Forum: Wirtschaft
Deutsche Autoindustrie in der Krise: Abstiegskampf
Jörg Sarbach/DPA

Die deutschen Autobauer stecken im größten Umbruch ihrer Geschichte: Zu Dieselskandal und Elektro-Revolution kommt nun auch noch ein Wirtschaftsabschwung. Tausende Arbeitsplätze sind gefährdet.

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schnubbeldu 09.09.2019, 09:06
1. Wandel der Mobilität

Es war klar, nachdem langsam die Bevölkerungszahl zurückgeht, nicht jeder heutige 18jährige einen Führerschein anstrebt, die Innenstädte immer voller werden, dass nun so langsam auch die Autoindustrie eingedämmt wird.

Im Bereich der Logistik boomt der Markt, aber im Sektor Privatpersonen ist die Tendenz rückläufig. Die Industrie muss die Produktion von Fahrzeugen drosseln, da helfen solche Produktionsstätten im Brexit-Land enorm um die anderen Werke auf dem Festland am Laufen zu halten. Langfristig wird sich die Zahl der Werke in den kommenden 20 Jahren reduzieren.

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Tiefflieger 09.09.2019, 09:09
2. Und,

wen wundert das jetzt?
Die Entwicklung war schon vor Jahren abzusehen und wurde von der Politik sowie den deutschen Herstellern wegignoriert.
Stadtdessen wurden immer gößere, schwerere und Leistungsstärkere Fahrzeuge gebaut, die entsprechend viele Resourcen benötigen und die sich der Normalbürger auch nicht mehr leisten kann.
Wie heisst es immer von den Verfechtern der Wirtschaft so schön?
Der Markt wird sich selbst bereinigen

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akkarin 09.09.2019, 09:11
3. Verschlafen?

Technisch wurde bestimmt einiges erreicht, aber der Markt wurde aus meiner Sicht nur immer aus Autosicht betrachtet, auf die Idee, daß sich dieser gewandelt hat, ist niemand gekommen. Und nun steht die Automobilindustrie ohne Lösung sehr überrascht vor überquellenden Strassen, abnehmender Kauflust, potentielle Mobilitätsnachfrager mit anderen Anforderungen als nur einfach grösse Autos und zunehmend aggressivem Gegenwind, welcher auch durch eine sehr überhebliche Vorgehensweise verursacht wurde. Da werden grundsätzliche Richtungsänderungen notwendig sein, das aktuelle Zeitschinden ist hier kontraproduktiv.

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svensationell 09.09.2019, 09:12
4. Wolfsburg, Stuttgart, München...

werden die nächsten Detroits. Aber bis es so weit ist, werden noch so viele fette SUVs und Sportwagen verkauft, wie es nur geht. Hauptsache die kurzfristigen Bilanzen und Dividendenausschüttungen stimmen

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heidschnucke 09.09.2019, 09:15
5. Seit 2001

habe ich kein Auto mehr. Da ist meine Firma von Köln nach Düsseldorf gezogen. Anfangs die Strecke jeden Tag mit dem Auto und unendlich viel Zeit vergeudet. Dann siegte die Vernuinft: Auto verkauft, mit dem Zug gefahren und viel Zeit gespart. Vom Geld ganz abgesehen. Ich gebe zu, dass ich mich anfangs wie amputiert gefühlt habe, das verging aber sehr schnell. Zumal man im Zug wirklich nette Menschen kennenlernt.

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interdisziplinärer 09.09.2019, 09:15
6. und wenn China gesättigt wäre?

seit Jahren hört man,dass nur noch China die Arbeitsplätze erhält. der Markt wäre auch irgendwann gesättigt. Macht euch bitte ebenfalls Gedanken wie das Post-Wachstums-zeitalter aussehen soll.

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sirruddy 09.09.2019, 09:17
7. Nicht verwunderlich

das die Automobilindustrie zur Zeit leidet. Da hat sicherlich auch das Thema Handelskrieg seinen Einfluss drauf, aber viel signifikanter ist die Unsicherheit bei den Kunden. Die aktuelle Klimadiskussion ist sicherlich für viele Kunden ehr abschreckend. Wer weiß schon, ob das Fahrzeug für das ich mich heute entscheide Morgen als böse verteufelt wird. Oder ob sogar mit Sanktionen zu rechnen habe. Ein weiteres Problem ist der überschätzte Absatz in China. Auf 1.000 Bewerbung für eine Fahrzeugzulassung kommt tatsächlich nur eine einzige Zulassung. Da das Manaagement der Automobilkonzerne wohl nur auf die reine Einwohnerzahl Chinas geschaut hat war das vorprogrammiert. Der ständige Vorwurf die Ingenieure hätten geschlafen ist falsch. Alle Hersteller arbeiten Seit Jahrzehnten an Lösungen. Der Markt wollte aber gar keine E-Fahrzeuge, sondern immer mehr SUV Varianten. Jetzt schreien alle nach E-Autos und da ist halt nichts serienreif.

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Europa! 09.09.2019, 09:18
8. Autoindustrie? Abwracken!

Nicht nur die Autoindustrie, sondern auch das ganze Vertriebssystem wehrt sich mit einer Mischung von Großspurigkeit, Trotz und Dummheit gegen jede noch so bescheidene Innovation. Mein Versuch, einen Wagen mit Erdgasantrieb zu kaufen, ist bereits zweimal an Verkäufern in "führenden" Autohäusern gescheitert, die einfach behaupteten, die entsprechenden Modelle gäbe es nicht - jedenfalls nicht bei ihnen. Und etwas anderes Klimafreundliches anzubieten, hatten sie offenbar keine Lust. Das Problem dabei: Die fatale deutsche Monokultur (Autos, Autos, Autos) wird dem Klimawandel zum Opfer fallen wie eine Fichtenplantage: Von einem Tag auf den anderen. Was dann hier los ist, kann man sich ausmalen!

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Johann Dumont 09.09.2019, 09:19
9. die Ingenieure sind unschuldig ! - es ist die Atmosphäre

schon in den 80 er Jahren gab es der ersten Elektrogolf mit Bleigelakkus - es gab auch den Audi Duo - sozusagen der erste Hybrid. Auch bei Daimler und BMW war man ganz vorne am Thema. Leider werden Ingenieure gezwungen unförmige SUV mit 5 Sterne Crashtest zu bauen. Und wenn die Marketingleute meinen - dass es dem Kunden nicht zuzumuten ist Add Blue nachzufüllen dann kommt es bis zum erzwungenen Betrug.
Ein anderes Beispiel ist das Kältemittel R1234yf - es ist nur gut für die beiden Hersteller - wenns brennt ensteht am Kampfstoff aus dem ersten Weltkrieg (Flusssäure) und wenn es in die Umwelt gelangt vergiftet es die Menschen. Mutige Daimler Ingenieure und der ADAC haben sich Anfangs dagegen gestellt - und sich alle blutige Nasen oder die Kündigung geholt. Leider fehlt den Betriebswirten und Marketingexperten der Mut wirkliche Trends zu setzen. Vermutlich ist der Einfluß der Eigentümer wie Katar und Saudi Arabien so groß dass am Ende viel Benzin und Diesel verbraucht werden muss.
Auch diese Kriese bietet große Chancen für neue bessere Firmen - wir muessen mehr denn je in Ausbildung und vor allem industriefreie Forschung investieren.
Ändern wir doch einfach unsere Schwerpunkte - anstatt Unsummen für Öl, Gas und Kohle zu überweisen - in Länder die ggf. die Welt destabilisieren sollten wir den Zukunftstrend aufgreifen. Wir selbst habe die entscheidenden Grundlagen zum Teil mit Steuern finanziert geschaffen.
Wir müssen anfangen weniger zu verbrennen. Dazu durfte Herr Gabriel beispielsweise nicht selbst erzeugten und selbst verbrauchten Strom besteuern. Herr Seehofer hat in Bayern Windräder faktisch verboten die 10 H Regelung. Wenn wir weniger Verbrennen wollen haben wir nur drei Werkzeuge dafür:
1. Photovoltaik auf alle Dächer und
2. Windräder in Mengen die drehen sich auch nachts. Und
3. Batterien – wir brauchen Hausbatterien und große Batterien wie RedoxFlow Batterien - wie sie in Japan schon genutzt werden mit 60 MWh, es sind große preisgünstige beliebig skalierbare chemische Batterien - oder andere Batterien (Natronlaugen etc.)
In Dänemark sieht man wie es funktioniert – dort dürfen keine Öl oder Gasheizungen mehr eingebaut werden.
Hausbatterien dezentrale stabilisieren und entlasten unsere Stromnetze.
Zur Umsetzung brauchen wir Wärmepumpe - welche mit Strom und 70% Wärme aus der Umwelt die Häuser heizen, solare Klimaanlagen und elektrisch betriebene Autos - innerhalb kurzer Zeit können die Hälfte an Öl, Gas und Kohle einsparen - und das ganze finanzieren durch weniger Geld für Öl, Gas und Kohle.
Wir brauchen dazu viele Menschen die das alles umsetzen - und dabei werden viele neue innovative Produkte entstehen - alle Produkte auch für den Weltmarkt - billige Elektroautos kommen leider schon zur diesjährigen IAA aus China.

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