Forum: Wirtschaft
Demonstration gegen "Mietenwahnsinn": Auf die Straße gehen, bevor man auf der Straße
DPA

In Berlin sind am Samstag Zehntausende für bezahlbaren Wohnraum und gegen "Immobilienhaie" auf die Straße gegangen. Die 58-jährige Michaela Franz war eine von ihnen. Ihr Vermieter will, dass sie im Mai auszieht.

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rant.biden 06.04.2019, 21:48
70. Nicht schon wieder

Ich weiß nicht, ob das Braune oder Rote sind - und entschuldige mich gleich dafür, dass ich hier unterschieden und damit relativiert habe. Fakt ist, wir müssen den Anfängen wehren, wir müssen und werden verhindern, dass die Straßen in Deutschland wieder von Beschlagnahmern und Enteignern bevölkert werden.

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steuerzahler1972 06.04.2019, 21:48
71. Wie macht es ein Mensch, bei dem es besser läuft?

Früher Abschluss von Sparverträgen, bzw. Bausparverträgen. Verzicht auf Konsum, Kulturgenuss und Essen gehen, Fernreisen, Bereitschaft zur Muskelhypothek. Wer von 15Jahren dazu bereit war steht heute gut da. Freunde von mir haben sich 30 km von der nächsten Großstadt mit einem Ausbildungsberuf so den Traum vom Eigenheim erfüllt. Es geht, aber nicht mit Wunschdenken und Demonstrationen, sondern mit Realismus, die eigenen Ansprüche ans Wohnen herunterschrauben und die Leistungsansprüche an sich selbst erhöhen.
Es bleibt mir für immer ein Rätsel, warum die Pendler, die aus der Oberpfalz, den neuen Bundesländern oder dem weiteren Umland von Frankfurt kommen es zu einem Häuschen und Wohlstand bringen, während andere sich beklagen.
Wahrscheinlich liegt es daran, dass sie sich in den Stunden, die sie im Verleich zu den Städtern beim Pendeln zusätzlich auf sich nehmen,so göttlich erholen können.
Das schreibt ein Pendler, der täglich 2 Stunden unterwegs ist, Hausbesitzer, Vermieter.
Originalton eines jungen Kollegen, dem das Bauen zu anstrengend ist: " Wie geht das alles nur bei dir? Wie kannst du dir das alles leisten?" Antwort: " Ich arbeite, habe einen Nebenjob, meine Frau arbeitet trotz zweier Kinder und ich bin mir für keine Arbeit zu schade!" Der jungen Akademiker kann sich einfach nicht vorstellen, dass sein älterer Kollege sich nicht zu fein war, im Studium als Gebäudereiniger und auf dem Bau zu arbeiten. Viele sind zu solchen Anstrengungen nicht mehr bereit. Vielleicht liegt es auch daran?

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Diskussionsteilnehmer 06.04.2019, 21:49
72. Stimmt sogar.

Zitat von Paddel2
Garantierte Stellen für Menschen in Elternzeit blockieren Stellen für junge Leute [...].
Das ist noch nicht mal so falsch gedacht. Die Frage ist natürlich, wo dann die jungen Leute her kommen, wenn sich keiner mehr traut Kinder oder zumindest mehr als ein Kind zu bekommen.

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crazy_swayze 06.04.2019, 21:52
73. @ rudi_ralala #54

Achso, sie schrotten nach 20 Jahren Miete die Wohnung des Eigentümers (Wohnabnutzung), und der soll das auch noch für sie blechen.
Tolles Anspruchsdenken beweisen sie hier.

Wenn sie nicht mögen, was andere mit ihrem Eigentum machen, steht es ihnen völlig frei selbst eine Wohnung zu kaufen und dort völlig untangiert zu sein von dem, was ihnen böse Vermieter zumuten wollen.

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d45gts 06.04.2019, 21:52
74. Gewinnsprung; Zuzugsverbot

Zitat von rizzo_the_spacerat
Viele Empfinden so. Aber es ist Wirtschaft und wer CDU FDP wählt der bekommt Wirtschaft. Die Dt. Wohnen hat einen riesen Gewinnsprung hingelegt. Also ist Wohnen nicht teurer geworden. Die koennen ihr Produkt nur teurer verkaufen. Lehen sie mal in die Kommentarspalten von der Welt oder dem Handelsblatt. Da sitzt die andere Fraktion. Die Mieter als Pack empfinden die froh sein können das sie sooo viele Rechte haben. Das sind übrigens die Leute die in Lobby Vereinen organisiert sind und mit Politikern vorallem auf Kommunalebene per Du sind.
"Die Dt. Wohnen hat einen riesen Gewinnsprung hingelegt"
Ja, die Dt. Wohnen hat einen Gewinnsprung hingelegt. Der beruht aber darauf, dass die Wohnungen höher bewertet wurden. Bräche der Markt zusammen, wären die Gewinne genau so schnell wieder weg.
Die Mieteinnahmen sollten konjunkturunabhängiger sein. Und ja, wenn in München (ich weiß nicht wie viele in Berlin) 30.000 Neubürger hinzukommen, benötigen die halt Wohnungen.
Vielleicht sollte man ein Zuzugsverbot einführen. Es dürfen dann nur soviele zuziehen wie versterben oder wegziehen. Wäre ja auch mal interessant.

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Havel Pavel 06.04.2019, 21:53
75.

Zitat von natakajw
müssen ja nun wirklich nicht in einer Großstadt wohnen. Mit den durchschnittlich 14%, die derzeit in den Ballungsräumen leben, könnte man durchaus verlassene Dörfer wiederbeleben. Man könnte ihnen sogar verlassene Häuser schenken, anstatt diese für durchschnittlich 60t€ rückbauen, also abreißen zu lassen.
Sie vergessen wohl, dass es sich überwiegend um Menschen handelt die eine enge Bindung zu ihrem Wohnort haben und auch dort mit ihren sozialen Kontakten verwurzelt sind. Man kann Menschen nicht einfach so nach Belieben verpflanzen, zudem sind es ohnehin schon sehr viele die die Ballungsgebiete aus den unterschiedlichsten Gründen aus eigenen Stücken verlassen. Die Politik muss dafür sorgen, dass Menschen in ihrer gewohnten Umgebung zu akzeptablen Bedingungen bleiben können und hier sind noch weitere Kriterien als überhöhte Mietpreise zu korrigieren! Na dann schenken Sie mal einer alten Rentnerin oder einer Verkäuferin eine alte Bruchbude in einer verlassenen Gegend, ich wage zu bezweifeln, dass dies überhaupt als ernsthaft empfunden wird sondern eher als schlechter Scherz empfunden wird!

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redwed11 06.04.2019, 21:55
76.

Zitat von Paddel2
Es ist absolut legitim, für Wohnen in attraktiven Lagen die Hälfte des monatlichen Nettoeinkommens auszugeben. Sich auf die Privilegien früherer Zeiten zu berufen und Vermieter pauschal als Haie zu verunglimpfen, ist eine Frechheit. Sozialgesetzgebung ist in Deutschland das sichern von Privilegien von Etablierten. Garantierte Stellen für Menschen in Elternzeit blockieren Stellen für junge Leute und Schutzgesetze für Wohnraum versperren Städte für arbeitssuchende junge Menschen. Alles hat eine Kehrseite. Im Zweifelsfall kann man Menschen auch zumuten, in günstigere Gegenden zu ziehen. Die Politik könnte umgekehrt eine bessere Anbindung abseits liegender Gebiete durch den Nahverkehr sicherstellen.
Es ist absolut nicht legitim wenn von Mietern 50% ihres Einkommens für das Dach über dem Kopf bezahlen müssen. Und das nur, damit ein von Gier gelenkter Vermieter 10% und mehr Rendite den Menschen abpressen kann. Was ist daran legitim andere Menschen in die Armut zu schicken nur damit das eigene Konto um einige Millionen erhöht wird.
Aber zum Glück für dieses Land denken nicht alle so und man kann nur jeden Berliner Mieter auffordern den Volksentscheid zur Vergesellschaftung der großen Wohnungsgesellschaften zu unterschreiben. Das ist die einzige Möglichkeit diesen asozialen Typen beizukommen.

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rant.biden 06.04.2019, 21:57
77. Braunrote Rattenfänger

Zitat von godfader
dann ist das doch gut! Das bedeutet doch zwei Dinge: A) dass es für Investoren sehr viel interessanter wird, neuen Wohnraum zu schaffen. Wenn die Mieten nicht steigen, dann ist das eben nicht der Fall. B) Es bedeutet, dass es Mieter gibt, die sehr gerne bereit sind, diese neuen (höheren) Mieten zu zahlen. Das hat etwas mit Angebot und Nachfrage zu tun, genauso wie bei Ebay. Wenn mir da jemand einen Artikel mit einem höheren Gebot vor der Nase wegschnappt dann darf ich auch nicht jammern sondern muss einfach höher bieten.
Sie haben m.E. recht. Es kommt noch eines hinzu: Kürzlich sah ich auf Spon ein Video (anmoderiert von Maria Gresz), in dem diverse "Opfer" böser Vermieter zu Wort kamen. Und die haben nonchalant vor laufender Kamera Dinge von sich gegeben wie: 70 qm, 400 Euro - ich will keinen Cent mehr bezahlen (das Video wird jeder hier finden können). DARUM geht es - nicht um kapitalistische Ausbeuter, sondern darum, seine Privilegien, seinen Antikapitalismus auszuleben, es geht um die Enteignung. Das ist quasi die politische Variante des Mietnomadentums. Lasst euch nicht von dieser Propaganda einlullen Leute: Es gibt Vermieterhaie, es gibt Mietnomaden - aber fallt niemals mehr auf die braunroten Rattenfänger rein!

Wenn der Wohnungseigentümer aufgrund der Gesetzeslage gezwungen wird, Sozialstaatsfunktionen zu übernehmen und Wohnraum unterhalb der Selbstkosten anzubieten, dann ist eine Gegenwehr mit irregulären Methoden gerechtfertigt.

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redwed11 06.04.2019, 22:00
78.

Zitat von rant.biden
Ich weiß nicht, ob das Braune oder Rote sind - und entschuldige mich gleich dafür, dass ich hier unterschieden und damit relativiert habe. Fakt ist, wir müssen den Anfängen wehren, wir müssen und werden verhindern, dass die Straßen in Deutschland wieder von Beschlagnahmern und Enteignern bevölkert werden.
Nein, wir müssen dafür sorgen das Mieter nicht auf die Straße gesetzt werden und diesen Abzockern ihr mieses Geschäft aus der Hand genommen wird. Und wenn es nur mit der Vergesellschaftung geht, dann eben so. Das einzige dem wir wehren müssen ist die Ausbeutung der Mieter um eine Rendite von 10% und mehr zu ergaunern.

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d45gts 06.04.2019, 22:08
79. Paris

"Arbeitnehmer im Großraum Paris haben ein Problem: die Höhe der Mieten. In der Pariser Innenstadt zahlt man leicht mehr als 30 Euro pro Quadratmeter und Monat."
Quelle: https://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/werkswohnungen-die-pariser-bahngesellschaft-punktet-mit-wohnraumgarantie/24181520.html
=> Berliner, stellt euch nicht so an! Wer in einer Weltmetropole wohnen will, ...

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