben. 120€ pro Nase. Geht man (als Diskussionsbasis) von 4 Millionen Bezugsberechtigten (Wikipedia sagt was von knapp über 4Mio in 2012) aus, hat man so eine halbe bis eine Millarde, die quasi komplett wieder Ausgegeben wird - einfach da man auf Hartz 4 sowieso auf Kante lebt. Geht alles wieder in die Lokalen Supermärkte (also auch indirekt an die Beschäftigten), vielleicht sogar mal an ein Restaurant oder auch nur den Heizungsmonteur...
Wenn man zusätzlich noch die Anreize verstärkt Zuzuverdienen indem die Abzüge verringert werden, was aufgrund des Abstandsgebots vermutlich mehr Menschen zu Aufstockern machen würde, hätte man ein Super Konjunkturpaket, das 2 Sachen erfüllt:
1. Man kann sich sicher sein dass das Geld ausgegeben wird.
2. Es kommt bei denen an die in unserer Gesellschaft am schwächsten sind.

Halte ich persönlich für sinnvoll, obwohl ich persönlich vermutlich ebenfalls von einer Soli Abschaffung erheblich mehr hätte. Das ich dann vermutlich auf die Bank bringen würde oder ähnliches. Ich muss mich nämlich glücklicherweise nicht mit so (römisch) dekadenten Fragen rumschlagen wie: "Essen oder Warmwasser?"

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