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Debatte um Grundeinkommen: SPD-Spitzenduo will Hartz IV beenden
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"Wir brauchen eine Alternative zu Hartz IV": In der SPD-Führung gibt es Forderungen, das Hartz-System zu beenden. Parteivize Ralf Stegner plädiert im SPIEGEL für die Einführung eines solidarischen Grundeinkommens.

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ruhepuls 25.03.2018, 09:06
170. Grundeinkommen ist naiv...

Zitat von sirhumphreyapplebee
hat ja bereits ein bedingungsloses Grundeinkommen. Ihm sollte aber klar sein, dass dies nicht für alle möglich ist. Um es mit M. Thatcher zu sagen: "Das Problem am Sozialismus ist, dass irgendwann das Geld der anderen Leute alle ist."
Die Idee des Grundeinkommens ist an sich ja gut, allerdings ist es naiv, zu erwarten, dass ein der Praxis funktioniert. Das Hauptproblem dabei ist es, dass ein Grundeinkommen ein "Faß ohne Boden" ist, denn bei jeder Wahl würden sich die Parteien mit "Grundeinkommens-Erhöhungen" gegenseitig ausstechen. Logisch, nichts zieht so sehr, wie mehr Geld in der Taschen. Und es nie genug Geld in dieser Tasche. Also würde das Grundeinkommen permanent steigen - und je höher es steigt, desto mehr Leute würden sich fragen, warum sie eigentlich noch arbeiten und ebenfalls aussteigen. Und wer produziert dann das, was verteilt werden soll?

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rainercom 25.03.2018, 10:27
171. SPD-Spitzengenossen wollen Hartz IV beenden

nach über 12 jahren merken die Spitzengenossen woher der Wind weht!
Wo waren die denn als H4 eingeführt wurde.
Jetzt wo die SPD immer mehr an Bedeutung verliert soll diese Idee alles richten.
Das wird nichts Herr Stegner.

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karljosef 25.03.2018, 12:13
172. Jawoll, so sehe ich das auch!

Zitat von wannbrach
Wo bleibt der Anreiz eine Arbeit zu suchen wenn Harz- IV so großzügig wird. Besser wäre es den Druck auf die Arbeitslosen zu erhöhen und eventual bei Verweigerung das Geld zu kürzen, so wie es in den Sechzigerjahren gemacht wurde.
Druck, Druck, Druck, das wird benötigt.

Damit auch der Allerletzte zur Arbeit gezwungen wird!

Wie berichtete ein Politmagazin in der ARD vor ca. 5 Jahren:
DEKRA beschäftigt 1Euro-Jobber damit, gebrauchte Puzzles zusammenzusetzen, um fehlende Teile festzustellen.
Für ein 1000-Teile-Puzzle werden geschätzt 8 Stunden benötigt.

Mit besagtem Druck wird sich das doch beschleunigen lassen!

Dass man diese Leute mal z.B. in Altersheime schickt, um mit den Senioren Mensch ärgere dich nicht zu spielen oder Ähnliches, da warten wir vergeblich drauf.

Herr, wirf Hirn vom Himmel, jedes Mikrogramm wird dringend bei Einzelnen benötigt.

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wallot10 25.03.2018, 13:26
173.

Das solidarische Grundeinkommen soll ja genauso hoch sein, wie der Mindestlohn. Gemeinnützige Tätigkeiten mit solidarischem Grundeinkommen wären bestimmt unproduktiver - und damit für die Beschäftigten angenehmer - als ein Job in der privaten Wirtschaft mit Mindestlohn. Dadurch wären solche Stellen deutlich attraktiver. Es ist schließlich deutlich attraktiver, einfach als Fahrer zu arbeiten, als im Akkord Pakete zusammenzulegen. Deshalb wäre nur eine Frage der Zeit, bis die (bisherigen) Beschäftigten mit Mindestlohn in solche gemeinnützigen Tätigkeiten drängen würden - dadurch, dass sie die Arbeit verweigern, gekündigt werden und statt ALG1 und ALG2 einer solchen gemeinnützigen Tätigkeit nachgehen. Ich bezweifle aber, dass das finanzierbar ist, wenn viele (es gibt Millionen, die zum Mindestlohn arbeiten) Menschen anstatt in der Privatwirtschaft zu arbeiten, einer steuerfinanzierten gemeinnützigen Tätigkeit nachgehen. Am Ende werden die ganzen (bisherigen) Hartz 4-Empfänger überhaupt nichts haben, weil die Stellen von ehemaligen Mindestlohnbeschäftigten verrichtet wird. Die Möglichkeit, die Arbeitslosenbeiträge anzuheben, sehe ich nicht. Dann würde man die Beschäftigten gegen die (bisherigen) Hartz 4-Empfänger ausspielen. Ich bezweifle auch, dass mit solchen gemeinnützigen Tätigkeiten der Einstieg in den regulären Arbeitsmarkt gelingt. Das hat bei den Minijobs bereits nicht geklappt. Insgesamt stellt sich auch die Frage, welche Tätigkeiten das überhaupt sein sollen. Bisher haben sich für jede Lücke Unternehmen oder Ehrenamtliche gefunden, die diese geschlossen haben. Wenn statt Unternehmen, die Steuern zahlen und aus nicht-steuerfinanziertem Geld sozialversicherungspflichtige Stellen schaffen, künftig der Staat diese Stellen anbieten soll, wird es noch teurer. Die Frage ist, ob es für die Sache wirklich gut ist, wenn Ehrenamtliche verdrängt werden durch Menschen, die das nur machen, weil sie dadurch ein solidarisches Grundeinkommen bekommen. Gehen die Beschäftigte mit solidarischem Grundeinkommen der Tätigkeit mit der gleichen Begeisterung nach wie Ehrenamtliche? Warum haben sie sich nicht bisher ehrenamtlich engagiert (bei einem Hartz 4-Empfänger geht man zumindest davon aus, dass er die Zeit dafür hat)? Eine Tätigkeit ohne Sinn dürfte eher demotivierend sein. Zudem sollen laut Müller diese Tätigkeiten freiwillig sein. Was ist mit denen, die diese Tätigkeiten nicht machen wollen? Hartz 4 will er doch abschaffen. In welchem System sind die Menschen, die keine reguläre Beschäftigung haben und auch keine gemeinnützige Tätigkeit?

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dingstabumsta 25.03.2018, 15:54
174. Ein Grundeinkommen...

...hat mit Sozialismus nix zu tuen, sondern es wird die einzige Alternative zum technologischen Fortschritt sein, der Arbeitsplätze en mas kosten wird, bei dem neue Jobs gar nicht so schnell nachkommen werden. Ein Grundeinkommen stärkt den Binnenmarkt, es lässt Menschen Job im Niedriglohnsektor gerne Arbeiten....und es ist vor allem billiger, wenn statt Subventionen an die Wirtschaft für oftmals prekâre Arbeit direkt an den Arbeitnehmer fließen, das Jobcenter kann abgeschafft werden, und durch private Jobcenter ersetzt werden.....die moglichkeiten sind sehr groß. Das Hartz 4 System welches rein für die Wirtschaft Instrumentalisiert ist und nichts mit sozial mehr zu tun hat, wissen mittlerweile mehr als 18 Millionen Menschen in Deutschland! Vielleicht ist es genau diese Zahl der fehlenden Wähler die die sPD jetzt dringender den je benötigt? Haben immerhin 18 Millionen potenzielle Wähler einen Grund, nie wieder sPD zu wählen! Deutschland als eines der reichsten Länder dieser Welt, sollte geradezu eine Straftat und Sanktionsfreie soziale Grundsicherung locker stemmen können...das würde man eine gerechte Umverteilung nennen!

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rloose 25.03.2018, 16:52
175.

Zitat von sirhumphreyapplebee
hat ja bereits ein bedingungsloses Grundeinkommen. Ihm sollte aber klar sein, dass dies nicht für alle möglich ist. Um es mit M. Thatcher zu sagen: "Das Problem am Sozialismus ist, dass irgendwann das Geld der anderen Leute alle ist."
Das bedingungslose Grundeinkommen wird früher oder später kommen und hat auch nichts mit Sozialismus zu tun, sondern vielmehr mit der Digitalisierung von der ja jetzt viele reden, aber deren Auswirkungen den wenigsten klar sind. Da können Sie noch so oft Politiker aus dem letzten Jahrhundert, die zudem noch eine Politik aus dem vorletzten Jahrhundert betrieben haben, zitieren.

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schaere2 25.03.2018, 19:31
176.

Zitat von skeptikerjörg
Ja, haben Sie. Sie wollen Rentnern, die 40 oder 45 Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt haben,m ihre 800 Euro Rente wegnehmen und sie mit allen, die nie etwas für ihre soziale Sicherung geleistet haben, gleichstellen? Dann mal viel Erfolg vor dem Verfassungsgericht. Zugleich wollen Sie aber auch jedem Gut- und Sehrgutverdiener 1.000 Euro zusätzlich schenken? Selbst den Einkommensmillionären?
Ich habe bei der Rente die jetzige Durchschnittsrente genommen. Die Höchstrente die in Deutschland gezahlt wird beträgt ca. 2.500 Euro im Monat brutto. Abzüglich Steuer und Krankenkasse.

Die 1.000 Euro die ein Gurtverdienender bekäme sind in Wirklichkeit ca. 500 Euro, da sie seinem Gesamteinkommen zugerechnet werden. Durch die Progression könnten es noch weniger sein. Ausgleich wäre, wenn wir wieder einen Steuersatz von 52 % hätten wie unter Helmut Kohl.
Der wichtige Punkt ist, keiner würde sich benachteiligt fühlen.

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wallot10 25.03.2018, 20:12
177.

Zitat von rloose
Das bedingungslose Grundeinkommen wird früher oder später kommen und hat auch nichts mit Sozialismus zu tun, sondern vielmehr mit der Digitalisierung von der ja jetzt viele reden, aber deren Auswirkungen den wenigsten klar sind. Da können Sie noch so oft Politiker aus dem letzten Jahrhundert, die zudem noch eine Politik aus dem vorletzten Jahrhundert betrieben haben, zitieren.
ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre Umverteilung von unten nach oben. Der Millionär würde es genauso bekommen, wie der Rentner. Es wäre schließlich bedingungslos. Die Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens wollen dafür sämtliche Sozialleistungen streichen (ansonsten - und das ist den Befürwortern klar - wäre es auch nicht finanzierbar). Der Kranke müsste deshalb vom bedingungslosen Grundeinkommen den Arzt selbst bezahlen. Es wäre nicht nur eine Umverteilung von unten nach oben, sondern auch von krank zu gesund.

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mostly_harmless 26.03.2018, 09:22
178.

Zitat von Kurt2.1
1.000,-- € steuerfrei monatlich für jeden ab 18 Jahre. Keine Rentenversicherung, keine Arbeitslosenversicherung, kein Wohngeld, kein H4, keine rente, kein Arbeitslosengeld. Jeder kann dazuverdienen, wie und was er will. Krankenversicherung muss bleiben. Kann sich das rechnen?
Jeder kann hinzuverdienen was er will? Woher haben Sie diesen Quatsch?

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mostly_harmless 26.03.2018, 09:33
179.

Zitat von schaere2
Nehmen wir mal an. 82 Mio. Bürger bekommen 1.000 Euro bedingungsloses Grundeinkommen, [...]
Sagt wer? Die aktuell diskutierten Konzepte sagen das jedenfalls nicht.

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