Forum: Wirtschaft
Debatte um Notenbank-Bilanz: Bofinger attackiert Sinns "Jammer-Diskussion"
Deutsche Bundesbank

Schlummert in der Bundesbank-Bilanz ein gigantisches Risiko? Ja, sagt der Ökonom Hans Werner Sinn. Jetzt erwidert ihm der Wirtschaftsweise Peter Bofinger: Sinn überzeichne die Bedrohung durch die sogennnten Target-Salden - ohne eine Alternative zur Rettung der Eurozone aufzuzeigen.

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einsteinalbert 28.02.2012, 14:46
20. schon wieder

Zitat von sysop
Schlummert in der Bundesbank-Bilanz ein gigantisches Risiko? Ja, sagt der Ökonom Hans Werner Sinn. Jetzt erwidert ihm der Wirtschaftsweise Peter Bofinger: Sinn überzeichne die Bedrohung durch die sogennnten Target-Salden - ohne eine Alternative zur Rettung der Eurozone aufzuzeigen.

so ein Artikel, welcher von Thesen und Begriffen nur so strotzt, dass es Otto Normalverbraucher kaum nachvollziehen kann, was wer eigentlich meint. Beispiel : Sinn ueberzeichne die Bedrohung durch die sogenannten Target-Salden . . . usw.

Es gibt durchaus Mitbuerger, welche damit etwas anfangen koennen. Ich gehoere nicht dazu. Geht es denn wirklich nur geschraubt und hochgestochen als Beweis der eigenen Sachkunde ? Oder ist die Scheu davor etwas populistisch zu erklaeren verpoent, weil man damit als dumm dasteht ? Ich denke eher, dass sich unangenehme Wahrheiten mit sinnverwirrenden Artikulationen besser verschleiern lassen. Dazu ein verkuerztes einfaches Beispiel. Das Volumen von Feldfruechten steht im proportional umgekehrten Verhaeltnis zum Intellekt des Erzeugers oder auch : die duemmsten Bauern haben die groessten Kartoffeln.

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bilanzmann 28.02.2012, 14:54
21. Nur weiter so

Bofinger : "Der Versuch, die Situation mit strengen Sparmaßnahmen, immer komplexeren Vertragswerken zur Fiskaldisziplin und Rettungsschirmen zu stabilisieren ist gescheitert."
Ach so! Es ist also nicht gelungen, j a h r z e h n t e l a n g e n Aufbau von Ver- und Überschuldung in 24 Monaten zurückzuführen.
Deshalb also nun hin zum Versuch, die Situation mit Vergemeinschaftung von Schulden und Moral Hazard zu stabilisieren.
Unseriös.

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OHCRIKEY 28.02.2012, 14:56
22. ...

Aus dem Artikel:
"So habe sich der Süden und Westen Europas mit der Billigung des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB) die elektronische Notenpresse geliehen und Geld wie Heu gedruckt. Tatsächlich gibt es in den Problemstaaten der Euro-Zone heute aber weniger Geld, nicht mehr: Die zurechenbaren Geldbestände der privaten Haushalte und der Unternehmen sind in Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien in den letzten zwölf Monate um drei Prozent gesunken. "


Ist das Realsatire?
Oder versteht Bofinger tatsächlich nicht den Inhalt der Aussagen des Herrn Sinn?

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Thom-d 28.02.2012, 14:58
23.

Zitat von sysop
Schlummert in der Bundesbank-Bilanz ein gigantisches Risiko? Ja, sagt der Ökonom Hans Werner Sinn. Jetzt erwidert ihm der Wirtschaftsweise Peter Bofinger: Sinn überzeichne die Bedrohung durch die sogennnten Target-Salden - ohne eine Alternative zur Rettung der Eurozone aufzuzeigen.
Alles klar, Herr Bofinger. Sie träumen wohl davon das sich die Südländer und allen voran Griechenland wie Phönix aus der Asche erheben werden und ihre Target2-Schulden begleichen werden. Das kann man wohl vergessen. Um das Problem für Deutschland nicht noch größer werden zu lassen, darf die Bundesbank bzw. die EZB keine neuen Target-Schulden der Südländer mehr akzeptieren bevor die Bilanz nicht ausgeglichen ist. Ansonsten ist das Ergebnis genau das, was Herr Sinn gesagt hat, nämlich das die Südländer die Notenpresse angeworfen haben und unsere wertvollen Waren mit wertlosen Scheinen aufkaufen

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Demagoge 28.02.2012, 14:58
24. Mit gutem Beispiel Voran !

Zitat von sysop
Schlummert in der Bundesbank-Bilanz ein gigantisches Risiko? Ja, sagt der Ökonom Hans Werner Sinn. Jetzt erwidert ihm der Wirtschaftsweise Peter Bofinger: Sinn überzeichne die Bedrohung durch die sogennnten Target-Salden - ohne eine Alternative zur Rettung der Eurozone aufzuzeigen.
Tja, Herr Professor Bofinger,
wenn Sie SO überzeugt sind, dass der Euro um jeden Preis gerettet werden muss und es geradezu als moralische Verpflichtung sehen,
die notleidenden griechischen Millionäre (samt deren politische Nomenklatura) zu unterstützen -
dann legen Sie doch schnellstmöglich Ihr gesamtes Privatvermögen in griechischen Staatsanleihen an
oder - noch besser - stocken Sie damit das aktuelle Hilfspaket auf !
Frau Merkel wird Sie daraufhin mindestens in den Adelsstand erheben (das schafft sie mit Leichtigkeit) oder evtl. als neuen Bundespräsidenten nominieren.
Leute von Ihrem Schlag haben immer ganz feste Überzeugungen - solange Andere dafür bezahlen müssen ....

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Umbriel 28.02.2012, 15:01
25. Die Pleite, die Rettung und die Rhetorikmonster

Zitat von PK2011
Herr Bofinger schreibt: "Der Versuch, die Situation mit strengen Sparmaßnahmen, immer komplexeren Vertragswerken zur Fiskaldisziplin und Rettungsschirmen zu stabilisieren ist gescheitert. Er hat nur dazu geführt, dass die gesamte Anpassung über die Notenbankkreisläufe geleistet werden muss. Hans-Werner Sinn hat völlig recht, wenn er darauf hinweist, dass das keine Dauer-Lösung werden darf. Aber es gibt darauf nur zwei Antworten: Entweder man gibt die Währungsunion auf, und dann besser heute als morgen, oder man macht sich mit aller Energie daran, die Fiskalintegration in Europa deutlich voranzubringen." .
Tja das sind eben die 2 Alternativen des Herrn Bofinger - entweder so wie jetzt oder nicht so wie jetzt. Diese Erkenntnis hilft weiter und da wäre auch Frau Merkel im Boot. Ein entschiedenes "so oder so".
Aber daß es sich hier um eine "binäre Entscheidung" handeln würde, diese Suggestion ist falsch, wie sich seit Jahren beobachten lässt.
So wird seit Jahren ein falsches Spiel mit dem Begriff der "Pleite" und der "Rettung" gespielt. Im normalen Sprachverständnis sind beide Begriffe an einen bestimmten zeitlich kurzen Zeitraum gebunden. In diesem kurzen Zeitraum werden ungewöhnliche Maßnahmen vorübergehend akzeptiert, um danach wieder zu geregelten Zuständen zurückzuukehren.

Tatsächlich jedoch gibt es weder eine Pleite noch eine Rettung im Wortsinne, vielmehr wird die rhetorische Feuerkraft dieser Begriffe lediglich misbraucht, um ständig neue Zahlungsflüsse zu rechtfertigen, die nach üblichem Verständnis völlig inakzeptabel sind.

Den Bürgern werden neue und neue Zumutungen vorgelegt mit der damit verbundenen Suggestion, daß diese Zumutung das Problem künftig behebe und daß diese Zumutung geringer sei als andere Zumutungen.

Da das sowieso niemand mehr glaubt, werden inzwischen künftige Zumutungen bereits verschwommen angekündigt.

Die Medien, die Öffentlichkeit, die Politiker und alle daran beteiligten sollten aufhören, über all diese rhetorischen Stöckchen zu springen.

Es geht hier weder um eine Rettung noch geht es um eine Pleite.

Vielmehr beschreibt "Eurokrise" einen langjährigen internationalen Prozess mit mehreren wesentlichen Beteiligten. Sehr große Guthaben und Schulden, Risiken und Sicherheiten werden neu tariert und neu verteilt.

Dabei gibt es naturgemäß verschiedene Interessen, Profiteure und Verlierer, Mächtigere und weniger Mächtige, manches ist sichtbar, anderes nicht.

In manchen Punkten mag es so sein, daß der Vorteil großer Bevölkerungsgruppen in Land A mit einem Nachteil einer großen Bevölkerungsgrupp ein Land B erkauft wird.

Eine Beurteilung der verschiedenen Handlungsoptionen ist nur möglich, indem man genaue Aufstellungen und Bewertung der wichtigen Verhandlungsgegenständen als Grundlage verwendet und vergleicht.

***

Selbstverständlich gibt es auch die Option, es so zu tun wie es die Regierungen der Mittelmeerländer gewohnt sind:

Sich als leistungsunfähig darstellen, maßlose Forderungen aufstellen und mit galaktischem Unheil drohen.

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faistmeister 28.02.2012, 15:01
26. Sic tacuisses ...

... möchte man Herrn Bofinger zurufen.

Und allen anderen, die hier (teils schon lange) herum jammern, möchte ich sagen: Bitte bei der nächsten Wahl KEIN Kreuz oder wenigstens an der richtigen Stelle machen.
Es wird bis dahin Alternativen zu den Volkskammer-Parteien geben. Alles nur eine Frage der Zeit bzw. des Geldes.

Wenn in D Steuern erhöht werden, wieder bei der Bildung gekürzt wird usw., wird es dem dt. Michel schon klar werden, wer effecktiv zur Kasse gebeten wird.
In Europa wird man nicht eher ruhen, bis auch wir auf das Niveau des Club Med herabgezogen worden sind.

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Gerdtrader50 28.02.2012, 15:01
27. Lösungen bietet keiner von den Ökonomen, sie wissens nicht ???

Debatte um Notenbank-Bilanz: Bofinger attackiert*Sinns "Jammer-Diskussion" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft[/QUOTE]
Es ist ja hoch erfreulich, wenn Ökonomen stets das leidige Thema Euro diskutieren. Herr Bofinger hat insofern recht, das manche Thesen Sinns wirklich nur dem Stammtischniveau angepasst sind, damit die Thesen Furore machen können. Auch hat er weiter recht, wenn er ein Ende der Währungsunion als "schnelles Ende mit Schrecken" für besser hält als "ein Schrecken ohne Ende".

Gleichzeitig moniert er, dass auch Sinn keine Lösung für die Eurozone sieht und entsprechend Rat erteilt.
Interessanter Weise aber kann das keiner der Ökonomen, die ich bisher zu dieser Thematik publizistisch verfolgt habe.
Ich halte eine Rekapitalisierung der alten Nationalwährungen für weitaus weniger problematisch, als es die Euroschreihälse denken. Falls aber nicht gewünscht, und macht es ja den Eindruck, weil der Schrott ja erhalten bleiben soll, koste es, was es wolle, erlaube ich mir nochmal, entsprechende Vorschläge zu machen, hier öffentlich, im Kommentar, weil die Politiker kann ich generell nicht leiden, personenunabhängig und lege keinen Wert auf diverse Kontakte zu solchen:

Einer Multinationalwährung fehlen folgende Parameter:
Devisenkurse nationaler Währungen unterschiedlicher Wirtschaftsräume
National errechnete optimale Leitzinshöhen

National errechnete optimale Geldmengen

Aufgrund dessen versagt eine solche Währung in den 17 unterschiedlichen Wirtschaftsgebieten.

Aufgrund dessen würde auch eine Fiskalunion alleine oder eine Wirtschaftsregierung neben den nationalen Regierungen ebenfalls versagen, durch die benannten schweren Unterschiede und Differenzen. Diese sind nicht beseitigbar nur durch Dekrete und Gesetze.

Also, was tun, sprach Zeus ?

Man könnte die definierten unverzichtbaren Parameter bestmöglich simulieren, wenn über eine EZB mit allumfassenden Vollmachten demokratiefeindlich aber wirksam, virtuelle Ausgleichsprogramme simulierter, nicht existierender Nationalwährungen geschaffen würden, die sie über reale Geldprogramme wie Boombremsen mit Strafzahlungen und Rezessionszuschüsse mit Ausgleichszahlungen zum Wirken brächte.

Somit wären Nationalwährungen zu simulieren und das Nachgeben von Ersatzparametern wie sinkende Lohneinnahmen, etc., wäre zu Ende.
Auch könnten keine Immobilienblasen mehr entstehen, weil die einen Märkte niedrige Zinsen brauchen und die anderen nicht und sich mittels Refinanzierungen enorme unnötige Mittel besorgen und die Booms anheizen. Das ginge dann auch nicht mehr.

Mit ein bisschen Glück und den richtigen Programmen wären die Differenzen zwischen den unterschiedlichen Märkten weitgehend auszugleichen.

Ich denke allerdings, dass die schlichten Gemüter und geringfügige Erfahrung europäischer Politschranzen in Sachen Währungen und derer Wirkung mit der Schaffung solcher Programme derart überfordert wären, das es wohl einfacher wäre, zu Nationalwährungen zurück zu kehren.

Jedenfalls, so wie die Schranzen das derzeit machen, kracht die Eurozone sowieso zusammen, oder glauben diese Laien, sie könnten den Schrott mit ihren Schrottrettungsprogrammen halten ????

Da lachen alle Hühner. Die Währungshühner, meine ich, die die goldgelben Eier legen. Schickt die Laien nach Hause. Da liegen sie nämlich richtig.

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silverhair 28.02.2012, 15:02
28.

Zitat von OHCRIKEY
Aus dem Artikel: "So habe sich der Süden und Westen Europas mit der Billigung des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB) die elektronische Notenpresse geliehen und Geld wie Heu gedruckt. Tatsächlich gibt es in den Problemstaaten der Euro-Zone heute aber weniger Geld, nicht mehr: Die zurechenbaren Geldbestände der privaten Haushalte und der Unternehmen sind in Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien in den letzten zwölf Monate um drei Prozent gesunken. " Ist das Realsatire? Oder versteht Bofinger tatsächlich nicht den Inhalt der Aussagen des Herrn Sinn?
Er versteht da so einiges nicht! Nicht das H.Sinn alles richtig Verstanden hätte - er hat grad an der Oberfläche mal gekratzt, aber er hat sich zumindest auch als "Ökonom" mal bemüht ein paar Grundlagen von Bilanzen und Buchhaltung anzuschauen, H.Bofinger scheint sich das lieber zu ersparen und auf zentralstaatliche Planstaat Instrumente zurückgreifen zu wollen - obwohl er sich immer als "Kapitalist" sieht .. dann doch wieder eine überborderter Kommunismus der Methode - "WIr sind Elite - wir jammern alles nieder"!

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ameyer53 28.02.2012, 15:04
29. EU Parlament

Zitat von sysop
Schlummert in der Bundesbank-Bilanz ein gigantisches Risiko? Ja, sagt der Ökonom Hans Werner Sinn. Jetzt erwidert ihm der Wirtschaftsweise Peter Bofinger: Sinn überzeichne die Bedrohung durch die sogennnten Target-Salden - ohne eine Alternative zur Rettung der Eurozone aufzuzeigen.
Ja, demokratische Legitimation durch das EU - Parlament. Deutschland 859 000 Einwohner pro Sitz, Malta 67 000 Einwohner pro Sitz. Das BVG hat im Lissabon-Urteil schon seine Stellungnahme zu so einer Volksvertretung abgegeben. Kurz gesagt: Das EU - Parlament ist nicht ausreichend demokratisch legitimiert. Es ist ein Gegenstück zum Bundesrat, nicht zum Bundestag. Ein Pendant zum Bundestag gibt es in der EU nicht. Und damit will man die Parlamente der Staaten aushebeln? Viel Spaß dabei, das wird interessant.

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