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Deutsche Bank und Commerzbank: Der geplatzte Traum vom deutschen Finanzgiganten
Frank Rumpenhorst / DPA

Nach dem Scheitern der Fusion von Commerzbank und Deutscher Bank brauchen Deutschlands führende Geldhäuser einen neuen Plan. Während sich das eine auf Interessenten aus dem Ausland freuen darf, droht dem anderen Siechtum.

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Ayanami 25.04.2019, 15:22
1. Besser ist das

Zwei misswirtschaftende Konzerne zu verheiraten ist ja wohl auch keine Premium-Idee. Deutschland hat auch ganz andere Sorgen.

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KlausSeibel 25.04.2019, 15:30
2. Seltsame Rechnung

Dass Goldman Sachs gegenüber der Deutschen Bank den zehnfachen Gewinn macht, wird im Artikel deutlich hervorgehoben. Wenn dabei aber Goldman Sachs zwanzigfach so viel Wert ist, scheint mir der Gewinn der Deutschen Bank im Verhältnis zum Börsenwert gar nicht schlecht. Ob hier nicht doch mehr Potenzial liegt, etwas aus der Deutschen Bank zu machen, als sie zu verscherbeln?

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chilischweiz 25.04.2019, 15:35
3. über...

die Vertreter von 30'000 überflüssigen und überbezahlten Beschäftigten wehren sich erfolgreich gegen eine Fusion. Da stört es nicht, dass die grösste US Bank an der Börse 20X so viel wert ist, wie die grösste Deutsche und dass der Gewinn von Goldman Sachs in Q1 2019 20 x mal so hoch ist, wie der 1. der Deutschen Bank nach 4 Jahren mit substantiellen Verlust. Und im Hintergrund tönt ein Wirtschaftsminister, der vom Ausverkauf deutscher Fähigkeiten warnt. Man kann nur hoffen, dass wenigstens der wettbewerbsfähige deutsche Mittelstand vernunftbegabte Vertreter in der Politik hat.

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kritischer-spiegelleser 25.04.2019, 15:39
4. Der Traum vom deutschen Finanzgiganten

Ja, die Deutsche Bank war mal wer. Auch international. Und wurde dann von einem Ausländer, Herrn Ackermann, mit falschen Zielen und falschen Geschäften zugrunde gerichtet. Mit Einverständnis der deutschen Politik.

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larsmach 25.04.2019, 15:40
5. Too big too fail - und anderer Irrsinn einer Finanz-"industrie"

Wie wäre es mit einer RICHTIGEN Bank!? Muss man heutzutage Wettscheinhandel, Beratungen (bei sinnfreien Konzern-Fusionen, die nachher verlustreich rückabgewickelt werden) usw. usw. als "Bankgeschäft" betrachten!? Waren Banken nicht einmal Einzel- und Großhändler, die - wie Auto- oder Fahrradverleiher - ein Gut (Geld) in großen Mengen bei der Zentralbank liehen und dann in kleinen oder größeren Menschen weiterverliehen haben, um mit der Zinsdifferenz allgemeine und direkte Kosten sowie einen Gewinn zu finanzieren? Schaut man nach London oder New York so sieht man eine von den "Fesseln" der Produktivität und realer Wertschöpfung losgelöste Idiotie, deren Protagonisten nichts Besseres im Sinn haben, als ihre Boni und Vergütungen international zu vergleichen (und dabei niemals auf die Idee kommen, dass anderswo zu viel gezahlt wird) und die immer neue "Finanzprodukte" entwickeln, die sinnfreier kaum sein könnten und nicht selten im Kern verschleiern, dass mit heißer Luft gehandelt wird. Das Rückrat der deutschen Wirtschaft ist der Mittelstand mit seiner REALEN Wertschöpfung. Was da eine Stadt wie Frankfurt am Main bewegt, sich um die Wettgeschäfte und Zocker Londons zu bemühen, bleibt schleierhaft. - Wie groß muss eine Bank sein? Offenbar groß genug, um im internationalen Zockertum mithalten zu können statt sich auf das zu konzentrieren, was eine Bank eigentlich ausmacht.

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latrodectus67 25.04.2019, 15:41
6. Anders herum

Was nicht hervorgehoben wird ist, dass es die Commerzbank schon nicht mehr geben würde, denn die wäre ohne die Rettung durch den Bund Pleite gegangen. Während die Deutsche Bank trotz vieler Probleme immer noch auf eigenen Füßen steht.

Insofern ist für mich der klare Liability die Commerzbank. Wenn man ausserdem noch das SPD/Grüne Mantra "nur Privat ist gut und nachhaltig" miteinpreisst (vgl Riester Rente), dann kann man davon ausgehen, dass die 15% Bundesbeteiligung ein extrem toxischer Faktor sind.

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saaman 25.04.2019, 15:49
7. Dahinter könnten kluge Denker stecken

Das Fusionsstreben war eine Schnapsidee. Ein paar wenige hätten Kasse gemacht. Für Kunden und Mitarbeiter beider Banken hätte sich die Lage verschlechtert. Gut dass der Spuk sein Ende gefunden hat.

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Liberalitärer 25.04.2019, 16:12
8. Filialnetze

An den Filialnetzen wird wohl niemand Interesse haben. BNP, ING, Santander haben einige Direktbanken und eigentlich bauen alle Markteilnehmer die Dinger ab, auch Sparkassen und VBs machen die zu. Das Investmentbanking der DB hat wenigstens einen Wert, welchen auch immer. Bleibt wohl eher die comdirect so als größtes Juwel bei der Coba, aber auch eher interessant für Banken ohne nennenswerten Onlinearm.

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mantrid 25.04.2019, 16:16
9. Verluste durch Strafen

Wären die hohen Strafen nicht gewesen, hätte die Deutsche Bank solide Ergebnisse erzielt. Die Substanz kann also gar nicht so schlecht sein. Weniger Zocken und Betrügen, mehr solides Geschäft. Größe sagt nichts über den eigentlichen Unternehemsnwert aus. Lehman Brothers war auch sehr groß. Hat gar nichts genützt. Nachhaltige Rendite, nur das ist interessant.

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