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Deutsche Bank - Erfolgreich ins Image-Tief?

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admin 07.03.2005, 14:59
1. Deutsche Bank - Erfolgreich ins Image-Tief?

Mehr Gewinn, weniger Jobs: Die Deutsche Bank kann es keinem wirklich recht machen. Gewerkschaften werfen dem Unternehmen Gier und mangelndes soziales Bewusstsein vor, für Investoren könnte die Bank im internationalen Vergleich noch viel profitabler sein. Ein misslicher Mittelweg, eine misslungene Strategie des Managements? Oder ein schmerzhafter, aber richtiger Schritt zur Konkurrenzfähigkeit eines deutschen Top-Unternehmens? Wie sehen Sie derzeit die Deutsche Bank?

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Rainer Dressler 13.04.2005, 16:58
2.

Zitat von admin
Mehr Gewinn, weniger Jobs: Die Deutsche Bank kann es keinem wirklich recht machen. Gewerkschaften werfen dem Unternehmen Gier und mangelndes soziales Bewusstsein vor, für Investoren könnte die Bank im internationalen Vergleich noch viel profitabler sein. Ein misslicher Mittelweg, eine misslungene Strategie des Managements? Oder ein schmerzhafter, aber richtiger Schritt zur Konkurrenzfähigkeit eines deutschen Top-Unternehmens? Wie sehen Sie derzeit die Deutsche Bank?
Ich sehe das relativ gelassen.

Der Fisch fängt immer am Kopf an zu stinken...

Mit den besten Grüssen aus dem Schwarzwald.

Rainer Dressler

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KlausD 13.04.2005, 21:12
3. Wenn...

...es möglich wäre würde ich jedlichen bankverkehr mit der DEUTSCHEN bank unterlassen was mir jedoch aus gewerblichen gründen nicht möglich ist. Bei privat und geschäft gesprächen höre ich immer öfter eine negative einstellung zu solchem gebaren und sicherlich schädigen sich solche unternehmern selber siehe telekom. Mag sein das da kurzfristig geld gemacht wird aber auf lange sicht haben sie verloren ist meine meinung und das habe ich auch in meiner ausbildung so gelernt das kunden sich negative dinge merken und das es den unternehmen schadet. Danke

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Pinarello 14.04.2005, 10:03
4.

Zitat von admin
Mehr Gewinn, weniger Jobs: Die Deutsche Bank kann es keinem wirklich recht machen. Gewerkschaften werfen dem Unternehmen Gier und mangelndes soziales Bewusstsein vor, für Investoren könnte die Bank im internationalen Vergleich noch viel profitabler sein. Ein misslicher Mittelweg, eine misslungene Strategie des Managements? Oder ein schmerzhafter, aber richtiger Schritt zur Konkurrenzfähigkeit eines deutschen Top-Unternehmens? Wie sehen Sie derzeit die Deutsche Bank?

Also, ich habe einen Kollegen, der ein paar Aktien der Deutschen Bank hat, der war von der Ankündigung ganz begeistert, er würde am liebsten mindestens doppelt soviele Mitarbeiter feuern, denn das wichtigste ist, daß der Aktienkurs steigt,

alles andere interessiert diese Leute eh nicht mehr.

Traurig, aber wahr.

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Rainer Dressler 14.04.2005, 17:03
5.

Zitat von Pinarello
Also, ich habe einen Kollegen, der ein paar Aktien der Deutschen Bank hat, der war von der Ankündigung ganz begeistert, er würde am liebsten mindestens doppelt soviele Mitarbeiter feuern, denn das wichtigste ist, daß der Aktienkurs steigt, alles andere interessiert diese Leute eh nicht mehr. Traurig, aber wahr.
Shareholdervalue...

Komischerweise interessiert es diese Leute nur genau so weit, wie es sie selbst nicht betrifft, bzw. wie sie ihre maximale Dividente bekommen.

Offenbar haben die auch keinen Spiegel (im übertragenen Sinne) zu Hause. Denn mit Spiegel fällt manches nicht so leicht als ohne.

Mit den besten Grüssen aus dem Schwarzwald.

Rainer Dressler

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Rainer Daeschler 15.04.2005, 10:36
6.

Zitat von Pinarello
Also, ich habe einen Kollegen, der ein paar Aktien der Deutschen Bank hat, der war von der Ankündigung ganz begeistert, er würde am liebsten mindestens doppelt soviele Mitarbeiter feuern, denn das wichtigste ist, daß der Aktienkurs steigt
Das Problem der Aktie ist, dass sie zum Gewinnlos verkommen ist, anstatt Beleg einer Miteigentümerschaft zu sein. Als Unternehmensbesitzer möchte ich selbstverständlich Gewinne daraus erzielen, muss mit aber auch Gedanken darüber machen, wie ich diese Einnahmequelle erhalte. Der Begriff des Shareholdervalues ist in eine Vorstellung umgebogen worden, die mit der eines Ladeninhabers vergleichbar ist, der glaubt alles was er abends in der Ladenkasse findet, das gehört ihm. Natürlich kann man es so sehen, muss aber dann bald feststellen, dass man sich selber den Ast absägt auf dem man sitzt. Bald wird man feststellen, dass man von dem Geld neue Ware hätte kaufen und Werbung bezahlen müssen.

Eine Firmenpolitik die nur Kurs- und Dividendensteigerung im Auge hat, aber es mit Qualitätsverlusten erkauft, verwandelt das Unternehmen in eine Zeitbombe. Von einer Wahrung des Aktionärsbesitzes kann hier nicht die Rede sein. Bis der merkt, das die Erfolge seines Papiers eigentlich teuer erkauft wurden und nicht von Dauer sind, haben die Verursacher ihre Abfindung kassiert, beziehen weiter Pensionszahlungen und sind auf und davon.

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Rainer Dressler 16.04.2005, 17:58
7. Shareholdervalue

Zitat von Rainer Daeschler
Das Problem der Aktie ist, dass sie zum Gewinnlos verkommen ist, anstatt Beleg einer Miteigentümerschaft zu sein. Als Unternehmensbesitzer möchte ich selbstverständlich Gewinne daraus erzielen, muss mit aber auch Gedanken darüber machen, wie ich diese Einnahmequelle erhalte. Der Begriff des ist in eine Vorstellung umgebogen worden, die mit der eines Ladeninhabers vergleichbar ist, der glaubt alles was er abends in der Ladenkasse findet, das gehört ihm. Natürlich kann man es so sehen, muss aber dann bald feststellen, dass man sich selber den Ast absägt auf dem man sitzt. Bald wird man feststellen, dass man von dem Geld neue Ware hätte kaufen und Werbung bezahlen müssen. Eine Firmenpolitik die nur Kurs- und Dividendensteigerung im Auge hat, aber es mit Qualitätsverlusten erkauft, verwandelt das Unternehmen in eine Zeitbombe. Von einer Wahrung des Aktionärsbesitzes kann hier nicht die Rede sein. Bis der merkt, das die Erfolge seines Papiers eigentlich teuer erkauft wurden und nicht von Dauer sind, haben die Verursacher ihre Abfindung kassiert, beziehen weiter Pensionszahlungen und sind auf und davon.

Hallo Herr Daeschler,

Sie sagen es mit besseren Worten, als ich sie jemals finden würde.

Sei's drum.

Die Aktie wird tatsächlich, genau so wie von Ihnen ganz treffend beschrieben, als Lotterielos betrachtet und auch genau so behandelt.
Eigentum spielt in diesem Kontext nicht die geringste Rolle, ebenso wenig wie die persönliche Verantwotung.

Shareholder! Für mich das Unwort des vergangenen Jahrtausends.

Leider wurde ab 2000 nichts, aber auch gar nichts besser gemacht, ganz im Gegenteil!

Da recken Möchtegernbanker aus dem nahen Ausland die Finger mahnend und friedenheischend in die immer dünner werdende Luft und meinen, sie wären diejenigen, die die Weisheit mit eben diesem 'V' gefressen haben.

Keiner bzw. niemand, der noch einigermassen auf dem Boden der Tatsachen steht, nimmt ihnen diese Gestik noch ab, nachdem sie mehrere tausend Arbeitnehmer entlassen wollen TROTZ bester wirtschaftlicher Ergebnisse.

Vielleicht sollten sich diejenigen, die sich über nichts anderes als den aktuellen Börsenkurs mehr Gedanken machen, über den Tellerrand schauen und erkennen, dass Deutschland den Bach runter geht. Und zwar mit Ihnen (die in D. leben), weil dann wird es richtig heftig, da niemand mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden wird.

Sehr geehrter Herr Daeschler,

das war kein Angriff auf Ihre Person, ich habe nur ihre Ausführunen als Aufhänger benutzt. Bitte sehen Sie es mir nach.

Mit den besten Grüssen aus dem Schwarzwald nach Stuttgart.

Rainer Dressler

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Rainer Daeschler 18.04.2005, 11:03
8.

Zitat von Rainer Dressler
Vielleicht sollten sich diejenigen, die sich über nichts anderes als den aktuellen Börsenkurs mehr Gedanken machen, über den Tellerrand schauen und erkennen, dass Deutschland den Bach runter geht.
Hallo Herr Dressler,

dabei ist es eigentliche überflüssig an deren soziales Gewissen oder den Patriotismus zu appellieren, wie es manche Politiker gerne machen. Man muss nur an die Verantwortung gegenüber ihren Unternehmen appellieren, die bereits länger existieren, als ihre Verträge und länger fortbestehen sollen als ihre Vertragslaufzeiten. Leider ist dieser Appell nutzlos, da die meisten nicht in der Lage sind zu begreifen, dass "Verantwortung für ein Unternehmen" und das was sie eigentlich machen, nichts miteinander zu tun haben.


Viele Grüße
Rainer Daeschler

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Andreas Hoberg 18.04.2005, 11:26
9.

es muss richtig heissen

Deutsche Bank - Erfolgreich im Image-Tief!

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Rainer Daeschler 18.04.2005, 11:44
10.

Zitat von Andreas Hoberg
es muss richtig heissen Deutsche Bank - Erfolgreich im Image-Tief!
Tatsächlich kämpft die Deutschen Bank gerade mit einem Image Problem. Während auf Filaleebene die Bank sich dem gemeinen Kunden gegenüber geradezu ausladend präsentiert, etwas was Josef Ackermann und seine anderen Vorstandskollegen wohl nie registrieren werden, triff es ihn jetzt auch direkt. Für Josef Ackermann hat die Wiederaufnahme des Mannesmann-Verfahrens sogar laut N24 persönliche Konsequenzen:

Ackermann muss auf Honorarprofessur warten

Eine Ehrenprofessur für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main ist zunächst nicht in Sicht. Vizepräsident Jürgen Bereiter-Hahn sagte am Dienstag, die Entscheidung sei verschoben worden. Hintergrund sei, dass sich eine Neuauflage des Mannesmann-Prozesses anbahne.

"Wir wollen alles vermeiden, was nach einer Vorverurteilung aussehen würde; aber wenn es eine Ehrung gibt, dann muss sie von einer großen Mehrheit getragen werden", sagte der Vizepräsident. Auf der nächsten Senatssitzung am 20. April werde der Antrag des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften nicht
behandelt.
http://www.n24.de/wirtschaft/wirtsch...41219291700002
---
Ein kritscher Bericht des Spiegels zu Ackermanns Honorarprofessur:
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...342537,00.html

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