Forum: Wirtschaft
Debatte um Lohnuntergrenze: Fünf Millionen Deutsche hoffen auf Mindestlohn

Die deutsche Wirtschaft*beschäftigt ein Herr von Niedriglöhnern, rund fünf Millionen Menschen verdienen weniger als 8,50 Euro pro Stunde.*Ein Überblick zeigt, welche Branchen*am*miesesten zahlen - und welche Arbeitnehmer am meisten von einem Mindestlohn profitieren würden.

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delinquent 31.10.2011, 20:28
40. Ja,

Zitat von texas_star
in den USA ist der mindestlohn recht niedrig ($7) - allerdings bekommen die meisten service-kraefte "tips" (15%-20% trinkgeld) - so dass dann der effektive stundenlohn viel hoeher ist.... wenn der service vom kunden als "gut" angesehen wurde.
Das mit den von Ihnen genannten " Tips " hat sich doch auch längst bei und in gewissen Branchen etabliert.

....es muss ein schönes Gefühl sein von Almosen abhängig zu sein.
Eine Bekannte arbeitet als Bedienung in zwei verschiedenen Caffees (jeweils Stundenweise) .
Die Preisgestalltung in der Brachne ist bereite darauf ausgelegt, das der Kunde den zu zahlenden Betrag aufrundet.
Wenn das nicht wäre, könnte die Bedienung besser zu Hause bleiben.
Vielleicht wäre es auch nicht schlecht, wenn sich der Arbeitnehmer ganz legal nach getaner Arbeit mit einem Schlapphut irgentwo hinsetzen dürfte....
Almosen reichen doch.

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armagnac 31.10.2011, 20:28
41. Warum so bescheiden?

Zitat von Freifrau von Hase
Jobs, in denen unter 7 Euro pro Stunde verdient wird, können gerne ersatzlos wegfallen. Die will keiner, die vermisst keiner.
7 Euro? Sie sind aber bescheiden! Und vielleicht ist das ja das Problem, dass es zuviele Menschen gibt, die sich selbst und ihre Arbeit nicht schätzen - und sich deshalb ausbeuten lassen.

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iii.tempel 31.10.2011, 20:29
42. Welche Familie..

Zitat von güntersch
Da ist eine Frage. Sollen die Menschen verhungern? Wer eine Vollzeitstelle hat muß auch davon eine Familie ernähren können alles andere bedarf keiner Frage. Vor 25 Jahren hat es sogar ein Mann geschafft seine Familie zu ernähren und sogar noch etwas beiseite zu legen und heute soll das nicht mehr möglich sein? Es ist eine Schande das Menschen die voll arbeiten sich den Rest vom Amt für Armut holen müssen aber der Arbeitgeber sich noch enen Porsche leisten kann. Wohl gemerkt als Subvensionen vom Amt da er sich seine Arbeitssklaven vom Amt für Armut sponsern läßt.
und warum? Die Bezahlung kann doch nicht vom Familienstand abhängig sein (im Gegensatz zu Steuer und Sozialvers.) Und was bitte verstehen Sie unter "ernähren"? Keine Frage eine angemessene Bezahlung, auch für nicht qualifizierte Arbeit, muß sein. Hier halte ich eine Summe für knapp unter zehn Euro für sinnvoll, aber ob der AG Porsche, Ferrari oder Fahrrad fährt, hat damit überhaupt nichts zu tun.

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Izmir.Übül 31.10.2011, 20:29
43. Jammern gehört zum Handwerk - Nachtrag

Zitat von Izmir.Übül
Bei den Aufstockern ist der Steuerzahler schon heute mit von der Partie, und bei einem angemessenen Mindestlohn würde sich dann ja schnell herausstellen, wie viel an der obligatorischen Arbeitgeberjammerei gerechtfertigt ist, und was nur Show ist. Im Übrigen könnte man auch sagen, wer es sich nicht leisten kann, seine Mitarbeiter halbwegs anständig zu bezahlen, der hat wohl kein tragfähiges Geschäftskonzept (bei Firmenneugründungen könnte man vielleicht eine Ausnahme für die Dauer einer gewissen Übergangszeit machen).
P.S. Warum fordern mittlerweile selbst viele ehrbare Arbeitgeber anständige Mindestlöhne? Damit ihnen die Dumpinglohnzahler nicht länger über die Personalkosten unlautere Konkurrenz machen können!

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BeitragszahlerwiderWillen 31.10.2011, 20:31
44. .

Zitat von plleus
Glauben Sie diesen Unsinn? Der Betrieb beschaeftigt die Leute nur deshalb, weil die Arbeitskraft benoetigt wird. Entlaesst er die Leute, wird auch sein Verdienst sinken und er wird Kunden verlieren, da er nicht "liefern" kann. Warum sollte er das also tun?
Ja, weil die Arbeitskraft zu dem niedrigen Preis benötigt wird. Erhöht er den Lohn, muß er die Preise erhöhen. Dann bekommt er keine Aufträge mehr und die Stellen fallen weg. Ist doch ganz einfach. Bevor jemand Verlust macht, macht er besser gar nichts mehr. Ist doch logisch.
Eine weitere Folge der Mindestlöhne ist eine Beschleunigung der bereits ohnehin galoppierenden Inflation. Dann werden unsere Sparguthaben bald alle noch weniger Wert sein...

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Mistermambo 31.10.2011, 20:31
45. ...

Zitat von texas_star
... aber sie wissen auch, dass der "Hotelmanager" die hoeheren stundenloehne auf die hotelpreise abwaelzen wird. und je nachdem wie hoch der mindestlohn angesetzt wird, summiert sich das dann. das muss jetzt nicht unbedingt schlecht sein - aber der kunde wird es zahlen. das andere problem ist die hoehe des mindestlohns... wenn ich aktuell einem zimmermaedchen 6 euro bezahle und der mindestlohn wird auf 12 euro hochgesetzt, dann habe ich ploetzlich viel mehr bewerber fuer eine offene zimmermaedchen-stelle da mehr geld geboten wird. d.h. das jetzige zimmermaedchen wird ihre stelle verlieren oder erst gar nicht bekommen wenn eine qualifiziertere arbeitskraft den job haben will... dann hat das jetzige zimmermaedchen von den 12 euro nichts, wenn es arbeitslos ist. stichwort frankreich. in den USA ist der mindestlohn recht niedrig ($7) - allerdings bekommen die meisten service-kraefte "tips" (15%-20% trinkgeld) - so dass dann der effektive stundenlohn viel hoeher ist.... wenn der service vom kunden als "gut" angesehen wurde.
A.
Nicht schlecht aber ich sehe ein paar gedankliche Bruchstellen - etwa eine pro Absatz:

(1)
Die Hotelzimmerpreise wären eh erhöht worden, denn ewig können die Hoteliers (da war doch was...) auch nicht von den FDP-Steuererleichterungen existieren.

(2)
Ich kenne mich in dem Bereich "Zimmermädchen" nicht aus aber wo der Qualifikationssprung ansetzen soll, sehe ich nicht. Meinen Sie dass diese Jobs dann nur noch an Juristinnen mit doppeltem Prädikatsexamen vergeben würden? Hotelzimmer herrichten geht auch ohne Zweites Staatsexamen.

Im Sicherheitsgewerbe wird es ähnlich laufen. Auch dort wird man in Zunkunft nicht unbedingt mehr Geisteswissenschaftlern begegnen.

(3)
Die Trinkgeldregel gefällt mir ganz besonders. Der Kunde, der eh schon an das Restaurant o. ä. zahlt, muss auch noch die Servicekraft alimentieren, weil die natürlich (!) von dem was sie normalerweise verdient nicht existieren kann und alle wissen das. Trinkgeld aus Mitleid wird vermutlich alle Probleme lösen.

Wo habe ich noch zuletzt gehört, dass am Ende der Bürger für alles einzustehen habe. Ach ja - es war bei einer dieser Finanzkrisen, die der Steuerzahler ausgleichen soll. Da ist es nur recht und billig, vom "Ende der Nahrungskette" das Lohnniveau gleich durch unmittelbare Zuwendungen an Billiglöhner aufbessern zu lassen.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Billiglöhner so viele Überstunden für ihr Existenzminimum reißen müssen, dass sie nicht auf die Idee kommen, mit ihren paar Kröten in ein Lokal oder die Eckkneipe zu gehen. Sonst müssten die "Billiglöhner" - sozusagen als "Ende der Nahrungskette" mit ihresgleichen Linke-Tasche-Rechte-Tasche spielen, auf das alle in diesem mitleidsvollen privat organisierten Aufstocker-Kreislauf ihr wohlverdientes Mindesteinkommen erlangen.

B.
Mal was anderes: Was wird eigentlich aus den Rentenanwartschaften der Trinkgeldempfänger?

Könnte es am Ende vielleicht ein gewollter Effekt sein, dass die "Billiglöhner" am Ende eines zeitraubenden Arbeitslebens eine Rente von - sagen wir mal großzügig - 590,00 EUR pro Monat erlangen?

Nein - das kann nicht im Interesse des Staates oder der Politik sein - schon klar...

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Izmir.Übül 31.10.2011, 20:32
46. .

Zitat von Faxrolle
Und sage, ich möchte einen Stundenlohn von 25€ wird er mir sagen, gibts nicht. Leute mit meiner Qualifikation arbeiten üblicherweise für 20€ und wenn mir das nicht passt wird ein anderer eingestellt der für den Lohn arbeitet. Das ist auch völlig in Ordnung so. Ich hätte ja auch ein Ingenieursstudium absolvieren können, aber dafür fehlte mir damals a) der Grips und b) die Lust. So bekommt jeder das, was er verdient.
Außerdem gibt es in D allem Fachkräftemangelgejammer zum Trotz > 20.000 arbeitslose Ingenieure, die von 20 €/Std. nur träumen können.

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flexscan 31.10.2011, 20:33
47. Titel

Zitat von Why-not?
Heute mit meinem Instatallateur gesprochen: 7 Mitarbeiter, davon 3 im Mindestlohnbereich. "Kommt der Mindestlohn, werde ich die 3 entlassen (müssen)," so der Tenor.
Er muss sie doch nicht entlassen! Er kann doch die anderen 4 auch mit Mindestlohn entlohnen. Dazu noch etwas die Preise anheben und schon kann er es schaffen, mit seinem Unternehmen zu "überleben". Denn darum geht es schlichtweg bei vielen Kleinbetrieben, die erbärmliche Löhne zahlen.

Und die Folge: Der Mittelstand bricht weiter weg, weil jetzt mehr sich mit Mindestlöhnen begnügen müssen und die Lebenshaltungskosten steigen (oder wer sonst zahlt z.B. die gestiegenen Löhne für die Frau an der Supermarktkasse?).

Ein Hoch auf den Mindestlohn, dass Allheilmittel gegen die soziale Schieflage.

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Marginalius 31.10.2011, 20:34
48. sgrrshrt

Zitat von Why-not?
Heute mit meinem Instatallateur gesprochen: 7 Mitarbeiter, davon 3 im Mindestlohnbereich. "Kommt der Mindestlohn, werde ich die 3 entlassen (müssen)," so der Tenor. Leuchtet mir ein! Warum soll ein Handwerker oder ein Kleinunternehmer gezwungen werden, einem Mitarbeiter einen Lohn zu zahlen, der höher ist als die Produktivität die der Mann liefert? Und solche "wenig produktiven" Arbeitsverhältnisse gibt es viele! Es werden dann halt viele in die Arbeitslosigkeit entlassen und der Staat muss sie alimentieren, dafür geht dann unser Steuergeld drauf.
Sie haben einen Installateur? Ist der regelmäßig bei Ihnen im Haus? Und wenn ja: Was macht der da andauernd? Wenn der seine Arbeit richtig machen würde, wäre er vielleicht nicht so oft bei Ihnen zu Gast. Aber wenn man nur Niedriglöhner beschäftigt, ist es vielleicht verständlich, dass man dann nicht die besten Spitzenkräfte findet.

Aber selbst wenn all diese, meine Vermutungen nicht zurtreffen: Wenn der Betrieb genug Aufträge hat, wird er die drei Leute nicht entlassen, sondern die Preise etwas erhöhen. Oder glauben Sie denn, die Bevölkerung braucht dann nach Einführung eines Mindestlohns keine Installateure mehr, die Ihnen das Toilettenrohr reparieren?

Viele Grüße

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claudia82 31.10.2011, 20:35
49. Nun ja,,,

Zitat von Why-not?
Es werden dann halt viele in die Arbeitslosigkeit entlassen und der Staat muss sie alimentieren, dafür geht dann unser Steuergeld drauf.
So wie es jetzt ist müssen noch viel mehr alimentiert werden, und das, obwohl sie Vollzeit arbeiten! Ich arbeite im Jobcenter und habe unglaublich viele Friseurinnen, die bei einer 42-Stunden-Woche keine 800€ netto raushaben.

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