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Deutsche-Bank-Aussteiger Thomas Mayer: Ein Ex-Banker kämpft gegen das Geldsystem
REUTERS

Thomas Mayer war mittendrin im Finanzsystem, als er an ihm zu zweifeln begann. Er verlor seinen Job als Chefvolkswirt der Deutschen Bank und schrieb ein Buch. Darin fordert er eine neue Geldordnung: Sie soll die Banken entmachten.

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der-denker 13.10.2014, 11:34
1. Kulturwandel?

Man liest mit Erstaunen dass Mayer unter Ackermann geduldet, war aber unter Jain/Fitschen nicht mehr. Genau die die einen Kulturwandel verkündet haben.
Wohin soll dieser Wandel also gehen? Dass die Mitarbeiter sich manierlicher aufführen oder dass man mal grundsätzlich gesellschaftliche Verantwortung, haha... nee, das kann es nicht sein.

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rkinfo 13.10.2014, 11:36
2. Banken wollen zu startk wachsen

Während die Realwirtschaft um 1% bis 7% wächst versuchen Banken es mit 10% und mehr - jährlich.
Das geht also nur mit Scheinwelten wobei der reale Steuerzahler dann die Zeche später bezahlt.
Es ist mehr als vernünftig die Banken zu entmachten und nur noch solide Institute wie Sparkassen, Volksbanken und Spezialbanken wie KfW zu genehmigen. Der Rest muss eben grauen Markt bedienen - ohne EZB und Staatenhilfe.

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doofnuss 13.10.2014, 11:53
3. mann, mann, mann: hab' ich einen schiß um meine penunsen, stichwort: altersarmut!

"Mayer will deshalb Schritt für Schritt weg vom aktuellen Geldsystem.
Dass sein Modell in der Praxis derzeit keine allzu großen Chancen hat, ist ihm klar.
Das könne sich aber schon bald ändern, denn die nächste Krise komme bestimmt, "und dann sind Chancen schon mal größer"."

heißt das, ich sollte jetzt noch schnell alle euros raushauen - für beton- und barrengold -, weil's in bälde nix mehr dafür gibt?

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autocrator 13.10.2014, 11:54
4. nihil nova

das alles, was von Herrrn Mayer kommt, ist nichts Neues, alternative Denker haben das so oder so ähnlich teils schon vor jahrzehnten (!) so durchdacht. Und dass sich da jetzt also ein finanzbranchen-Saulus zum Paulus gewandelt hat … ist zwar sicher interessant, genauso wie man sich seinen vorschlag von einem Aktivgeldsystem genauer anschauen müßte, aber was fehlt ist die frage nach der umsetzung:
Wie gestaltet man *konkret* einen solchen Wandel des Geldsystems?

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dauersinnkrise 13.10.2014, 11:55
5. Wechsel des Geldsystems

Das ist sehr interessant. 1. Dass überhaupt die Kritik am Geldsystem einen Weg in die Mainstream-Presse findet. Ist wohl der Prominenz des Protagonisten geschuldet. 2. Dass dieser Volkswirt einen neuen Vorschlag für ein Aktivgeldsystem vorschlägt. Gold als Basis, wie es die östereichische Schule vorschlägt, wirkt eben etwas willkürlich, auch wenn es in der Historie begründet liegt.
Es wird sich zeigen, ob dieses Thema endlich die Plattform findet, die seiner Relevanz entspricht. Zu befürchten ist jedoch, dass jede politische Bewegung, die eine Reform des Geldsystems zum Ziel hat - insbesondere auch die Entmachtung der Zentralbank und des angeschlossenen Bankensystems - im Keim erstickt wird. Zu groß die Interessen und zu mächtig die Interssenvertreter, die vom Kreditgeldsystem profitieren.

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2bing 13.10.2014, 11:59
6. Endlich

einer der Protagonisten der erkennt, neben den Herren Friedrich und Weik, daß das Grundübel das falsch gestrickte Geldsystem ist. Solange sich daran nichts ändert, wird es keine Besserung geben. In den Büchern von M. Weik und M. Friedrich brillant und verständlich erklärt.

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zerozero123 13.10.2014, 11:59
7. Das ist jamal eine Erkenntnis...

...die schon mehrere Jahrzehnt alt ist. Man braucht sich nur den Aufbau des Geldsystems sehen mal drüber nachdenken und sieht das das System zum Scheitern verurteilt ist.

Geld wird durch Schulden erzeugt, auf Schulden gibt es Zinsen -> die Schuldgeldmenge ist immer größer als die Menge des existierenden Geldes. Entschuldung ausgeschlossen. Alte Schulden werden mit neuen bezahlt, Staatsentschuldung nur durch Inflation (Enteignung der Sparer) möglich.

Dies ist seit langer Zeit bekannt, wird aber von den Politikern und Bankfuzzies komplett ignoriert.

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David K. 13.10.2014, 12:08
8. Mayer nicht raus, sondern Arbeitgeber gewechselt

Herr Mayer ist "nicht raus", wie die Einleitung sagt, sondern er arbeite nun für den Vermögensverwalter Flossbach von Storch.
Man könnte diesen Wechsel ja mal zum Anlass nehmen, über die wirkliche Struktur des Finanzmarktes in Deutschland zu schreiben. Über die paar Großbanken die in Deutschland, welche den Markt dominieren und die vielen, vielen kleinen Vermögensverwalter, die darunter leiden.
Mayer hat quasi von einem riesigen Frachtschiff auf ein Sportboot gewechselt, aber er ist trotzdem weiterhin auf dem Meer unterwegs.
Etwas mehr Tiefgang wäre hier vielleicht nicht schlecht gewesen.

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DMenakker 13.10.2014, 12:13
9.

Wenn ein Ex-Banker, der nebenbei noch in Unfrieden von seinem Institut geht, anfängt für teureres Geld zu werben und das mit de facto nicht vorhandenen Inflationären Tendenzen begründet, werde ich immer ganz dolle hellhörig.

Sieht mir schwer danach aus, als ob jemand, der das System tatsächlich in- und auswendig kennt, nunmehr die Schwächen des Systems heraussucht, diese in endverbraucherfreundliche Päckchen verpackt, und versucht die breite - eher ungebildete - Masse in den eigenen Rachfeldzug mit einzubeziehen.

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