Forum: Wirtschaft
Debatte um Lohnuntergrenze: Fünf Millionen Deutsche hoffen auf Mindestlohn

Die deutsche Wirtschaft*beschäftigt ein Herr von Niedriglöhnern, rund fünf Millionen Menschen verdienen weniger als 8,50 Euro pro Stunde.*Ein Überblick zeigt, welche Branchen*am*miesesten zahlen - und welche Arbeitnehmer am meisten von einem Mindestlohn profitieren würden.

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plleus 31.10.2011, 20:52
70. Logisch

Zitat von BeitragszahlerwiderWillen
Ja, weil die Arbeitskraft zu dem niedrigen Preis benötigt wird. Erhöht er den Lohn, muß er die Preise erhöhen. Dann bekommt er keine Aufträge mehr und die Stellen fallen weg. Ist doch ganz einfach. Bevor jemand Verlust macht, macht er besser gar nichts mehr. Ist doch logisch...
Das waere nur dann logisch, wenn im betroffenen Arbeitsgebiet nicht alle Arbeitgeber betroffen waeren.
Da das aber nicht der Fall ist, sind die Wettbewerbspreise zwar hoeher (nicht zwingend), aber das eben bei allen Anbietern.

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Izmir.Übül 31.10.2011, 20:52
71. Ingenieure

Zitat von dipl.inge82
bzw. vergleichbare Studiengänge bekommen heute von den Dienstleistern 36k€ pa geboten/bezahlt. Bei 40h/Woche können Sie selber ausrechnen was für ein 'Vermögen' Sie heute mit dem aufwändigen Studium scheffeln würden.
Und trotz des gebetsmühlenartigen Fachkräftemangelgesülzes der Arbeitgeber gibt's immer noch > 20k arbeitslose Ings in Germany.

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claudia82 31.10.2011, 20:56
72. Trinkgeld bringt auch nix

Zitat von flexscan
Das Problem ist, dass das noch keiner den Kunden gesagt hat. In den USA ist es üblich, 15% bis 25% "tips" zu geben, hier in Deutschland kannst du froh sein, wenn du mal 10% bekommst. Alles schreit nach Mindestlohn, aber wenn es darum geht, durch freiwillige Zahlungen wie Trinkgeld dazu beizutragen, ist der Deutsche knausrig.
Ob großzügiges Zustecken von unversteuertem Trinkgeld die Lösung ist, wage ich zu bezweifeln. Allerdings würde es vermutlich die Freundlichkeit im Service erhöhen.. täte Deutschland auch gut.

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Marginalius 31.10.2011, 21:01
73. sthdtt

Zitat von reinhard_m
Wer für einen Hungerlohn (gut) arbeitet ist selber schuld. Haben die Leute den keinerlei Selbstachtung, daß sie sich so ausnützen lassen? Wenn ein "Arbeitgeber" Betrugslöhne zahlt, dann hat man als "Arbeitnehmer" das Recht und die Pflicht bezahlungsgerecht zu arbeiten. Das heißt man muß sich drücken wo man kann, man muß Sand ins Getriebe streuen und alles tun, damit die Ausbeuterrechnung nicht aufgeht. Bei wachen "Arbeitnehmern" macht ein betrügerischer "Arbeitgeber" nämlich keine Beute und keinen garantierten Profit, sondern er zahlt de facto drauf.
Das macht aber kein Mensch, was auch verständlich ist. Denn den meisten Arbeitnehmern in solchen Situationen (egal ob nun mit niedrigem Lohn, befristetem Arbeitsvertrag, Zeitarbeitervertrag usw.) wird doch vom Arbeitgeber wie einem Esel mit einer Angelrute immer die Möhre 30cm vor den Mund gehalten, damit er ewig weiterversucht, darauf zuzulaufen, um sie zu erreichen. Jeder Mensch in so einer Situation hofft halt, dass er irgendwann mal einen Festvertrag mit angemessener Vergütung erhält und in der Hoffnung und dem Glauben das zu schaffen, tun die meisten Menschen verständlicherweise alles oder fast alles und arbeiten selbstverständlich so gut sie können. Viele merken erst nach Monaten oder sogar Jahren, dass sie bei ihrem aktuellen Arbeitgeber die Möhre nie erreichen werden, da der Arbeitgeber das oftmals garnicht will, obwohl er es meist sogar bezahlen könnte.
Wie gesagt spreche ich nicht von Arbeitgebern allgemein, sondern nur von einem - wenn auch großen - Teil der Arbeitgeber im Niedriglohn-Bereich.

Viele Grüße

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WHO23 31.10.2011, 21:01
74. 111

Zitat von Why-not?
Heute mit meinem Instatallateur gesprochen: 7 Mitarbeiter, davon 3 im Mindestlohnbereich. "Kommt der Mindestlohn, werde ich die 3 entlassen (müssen)," so der Tenor. Leuchtet mir ein! Warum soll ein Handwerker oder ein Kleinunternehmer gezwungen werden, einem Mitarbeiter einen Lohn zu zahlen, der höher ist als die Produktivität die der Mann liefert? Und solche "wenig produktiven" Arbeitsverhältnisse gibt es viele! Es werden dann halt viele in die Arbeitslosigkeit entlassen und der Staat muss sie alimentieren, dafür geht dann unser Steuergeld drauf.
Ihr Installateur verdient sicher auch unter Mindestlohn, wie die anderen 4 Mitarbeiter auch?
Weil als Chef muss man ja Vorbild sein, oder steckt der sich etwa die Taschen voll?
Welche 3 Mitarbeiter werden denn dann entlassen?
Und ja, heute sind die, die bei einem Installateur arbeiten, alle undingens, komisch, früher war das nicht so.

Mal überlegt woran das liegt? Nee, sicher nicht.

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Kassian 31.10.2011, 21:05
75. .

Ich bin für die Einführung eines Mindeslohnes, es kann nicht sein das man bei einer Vollzeitarbeit dauerhaft auf die Hilfe des Staates (und damit der Steuerzahler) angewiesen ist.

Die Unternehmen nutzen die staatlichen Regeln, welche als Unterstützung zur Wiedereingliederung insbesondere Langzeitarbeitsloser gedacht waren schamlos aus um sich dauerhaft billige Arbeitskräfte zu holen welche nach Bedarf ausgetauscht werden können. So war dies nie gedacht.

Andererseits muss man auch sagen das es seit langem bekannt ist welche Branchen nicht gerade viel zahlen, hier sind auch die betroffenen Arbeitnehmer gefragt aktiv an ihrem Leben etwas zu ändern (Fortbildung etc.), das dies hart sein dürfte ist völlig korrekt, aber man kann sich nicht sein Leben lang mit Dumpingjobs durchschlagen, denn wer nicht viel einzahlt der hat auch keine gute Rente und selbst für Arbeitnehmer mit einigermaßen guten Löhnen/Gehältern ist die Rente alles andere als ausreichend.

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AuchNurEinNick 31.10.2011, 21:05
76. aaa

Zitat von texas_star
... aber sie wissen auch, dass der "Hotelmanager" die hoeheren stundenloehne auf die hotelpreise abwaelzen wird.
Das ist sein gutes Recht und es ist das gute Recht des Marktes zu entscheiden ob er damit durchkommt oder auch nicht. Von marktwirtschaftlichen Prinzipien halten Sie nicht so viel, oder?

Zitat von texas_star
und je nachdem wie hoch der mindestlohn angesetzt wird, summiert sich das dann. das muss jetzt nicht unbedingt schlecht sein - aber der kunde wird es zahlen.
Der Kunde zahlt es auch jetzt schon. Ach ja, nicht nur der Kunde zahlt im Moment, im Moment zahlt auch noch der Nicht-Kunde oder haben Sie da in Ihrer Steuererklärung irgendeinen Passus von dem ich nichts weiss?

Zitat von texas_star
das andere problem ist die hoehe des mindestlohns... wenn ich aktuell einem zimmermaedchen 6 euro bezahle und der mindestlohn wird auf 12 euro hochgesetzt, dann habe ich ploetzlich viel mehr bewerber fuer eine offene zimmermaedchen-stelle da mehr geld geboten wird. d.h. das jetzige zimmermaedchen wird ihre stelle verlieren oder erst gar nicht bekommen wenn eine qualifiziertere arbeitskraft den job haben will...
Sie sind also der Meinung, dass es "Bett-mach-Fachkräfte" in diesem Land gibt die jetzt bei den Zimmermädchen-Hungerlöhnen doch lieber Ihren Job als Controller machen aber wenn es erst EUR 8,00 Mindestlohn gibt, dann gehen die alle in die Hotels und ersetzen die schon eingearbeiteten - ähhhh - "unterqualifizierten" Reinigungskräfte?! Absurd!

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check1 31.10.2011, 21:05
77. Lohn unterschiede?

Zitat von uinen_osse
Die Fusspflege hat im Durchschnitt 10 Mark gekostet und kostet jetzt 17 Euro. Also von 1 zu 1 kann man da nicht sprechen ...
Dann kommen sie zu mir, ich mache sie ihnen für 10.
ob sie damit zufrieden sind, kann ich ihnen nicht
versprechen, aber bisher waren alle mehr oder weniger zufrieden.

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no_panic 31.10.2011, 21:05
78. aha

Zitat von Faxrolle
Und sage, ich möchte einen Stundenlohn von 25€ wird er mir sagen, gibts nicht. Leute mit meiner Qualifikation arbeiten üblicherweise für 20€ und wenn mir das nicht passt wird ein anderer eingestellt der für den Lohn arbeitet. Das ist auch völlig in Ordnung so. Ich hätte ja auch ein Ingenieursstudium absolvieren können, aber dafür fehlte mir damals a) der Grips und b) die Lust. So bekommt jeder das, was er verdient. Dass es natürlich auch Leute gibt, die keine Lust haben für 7€ die Stunde zu arbeiten kann ich mir vorstellen. Allerdings haben die sich nicht durch ein Studium gebissen, sondern sind mehrheitlich den Weg des geringsten Widerstandes gegangen. Kein Mitleid also. Die wussten vorher was dabei rausommt, wenn sie ihren Arsch in der Schule bzw. der Ausbildung nicht hochbekommen.
Und wenn die alle den Ar´*** hoch bekommen hätten, wer schnitte Ihnen dann heute die Haare?
Eine unterbezahlte Ingenieurin?
Oder glauben Sie, eine Ingenieurin verdiente als Friseurin 25€/Std.?

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Marginalius 31.10.2011, 21:10
79. safsergrt

Zitat von uinen_osse
Die Fusspflege hat im Durchschnitt 10 Mark gekostet und kostet jetzt 17 Euro. Also von 1 zu 1 kann man da nicht sprechen ...
Dann waren die 10 Mark aber damals schon unter aller Kanone, von denen kein Mensch hätte leben können, denn wenn Sie beispielsweise für eine Stunde Fuß-Schnippelei 10 Mark bezahlt haben, hat der Arbeitnehmer oder Selbständige da nach Abzug von Sozialversicherung, ein paar Steuern und Arbeitsmaterialien nur gut 5 Mark übrig gehabt. Das wäre schon im Jahr 2000 ein absoluter Hungerlohn gewesen.

Viele Grüße

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