Forum: Wirtschaft
Deutsche Fluggesellschaften in der Krise: Die Luft ist raus
Lufthansa

Die Krise von TUIfly ist nur ein Symptom: Deutschlands Luftfahrt steht vor einem massiven Umbruch. Wie erklärt sich der Abstieg einer Branche, die so lange für Luxus und Service stand?

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dale_gribble 11.10.2016, 18:13
270.

Zitat von texas chili pepper
Mir erscheint das Fliegen heute viel teurer als "früher". Wenn ich man sich heute in so einer Ofenröhre setzt und nicht Geschäftsklasse fliegt, ist die "Sitztechnologie" schon eine Gefahr für die Gesundheit.
Aber das interessiert mich als gesunden normalgewichtigen Mittvierziger ohne Rückenprobleme doch weniger als überhaupt nicht. Ein Innereuropäischer Flug dauert maximal drei Stunden. Da ists mir doch vollkommen wurscht wie ich sitze und was es zu essen gibt. Ich schmeiß' in Mailand mein Tablet mit einem Film drauf an, setze meine Kopfhörer auf (geschlossene Sennheiser HD25; da bekomme ich überhaupt nichts mehr von der Aussenwelt mit) und wenn der Film zuende ist bin ich schon in Berlin gelandet. Keinerlei Problem für mich.

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Newspeak 11.10.2016, 18:19
271. ....

Es gibt sicher viele verschiedene Gründe für das Debakel. Einer, der nicht genannt wurde, ist aber einfach die Geographie. Schon mal auf den Atlas geschaut? Will man tatsächlich die Steigerungsraten von ganzen Kontinenten mit denen von Deutschland vergleichen? Das ist ein wenig lächerlich, zumal da noch mehrere Dinge dazukommen. Deutschland hat z.B. eine exzellente Infrastruktur (verglichen mit Lateinamerika z.B.) auf der Strasse und der Schiene. In Deutschland muß man nicht fliegen. Selbst Hamburg - München ist noch ertragbar mit dem Auto oder Zug. Das ist in anderen Ländern, die beinahe ganze Kontinente umfassen, z.B. Brasilien, doch ein wenig anders, zumal die Wirtschaft dort tendenziell immer noch wächst, die Menschen im Schnitt durchaus noch wohlhabender werden, der Markt für Flüge also überhaupt noch Wachstumsmöglichkeiten nach oben hat. Der Nahe Osten stellt aus anderen Gründen einen schlechten Vergleich dar. Dort spielt es schlichtweg keine Rolle. Dort sitzt der Reichtum. Da kann man subventionieren ohne Ende, da kann man Löhne drücken ohne Ende, da kann man Verluste verschmerzen, weil diese Fluggesellschaften schlicht ein Teil der Staatsräson sind. Und weil es auch bei den Firmen, die dort arbeiten, keine Rolle spielt, wie der Geschäftsreisende reist.

Natürlich, Lufthansa hat zusätzlich Probleme. Z.B. bei der Kundenfreundlichkeit. Auch wenn man den snobistischen Service eingespart hat, hat man noch nicht unbedingt die snobistische Attitüde verloren. Man hält sich für was Besseres. Das rächt sich irgendwann.

Schließlich kommt der Geiz in Deutschland dazu. Dieses Land geizt überall nur noch. Das geht eine Weile gut. Dann aber merkt man, daß man die Zukunft verpennt hat. Deutschland ist ja auch armselig, wenn es um Softwarefirmen geht. Die Automobilbranche zerlegt sich gerade selbst. Deutsche Ingenieure leben nur noch vom ehemals guten Ruf. Einzig der deutsche Maschinenbau und die deutsche Chemieindustrie (da aber auch eigentlich nur noch BASF) sind weltweit führend. Man kann sich aber halt nicht ewig auf den Erfolgen der Vergangenheit und alten Geschäftsmodellen ausruhen.

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DerBlicker 11.10.2016, 18:23
272. verstehe ich nicht

Zitat von xtdrive
Als Vielflieger mit mehreren goldenen Statuskarten ist mir immer noch die LH am liebsten. Die Araber sind zwar ein bisschen netter im Service und die Senator-Lounge der LH kann mit der Business-Lounge von Emirates in Frankfurt nicht mithalten, aber vom Gesamtpaket ganz klar Lufthansa.
Die Lounge ist bei Emirates besser, die Sitze der Business Class zumindest im A380 auch, das Essen sowieso, die Stewardessen viel freundlicher. Wieso ist dann das Gesamtpaket bei LH besser? Die Business Class der Kurzstrecke ist bei LH auch bescheiden, die gleichen harten Sitze wie in Eco. Bei Qatar und Co gibt es auch auf der Kurzstrecke bessere Sitze in der Business Class, bei Emirates gibt es sogar immer Lieflat Sitze, da nur Großraummaschinen vorhanden.

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mamas.duemmster 11.10.2016, 18:25
273. Fliegen war früher etwas Besonderes

Heute ist man was besonderes, wenn man nicht fliegt.
Flugzeuge sind die modernen Busse der Luft, Piloten nicht viel mehr als Busfahrer.
Die Exklusivität ist weg, irgendwann werden das auch die Piloten der Lufthansa merken.
Dass Fliegen eine Umweltsünde erster Güte und das Fliegen viel zu billig ist, steht auf einem andern Blatt.

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mromes 11.10.2016, 18:25
274. LH will im nordamerikanischen Markt punkten??

Ich wohne schon lange in den USA. Bin seid vielen Jahren Statuskunde bei Lufthansa.
Ich habe natuerlich viel Auswahl fuer die 3-4 Business Class Fluege jaehrlich nach Europa.

Letztes Jahr hatte ich 77.000 Statusmeilen. Senator Status braucht 100.000 Meilen.
Ich dachte mir als langjaehriger Kunde frage ich einfach mal an. ob LH mir den Senator Status erteilt. Sie haben es nicht getan, was formal sicher in Ordnung ist.

Mein Fazit: LH ist vor allem an den Top - sagen wir mal 3-5% - der Vielflieger interessiert. Sie interessieren sich nicht fuer meine paar Business Class Trips nach Europa fuer die ich Alternativen habe.
Ob das die richtige Strategie ist?

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DerBlicker 11.10.2016, 18:26
275. eh nein

Zitat von Horst Müller
Was ich im Alltag in Bahn und im Flugzeug beobachte sind eher die typisch deutschen Kunden, die bei jedem kleinen Vergehen einen Aufstand proben müssen. Zum Glück ist das nicht die Regel, aber ironischerweise sind gerade die nie zufriedenen Nörgler jene, die "Servicewüste Deutschland" grummeln, wenn die Servicekraft außer Hörreichweite ist.
Offenbar sind Sie nie im Ausland oder fliegen mit ausländischen Airlines. Allein der Gouvernantencharme der deutschen Stewardessen ist so unfreundlich im Vergleich zu den aus Asien. Man wird permanent angeschaut, also ob man was falsch gemacht hat.

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neurobi 11.10.2016, 18:31
276.

Zitat von sirmika
Die Piloten der Lufthansa sind klar zu hoch bezhahlt. Keiner würde auf die Idee kommen, einem Busfahrer ein ähnliches Gehalt zu zahlen. Zweiter Punkt ist der Umgang mit den "besten" Kunden. ich bin seit Jahren Senator und werde diesen Titel zum Februar erstmals verlieren, da ich wenn möglich andere Airlines bevorzuge. Früher wurde man noch entsprechend behandelt und es wurde einem gezeigt, dass man ein wichtiger Kunde für die Airline ist. Heute bekommt man nicht einmal mehr ein Begrüssung, Großteil der sonstigen Vorteile wurde zusammengestrichen. Dann fliege ich eben mit einer Airline, die mein Geld honoriert.
Davon abgesehen das Busfahrer in der Regel unterbezahlt sind, besteht schon ein gewisser Unterschied was die erforderlichen Qualifikationen und der dafür notwendigen Ausbildung angeht.
Und ob jemand über- oder unterbezahlt ist, ist relativ. Im Vergleich mit Anwälten, Brookern oder so manchen Manager sind Piloten sicher nicht überbezahlt.

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hermannbote 11.10.2016, 18:31
277. Wo ist Fliegen billiger?

Die ständig wiederholten Sprüche darüber, dass Fliegen billiger sein soll als vor einigen Jahren, stammen meist von Leuten, die kaum fliegen oder von gewissen politischen Kräften, die Fliegen am liebsten abschaffen wollen.
Wenn man berücksichtigt, dass viele Leistungen gestrichen wurden, die eigentlich selbstverständlich sind, wenn man weiter berücksichtigt, dass diese Gesellschaften so unverschämt sind, dass man selbst für andere selbstverständliche Dinge horrende Preise zahlen muss, dann weiß ich nicht, was da billiger geworden ist! Weiter muss man feststellen, dass selbst für die unabänderlich notwendigen Bezahlarten bei Online-Buchungen abkassiert wird - obwohl verboten; eine Airline verlangt für Kreditkarten 34 Euro!!! Der Sprit ist schon lange deutlich billiger als vor einiger Zeit: Wieso sind Gebühren immer noch horrende hoch?!
Wer katastrophale Verhältnisse toll findet und mit Zusatzkosten leben kann, die auf der Rechnung fast eine Seite füllen, und wer auch gerne mehrere Stunden auf Holzbrettern im Flugzeug sitzen mag, der möge weiter mit Ryan fliegen.
Ich stelle mir die Frage, wo eigentlich die ganzen Gewinne bleiben???

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DerBlicker 11.10.2016, 18:34
278. das halte ich für ein Gerücht

Zitat von Ex-Saudi-Expat
Die Kollegen bei EK arbeiten auch um einiges länger als bei LH. 900 Std. "Stick-Time"+Bunk Time sind da keine Seltenheit. Besonders bei den Jungs die den Traktor fliegen. Da sind Roster mit 100 Stunden und mehr mittlerweile eher die Regel als die Ausnahme. Fatigue ist bei EK nicht umsonst schon länger ein heisses Eisen. Das Lachen der Kollegen bei EK ist momentan reiner Galgenhumor. EK bekommt nicht mehr genügend Piloten, deswegen wurden ja die Anforderungen immer weiter gesenkt. Mittlerweile geben sich in Dubai die Airlines bei den "Recruiting Events" die Klinke in die Hand. Neben den grossen, kommen mittlerweile schon die ULC Carrier nach Dubai um bei EK Piloten abzuwerben.
Warum fliegen dann ehemalige LH Piloten, die mit 55 in "Rente" gegangen sind, bei Emirates für gutes Geld weiter?

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Eingangsstempel 11.10.2016, 18:36
279. Wird hart.

Wird hart. Darf man eigentlich geschmierte Brote mit an Bord nehmen? Flüssigkeiten, also auch Mineralwasser sind ja verboten.

Ansonsten alles wie gehabt. VW angeschlagen, Deutsche Bank angeschlagen, deutsche Luftfahrt im Downgrading. So ist das wenn man pennt, sich in alle möglichen Wenden und Krisen verrennt. Alles Haus gemacht und der große Anschlag auf die dt. Autoindustrie steht ja erst noch bevor.

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