Forum: Wirtschaft
Deutsche Bahn: Fast jeder vierte Fernzug hat Verspätung
Christoph Soeder/dpa

Seit Jahresbeginn kamen durchschnittlich 23,5 Prozent der Fernzüge zu spät ans Ziel. Ihre selbst gesetzten Pünktlichkeits-Ziele erreicht die Bahn trotzdem.

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SchlandGottes 27.09.2019, 08:11
1. Mehr als 6 Minuten Verspätung

Das waren mal 5 Minuten. Die Bahn betrügt sich selbst. Die Bahn wird immer peinlicher, allen voran der Pofalla. Der erklärt die permanente Unpünktlichkeit der Bahn einfach für beendet. Lächerlich, dass ein Zug erst nach 6 Minuten als verspätet gilt. Das kann man auch nur mit uns deutschen machen.

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deSelby 27.09.2019, 08:15
2. Ich halte die Fixierung...

...auf den Fernverkehr für irreführend. Jeden Morgen fahren hunderttausende Pendler mit der DB vornehmlich im Regionalverkehr zur Arbeit. In diesem Bereich macht die Bahn zwar deutlich mehr Umsatz und Gewinn als im Fernverkehr, dennoch behandelt sie ihn mehr als Stiefmütterlich: hier sind extreme Verspätungen (oft weil auf Fernzüge gewartet werden muß), Zugausfälle und andere Einschränkungen täglich die Regel.

Es ist mit ein Rätsel warum die Bahn gerade ihre treuesten Kunden derart im Regen stehen lässt und sie grundsätzlich hintenanstellt wenn es um Pünktlichkeit, Komfort oder Verlässlichkeit geht. Ein derartig kundenfeindliches Verhalten ist ausschließlich aufgrund der Monopolstellung der Bahn auf vielen Strecken durchführbar.

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coloneltw 27.09.2019, 08:30
3. Geld allein macht nicht glücklich

denn wie bei der öffentlichen Hand auch, fehlen die Leute um es auszugeben. 86 Mrd und weitere 11 sind 97 Mrd € in 10 jahren also knapp 10 Mrd € pro Jahr. Das müssen sie erstmal ausgeben. Rechnungen bezahlt man erst nach Abschluss der Arbeiten, Handwerker gibt es kaum, Firmen sind über Jahre ausgebucht....Ich glaube Deutschland sollte dieses Sanierungschaos als Chance begreifen auch in einer Rezession als Jobmotor zu fungieren. Handwerker werden die kommenden Jahrzehnte keine Probleme haben Aufträge zu erhalten.
Des Weiteren unterstütze ich die Bahn mit der Aussage bis 5 Minuten keine Verspätung.
Man redet die Bahn gern schlecht. Aber ich bekomme bei jeder verspäteten S-Bahn (>20Min) Geld von meinem Jahresfahrschein wieder. Bei ICE Fahrten ebenso.
Also ich gestern mit dem Auto 25 Min Verspätung hatte, weil die Polizei der Meinung war mitten in der baustelle in der Rushhour ein Fahrzeug kontrollieren zu müssen, kam weder die Polizei noch Aral mit einem 20 % Tankgutschein. Ebenso nicht bei meinen letzten Staus auf der A24 oder A7.
Gegenüber dem Auto strotzt die Bahn gerade so vor Pünktlichkeit.

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felisconcolor 27.09.2019, 08:32
4. Die

Manager der Shinkansen Betreiber hätten sich schon längst ins Schwert gestürzt. Ist ja schön das die Bahn ihre laxen Pünktlichkeitsziele erfüllt haben. Sind trotzdem noch 23,5 Prozent zuviel. Wenn davon in der Hälfte der Fälle Mitreisende ihre Anschlusszüge oder Flüge verpasst haben. Ist es doppelt bitter. Aber anscheinend meinen ja alle das Bahn fahren ein reines Spass- und Freizeitvergnügen ist. Wie Auto fahren ja auch. Ist ja egal wer da Arbeits- und Produktivzeiten verliert, man braucht sie ja nicht ersetzen.

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kpschulz 27.09.2019, 08:34
5. unbeherrschbare Komplexität

Das ist doch kein Wunder. Die Bahn Fernstrecken bestehen aus Altbau, Hochgeschwindigkeit und Bahnhofsein- und Ausfädeleien. Darauf tummeln sich Regio-, Güter-, IC- und ICE-Züge. Diese Komplexität ist mit der derzeitigen technischen Ausstattung nicht beherrschbar. Dies funktioniert nur mit Entflechtung und Vereinfachung durch Trasseninvestitionen: Umfahrungsmöglichkeiten von Bahnknoten, exklusive Schnellfahrtrassen für den Fernverkehr (teilweise auch Güterverkehr) sowie intelligente Streckensteuerung. Frankreich und Japan zeigen wie es besser geht. Der TGV ist auch manchmal zu spät aber in der Regel deutlich pünktlicher, bei wesentlich höherer Reisegeschwindigkeit, da auf einer Trasse alle Züge mit ähnlicher Geschwindigkeit unterwegs sind. Durch eine derartige Entflechtung könnte man auch die kalkulierten Pufferzeiten erheblich reduzieren. Kosmetik am bestehende Netz hilft nur bedingt, es fehlt ein visionärer Masterplan für das Schienennetz an sich.

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Elektricman 27.09.2019, 08:37
6. Techniker wachsen nicht auf Bäumen!

Das Problem ist, solange die Werkstätten in Ballungsgebiete angesiedelt werden, wird es sehr lange dauern bis Techniker gefunden werden. Früher waren die Werkstätten außerhalb der Metropolen in dem ländlichem Raum, wie zum Beispiel in Bebra. Dort war eine intakte Infrastruktur, die durch die Mehdorn--Politik zerstört wurde. Natürlich wurden durch die ICE Züge neue Werkstätten gebaut, jedoch ohne Rücksicht darauf zu nehmen, wo die Techniker wohnen. Heute wird es schwierig werden eine Erweiterung vorzunehmen. Deshalb wird es besser sein, neue Werkstätten zu bauen, die neue Standorte haben. Es ist besser die Arbeit zu den Menschen zu bringen, als die Menschen in die Ballungsgebiete. Denn dann muß die DB mindestens 1000-1500 EURO mehr bezahlen für Techniker. Tarifverträge können die Verantwortlichen dann vergessen, denn dann geht das nur über die Schiene der "Sondervereinbarungen" denn die Wohnungen sind extrem teuer geworden.
- Bei den Zugverspätungen ist die Statistik doch frisiert, oder? Waren es früher nicht 5 Minuten Verspätung ;-))

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calwin 27.09.2019, 08:37
7. Meine letzte Fernverkehrsfahrt

brachte mir eine Verspätungsquote von 100 Prozent(Hin- und Rückfahrt jeweils 20 Minuten Verspätung). Das konnte auch der ausnahmsweise mal pünktliche "Sylt-Express" nicht raushauen, der war nämlich hoffnungslos überfüllt. Aber immerhin gingen in Husum wenigstens die Türen auf. Beim letzten Mal musste man durch den halben Zug rennen, um eine intakte Tür zu finden. Das ist deutsche Mobilität im 21. Jahrhundert. Wir nähern uns, nicht nur bei der Bahn, mit rasantem Tempo Richtung Dritte-Welt-Land.
Mal schauen, ob die Milliarden, welche der Bund versprochen hat, sinnvoll eingesetzt werden. Ich glaube, eher nicht.
Und warum die Mehrwertsteuersenkung erst "im Laufe des nächsten Jahres" greifen soll, ist wiederum unverständlich. Da soll noch Geld abezockt werden.

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trainerpapa 27.09.2019, 08:40
8. gefühlt mehr.....

und wieder begrüßt mich heute die Bahn mit IC 2320 10 Minuten Verspätung...was auf dieser Strecke fast schon die Regel ist...Vorschlag an die Bahn...einfach angeben Zug kommt irgendwann zwischen x und y Uhr...eine fast 100 % Pünktlichkeit - zumindest statistisch gesehen - wäre ihr sicher...Spaß bei Seite...es ist ärgerlich, wenn man mit der Bahn doppelt so lange braucht wie mit dem Auto - zumindest in meinem Fall- und dann Verspätungen die Regel sind...und man auch aus ökologischen Grunden die Bahn wählt...ich wünsche ihr viel Erfolg bei der Bewältigung dieses Problems...

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frankfurtbeat 27.09.2019, 08:40
9. super ...

super: "Nach Definition der Bahn ist ein Zug erst verspätet, wenn er mehr als sechs Minuten nach Fahrplan im Bahnhof eintrifft."
Das Problem dabei ist das die eng angepassten Taktzeiten diese 6 Minuten nicht mehr abdecken. Genau das Thema habe ich jahrelang mitgemacht. Permanent zu später Zug und den regionalen Anschluss nicht mehr erreicht was lediglich mit 1 Std Wartezeit oder einem Fußmarsch von ca. 4 km zu lösen war. Da fragt sich der gemien Politiker an sich warum die Menschen das Auto bevorzugen obwohl dieses von den Kosten wesentlich höher ist. Aber täglicher Stress wegen dem Dienstleister Bahn der seine Leistung nicht bieten kann sind einfach zuviel. Hichgerechnet hat mich die Bahn im Jahr mindestens um 2 Wochen Freizeit gebracht die ich auf einem versifften Bahnhof oder bei einem Fußmarsch verbrachte. Kein Wunder ist doch die Bahn seit Jahrzehnten das Abstellgleis für inkompetente Politiker oder selbsternannte Wirtschaftsgurus wie Mehdorn und Co.

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