Forum: Wirtschaft
Debatte um Notenbank-Bilanz: Bofinger attackiert Sinns "Jammer-Diskussion"
Deutsche Bundesbank

Schlummert in der Bundesbank-Bilanz ein gigantisches Risiko? Ja, sagt der Ökonom Hans Werner Sinn. Jetzt erwidert ihm der Wirtschaftsweise Peter Bofinger: Sinn überzeichne die Bedrohung durch die sogennnten Target-Salden - ohne eine Alternative zur Rettung der Eurozone aufzuzeigen.

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jehudi 28.02.2012, 15:05
30.

ich persönlich bevorzuge die unberechenbaren devisenmärkte. da ist ein vertrag wenigstens noch gültig, und fakten bleiben fakten...

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euro-skeptiker 28.02.2012, 15:06
31. Stellen wir uns den Konsequenzen!

Herr Bofinger hat mit der Beschreibung der Alternative völlig Recht:
Wir müssen entweder raus aus der Währungsunion mit den wirtschaftlich schwachen Staaten oder eine Fiskalunion umsetzen.
Die Fiskalunion ist völlig untragbar und würde einen Abfluss von Wohlstand und Zukunftschancen für mindestens eine Generation bedeuten.

Der Ausstieg aus der Währungsunion ist - wenn auch ebenfalls problematisch - immer noch die bessere Option. Die Finanzkraft unseres Staates sollten wir uns für Finanzierungszwecke in Deutschland bewahren - und eben nicht für andere Länder verpulvern. Es klingt nicht schön, aber: unsere Firmen und Banken müssen sich vor maroden Geschäftspartnern in Sicherheit bringen.

Die hohen Target 2 - Salden sind Ausdruck dieser Strategie: Bei Zahlungsunfähigkeit von Staaten, Unternehmen, Banken aus Südeuropa werden einzelne deutsche Geschäftsbanken nicht umkippen - denn diese haben ihre faulen Forderungen zuvor auf die Bundesbank überwälzt - und es dürfte somit hoffentlich auch keinen Dominoeffekt im Bankensystem geben. Insoweit sind die hohen Target 2 - Salden positiv zu sehen. Diese künftigen Verluste werden dann vergesellschaftet - aber das muss uns die Rettung unseres deutschen Bankensystems wert sein.

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generix4 28.02.2012, 15:07
32. Herr Bofinger....

Zitat von sysop
Schlummert in der Bundesbank-Bilanz ein gigantisches Risiko? Ja, sagt der Ökonom Hans Werner Sinn. Jetzt erwidert ihm der Wirtschaftsweise Peter Bofinger: Sinn überzeichne die Bedrohung durch die sogennnten Target-Salden - ohne eine Alternative zur Rettung der Eurozone aufzuzeigen.
ist für die Fiskalunion = Tranferunion. Am besten mit einem Finanzminister aus den PIIGS Staaten.

Herr Bofinger, leider ist Ihnen die Erklärung von Target2 nicht gelungen!
Die Buba zahlt Geld an unsere Exporteure und die entsprechenden Notenbanken überweisen den Kaufpreis halt nicht. Dadurch der positiv Saldo.

Im Klartext: Die Notenbanken der PIIGS Staaten lassen anschreiben. Es ist nur die Frage wann der "Deckel" ausgeglichen wird.
Vielleicht geht es langsam in die Köpfe der Eurokraten, dass in den letzten 20 Jahren die einzelnen Nationen nicht zusammen gewachsen sind und auch in 100 Jahren nicht werden.
Der € wurde gegen den Wiederstand großer Teile der Bevölkerung eingeführt. Die Befürchtungen dieser Gegner wurden doch voll erfüllt bzw. übertroffen.

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Willi Wacker 28.02.2012, 15:08
33. Leider

Zitat von hardliner1
Welcher Teufel hat Bofinger geritten, dass er zu solchen Vorschlägen kommt? Die Fiskalpolitik in die Hände des Europäischen Parlaments geben? Kennt Bofinger die Zusammensetzung dieses von baylonischem Sprachgewirr befallenen Parlaments? Und natürlich erneuert Bofinger wieder einmal seine Forderung nach Euro-Bonds ohne diesen Begriff zu verwenden. Dass er schließlich auch noch das sattsam widerlegte Exportargument aufs Trapez bringt, zeigt, dass er nicht lernfähig ist.
muss man heute immer noch dazu sagen, aus welcher Ecke jemand kommt.
Bofinger ritt auf dem Ticket der Gewerkschaften in den sog. Rat der Weisen. Alles klar?
(leider...)

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silverhair 28.02.2012, 15:09
34.

Zitat von Thom-d
Alles klar, Herr Bofinger. Sie träumen wohl davon das sich die Südländer und allen voran Griechenland wie Phönix aus der Asche erheben werden und ihre Target2-Schulden begleichen werden. Das kann man wohl vergessen. Um das Problem für Deutschland nicht noch größer werden zu lassen, darf die Bundesbank bzw. die EZB keine neuen Target-Schulden der Südländer mehr akzeptieren bevor die Bilanz nicht ausgeglichen ist. Ansonsten ist das Ergebnis genau das, was Herr Sinn gesagt hat, nämlich das die Südländer die Notenpresse angeworfen haben und unsere wertvollen Waren mit wertlosen Scheinen aufkaufen
Ich empfehle da mal eine kleine Überlegung .. um die Bilanzen auszugleichen - müßte GR etwas verkaufen - und dafür müßte vor allem Deutschland "KAUFEN" - sprich ,seinen Überschuss durch Kauf abbauen!
Das geht aber nur wenn die dt. mehr kaufen können - den alle anderen ringsrum sind mehr oder weniger genauso pleite .. und was hat Merkelchen ausgerufen .. Leute kauft nichts mehr .. spart alle!

Es ist die uralte Regel - entweder spielen im Aussenhandel alle fair - und keiner macht "Geld-Gewinne" - oder das ganze geht über kurz oder lang den Bach runter!
H. Sinn hat nur gezeigt , das die Illusion , man könne in D. gewinne durch "Export-Überschüsse machen" , in der Bundesbank ein genau gleich grosses Loch gefüllt mit Schuldscheinen aufreist .. eigentlich etwas was so seit 3000 Jahren bekannt ist , aber von den angeblichen "Wirtschaftswissenschaftlern" einfach ignoriert wird!

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hardliner1 28.02.2012, 15:10
35. Probleme statt Lösungen

Zitat von nudelsuppe
Und schon wieder Eurobonds. Das Europäische Parlament soll die Haushalte genehmigen? Keiner will die Souveränität über seine Finanzpolitik aufgeben. An die Kohle der anderen will man aber sicher trotzdem. So kann und wird das nicht funktionieren. Wenn ich das jetzt richtig interpretiere, ist der Euro so oder so dem Untergang geweiht. Eine gemeinsame Fiskalpoloitik wird es meiner Meinung nicht geben. Als, Bye bye Euro. Er hat fertig!
Die ganzen Klimmzüge, die die Politik jetzt aufführt, waren unnötig wie ein Kropf. Aber Kohl und Waigel mussten sich partout mit dem Euro ein Denkmal setzen, ein Denkmal, das mehr und mehr nach nur einem Jahrzehnt bröckelt.
Es war jedem, der es wissen wollte, vor der Euro-Einführung bekannt, dass es im Süden Europas eine "spezielle Einstellung" zur Steuermoral, zur Haushaltskonsolidierung, zur Bilanzierung und zum Tricksen und Täuschen gab und nach wie vor gibt. Man braucht sich nur über die Verschwendung von EU-Fördergeldern informieren.
Dass sämtliche Maastricht-Kriterien schamlos gebrochen wurden, zeigt, dass mit der Euro-Zone kein Staat zu machen ist, zumindest kein seriöser Staat.
All die Probleme mit Rettungsschirmen und -paketen hätten wir ohne der Euro nicht. Und dass es ohne Euro geht, zeigen nicht nur die Nicht-EU-Länder Norwegen und Schweiz, auch EU-Länder wie Schweden, Dänemark oder Polen. Den ganze Schlamassel verdanken wir fanatischen EU-Fetischisten, die etwas zusammenzwingen wollten, was nicht zusammen passt.
Fehlen nur noch Bofingers Euro-Bonds, quasi der Länderfinanzausgleich auf Ebene der Euro-Zone mit dem Hauptzahler Deutschland, der selber zwei Billionen Euro Staatsschulden hat. Soll Deutschland weitere Schulden aufnehmen, um die Schuldenlast anderer Eurostaaten drücken zu können, Herr Bofinger? Sollen Schulz & Co. in Straßburg über die Budgets der Euro-Staaten entscheiden? Und dürfen die EU-Mitglieder ohne Euro auch darüber befinden?
Ich denke, ein Austritt Deutschlands aus dem Euro wäre das Vernünftigste. Dann würde den anderen Staaten klar, wer die allermeisten Lasten des Euro in den letzten zehn Jahren geschultert hat. Auf eine D-Mark II können sich dann solide Länder wie Österreich, Holland, Finnland draufsatteln. Die anderen Staaten sollten versuchen, mit einem Süd-Euro klarzukommen oder zu ihrer nationalen Währung zurückkehren.
Eines müsste auch den größten Befürwortern der Gemeinschaftswährung klar geworden sein: Der Euro hat sich nicht bewährt. Er löst keine Probleme, sondern er schafft sie, wie man seit Jahren sehen kann.

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Absurdistan-Veteran 28.02.2012, 15:10
36. Schau an

[QUOTE=sysop;9726547](...) Bofinger: Sinn überzeichne die Bedrohung durch die sogennnten Target-Salden - ohne eine Alternative zur Rettung der Eurozone aufzuzeigen.

Die Target2-Salden sind also das Instrument zur Rettung der Eurozone.
Pikant.

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Pinin 28.02.2012, 15:12
37. Damit ist klar wohin Merkel steuert

Bofinger schreibt:
"Aber es gibt darauf nur zwei Antworten: Entweder man gibt die Währungsunion auf, und dann besser heute als morgen, oder man macht sich mit aller Energie daran, die Fiskalintegration in Europa deutlich voranzubringen."

Also entweder:
- Weg mit dem Euro, oder
- Fiskalunion mit der totalen Transferunion

Da fällt doch die Wahl nicht schwer - weg mit dem Euro.
Und damit ist auch sonnenklar wohin Merkel & Co ganz bewusst steuern:
Das in der Vergangenheit und der Zukunft von Deutschen erarbeitete und ersparte Vermögen soll an die Südländer mit ihren Steuerhinterziehern und ihrer Mafia verschenkt werden.

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einiglu 28.02.2012, 15:13
38. jammer Diskussion?

Zitat von sysop
Schlummert in der Bundesbank-Bilanz ein gigantisches Risiko? Ja, sagt der Ökonom Hans Werner Sinn. Jetzt erwidert ihm der Wirtschaftsweise Peter Bofinger: Sinn überzeichne die Bedrohung durch die sogennnten Target-Salden - ohne eine Alternative zur Rettung der Eurozone aufzuzeigen.
Wäre die Lage nicht noch viel Beschissener gäbe es ggf diese Liste hier auch nicht:
2-27-12…”81 Resignations From World Banks” (and 12 from just today), from American Kabuki | Kauilapele's Blog
Übersetzt 81 Direktoren diverser Welt/Notenbanken haben das sinkende Schiff schon verlassen .....

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cemi 28.02.2012, 15:15
39. Besten Dank

Man kann Herrn Bofinger nur von Herzen danken, dass er diese Panikmache aus Eigennutz von Herrn Sinn (Spiegel: "Topökonom") mal auf eine wissenschaftlich belastbare Ebene gebracht hat. Und dem Spiegel ist auch zu danken, dass er auch dieser seriösen Stimme eine Plattform geboten hat.
Und an alle, die bei dem Ausdruck "Fiskalunion" jetzt gleich wieder in alte Reflexe verfallen: Nein, dabei handelt sich ausdrücklich nicht um eine bedingungslose Transferunion. Der Geburtsfehler des Euro war ja gerade, dass es eben keine Regeln für die Mitglieder dieser Währungsunion gab. Und dass eben auch einzeln gegen diese Mitglieder am Finanzmarkt gewettet werden durfte. Einzigartig auf der Welt. Diesen Fehler muss man eben beseitigen. Mit klaren ökonomisch sinnvollen Regeln, und nicht diesem unsinningen Totspardiktat der schwäbischen Hausfrau.

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