Forum: Wirtschaft
Debatte um Notenbank-Bilanz: Bofinger attackiert Sinns "Jammer-Diskussion"
Deutsche Bundesbank

Schlummert in der Bundesbank-Bilanz ein gigantisches Risiko? Ja, sagt der Ökonom Hans Werner Sinn. Jetzt erwidert ihm der Wirtschaftsweise Peter Bofinger: Sinn überzeichne die Bedrohung durch die sogennnten Target-Salden - ohne eine Alternative zur Rettung der Eurozone aufzuzeigen.

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jolip 29.02.2012, 09:57
140. Vergleich

Jeweils, wenn die Herren Sinn und Bofinger in der Vergangenheit eine Prognose zum selben Problem abgegeben haben, hat in der ganz überwiegenden Zahl der Fälle bisher doch wohl immer der Herr Bofinger recht behalten.

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wieauchimmer... 29.02.2012, 11:44
141. Jeweils, wenn jemand so kühne Behauptungen...

Zitat von jolip
Jeweils, wenn die Herren Sinn und Bofinger in der Vergangenheit eine Prognose zum selben Problem abgegeben haben, hat in der ganz überwiegenden Zahl der Fälle bisher doch wohl immer der Herr Bofinger recht behalten.
...ohne einen einzigen Beleg hinausposaunte, war in der ganz überwiegenden Zahl der Fälle mehr der Wunsch Vater des Gedankens...

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jolip 29.02.2012, 12:15
142. Tut mir leid,

Zitat von wieauchimmer...
...ohne einen einzigen Beleg hinausposaunte, war in der ganz überwiegenden Zahl der Fälle mehr der Wunsch Vater des Gedankens...
es tut mir echt leid, wenn Sie so vergeßlich sind, aber, als Politik- und Wirtschaftsinteressierter müßten Sie doch eigentlich mitbekommen haben, dass Herr Bofinger als Mitglied der Wirtschaftsweisen regelmäßig entgegengesetzte Aufassungen vertreten hat, als der Rest der Weisen und damit auch in der Regel immer Recht behalten hat.

Bei Herrn Prof. Sinn, als Lobbyist der INSM, der Propagandaabteilung des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, war stets das Gegenteil zu beobachten.
Das ist doch noch garnicht so lange her.
Woher kommt denn diese enorme Vergeßlichkeit?

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E.Cartman 29.02.2012, 13:02
143.

Zitat von sacco
klar, die EZB ist ja schon kräftig dabei. und sie glauben, dass diese aufblähung der geldmenge folgenlos bleibt?
Na hoffentlich nicht, und die Veränderung ist an den Zinsen für die Refinanzierung europäischer Staatsanleihen, auch denen des Bundes, seit Weihnachten ja bereits sichtbar. Die andere Möglichkeit, die auch mir netterweise vererbten europäischen Staatsschulden (und damit die entsprechenden Guthaben) wieder in eine tragbare Relation zum BIP (Löhne und Preise) zu bringen, wäre eben die direkte Abschreibung durch Defaults. Wobei eine Notenbank die sich so verhält wie es international und nicht in Deutschland üblich ist noch lange keine Hyperinflation bedeutet. Sonst würde es in Großbritannien, Japan etc. deutlich anders aussehen.

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sacco 29.02.2012, 13:59
144.

Zitat von E.Cartman
Na hoffentlich nicht, und die Veränderung ist an den Zinsen für die Refinanzierung europäischer Staatsanleihen, auch denen des Bundes, seit Weihnachten ja bereits sichtbar. Die andere Möglichkeit, die auch mir netterweise vererbten europäischen Staatsschulden (und damit die entsprechenden Guthaben) wieder in eine tragbare Relation zum BIP (Löhne und Preise) zu bringen, wäre eben die direkte Abschreibung durch Defaults. Wobei eine Notenbank die sich so verhält wie es international und nicht in Deutschland üblich ist noch lange keine Hyperinflation bedeutet. Sonst würde es in Großbritannien, Japan etc. deutlich anders aussehen.
prima, dann haben die notenbanken das ei des kolumbus entdeckt! warum noch rettungsschirme, die zentralbanken sollen das erledigen.
die geldflutung ist nur solange nicht inflationär, solange es nur im finanzbereich zirkuliert. fließt es in die realwirtschaft, wie schon an der spekulatiosnblase bei den rohstoffen ersichtlich, gibt es inflation. vermutlich stagflation.

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E.Cartman 29.02.2012, 14:52
145.

Zitat von sacco
prima, dann haben die notenbanken das ei des kolumbus entdeckt! warum noch rettungsschirme, die zentralbanken sollen das erledigen. die geldflutung ist nur solange nicht inflationär, solange es nur im finanzbereich zirkuliert. fließt es in die realwirtschaft, wie schon an der spekulatiosnblase bei den rohstoffen ersichtlich, gibt es inflation. vermutlich stagflation.
Ich sagte doch, dass am Ende hoffentlich Preise und Löhne im Verhätnis zu staatlichen und privaten Guthaben und Schulden höher sind, ansonsten gibt es eben Stagdefaults. Und nein, das ist außerhalb Deutschlands nicht das Ei des Kolumbus, sondern Business as Usual, und den ganzen Schwachsinn bei dem man versucht hat, den Steuerzahler vor den inkompetenten Sparer zu schieben, hätte man sich tatsächlich sparen können. Das darf man natürlich nicht offen fordern, wegen der Unabhängigkeit der Notenbanken, aber auch eine formal unabhängige Notenbank kann man steuern indem man ihr nur eine Option lässt.

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sacco 29.02.2012, 17:45
146.

[QUOTE=E.Cartman;9734260]Ich sagte doch, dass am Ende hoffentlich Preise und Löhne im Verhätnis zu staatlichen und privaten Guthaben und Schulden höher sind, ansonsten gibt es eben Stagdefaults./QUOTE]

ja dann, frohe altersarmut allerseits

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E.Cartman 29.02.2012, 18:11
147.

Zitat von sacco
ja dann, frohe altersarmut allerseits
Ich bin gern bereit, mehr Steuern für die inflationierte staatliche Rente abzudrücken. Aber ich rette ganz sicher niemanden, der sein Geld in von ihm selbst verkonsumierten staatlichen Konsum "investiert" und mich dafür verschuldet hat. Das Argument können Sie sich also sparen.

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drehrumbum 29.02.2012, 18:54
148.

Aber es ist doch ganz gut herausgearbeitet worden, daß Herr Bofinger für den Erhalt der €-Zone plädiert, was eine Transferunion und damit auch Abgabe von Kompetenzen an die EU (wenn nicht gar eine wirkliche von der EU bestimmte Wirtschafts- und Sozialpolitik) notwendig macht. Herr Sinn ist gegen eine Permanentrettung per Transferunion, möchte also ein Herauslösen von wirtschaftlich schwachen Ländern. Aber um mit Deutschland mithalten zu können (dennoch notwendige Transferleistungen nicht ausufern zu lassen) bräuchte der €-Raum dann wohl eine an die Agenda 2010 angelehnte Agenda 20xx – also einen riesigen europaweiten Niedriglohnsektor; siehe hier z.B. Frankreich:
http://www.fes.de/wiso/pdf/kochel/2011/flassbeck.pdf
Nicht €-Länder können dann auch weiterhin auf Lohnzurückhaltung des €-Raumes mit Abwertung der eigenen Währung reagieren.
Wenn jedoch Lohnzurückhaltung z.B. nicht in Bildung investiert wird, sondern in „Finanzprodukte“ wandert (die regelmäßig gertettet werden müssen), dann wird es schwierig werden, mit den Schwellenländern (auf denen die Heuschrecken keinen Zugriff haben) überhaupt noch mithalten zu können:
Chinesischer Computerhersteller Lenovo: Der unbekannte Welteroberer - Lenovo - FOCUS Online - Nachrichten

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sacco 29.02.2012, 19:43
149.

Zitat von E.Cartman
Ich bin gern bereit, mehr Steuern für die inflationierte staatliche Rente abzudrücken. Aber ich rette ganz sicher niemanden, der sein Geld in von ihm selbst verkonsumierten staatlichen Konsum "investiert" und mich dafür verschuldet hat. Das Argument können Sie sich also sparen.
ich glaube nicht, dass es bei den zu erwartenden entwicklungen auf sie in irgendeiner weise ankommt, wozu sie bereit/nicht bereit sind, spielt also keine rolle. ihre argumente, wenn ich sie richtig verstanden habe, bestehen in der behauptung, dass gelddrucken der japanischen, englischen uns us-notenbank business as usual sei und nicht zu hyperinflation führe, sowie in der hoffnung, dass löhne und preise die schulden weginflationieren, andernfalls in einem auch nicht sonderlich dramatischen bankrott.

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