Forum: Wirtschaft
Debatte um Lohnuntergrenze: Fünf Millionen Deutsche hoffen auf Mindestlohn

Die deutsche Wirtschaft*beschäftigt ein Herr von Niedriglöhnern, rund fünf Millionen Menschen verdienen weniger als 8,50 Euro pro Stunde.*Ein Überblick zeigt, welche Branchen*am*miesesten zahlen - und welche Arbeitnehmer am meisten von einem Mindestlohn profitieren würden.

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willi2004 13.11.2011, 15:44
440. Die Praxis zählt !

Zitat von lampe_an
...ja und nein... ...ja, die Lohnhöhe hat einen Einflus auf den Standort, sofern dieser verlagerbar ist... wie wir trotz der "unternehmensflucht" feststsellen, wird hier in nicht unerheblichem Umfang produziert - warum eigentlich ??? - trotz weit über den diskutierten Mindestlöhnen liegenden Entgelts... unbeachtlich dessen sind auch schon viele Unternehmen zurückgekommen, John Ruskin ließ da wohl grüßen ;-)... .... "Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern ich habe viel Geld weil ich gute Löhne zahle" (Robert Bosch, Unternehmer - Gründer der Robert Bosch AG)
1. Es geht nicht darum das keiner eine Regelung gegen Dumbinglöhne will, die Frage ist wer legt Sie fest, sollen diese für alle Branchen gleich sein und sollen Sie für jede Gegend gleich sein.

2. Beispiel: Ein kleiner Laden in einem Dorf. Alle älteren Bürger sind froh über diesen Laden, in anderen Dörfern gibt es so etwas nicht. Er besteht weil die Inhaberin mitarbeitet und ein Angestellte mit 6,00 EUR Stundenlohn, mehr geht nicht (sagt die Inhaberin). Sie selber arbeitet 60 Stunden umgerechnet für 5,80 EUR. Es lohnt sich für die Angestellte aber weil Sie nicht in die nächste Stadt fahren muß (Fahrgeld, PKW) und Sie kann Ihr Kind schnell mal vom Hort abholen. Bei einem Mindestlohn von 8,50 EUR bzw. 10.00 EUR muß der Laden zugemacht werden und es gibt 1 Arbeitslose und ein Hartz4 Empfängerin. Den die Inhaberin hat Ihr ganzes Vermögen in den Aufbau des Ladens gesteckt.

Jetzt sagen Sie nicht das der Laden bestehen bleibt, wenn die Besitzerin den Mindestlohn zahlt. ALDI und LIDL im nächsten Ort werden keine neuen Leute einstellen um die paar aus dem Dorf mit zuversorgen. Aber es wird folgendes passieren. Die Inhaberin will und kann den Laden nicht zu machen, er ist Ihre Existenz. Sie wird die Angestellte für 20 Stunden einstellen und 40 Stunden arbeiten lassen. Mit dem Mindestlohn der für eine gegend und Branche zu hoch ist, treibt man die kleinen Firmenbesitzer zum Betrug und zur Schwarzarbeit.

Jetzt sagen Sie nicht das die Angestellte dagegen Klagen kann, den gegen Dumpinglöhne kann man auch jetzt schon klagen, aber die wenigsten machen das. Übrigens nach Aussage eines Reporters der ARD in Frankreich, wird es genauso dort gemacht.

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Gerhard60 13.11.2011, 16:37
441. der zweite Weg

Das Thema Mindestlohn wird seit Jahren diskutiert, und genau so lange gibt es Pro und Kontra.

Da gibt es sogar eine Partei die mit dem Thema Mindestlohn Wahlkampf macht und ihn dann bei einer Abstimmung im Bundestag ablehnt.

Doch es gibt einen zweiten Weg dem Niedriglohnsektor zu entkommen, der allgemeinverbindliche Tarifvertrag.

Dafür bedarf es keiner Apelle an die Politik sondern etwas Eigenverantwortung, und man bekommt ihn wenn mehr als 50Prozent der Arbeitnehmer einer Branche organisiert sind. Da hilft dem Arbeitgeber auch keine Tarifflucht mehr.

Nebeneffekt ist die Steigerung der Kaufkraft, was wiederum zu Arbeitsplätzen führt. Denn nur was gekauft wird das wird auch produziert, transportiert und angeboten. Das gilt auch für den Dienstleistungssektor.

Messlatte der Entlohnung ist nicht der Stundenlohn, sondern die Lohnstückkosten, und damit sind wir weltweit konkurrenzfähig.

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kosake 25.04.2013, 12:50
442.

Ich weiss nicht wo Sie die hohen Trinkgelder beziehen. Hier in Berlin , wo eh kaum jemand was hat, ist das Trinkgeld entsprechend. Es ist natürlich das einfachste bei denen die am wenigsten haben, im entsprechenden Dienstleistungssektor, pauschal Trinkgeld vorauszusetzen. Beruhigt anscheinend das Gewissen ungemein.

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