Forum: Wirtschaft
Debatte über Steuersenkungen: Wohlfühlpaket für die Privatjet-Fraktion
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Die Konjunktur droht zu kippen - und unsere Wirtschaftsgurus fordern: Soli weg, Unternehmenssteuern runter! Dabei dürfte kaum etwas wirkungsloser sein, um eine Rezession zu verhindern.

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Aberlour A ' Bunadh 11.01.2019, 21:22
200. Seltsam

Zitat von bauklotzstauner
Das ist mir alles klar! Aber ein "Durchschnittsverdiener" hat nunmal nur 27.000 Euro im Jahr - brutto! Nicht 70.000. Daß es in München mit zwei Kindern bei 27.000 eng werden kann, verstehe ich durchaus. Aber bei 70.000?
Sehe ich auch so. Irgendetwas kann hier mit den Ausgaben nicht stimmen. Wer natürlich jeden Tag bei Tegut in der Bio-Abteilung den Einkaufswagen voll macht und die Kinderjeans im Feinkostladen kauft,
kommt natürlich auch bei 70.000 nicht über die Runden. Und selbst wenn ein Drittel in München für Miete dabei draufgehen sollte, wäre das prozentual anteilig absolut im Durchschnitt.

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joomee 11.01.2019, 21:36
201. Nochmal nachdenken

Zitat von claus7447
Glauben Sie das wirklich? Dann schauen sie mal, wer in USA davon profitierte nachdem Donny die Unternehmenssteuern gesenkt hat. Zumindest nicht die Mitarbeiter. Im übrigen, keine vermögenssteuer, bringt wenig, aber weg mit der kapitalertragssteuer und diese ab 5.000 Euro (Freibetrag) wie Einkommensteuer berechnen. Zudem den Steuersatz für Einkünfte über 2 Mio p.a. auf 48% anheben. Paralell den Progressionsbauch abschaffen mit Hilfe eines stufensteuersatzes.
Denken Sie noch mal nach.

Sie können gerne die Kapitalertragsteuer abschaffen und Einkünfte aus Dividenden werden dann mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Dann müssen Sie jedoch die Möglichkeit zur Berechnung der Unternehmensebene bezahlten Steuern gewährleisten (hatten wir schon). Es wird also ein Null-Summen-Spiel.

Sie werden das ansonsten nämlich ich nicht durch den Bundesfinanzgerichtshof bringen - aus gutem und logischem Grunde. Warum das so ist und Unternehmenssteuern mit den Einkommensteuer auf Dividenden nahezu weltweit verrechnet werden (müssen), ergoogeln Sie sich bitte selber mal.

Und wir haben bereits einen Steuersatz von knapp 48%. Der greift allerdings schon sehr viel früher als bei Ihrer vorgeschlagenen Einkunftsgrenze

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joomee 11.01.2019, 21:43
202. Kohl’s 53%

Zitat von haarer.15
Was in D tatsächlich zu hoch ist, ist die Abgabenlast. Doch werden wir uns damit abfinden müssen, dass Pflege und KV immer teuerer werden, weil hier eine echte Reform hier ausbleibt. Die Zweiklassen-Medizin bleibt uns ebenso erhalten. Ein Stück weit mehr Steuergerechtigkeit ist es sehr wohl, wenn der Soli für 90 % der Bevölkerung bald wegfällt. Für die Creme wird das auch noch folgen. Übrigens - unter Kanzler Kohl lag der Spitzensteuersatz bei 53 % und beklagt hatte sich niemand darüber. Im Gegenteil konnte dieser Mann vier Wahlperioden lang regieren. Da ist also viel Heuchelei im Spiel.
Kohls 53%er Spitzensteuersatz greifte zum einen viel später und zum anderen gab es damals noch zig Abschreibungs- und Verrechnungsmöglichkeiten.

Unter anderem waren Aktienkursgewinne nach einem Jahr bereits steuerfrei und genauso waren hohe Abfindungen zum großen Teil brutto wie netto. Alles nicht mehr möglich.

Man muss diesen Spitzensteuersatz schon ganz genau anschauen und analysieren wenn man sauber und seriös diskutieren und vergleichen möchte.

Im übrigen hatte Lafontaine jahrelang eine von der CDU damals gewünschte Steuerreform blockiert.

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Aberlour A ' Bunadh 11.01.2019, 21:45
203. passive Schonhaltung?

Zitat von joomee
Ein angestellter Single mit 70.000 € zu versteuernden Einkommen zahlt üblicherweise locker bereits rund 36.000 € an Steuern und Sozialabgaben, wenn man hierfür mal realistische 80.000 € Bruttogehalt ansetzt. In dieser Gruppe landen sie normalerweise nur wenn sie ein Studium absolviert haben und in der Regel oft keine 40 Stundenwoche und passive Schonhaltung haben. Wie viel wollen Sie dieser Frau oder dem Mann noch wegnehmen?
Sie scheinen das Prinzip einer progressiven Einkommenssteuer nicht verstanden zu haben. Da in Deutschland 6 von 10 Arbeitnehmern in Vollzeit WENIGER als 3.300 Euro BRUTTO im Monat verdienen, wird ein Großteil der Arbeitnehmer in Deutschland Ihre 80.000 brutto Jahreseinkommen mit Kusshand nehmen. Und schon gar nicht auf hohem Niveau jammern. Also, raus aus der Komfortzone.

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Freedom of Seech 11.01.2019, 21:47
204. Der Autor verwechselt Körperschaftssteuer mit Reichensteuer

Es geht um Unternehmenssteuer. Aber egal. Der Soli ist eine Einkommensteuer - sonst nichts. Es gibt aber noch eine andere andere Möglichkeit Unternehmen zu stützen insbesondere jene in deren Geschäftsmodell keine regelmäßigen Zahlungseingänge erfolge wie z.B. beim Bäcker, Ärzten oder Arbeitnehmern sondern die Zahlungseingänge unregelmäßig und abhängig vom Erreichen von Milestones sind (z.B. Baufirmen, aber auch viele Tech Unternehmen). Vorschlag: Drastische Absenkung der Steuervorauszahlung pro Quartal um >50% Das ist ein bürokratisches Monster - auch für die Finanzbehörden - und sorgt für ständigen Ärger bei unregelmäßigrn Zalungseinhängen/Zahlungsverzug.

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joomee 11.01.2019, 21:53
205. Welche Linken kennen Sie?

Zitat von Guerilla_79
Sie unterliegen einem der großen Trugschlüsse heutiger Zeit und lassen sich von den wahren Machthabern ausspielen. Sie sind mit ihren 60-100.000 im Jahr genauso unerwünscht wie der prekär Beschäftigte mit seinen 30.000 im Jahr. Ob 30k, 60k, 100k oder 200k... für die"wahren Gewinner" sind das alles Verlierer, arme schlucker.... Es wird gerne den Linken vorgeworfen, das sie gegen 80k, 100k, 200k vorgehen würden - das ist einfach nicht war. Kein Mensch interessiert sich für 6stellige Gehälter, ab 7stellig wirds aber unangemessen/fragwürdig(ist einfach niemand wert...). Bei den verschiebungen im Westen gehören sie einfach auch mal mit 100k im Jahr nicht mal ansatzweise mehr dazu und sind "abgehängt"... verstehen nur die wenigsten....
Welche Linken kennen Sie? Eine sehr gewagte Aussage.

Für nicht wenige stellen diejenigen mit 60.000 € Einkommen aufwärts schon die starken Schultern da, die noch mehr als jetzt stemmen sollen. Lesen Sie doch hier mal im Forum die Kommentare.

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bauklotzstauner 11.01.2019, 22:05
206.

Zitat von Sibylle1969
70.000 Euro Bruttoeinkommen machen mit Steuerklasse 2 (alleinerziehend) und 2 Kindern 3481 Euro netto pro Monat. Wenn die Miete für eine 4-Zimmer-Wohnung in München bereits warm 1500-2000 Euro kostet, dann können Sie sich leicht ausrechnen, was nach den Wohnkosten übrig bleibt.
Ja, kann ich. 3481 Euro plus runde 400 Euro Kindergeld, da bleiben 1.900 bis 2.400 Euro zum leben.

Sie wissen, was einem Hartzer bleibt? Der bekommt nämlich gerade mal etwas mehr als 1.000 Euro an Regelsatz für einen Erwachsenen plus zwei Kinder. Auch in München! Und eine Wohnung, die 1.500-2.000 Euro kostet, zahlt das Amt sicher nicht obendrauf. Und das halten viele hierzulande ja sogar noch für "zu üppig versorgt".

Ich will die Kosten und die Steuer- und Abgabenbelastung sicher nicht kleinreden. Aber Klagelieder von Leuten der Upperclass gehen mir einfach auf den Senkel! Wie schon gesagt. Das Medianeinkommen in Deutschland liegt bei deutlich weniger als der Hälfte der hier beklagten 70.000. Pi mal Daumen geteilt durch Fensterkreuz geht es also einkommenstechnisch dreiviertel aller Deutschen schlechter, als dem beklagenswerten 70.000er... .

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joomee 11.01.2019, 22:09
207. Darum geht es nicht

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Sie scheinen das Prinzip einer progressiven Einkommenssteuer nicht verstanden zu haben. Da in Deutschland 6 von 10 Arbeitnehmern in Vollzeit WENIGER als 3.300 Euro BRUTTO im Monat verdienen, wird ein Großteil der Arbeitnehmer in Deutschland Ihre 80.000 brutto Jahreseinkommen mit Kusshand nehmen. Und schon gar nicht auf hohem Niveau jammern. Also, raus aus der Komfortzone.
Darum geht es ja nicht.

Sondern darum dass der Kollege jemand mit diesem zu versteuernden Einkommen noch höher belasten wollte. Er ist schon voll von der Progression getroffen und zwar ohne wirklich top zu verdienen.

Und glauben Sie mir, jeder der von den unteren Einkommen nach oben rutscht guckt ganz schön blöd aus der Wäsche, wenn ihm dann fast die Hälfte wieder weggenommen wird.

Aber keine Frage, es ist ärgerlich wenn jemand wenig verdient und ihm verhältnismäßig viel bleibt - und für den Betroffenen der besser verdient genauso wenn ihm knapp die Hälfte weg genommen wird. Es ist alles immer eine Frage der Perspektive und beide haben immer ein bisschen Recht.

Ich persönlich plädiere gar nicht für die Abschaffung des Solidaritätszuschlagsbeitrages bzw. eine wie auch immer geartete Steuerentlastung. Ich denke die derzeitigen Steuersätze und auch die Steuerverteilung sind einigermaßen gerecht.

Mir ist es auch ziemlich egal, wenn es z. B. bis 100.000 € etwas Entlastung gibt aber dafür darüber hinaus in Schritten 2% oder 3 % drauf kommen. Für mein Gerechtigkeitsempfinden sollte es allerdings so sein, dass man noch etwas mehr als 50% seiner Einkünfte auch behalten darf. Sie können diese Grenze auch gerne als antisozialistischen Schutzwall beschreiben ;-)

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joomee 11.01.2019, 22:14
208. Klagelied...

Zitat von bauklotzstauner
Ja, kann ich. 3481 Euro plus runde 400 Euro Kindergeld, da bleiben 1.900 bis 2.400 Euro zum leben. Sie wissen, was einem Hartzer bleibt? Der bekommt nämlich gerade mal etwas mehr als 1.000 Euro an Regelsatz für einen Erwachsenen plus zwei Kinder. Auch in München! Und eine Wohnung, die 1.500-2.000 Euro kostet, zahlt das Amt sicher nicht obendrauf. Und das halten viele hierzulande ja sogar noch für "zu üppig versorgt". Ich will die Kosten und die Steuer- und Abgabenbelastung sicher nicht kleinreden. Aber Klagelieder von Leuten der Upperclass gehen mir einfach auf den Senkel! Wie schon gesagt. Das Medianeinkommen in Deutschland liegt bei deutlich weniger als der Hälfte der hier beklagten 70.000. Pi mal Daumen geteilt durch Fensterkreuz geht es also einkommenstechnisch dreiviertel aller Deutschen schlechter, als dem beklagenswerten 70.000er... .
Also das Klagelied hatte ein anderer Kollege angestimmt, der meinte man solle doch bei denjenigen mit 70.000 € noch mehr zugreifen.

Sie greifen den falschen an.

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kulturnase 11.01.2019, 22:28
209. @47 neurobi und dem zitierten

60.000 als Beamter, weniger Sozialversicherung = deutlich mehr netto vom brutto, preiswerte PKV und unerreichbare Altersvorsorge im Vergleich zur Privatwirtschaft, Rabatte bei allen Versicherungen (10 bis 40%) und preiswertere Darlehen, macht ein Bruttoäquivalent von ca. 100.000. Dazu kein Risiko des Arbeitsplatzverlustes und deutlich weniger Arbeitsstunden. Seit wann sind Fakten Stimmungsmache? Einfach bitte mal ehrlich rechnen und alle Aspekte berücksichtigen. Damit sind wir bei A14 bis A16, warum wollten wohl die Grünen die Steuern ab 60 T€ erhöhen? Weil dann deren Kernklientel nocht mehr betroffen wäre (Lehrer etc.). und nein, das soll keine Neiddiskussion sein, sondern es gilt mit realen Zahlen zu arbeiten und es sollten nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden.

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