Forum: Wirtschaft
Demografischer Wandel - Katastrophe oder Chance?

Leere Kinderwiegen, volle Pflegeheime: Die Alterung und der Rückgang der deutschen Geburtenrate werden meist als unabwendbare soziale Katastrophe beschrieben. Dabei sind die demografischen Probleme lösbar. Wie sehen Sie die Risiken und Chancen des Bevölkerungswandels?

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Rainer Eichberg 27.12.2008, 16:39
1000.

Zitat von gurkengezwack
Ein Land, daß es sich seit Jahrzehnten leisten kann, auf qualifizierte Mitarbeiter jenseits der 50 zu verzichten, hat ein Problem, mit zusätzlicher Produktivität und zu verteilendem Reichtum gerecht umzugehen.
Auf den "gerecht zu verteilenden Reichtum" können Sie noch solange warten wie ich schon auf meine 6-Richtigen im Lotto warte.

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Schreiber5.1 27.12.2008, 18:34
1001. Außer Unsinn nichts Neues!

Zitat von sysop
Leere Kinderwiegen, volle Pflegeheime: Die Alterung und der Rückgang der deutschen Geburtenrate werden meist als unabwendbare soziale Katastrophe beschrieben. Dabei sind die demografischen Probleme lösbar. Wie sehen Sie die Risiken und Chancen des Bevölkerungswandels?
Falsch! Hat man eigentlich immer noch nicht bemerkt, dass wir gar kein demographisches Problem haben? Wir haben 54 Millionen Menschen in arbeitsfähigem Alter, aber nur ca. 26,5 Millionen Menschen in sozialversicherten Jobs!

Damit fehlt es nicht an Menschen, die dann in unsicherer Zukunft leben würden, sondern an fähigen Politikern, die sich dem Problem widmen sollten, endlich wieder mehr sozialversicherte Jobs zu schaffen!

Und wer das 480 Milliarden Casinorettungspaket, so "mir nichts dir nichts" aus dem Nichts gekommen - betrachtet, der müsste wissen, das die soziale Absicherung der Menschen dagegen in der Tat nur Peanuts sind. Als Folge von mehr sozialversicherten Jobs hätte der Staat mehr Steuereinnahmen und müsste nicht die ganzen 1€/400€-Basisjobs für die Großindustrie mit Hartz IV subventionieren! Dadurch würden die Sozialsysteme mehr Einzahlungen erhalten und wären bedeutend besser gestellt, als durch Ausbluten über die staatlich subventionierten Billigjobs, die ausschließlich dem Vorteil der Großunternehmen gereichen!

Anmerkung zum falschen Verständnis der Alterspyramide:
»Die so idealtypisch aussehende Pyramide, die die Kommission "Familie und demographischer Wandel" in ihrem Bericht aus dem Jahre 1910 aufzeichnete, entsprach einem Bevölkerungsaufbau, der mit extrem viel Leid verbunden war! Eine derartige Pyramide kommt ausschließlich dann zustande, wenn die Kindersterblichkeit, sowie auch die Erwachsenensterblichkeit sehr sehr hoch sind! So mussten seinerzeit viele Kinder geboren werden, damit der Pyramidenform wegen, über die gesamte Lebenszeit viele sterben konnten. Den Sachverhalt, wie auch die Absurdität erklärte Prof. Ruprecht Jaenicke in einem ausführlichen Beitrag der FAZ am 15.03 2005! Er bezeichtene die Alterspyramide in Form des großen A als zutiefst inhuman!«

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Honko 27.12.2008, 23:31
1002.

Zitat von daten-terrier
60:1? Selbst 1900 stand es immerhin 12:1, siehe Abb.6 in (Anm: Habe diese Graphik auf die Schnelle nur bei den Jungs gefunden).

12,4 zu 1 ;-)
sorry, da hab ich mich wohl getäuscht, zwar wurde die rv 1889 eingeführt, aber da wird das verhältnis kaum groß anders gewesen sein.

AN beitrag war anfangs übrigens 0,567%, ist also um über 1500% gestiegen. ne weitere verdoppelung würde man ggf. auch wegstecken...

nichtsdestotrotz gibt es keine alternative...

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pssst... 28.12.2008, 01:22
1003.

Zitat von Landegaard
Unsinn
Wüßte nicht welche andere Instanz für christliche Moral
Sie benennen könnten, als die Kirche !?

Zitat von Landegaard
Die Erosion des SV-Systems schreitet unten wie oben voran. Sowohl Ihr gescholtener Reicher, wie auch Ihr H4-ler glaubt, sich mit gutem Recht dem SV-System zu entziehen. Und es werden immer mehr, die das glauben. Nun gibt es zuhauf "Experten", die die Schuldigen benennen. Die ganz Schlauen kommen auf die "Politik". Nur Lösungen lesen sich keine.
Bevor Sie Lösungen lesen oder diskutieren können braucht es
eine Inventur (Bestandsaufnahme).

Falls Sie solange nicht warten können oder wollen, lesen
Sie das Grundgesetz der Deutschen.
Das ist die Lösung.

Zitat von Landegaard
Wo auch immer da ein Zusammenhang sein mag...
Die Demographie = 100% , der Deutschen, sagt uns vorher,
daß wir schrumpfen (gegen 2050 auf 70 Mio.).
Damit steigt entweder der Maschinenglauben (Produktivität)
oder der Mensch an sich wird leistungsstärker als er heute
ist.
Ein solcher Evolutionssprung in nur 40 Jahren steht eher
nicht zu erwarten, da er in den letzten 40 Jahren auch nicht
stattgefunden hat.

Selbstverständlich könnten die Gewinne unermesslich steigen,
dummerweise hat diese Erwartung gerade in das aktuelle
Desaster (Rezession) geführt.

Wenn also das eine nicht und das andere nicht stattfindet,
sinkt die Wirtschaftsleistung eines schrumpfenden Volkes.

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pssst... 28.12.2008, 01:28
1004.

Zitat von daten-terrier
Eben hier der Denkfehler, weil Sie von Selbständigen aus-
gehen. Diese aber sind weder Standard, noch die Mehrheit
der Deutschen.
Auch nicht in den nächsten 20-40 Jahren.

Zitat von daten-terrier
Die demographischen Messen für die Rentnerschwemme bis 2050 sind schon gesungen. Nichts mehr zu ändern, selbst wenn Frau von der Leyen die Geburtenrate aller anderen Jungmütter heute von einen Tag auf den anderen auf ihr Vorzeigeniveau von 7 Blagen pro Mütternase hieven könnte.
Mir brauchens die Messe des "abgefahrenen Zuges" ganz sicher
nicht singen.
Nur mit alleseits Selbstständigen lösen Sie das Problem nicht, auch nicht in den nächsten 20-40 Jahren.

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daten-terrier 28.12.2008, 11:53
1005.

Zitat von pssst...
Eben hier der Denkfehler, weil Sie von Selbständigen ausgehen. Diese aber sind weder Standard, noch die Mehrheit der Deutschen. Auch nicht in den nächsten 20-40 Jahren.
Wo habe ich behauptet, dass die Standard sind oder in den nächsten 20-40 Jahren werden?

Ich habe definitiv nur folgendes deutlich gemacht: Für die Mehrzahl der Deutschen Angestellten vor allem im ÖD und die Rentner ging es immer nur bergauf, egal wie es der Wirtschaft ging. Die sind es nicht gewohnt, dass es auch mal abwärts gehen kann - ausser bei kompletten Betriebsschliessungen, die aber nicht im ÖD gibt.

Selbständige sind es aber gewohnt, dass es auch mal abwärts gehen kann. Es gibt also durchaus nicht wenige Deutsche, die es gewohnt sind, dass es auch mal abwärts gehen kann und die darum nicht viel Federlesens machen.

Ich meinte nur, das sich auch der wohlstandsverwöhnte Rest gaaaaanz langsam auch mal an ein zukünftig mögliches Auf-und-Ab gewöhnen sollte, was für einen nicht geringen und vor allem nicht unwichtigen Teil unserer Erwerbstätigen nämlich die vielen Selbständigen Alltag ist.

Denn es kann durchaus sein, dass es in Zukunft bei der Rentnerschwemme und eventuell abnehmender Leistungskraft der verbliebenen Erwerbstätigen auch mal abwärts gehen kann.

Und übrigens: mit rund 3,8 Mio oder über 10% Anteil sind die Selbständigen zwar nicht die Mehrheit, aber eine nicht zu unterschätzende Masse und allemal mehr als bei Opel in Rüsselsheim oder bei Holtzmann.
http://www.ifm.uni-mannheim.de/unter.../D_II_1_04.pdf

Zitat von pssst...
Mir brauchens die Messe des "abgefahrenen Zuges" ganz sicher nicht singen. Nur mit alleseits Selbstständigen lösen Sie das Problem nicht, auch nicht in den nächsten 20-40 Jahren.
Sie schrieben aber folgendes:
Zitat von pssst...
Im Umkehrschluß muß man für eine ausreichend Hohe Geburtenrate Sorge tragen, will man im Status quo verweilen.Hat man aber nicht, seit nunmehr 40 Jahren. Wäre mithin an der Zeit das zu ändern.
Da klang schon durch, dass Sie mit einer Änderung der Geburtenrate noch etwas an der Rentnerschwemme bis 2050 glauben ändern zu können, oder warum brachten Sie das an dieser Stelle aufs Tableau?
Wenn Sie allerdings auch glauben, dass der Rentner-Schwemmen-Zug für 2050 längst abgefahren ist, dann sind wir ja einer Meinung.
Und von Selbständigen war da schon gar nicht die Rede.
Also ich konstatiere: im Wesentlichen sind wir ja einer Meinung.

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Stramonium 28.12.2008, 12:03
1006.

Zitat von daten-terrier
Selbst 1900 stand es immerhin 12:1,
...weshalb die Alten im Jahr 1900 auch deutlich höhere Renten hatten als der heutige Rentner, gelle?

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gurkengezwack 28.12.2008, 14:19
1007. Sehr guter Beitrag

Zitat von Schreiber5.1
Falsch! Hat man eigentlich immer noch nicht bemerkt, dass wir gar kein demographisches Problem haben? Wir haben 54 Millionen Menschen in arbeitsfähigem Alter, aber nur ca. 26,5 Millionen Menschen in sozialversicherten Jobs! Damit fehlt es nicht an Menschen, die dann in unsicherer Zukunft leben würden, sondern an fähigen Politikern, die sich dem Problem widmen sollten, endlich wieder mehr sozialversicherte Jobs zu schaffen! Und wer das 480 Milliarden Casinorettungspaket, so "mir nichts dir nichts" aus dem Nichts gekommen - betrachtet, der müsste wissen, das die soziale Absicherung der Menschen dagegen in der Tat nur Peanuts sind. Als Folge von mehr sozialversicherten Jobs hätte der Staat mehr Steuereinnahmen und müsste nicht die ganzen 1€/400€-Basisjobs für die Großindustrie mit Hartz IV subventionieren! Dadurch würden die Sozialsysteme mehr Einzahlungen erhalten und wären bedeutend besser gestellt, als durch Ausbluten über die staatlich subventionierten Billigjobs, die ausschließlich dem Vorteil der Großunternehmen gereichen! Anmerkung zum falschen Verständnis der Alterspyramide: »Die so idealtypisch aussehende Pyramide, die die Kommission "Familie und demographischer Wandel" in ihrem Bericht aus dem Jahre 1910 aufzeichnete, entsprach einem Bevölkerungsaufbau, der mit extrem viel Leid verbunden war! Eine derartige Pyramide kommt ausschließlich dann zustande, wenn die Kindersterblichkeit, sowie auch die Erwachsenensterblichkeit sehr sehr hoch sind! So mussten seinerzeit viele Kinder geboren werden, damit der Pyramidenform wegen, über die gesamte Lebenszeit viele sterben konnten. Den Sachverhalt, wie auch die Absurdität erklärte Prof. Ruprecht Jaenicke in einem ausführlichen Beitrag der FAZ am 15.03 2005! Er bezeichtene die Alterspyramide in Form des großen A als zutiefst inhuman!«
Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Gruß g.

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gurkengezwack 28.12.2008, 14:40
1008.

Zitat von pssst...
Die Kirche ist die höchste moralische Instanz.
Zitat von Landegaard
Unsinn...
Zitat von pssst...
Wüßte nicht welche andere Instanz für Moral Sie benennen könnten, als die Kirche !?
Da ist der Unterschied. Obwohl ich sogar das bezweifele.

Gruß g.

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Schnürschuh 28.12.2008, 15:27
1009. Zu spät, wie immer

Zitat von sysop
Leere Kinderwiegen, volle Pflegeheime: Die Alterung und der Rückgang der deutschen Geburtenrate werden meist als unabwendbare soziale Katastrophe beschrieben. Dabei sind die demografischen Probleme lösbar. Wie sehen Sie die Risiken und Chancen des Bevölkerungswandels?
Dieses Thema ist seit 50 Jahren bekannt und nun auf einmal wird wieder diese Sau durchs Dorf getrieben?

Über die Franzosen wurde in den 1950er gespottet, als sie bereits damals eine weitsichtige Familienpolitik mit relativ hohem Kindergeld einführten.
Als man Adenauer sagte, dass seine "Rentenreform" langfristig nicht durchzuhalten sein würde, fand er dies unwichtig, weil das Scheitern nicht mehr zu seinen Lebzeiten zutage treten würde.

Das ist Demokratie, das ist Politik, das ist Deutschland.
aber jetzt kann man mal wieder vor Jahren organisierte Katastrophe als "Chance" diekutieren !

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