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Deflation: Preise in Griechenland fallen so stark wie nie
REUTERS

Das hochverschuldete Griechenland gerät immer tiefer in eine Deflationsspirale. Im November lagen die Preise für Waren und Dienstleistungen fast drei Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Die Entwicklung ist politisch gewollt, aber auch gefährlich.

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vwl_marlene 09.12.2013, 14:00
20. Deflation

Und die Schulden, die Griechenland im Ausland hat, sind dann noch schwieriger zu bedienen...und das Verhaeltnis von Schulden zu BIP wird sich dadurch auch nicht bessern (weil das BIP zumindest nominal ja schrumpft).

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tdmdft 09.12.2013, 14:00
21. Preis für die Mitgliedschaft im Euro

Es war ein Illusion, die Lohnentwicklung von den Lohnstückkosten abzukoppeln. Früher konnte man das schnell durch eine Abwertung der Währung lösen, ohne in den nationalen sozialen Frieden einzugreifen. Gleichzeitig verteuerte sich das Ausländische Kapital und jedem war klar: wir können uns nicht beliebig am Kaptialmarkt bedienen um unser Leben auf Pump finanzieren. Nach der Euro-Mitgliedschaft war dieses Korrektiv ausgehebelt. Löhne würden erhöht, ohne die Produktivität zu erhöhen, und Kapital stand dank mangelnden Wechselkursen scheinbar im m Schlaraffenland beliebig zur Verfügung. Die Griechen zahlen jetzt den Preis, 10 Jahre lang sich selbst in die Tasche gelogen haben. Die griechische Tragödie wird in 100 Jahren ein Lehrstück für einkoppelte Ökonomie getrieben von kurzsichtiger Klientelpolitik sein. Die Deflation ist jetzt nur ein Konsequenz, dass Griechenland auf de Euro-Mitgliedschaft beharrt hat. Austritt und Abwertung hätten das Verhindert. Der Schuldenstand ändert sich natürlich nicht, weil das Geld war, dass die Griechen schon verfrühstück haben.

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alasiaperle 09.12.2013, 14:01
22. ...

Preise in Griechenland waren so angehoben, (deutlich teuerer als in Deutschland) dass sie noch etlich Jahre fallen könnten und trotzdem würde das Großteil der Ware für die Normalbevölkerung unbezahlbar bleiben, die mittlereweile froh ist, wenn sie mal überhaupt ihrem mickrigen Lohn bezahlt wird. (Lohnzahlungsausfälle sind dort Volkssport.)

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ongduc 09.12.2013, 14:01
23. Die Richtung stimmt schon

Zitat von stefan_sts
ich höre und lese eigentlich immer beste Nachrichten aus Griechenland , von einem Primärüberschuß ist da die Rede und Wachstum allerorts , Umsetzen von Reformen ..alles toll , irgendwas stimmt da nicht ???
Anders geht es ja nicht, da wegen des Euro keine Möglichkeit der Abwertung besteht. Das heißt, Löhne, Preise und so weiter müssen fallen, bis Griechenland wieder einigermaßen wettbewerbsfähig ist. Ob das die ideale oder richtige Lösung ist, entscheiden andere (nämlich Merkel, Schäuble, ihre Bankenfreunde und die griechische Politik).

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bunterepublik 09.12.2013, 14:02
24. ...was soll da unstimmig sein.

Zitat von sysop
Das hochverschuldete Griechenland gerät immer tiefer in eine Deflationsspirale. Im November lagen die Preise für Waren und Dienstleistungen fast drei Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Die Entwicklung ist politisch gewollt, aber auch gefährlich.
Das ist doch der seit langem ersehnte Effekt, der nun endlich eintritt. Wenn Griechenland mangels Drachme nicht nach außen abwerten kann und auch keine Inflation herbeiführen kann, dann müssen zwangsläufig die Preise und v.a. Löhne intern sinken, um wieder wettbewerbsfähig zu werden.

Der Effekt für den Bürger ist der gleiche. Deutlich weniger Kaufkraft, ob durch Inflation oder Reallohnsenkung und Deflation. Und das muss so sein. Genau das ist der Mechanismus der funktionieren muss, wenn nicht die Euro-Union platzen soll.

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otelago 09.12.2013, 14:02
25. Anpassung?

Seit den 90er Jahren erleben wir die - von der OECD so geforderte - Politik dergestalt, daß Südeuropa jährlich je 4% Steigerung der Masseneinkommen umsetzt.

Da die Produktivität da stagniert, wird das mit EU Subventionen und Finanzinstrumenten letztlich mit diverser Schuldenaufnahme bis hin zu "Target II" umgesetzt.

20 Jahre lang ist in Südeuropa ein 4% Wachstum der Masseneinkommen umgesetzt worden, ohne daß die Produktivität mitgezogen hätte.

Ziel der OECD war und ist, das Hochlohnland - Niveau zu erreichen.

Gleichzeitig ist in Deutschland die Produktivität jährlich um 2% gestiegen, aber die Masseneinkommen stagnieren seit 20 Jahren.

Diese ungeheure Schere, die sich da aufgetan hat, sind letztlich Schulden, die Südeuropa in Deutschland hat.

Diese Schulden können abgetragen werden, indem nun Südeuropa in den nächsten 20 Jahren seinerseits eine Stagnation der Masseneinkommen umsetzt und gleichzeitig jährlich ein Wachstum der Produktivität von 2% gewährleistet.

Fazit:

Bei der Stagnation der Masseneinkommen hat der LErnprozess schon begonnen, bei der Steigerung der Produktivität befindet man sich noch im Lernprozess.

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realistano 09.12.2013, 14:03
26. genau

Zitat von sysop
Das hochverschuldete Griechenland gerät immer tiefer in eine Deflationsspirale. Im November lagen die Preise für Waren und Dienstleistungen fast drei Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Die Entwicklung ist politisch gewollt, aber auch gefährlich.
Genau das war von Anfang an zu befürchten, aber Merkelwelle und Schäubles wollen das nicht wahr haben.
Der Komapatient müsste unbedingt kunstlich am Leben gehalten werden.
Griechenland gehört nicht zur Eurozone eins.
Die Euro ist für Griechenland viel zu stark, um mit Nordeuroländern wie Deutschland mitzuhalten.
Nun bereinigt sich der Markt vielleicht von alleine.

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nichtfritz 09.12.2013, 14:04
27. Hm

Zitat von Leto13
Wenn wir schon auf das Niveau von Bulgarien gedraengt werden, dann bitte auch mit Preisen wie dort statt Preisen wie im reichen Teil Europas.
von "gedrängt" kann man da nun eigentlich nicht sprechen, oder?
Die Produktivität Griechenlands war schon IMMER auf dem Niveau Bulgariens, wenn wir ehrlich sind. Griechenland bewegt sich jetzt einfach nur auf das Niveau hin, auf das es, gemessen an seinem eigenen BIP, nun einmal hat. Und da ist das Ende der Fahnenstange noch nicht einmal erreicht, noch lange nicht.
Es sind eben beides Balkanvölker, und die sind sich sehr, sehr ähnlich in der Mentalität. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Staat hinter dem Eisernen Vorhang war und der andere eben nicht und zudem dann auch noch das Glück hatte, lange Jahre Unsummen von der EU abgeschöpft zu haben. Leider hat er nichts daraus gemacht, im Gegenteil. Er hat sich bloß auf die faule Haut gelegt und an dieses Versorgtwerden von anderen gewöhnt. Und das dann bequemerweiser schlicht und einfach als Gewohnheitsanspruch formuliert.
Es gibt da übrigens sich geradezu aufdrängende Parallelitäten im Verhalten zu den "Neuen Bundesländern" hierzulande...

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tadel 09.12.2013, 14:04
28. Naiv, naiver, am naivsten, Brüssel, IWF

Davon ab, hieß es nicht die Griechische Wirtschaft müsste wieder konkurrenzfähiger werden. Was anderes soll das denn heißen, als das Waren und Dienstleistungen billiger werden. Ist man in Brüssel und beim IWF wirklich so naiv zu glauben, dass diese Spirale bei den Löhnen halt macht??

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vandenplas 09.12.2013, 14:07
29. das ist doch der Plan für alle überschuldeten Euroländer!

Im Prinzip geschieht in Griechenland genau das, was Brüssel von Anfang an beabsichtigt hat: Die Löhne und die Preise für inländische Produkte und Dienstleistungen fallen.
Da der Kurs des Euros (Gemeinschaftswährung!) alleine für Griechenland nicht aufgeweicht werden kann, müssen halt eben die Löhne und somit die Preise für im Inland hergestellte Güter nach unten angepasst werden.
Viele Ökonomen haben vor diesem Schritt gewarnt, ist er doch für die betroffenen Menschen und Unternehmen meist mehr als nur schmerzhaft. Aber die Gemeinschaft wollte es so. Und die Griechen? Die haben - wenigsten ihre Regierung hat - mitgespielt.
Das ist ein Balance-Akt auf dem hohen Drahtseil. Ökonomen und Politiker die in dieser Angelegenheit nichts anderes als ein "Spiel mit Zahlen" sehen, werden irgendwann begreifen müssen, dass kein Volk es zulassen wird wenn eine oder mehrere Generationen einfach in die Pfanne gehauen und zum Schuldendienst abkommandiert werden.

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