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Debatte um Managergehälter: Völlig losgelöst
DPA

Die Bezüge von Top-Managern haben sich von normalen Arbeitnehmergehältern abgekoppelt. Im Wahlkampf will die SPD das zum Thema machen. Doch so recht traut sie sich nicht an das Problem ran.

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5mark 02.03.2017, 17:48
50. populistische Scheindebatte

Welchen Sinne sollte eine Deckelung der Managergehälter haben?
Glaubt hier wirklich einer, dass das dann am Manager eingesparte Geld unter den übrigen Beschäftigten verteilt wird?
Dreimal kurz gelacht. Das gesparte Geld würde den Gewinn des Unternehmens erhöhen und im Zweifel letztlich die Dividende. Im Cent-Bereich?

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blue_note 02.03.2017, 17:49
51. Neid

Neid ist ein menschliches Gefühl wie andere auch und nur dann verwerflich, wenn jemand die Leistung anderer nicht anerkennen will. Bei Menschen, die viel Geld besitzen oder "verdienen" ohne dass ihre Leistung dazu in einem sinnollen Verhältnis steht, darf man neidisch sein.
Ich würde mir wünschen, dass wir mit dieser Erkenntnis den Vorwurf der Neiddebatte relativieren würden.
Ich denke auch, dass sich der Staat nicht zu sehr in interne Angelegenheiten on Privatfirmen einmischen sollte so wie er sich auch nicht zu sehr in private Dinge einmischen sollte..
Wie man als Eigentümer einem Geschäftsführer Verträge anbieten kann, bei denen die vergoldete Zukunft des Kandidaten auch im Misserfolgsfall gesichert ist, ist mir schleierhaft. Ist aber deren Sache.
Die beste Lösung für das Problem scheint mir eine deutlich höhere Einkommensteuerprogression zu sein. Jemand der 20 Mio verdient sollte mindestens 15 Mio an Einkommensteuer zahlen.
Dann laufen uns die Führungskräfte weg? Glaube ich nicht. Vielleicht laufen die Geldgierigsten weg, das wäre ein zusätzlicher Vorteil.

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harwin 02.03.2017, 17:49
52. Schon lange fällig

Wenn Vorstände und Chefs von Unternehmen solche Summen bekommen, dann sollte es auch möglich sein, dass Mitarbeiter die outgesourct werden, die gesundheitlich angeschlagen sind und nicht bis zu Rente arbeiten können, durch die Unternehmen die sie entlassen eine höhere Entschädigung bekommen für den Verlust ihres Arbeitsplatzes als bisher üblich. Schließlich bekommt ein über 50 jähriger kaum noch einen Arbeitsplatz. Also wenn die einen Unsummen bekommen, dann könnte der kleine Arbeitnehmer zumindestens eine Entschädigung bekommen die die Zeit zwischen Ende Erwerbstätigkeit und Beginn Rente überbrückt z. B. in Form eines Monatsgehalts z.B. noch 10 Jahre bis zu Rente zu arbeiten, Verdienst 3000 € brutto monatlich, dann wäre eine Zahlung von 360.000 € fällig. So wären die älteren Arbeitnehmer vom Arbeitsmarkt weg, die Arge bräuchte sie nicht mehr betreuen, und die Menschen könnten trotzdem sich Arbeit suchen oder nichts tun. So machen es ja auch die Vorstände und Chefs von solchen Unternehmen. Also wenn für Manager so hohe Summen bezahlt werden, dann doch auch für den Arbeitnehmer. Ansonsten begrenzen. Das wäre der Kompromiss.

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ruedigerguenter 02.03.2017, 17:49
53.

Zitat von wurzer
Da sieht man, wie populistisch Schultz ist. Er weiß ganz genau, dass er diese Gehälter auch in Zukunft nicht ändern kann und keinerlei Gestaltungsmöglichkeiten dafür hat und trotzdem wettert er dagegen. Alles bloß Theater. Damit beweist er wieder einmal sein Unwissen über wirtschaftliche Zusammenhänge und seine Unfähigkeit insgesamt.
Überhöhte Managergehälter/Boni
dürfen nicht mehr als Kosten steuermindernd sein, hier ist durch die Steuergesetzgebung der Hebel.
Ich traue Martin Schulz als Einzigem die Lösung zu.

Siehe hierzu auch meine Antwort zu Position 35.
Z.B. VW und Deutsche Bank zeigten, dass die Gier der Vorstände unter Duldung der Aufsichtsräte(eine Hand wäscht die andere) unendlich ist.
Zur Zielerreichung der zu großen Gewinnversprechen erfolgen dann Betrügereien/Verbrechen.

Vorstandsgehälter über dem 15-fachen des durchschnittlichen. Gehalts der Mitarbeiter dürfen nicht mehr als Kosten steuermindernd sein, damit der Staat/Steuerzahler nicht auch noch zur Kasse gebeten wird.

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Pressimist 02.03.2017, 17:49
54. Das ist Einfach!

In den USA lag der Spitzensteuersatz vor 1980 bei 70%. Vor 1965 sogar bei 90%.
Bei solchen Steuersätzen erledigt sich das Problem von selbst: Vollkommen absurde Gehälter werden nicht mehr gezahlt, da sie fast komplett abgeführt werden müssten. Die aktuellen Gehaltsexzesse haben sich daher in den USA auch erst nach 1980 entwickelt. Man könnte also leicht festlegen: Ab einem Gehalt von 1 Mio Euro/Jahr liegt der Steuersatz bei 80%. Dann gäbe es diese Gehälter bald nicht mehr. Und wenn mir jetzt jemand entgegnet, dass dann die Topleute abwandern, dann wird meine Entgegnung sein: Es gibt schlicht keine Menschen, deren Arbeit objektiv mehr als 1 Mio. Euro pro Jahr Wert ist.

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robr 02.03.2017, 17:50
55.

Hier wird ganz außer Achtr gelassen dass Aufsichtsräte keineswegs paritätisch besetzt sind (außer in der Kohle- und Stahlindustrie) und die Arbeitnehmervertretung alleine gar nicht in der Lage ist eine Erhöhung der Vorstandsbezüge wirksam zu stoppen.
Außerdem ist hier ja ein gesellschaftliches Problem: gerade bei VW, als Winterkorn noch hoch angesehen war, gab es einen Mitarbeiter der dann beim nächsten Arbeitgeber noch mehr als eben dieser bekommen sollte: der Fußballspieler Kevin de Bruyne.
Extremeinkommen lassen sich nicht verbeiten, man kann sie nur extrem besteuern

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observatorius 02.03.2017, 17:50
56. Ist das mehr als Kosmetik?!

Das Problem ist doch, dass es immer einen Weg zum Eigentumsübertrag von den Aktionären auf das Management gibt. Selbst wenn die Managementgehälter gedeckelt werden, lassen sich Anteils- Options- und Swap-Geschäfte konstruieren, die das formale Kriterium einer Deckelung der Bezüge aushebeln.
Das Management vertritt nun mal als "Söldnertruppe" des Kapitals dessen Interessen GEGEN die Interessen der Arbeiter und auch GEGEN die Interessen des Steuerstaats. Für diese "schmutzige" Tätigkeit im Auftrag und Interesse der Eigentümer, werden Sie immer so bezahlt werden, wie es diesen Interessen dient. Denn die Eigentümer kassieren - wenn Sie über ein entsprechendes Kapital verfügen oft ein vielfaches der Manager und zwar gerade weil Sie ein Management mit Prämien überhäufen, dass dafür die Profitrate mit allen Mitteln (und zu Lasten von Umwelt, Staat und Belegschaft) erhöht.
Ich würde es ja sehr begrüßen, wenn die SPD nun also wieder versuchen möchte die Interessen der Arbeit gegenüber jenen des Kapitals zu vertreten, aber mit der Debatte um Managementgehälter kratzt man da allenfalls an der obersten Lackschicht.

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WOLF in USA 02.03.2017, 17:51
57. Die SPD wuerde gut daran tun

ideologische Debatten zu vermeiden. Der Buerger ist derjenige der entscheidet ob er eine bestimmte Firmenkultur unterstuetzen moechte oder nicht indem ein Produkt entweder kauft oder eben nicht. Ist diese Art der Integritaet denn zu viel verlangt? Es kann und darf nicht die Aufgabe der Politik sein diese Aspekte zu regulieren und zu verordnen. Das unterminiert die Integritaet und Entscheidungsfreiheit der Buerger und entlaesst den Buerger aus der Verantwortung und macht ihn damit unweigerlich auch unmuendiger.
DIese Ungerechtigkeitsdebatte ist schaedlich, weil dem Buerger damit vorgegaukelt wird, dass er sich fuer ein P{rodukt entscheiden koenne und obendrein noch bestimmt, was die Schaffer dieses Produkts dafuer bekommen sollen. SChon mal was von freier Marktwirtschaft und muendigen Buergern gehoert? Beides sind Sauelen einer funktionierenden Demokratie und der Staat wuerde gut daran tun sich auf den Schutz und Wahrung der Rechte der Buerger zu beschraenken, anstatt deren Rechte permanent einzuschraenken. Es hat rein gar nichts mit den Rechten der Buerger zu tun, wenn man Individuen das Recht abspricht fuer eine Taetigkeit entsprechend hoch entlohnt zu werden. Der Markt soll das entscheiden - und der Markt ist auch der Markt der zur Verfuegung stehenden Manager. Genauso schwachsinnig ist die Diskussion um das Gehalt von Fußballern. Jemand ist bereit die Summe zu zahlen und hat durch die Dienste eines talentierten Spielers entsprechende Vorteile. Kein Sponsor/Verein kauft nur Spieler ein, von dem es sich solche Vorteile verspricht. Die Diskussion ist fehlgeleitet und rechtfertigt letzendlich nur negative Eigenschaften wie Neid und Mißgunst und schafft damit ein gesellschaftliches Klima das wir ueberwinden, nicht beguenstigen muessen.

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eremit123 02.03.2017, 17:52
58. Steuern

Einfacher erscheint mir solche Einkommen mit 90% oder mehr zu besteuern.

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jowitt 02.03.2017, 17:55
59. @wurzer

Zitat von wurzer
Da sieht man, wie populistisch Schultz ist. Er weiß ganz genau, dass er diese Gehälter auch in Zukunft nicht ändern kann und keinerlei Gestaltungsmöglichkeiten dafür hat und trotzdem wettert er dagegen. Alles bloß Theater. Damit beweist er wieder einmal sein Unwissen über wirtschaftliche Zusammenhänge und seine Unfähigkeit insgesamt.
Sie irren sich. Allein dadurch, das er das deutlich ausspricht, kommt doch diese Debatte erst in Gang und veranlasst die großen Konzerne hier etwas maßvoller zu sein, da das ihrem Image schadet.

Und: Selbst wenn er da nichts dran ändern könnte, kann er ja gleichwohl seine Meinung -auch deutlich- zu den hohen Managergehältern kundtun.

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