Forum: Wirtschaft
Debatte um Lohnuntergrenze: Wirtschaftsweiser warnt vor Mindestlohn
DPA

Der Wirtschaftsweise Christoph M. Schmidt hat die Pläne für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns scharf kritisiert. Dieses Vorhaben gleiche einem "Spiel mit dem Feuer", so der Chef des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung in der "Bild am Sonntag".

Seite 31 von 99
cm1 31.03.2013, 13:23
300. Nix verstanden

Zitat von bullofwallstreet
wenn Mindestlohn dann bitte auch einen Mindestgewinn für die Unternehmer, also für die, die das Risiko tragen. Wenn dieser Mindestlohn so kommen sollte ist der halbe Osten arbeitslos... Das dann auch alles teurer wird, davon mal ganz zu schweigen. Eine Bäckereiverkäuferin mit Mindestlohn wird keine Brötchen die 1,50 pro Stück kosten mehr verkaufen und logischerweise arbeitslos... Mal bitte etwas weiter denken als von der Tapete zur Wand...
Ein Unternehmer, der einen Mindestlohn anstrebt, ist ein verkappter Angestellter. Gerade das unternemerische Risiko (Porsche oder Parkbank) macht den Reiz aus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bakunicus 31.03.2013, 13:23
301. mal ganz konkret

ich hab letztes jahr als call-center agent gearbeitet, in der kundenbetreuung für eon-avacon, bzw. für regiocom, ein unternehmen welches zwar eigenständig ist, aber von eon gegründet worden ist, dessen alleiniges geschäft es ist für eon avacon diese aufgabe zu übernehmen.
das ganze zu einem stundenlohn von 7,60 € / h, was einem nettolohn von ca. 950 € / monat entspricht, und ich habe dazu einschlägige berufserfahrung mit in den job gebracht.

nun ist das sicher keine stelle für die man eine abgeschlossene berufsausbildung braucht, aber gute bis sehr gute rechtschreibung, gute PC-kenntnisse, sehr gute umgangsformen und ausgesprochene geduld und freundlichkeit in schwierigen situationen mit den kunden; das kann sicher nicht jeder, und ich würde daher nicht von einer "geringqualifizierten tätigkeit" sprechen wollen.

und es ist auch nicht so dass eon-avacon in konkurrenz zu ausländischen billiglöhnen steht, es ist nicht so dass eon-avacon nicht genug gewinn abwirft um bessere löhne zahlen zu können.
ich kenne es auch bei selbstständigen unternehmern als hilfsarbeiter zu jobben, die wirklich nicht viel umsatz machen und mercedes fahren, aber die zahlen meist einen besseren lohn.
da würde ich unter umständen auch verstehen wenn man keine 8,50 € zahlen kann, aber die tun das trotzdem !

ich kann daher die argumente zur wettbewerbsfähigkeit und geringer qualifikation aus meiner perspektive so gut wie gar nicht nachvollziehen, obwohl ich im strukturschwachen norden lebe.

diese schlechten löhne werden von großen renommierten unternehmen gezahlt, die oft nicht im wettbewerb zum ausland stehen, die werden von gemeinden bezahlt und im sozialen bereich. die werden nur zu oft von arbeitgebern bezahlt die sich damit die taschen vollstopfen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bungabunga_xxx 31.03.2013, 13:23
302. super

mit mindestlohn verdienen dann regaleinräumer geausoviel wie akademiker, die heutzutage ebenfalls für 12,50 euro für die leiharbeitsindustrie malochen müssen (ja, ich weiß, alle außer unsere ingenieure). liebe politiker, wozu macht man heutzutage noch abitur und studiert, wenn man dann trotzdem davon bedroht ist von unqualifizierten arbeitern in der gehaltsklasse überholt zu werden?? ein mindestlohn löst doch nicht die verteilungsproblematik!!! Ihr müsst was abgeben, wenn ihr eure Leistungsträger bei leune halten wollt, sonst stürzt euer Vetternwirtschaftssystem bald zusammen. mit dem mindestlohn honoriert ihr unterqualifizierung und nicht leistung!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Dark Enginseer 31.03.2013, 13:24
303.

Zitat von cicatriz
Leistung lohnt sich nicht in der BRD, wirtschaftlich gesehen Antileistung schon. Leider ist es so.
Ja, aber

"Arbeit adelt!"

Warum soll man sich mit dem Pack da oben auf die selbe Stufe stellen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Mimimat 31.03.2013, 13:24
304. ;-)

Zitat von viwaldi
Zensur! Ihr Beitrag ist eine Schande für ein demokratisches Land!
Jetzt wischen sie sich mal den Schaum vom Mund! Was hat das denn mit Zensur zu tun, wenn Institute ohne jeden Wert nicht mehr vom Staat bezahlt werden?
Wir halten uns ja auch keine Hofastrologen mehr. Oder halten sie das auch für Zensur?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mebschmw 31.03.2013, 13:24
305. Neoliberaler

Ein Arbeitsplatz, von dem man nicht leben kann, ist kein Arbeitsplatz!

Wenn so einer wegfällt, dann ist das volkswirtschaftlich kein Problem. Das mag die Inhaber von Billiglohnfirmen zwar ärgern und deren Profit schmälern, aber kein einziger dieser Arbeitsplätze wird ins Ausland wandern, denn es sind ausschließlich lokal basierte Dienstleistungen. Abgewandert sind gut bezahlte Jobs in verarbeitenden Gewerbe, aber selbst dieser Trend ist nahezu gestoppt.

Und mal ehrlich: Wenn der Herren-Kurzhaarschnitt nicht mehr 7€, sondern 12€ beim Discounter kostet, wird auch keiner extra dafür nach Polen reisen.

Solche neoliberalen Spinner "Wirtschaftsweise" zu nennen, ist peinlich! SPON darf ruhig etwas kritischer sein!!!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
haarer.15 31.03.2013, 13:24
306. Auf solche Arbeitgeber

Zitat von spiegelzelt
An alle Mindestlohnbefürworter: Dass dadurch die Preise steigen bzw. Firmen pleite gehen und viele Jobs verlorengehen habt ihr bedacht? Seid ihr bereit, dann auch mehr zu bezahlen?
kann man getrost verzichten und das verkraftet eine brummende Volkswirtschaft wie unsere auch. Und ja - natürlich bin ich bereit, z. B. einer Friseurin mehr zu bezahlen. Viele andere übrigens auch. Hier geht es um Angemessenheit und Würde. Arbeit soll sich doch lohnen - oder nicht ?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Thorsten_Barcelona 31.03.2013, 13:24
307.

Zitat von Binideppert?
...ich mir die Forumsbeiträge so durchlese, dann sehe ich, dass hier lauter edle und großzügige Menschen schreiben. Sie kaufen nie billige Lebensmittel und Bekleidung, meckern nie über ihre Nebenkostenabrechnung über hohe Reinigungs- und Hausmeisterkosten, zahlen für ihren Haarschnitt gerne gutes Geld und schauen nie im Internet, wo man die billigsten Elektronikartikel kaufen kann. Ich ziehe da echt meinen Hut, denn die geizgeilen Sparfüchse lesen kein SPON.
Natürlich schauen alle nach dem günstigen Preis, warum auch nicht? Wenn ich ein Gerät in 2 Geschäften sehe und in einem ist der Preis höher, kann ich daraus keine Rückschlüsse auf die Gehälter der Angestellten ziehen. Vielleicht will ein Geschäftsinhaber einfach auf meine Kosten seinen persönlichen Gewinn maximieren. Mit dem Mindestlohn weiss ich zumindest, dass in beiden Geschäften die Angestellten mindestens diesen Lohn erhalten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Aeris 31.03.2013, 13:24
308.

Nicht nur das.
.
Wie lange denn noch, soll sich Daimler - Scheef Zetsche sein 13 % Renditeziel von zweibeinigen Kostenfaktoren verhageln lassen?
.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
regreub 31.03.2013, 13:24
309.

Zitat von sponnerd
Ich kann mir halt nur das leisten was ich mit MEINEM Geld bezahlen kann! Und zuerst sollte man das Geld haben, was man ausgibt.
Sie können aber Ihre Lebenshaltungskosten nicht beliebig an jedwede Lohnhöhe anpassen; da hakt es gedanklich wohl nicht nur beim Prof, sondern auch bei Ihnen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 31 von 99