Forum: Wirtschaft
Debatte um Lohnuntergrenze: Fünf Millionen Deutsche hoffen auf Mindestlohn

Die deutsche Wirtschaft*beschäftigt ein Herr von Niedriglöhnern, rund fünf Millionen Menschen verdienen weniger als 8,50 Euro pro Stunde.*Ein Überblick zeigt, welche Branchen*am*miesesten zahlen - und welche Arbeitnehmer am meisten von einem Mindestlohn profitieren würden.

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plleus 31.10.2011, 19:57
10. Verstehe

Zitat von sysop
"Deshalb müssten dann auch Tarifverdienste, die unter dem Mindestlohn liegen, angehoben werden." Die Arbeitgeber warnen dagegen vor dem Verlust von Arbeitsplätzen. Ihr Argument: Muss ein Unternehmen für einen Job einen zu hohen Stundenlohn bezahlen, bietet es ihn erst gar nicht an.
Verstehe, die Arbeitgeber bieten auch Arbeitsplaetze an, die von ihnen nicht benoetigt werden. Wirklich sozial, mir kommen vor Ruehrung die Traenen.

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Izmir.Übül 31.10.2011, 19:57
11. Was machen die Anderen?

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund fordert übrigens einen Mindestlohn von 22 CHF. OK, die Scheiz hat ein höheres Preis- & Lohnniveau als D, aber trotzdem....

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XRay23 31.10.2011, 20:00
12. Ich kann...

Zitat von Freifrau von Hase
"Die Arbeitgeber warnen dagegen vor dem Verlust von Arbeitsplätzen. Ihr Argument: Muss ein Unternehmen für einen Job einen zu hohen Stundenlohn bezahlen, bietet es ihn erst gar nicht an." Jobs, in denen unter 7 Euro pro Stunde verdient wird, können gerne ersatzlos wegfallen. Die will keiner, die vermisst keiner. Und dann bin ich auf den ersten Hotelmanager gespannt, der seine Butze selber sauber macht (von innen und aussen). Das die Jobs dann alle wegfallen ist nämlich quatsch, weil die Arbeit ja trotzdem gemacht werden muss.
...ehrlich gesagt nicht glauben das es nur 5 Millionen sind welche so schlecht verdienen, das MÜSSEN mehr sein.
Ich ahbe 4 Jahre lang mieses Gehalt für viel zu viel Arbeit im Mobilfunksektor bekommen (Handyreparaturen).
Bei einer Firma ging ich mit 950,00 € Netto nach Hause (Schichtbetrieb mit vorgegebenen zu erreichenen Stückzahlen, sonst Lohnkürzung!), bei der anderen kam man mit bis zu 10 Überstunden pro Woche und 2 Samstagen auf knapp 1200,00 € Netto.
Der Druck zur Erfüllung des Tagesziels war in dieser Bude immens, da man "so gutes Geld" nur bei Übererfüllung der Vorgabe erzielte.

Das sich beide Firmen an ihrem Sklavenheer dumm und dämlich verdienten brauch ich glaube nicht zu erwähnen.

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++arthur 31.10.2011, 20:00
13. Ministatistik zu Frankreich

Zitat von gerd2006
Frankreich hat ja einen relativ hohen Mindestlohn. Und, wem nutzt das? Den Arbeitslosen jedenfalls nicht.
Arbeitslosenrate 01/2000 9,6%
Arbeitslosenrate 01/2011 9,6%
Mindestlohn pro Monat in € 01/2000 1.049,49
Mindestlohn pro Monat in € 01/2011 1.365

http://www.google.com/publicdata?ds=...ate+frankreich
http://www.google.com/publicdata?ds=...ohn+frankreich
Datenquelle Eurostat

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texas_star 31.10.2011, 20:00
14. das nicht....

Zitat von Freifrau von Hase
"Die Arbeitgeber warnen dagegen vor dem Verlust von Arbeitsplätzen. Ihr Argument: Muss ein Unternehmen für einen Job einen zu hohen Stundenlohn bezahlen, bietet es ihn erst gar nicht an." Jobs, in denen unter 7 Euro pro Stunde verdient wird, können gerne ersatzlos wegfallen. Die will keiner, die vermisst keiner. Und dann bin ich auf den ersten Hotelmanager gespannt, der seine Butze selber sauber macht (von innen und aussen). Das die Jobs dann alle wegfallen ist nämlich quatsch, weil die Arbeit ja trotzdem gemacht werden muss.
... aber sie wissen auch, dass der "Hotelmanager" die hoeheren stundenloehne auf die hotelpreise abwaelzen wird.
und je nachdem wie hoch der mindestlohn angesetzt wird, summiert sich das dann. das muss jetzt nicht unbedingt schlecht sein - aber der kunde wird es zahlen.

das andere problem ist die hoehe des mindestlohns... wenn ich aktuell einem zimmermaedchen 6 euro bezahle und der mindestlohn wird auf 12 euro hochgesetzt, dann habe ich ploetzlich viel mehr bewerber fuer eine offene zimmermaedchen-stelle da mehr geld geboten wird. d.h. das jetzige zimmermaedchen wird ihre stelle verlieren oder erst gar nicht bekommen wenn eine qualifiziertere arbeitskraft den job haben will... dann hat das jetzige zimmermaedchen von den 12 euro nichts, wenn es arbeitslos ist. stichwort frankreich.

in den USA ist der mindestlohn recht niedrig ($7) - allerdings bekommen die meisten service-kraefte "tips" (15%-20% trinkgeld) - so dass dann der effektive stundenlohn viel hoeher ist.... wenn der service vom kunden als "gut" angesehen wurde.

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shaman1905 31.10.2011, 20:02
15. ...

Zitat von Why-not?
Es werden dann halt viele in die Arbeitslosigkeit entlassen und der Staat muss sie alimentieren, dafür geht dann unser Steuergeld drauf.
Das ist dann aber wenigstens eine ehrliche Alimentierung. Mein Steuergeld geht nämlich auch für Vollzeit arbeitende Hartz-IV-Aufstocker drauf. Da alimentiere ich dann halt die Unternehmer ... Da ist mir ersteres doch wesentlich lieber!

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JoachimSch 31.10.2011, 20:04
16. Schlechter Scherz

Zitat von Why-not?
Heute mit meinem Instatallateur gesprochen: 7 Mitarbeiter, davon 3 im Mindestlohnbereich. "Kommt der Mindestlohn, werde ich die 3 entlassen (müssen)," so der Tenor.
Looooooooooooooooooooooooooool.
Dann liegt es aber an der Unfähigkeit des Installateurs!

Der Lohn gilt ja nicht nur für seine Angestellten, sondern für alle. Dementsprechend haben seine Konkurrenten das gleiche Problem.

Natürlich wird es dann zu Preissteigerungen kommen. Natürlich werden sich einige dann zweimal überlegen müssen, ob sie die Dienstleistung in Anspruch nehmen können. Das werden aber nicht 50 % sein.

Und: Ich zahle lieber an einigen Stellen mehr, damit die Personen ein ordentliches Auskommen haben, als dass ich über meine Steuern Firmeninhaber (wie etwa die unrühmliche Drogerie-Kette) subventioniere.

Ich zahle also so oder so. Nur mit Mindestlohn weiß ich, dass jemand etwas davon hat, der es *wirklich* braucht.

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XRay23 31.10.2011, 20:05
17. So?

Zitat von Why-not?
Heute mit meinem Instatallateur gesprochen: 7 Mitarbeiter, davon 3 im Mindestlohnbereich. "Kommt der Mindestlohn, werde ich die 3 entlassen (müssen)," so der Tenor. Leuchtet mir ein! Warum soll ein Handwerker oder ein Kleinunternehmer gezwungen werden, einem Mitarbeiter einen Lohn zu zahlen, der höher ist als die Produktivität die der Mann liefert? Und solche "wenig produktiven" Arbeitsverhältnisse gibt es viele! Es werden dann halt viele in die Arbeitslosigkeit entlassen und der Staat muss sie alimentieren, dafür geht dann unser Steuergeld drauf.
...was kostet denn so ein Handwerker pro Stunde?
Bin kein Firmeninhaber, aber bei 10,00 € Stundenlohn wird der Mitarbeiter inkl. fälliger Sozialabgaben wohl nicht wesentlich teurer als 20,00 € / h sein.
Ich kann mir nicht vorstellen das irgendwo ein Kunde weniger als 50,00 € für die Handwerkerstunde zahlt, wenn jede (billige) freie Autowerkstatt welche ja bereits an den Teilen gut verdient Stundenlöhne von 80,00 € aufruft...

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2funky 31.10.2011, 20:05
18. krokodilstränen

Zitat von Why-not?
Heute mit meinem Instatallateur gesprochen: 7 Mitarbeiter, davon 3 im Mindestlohnbereich. "Kommt der Mindestlohn, werde ich die 3 entlassen (müssen)," so der Tenor. Leuchtet mir ein! Warum soll ein Handwerker oder ein Kleinunternehmer gezwungen werden, einem Mitarbeiter einen Lohn zu zahlen, der höher ist als die Produktivität die der Mann liefert? Und solche "wenig produktiven" Arbeitsverhältnisse gibt es viele! Es werden dann halt viele in die Arbeitslosigkeit entlassen und der Staat muss sie alimentieren, dafür geht dann unser Steuergeld drauf.
Da bin ich gespannt mit welchen Stundensatz er sie weiterverechnet!
Und warum soll ich, wir, die Gesellschaft das auch noch allementieren? zb durch zuschüsse?

mfg

2funky

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Izmir.Übül 31.10.2011, 20:05
19. Jammern gehört zum Handwerk

Zitat von Why-not?
Heute mit meinem Instatallateur gesprochen: 7 Mitarbeiter, davon 3 im Mindestlohnbereich. "Kommt der Mindestlohn, werde ich die 3 entlassen (müssen)," so der Tenor. Leuchtet mir ein! Warum soll ein Handwerker oder ein Kleinunternehmer gezwungen werden, einem Mitarbeiter einen Lohn zu zahlen, der höher ist als die Produktivität die der Mann liefert? Und solche "wenig produktiven" Arbeitsverhältnisse gibt es viele! Es werden dann halt viele in die Arbeitslosigkeit entlassen und der Staat muss sie alimentieren, dafür geht dann unser Steuergeld drauf.
Bei den Aufstockern ist der Steuerzahler schon heute mit von der Partie, und bei einem angemessenen Mindestlohn würde sich dann ja schnell herausstellen, wie viel an der obligatorischen Arbeitgeberjammerei gerechtfertigt ist, und was nur Show ist. Im Übrigen könnte man auch sagen, wer es sich nicht leisten kann, seine Mitarbeiter halbwegs anständig zu bezahlen, der hat wohl kein tragfähiges Geschäftskonzept (bei Firmenneugründungen könnte man vielleicht eine Ausnahme für die Dauer einer gewissen Übergangszeit machen).

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