Forum: Wirtschaft
Debatte um Essener Tafel: Versagt hier der Sozialstaat?
DPA

Immer mehr Tafeln versorgen in Deutschland immer mehr Menschen. Doch heißt das wirklich, dass es bei uns immer mehr Arme gibt?

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hwdtrier 06.03.2018, 14:18
210. Sicher gibt es

Zuzahlungsbefreiung a er dafür müssen sie erstmal 1% wenn chronisch krank u d ansonsten 2% der Jahresrente auf einen Schlag bezahlen.

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andy70 06.03.2018, 14:23
211. Meine Güte...

Ist es nicht ein wenig pervers den Armen vorzurechnen ab wann sie statistisch als arm gelten - während Superreiche die Sektkorken knallen lassen?

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adal_ 06.03.2018, 14:26
212. Salonlinke Partyschwätzer mit Empörungstremor in der Stimme

Zitat von briefzentrum
Armutslagen werden nicht dadurch komfortabler, dass das Bundesverfassungsgericht ein gesellschaftliches Existenzminimum definiert
Doch werden sie. Oder wollen Sie etwa behaupten, es sei egal, ob einer von Einkommen oberhalb oder unterhalb des gesetzlichen Existenzminimums lebt?

Wenn Sie mit Ihrem Satz meinen, die Regelleistungen seien zu niedrig, wäre es schön zu erfahren, was Sie für angemessen halten und wie Sie den gebotenen Lohnabstand zu den unteren Lohngruppen herbeizuführen gedenken.

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steves. 06.03.2018, 14:34
213. Was für ein Bild

Zitat von Crom
Die Tafeln existieren doch vornehmlich deswegen, weil die Discounter und Supermärkte dadurch bei der Entsorgung sparen. Die Leute gehen auch nicht zur Tafel, weil sie hungern sondern weil sie dadurch Geld sparen. Im schlimmsten Fall wird's dann für Alkohol und Zigaretten ausgegeben, im besten Fall für die Kinder.
Was für ein Bild haben sie von den Leuten , die zur Tafel gehen .
Ich finde es schlimm wenn Menschen in einem Land . wie Deutschland zur Tafel müssen .
Denn diese Menschen müssen dahin um über die Runden zu kommen und nicht um zu Sparen .
Und die meisten Discounter und Supermärkte geben freiwillig was so nicht mehr verkauft werden darf oder demnächst wird .
Es mag vllt. ein schöner Nebeneffekt zu sein , das sie sich die Entsorgung sparen , aber das ist bei den meisten Märkten kein Kalkül mehr .
Man sollte nicht jeden über einen Kamm scheren , bloß weil man die Situation des Menschen nicht kennt oder versteht .

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alwin52 06.03.2018, 14:36
214. Vernichtung von Nahrungsmitteln

Was in der ganzen Diskussion um die Essener Tafel total vergessen wird, ist die Tatsache, daß die Tafeln nur einen ganz geringen Teil dessen bekommen, was Aldi, Lidl & Co. täglich aus den Regalen nehmen. Der Rest landet tonnenweise auf dem Müll, oder, wie kürzlich von 3 sat am Beispiel Wien und Brötchen gezeigt, in Biogasanlagen.

Wie wäre es eigentlich, wenn unsere Regierung die Händler und Nahrungsmittelproduzenten verpflichten würden, abgelaufene Produkte, die ansonsten weggeworfen werden, zum halben Preis zu verkaufen, wie die wenigen Bäcker um die Ecke das machen? Das kann dann jeder, auch Bedürftige kaufen. Ein mehrfaches von dem, was heute an die Tafeln geht, sollte man ruhig dorthin für diejenigen geben, die bisher dort schon Berechtigungen hatten.

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interessierter Laie 06.03.2018, 14:36
215. bald platzt mir der Kragen...

Zitat von Sensør
Wenn Reiche versuchen, sich besonders schlau über die arme Bevölkerung auszulassen, ist es manchmal - wie in diesem Fall - einfach unerträglich. Wenn man ich der Lage gekommen ist, sich unter so unwürdigen Umständen sein Essen zu erbetteln zu müssen, ist jeder Gedanke von Teilhabe und Zitat: „knappe Geld lieber für Bücher ausgeben“ komplett .....
für 300 Euro geht ein Mindestlöhner mehr als eine Woche arbeiten. Ein Schüler sittet dafür 30 Stunden die Kinder anderer Leute, mäht Rasen oder gibt Nachhilfe. Und sorry - Mangelernährung ist nicht nötig. Man kann sich auch von wenig Geld gesund und ausgewogen ernähren - im Gegenteil - man muss es sogar. Süßigkeiten, Fleisch und Wurst und Käse sind nämlich teuer - Nudeln, Kartoffeln und anderes Gemüse und Obst hingegen relativ günstig. Und das harmoniert auch wunderbar mit Sport. Fragen Sie mal einen Athleten nach dessen Speiseplan. Pizza und Chips kommen da selten vor. Viele Museen und Kulturveranstaktungen und Lesezirkel sind gratis. Und ein Bibliotheksausweis kostet in der Regel weniger als eine Schachtel Kippen im Monat. Es gibt massenhaft Angebote - nur eben nicht zuhause vor dem Fernseher. Sanktionen spricht das Amt dann aus, wenn derjenige sich nicht um Arbeit bemüht, Termine versäumt und auch keine vernünftigen Gründe vorweisen kann. Das tun Arbeitgeber übrigens auch. Es gibt sicher Menschen in diesem Land, denen es wirklich schlecht geht.

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xenia.reimann 06.03.2018, 14:37
216. Warum diskutieren eigentlich alle über die Essener Tafel?

Weil das Beispiel der Essener Tafel in gnadenloser Einfachheit zeigt, dass alle Ressourcen endlich sind. Wächst die Zahl der Anspruchsberechtigten, dann werden die Ressourcen dementsprechend knapper. Das ist bei abgelaufenen Lebensmitteln letztlich nicht anders als bei Wohnraum, kostenloser Bildung und medizinischer Versorgung. Wer also immer mehr ärmere Menschen aufnehmen und versorgen möchte, der muss bereit sein, selbst irgendwann weniger zu haben. Und wer sogar grenzenlos aufnehmen möchte, der muss dann eben auch grenzenlos teilen. Für manche eine wunderbare Utopie, die sie lieber heute als morgen verwirklichen wollen, für andere ein brandgefährliches Experiment. Was aber sicher ist: Die ersten, bei denen "es quietscht", sind immer diejenigen ohne Polster. Siehe Essener Tafel.

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felixbonobo2 06.03.2018, 14:39
217. Er meint's ja nicht so ;-)

Zitat Stefan Liebig " Doch inwieweit in Deutschland tatsächlich absolute Armut besteht, ist auf der Grundlage der gängigen Daten überhaupt nicht feststellbar. Generell gilt: Für die Diskussion zentraler -auch sozialpolitischer - Fragen benötigen wir detaillierteres empirisches Wissen, das sich eben nicht nur auf rein ökonomische Daten wie etwa das Einkommen stützt, sondern die auch die Motivlagen, Gründe und Präferenzen der Bürgerinnen und Bürger umfassen."
Das meint der nicht mal zynisch, was ich fast noch erschreckender finde als die realitätsignoranz die hinter solchen aussagen steht. Einfach nur die finanzielle situation des einzelnen betroffenen als grundlage für eine armutsgrenze in unserem land anerkennen zu wollen, kann der herr prof. Liebig nicht einsehen, das muss man doch individuell betrachten. "Motivlagen, gründe und präferenzen der bürgerinnen und bürger" , oder anders gesagt, faulheit, krankheit oder kein geld haben einfach egal finden sollte schon berücksichtigt werden, pech gehabt oder selber schuld eben, kein anlass für einen sozialstaat sich in verantwortung zu sehen. Man bedenke : Direktor der Längsschnittstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und Professor für Soziologie an der Universität Bielefeld ! Da wundert einen gar nichts mehr.

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hesseinfranken 06.03.2018, 14:42
218. Stimmt

Zitat von xenia.reimann
Der Autor schreibt nirgendwo was von SUVs oder Teneriffa. Er unterstellt auch nirgendwo jemandem etwas. Als Wissenschaftler weist er sehr sachlich auf offene Fragen hin. Warum fühlen Sie sich davon derart provoziert, dass Sie mit Polemik reagieren?
Liebig hat nichts von Teneriffa oder SUVs geschrieben. Er hat es aber gemeint, nur etwas eleganter umschrieben: "oder greifen sie auf das Angebot der Tafeln zurück, um dann Konsumausgaben zu tätigen, die den eigenen Vorlieben und Wünschen besser entsprechen". Wo ist da der qualitative Unterschied zu meiner karrikierenden Aussage? Schlimmer noch. Danach scheint er noch zwischen guten und weniger erwünschten Vorlieben und Wünschen zu unterscheiden, die die Tafelnutzer zu haben oder nicht zu haben haben.
Das ist der blanke Zynismus, auf den ich nur mit Sarkasmaus reagieren konnte.

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hesseinfranken 06.03.2018, 14:45
219. Hat doch geklappt...

Zitat von peter.stein
Schade, dass Sie den Beitrag nicht verstanden haben. Herr Liebig hat keineswegs gesagt, dass es so ist (vom SUV oder Teneriffa hat er übrigens gar nichts gesagt). Er hat lediglich ausgeführt, es könnte möglicherweise bei manchen so sein und um das verifizieren zu können, plädiert er für empirische Untersuchungen. Aber wenn man erst mal auf dem Empörungstrip ist, fällt Differenzieren eben nicht mehr leicht.
... meine kleine Provokation. Auch Ihnen darf ich wiederholend sagen, dass es stimmt, dass Liebig nichts von Teneriffa oder SUVs geschrieben hat. Er hat es aber gemeint, nur etwas eleganter umschrieben: "oder greifen sie auf das Angebot der Tafeln zurück, um dann Konsumausgaben zu tätigen, die den eigenen Vorlieben und Wünschen besser entsprechen". Wo ist da der qualitative Unterschied zu meiner karrikierenden Aussage? Schlimmer noch. Danach scheint er noch zwischen guten und weniger erwünschten Vorlieben und Wünschen zu unterscheiden, die die Tafelnutzer zu haben oder nicht zu haben haben.
Das ist der blanke Zynismus, auf den ich nur mit Sarkasmaus reagieren konnte.

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