Forum: Wirtschaft
Deutsche Fluggesellschaften in der Krise: Die Luft ist raus
Lufthansa

Die Krise von TUIfly ist nur ein Symptom: Deutschlands Luftfahrt steht vor einem massiven Umbruch. Wie erklärt sich der Abstieg einer Branche, die so lange für Luxus und Service stand?

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platin-iridium 12.10.2016, 11:48
310.

Zitat von Steve Holmes
Der Kunde entscheidet mit wem er fliegen will. Wenn die Kunden dabei Billig-Airlines vorziehen, wird es immer weniger Beschäftigte bei den klassischen Airlines geben.
Den Markt, auf dem der Kunde glaubt, er wäre König und hätte enormen Einfluß, den gibt es nicht mehr. Das sind betriebswirtschaftliche Theorien, die nichts mehr mit der Realität zu tun haben. Es wird in der Luftfahrt weitere Unternehmensfusionen und -konzentrationen geben.
Es sollte auch Ihnen bekannt sein, daß nicht nur die Lufthansa bereits "Billigflug-Töchter" betreibt.

Zitat von
Angebot und Nachfrage regeln Preise und Löhne. So einfach ist das! Wir Kunden haben mehr Einfluss, als das jeweilige Management der Unternehmen.
Wer das glaubt, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Es werden - langfristig prognostiziert - global vielleicht vier bis fünf Airlines übrigbleiben, die den Markt und die Preise diktieren. Wer die Preise nicht zahlen kann, der fliegt eben nicht, es wird genug Kunden geben, die fliegen müssen, z.B. Geschäftsreisende ohne Billig-Tarif.
Und wer dann unbedingt in den Urlaub fliegen möchte, der wird auch zahlen, egal, wie hoch der Preis dann ist. Für 40 EUR nach Malle - das wird es mittel- bis langfristig nicht mehr geben.

Zitat von
Als Lufthansa Vielflieger würde ich es sehr bedauern, wenn es diese Gesellschaft einmal nicht mehr gibt.
Darum müssen Sie sich keine Sorgen machen, derzeit steht der Aktienkurs prächtigst, ist derzeit das Zugpferd im DAX:

Nach einem Anstieg von 2,86% auf 10,10 Euro gehört der Anteilsschein der Deutschen Lufthansa am Vormittag zu den fünf besten Werten im DAX.

Zitat von
Aber ich mach mir keine Sorgen um mögliche Alternativen für später. Veränderung ist das einzig beständige in der Wirtschaft.
Stimmt. Aber nicht so, wie sie in der BWL-Theorie sein sollte.

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gutes_essen 12.10.2016, 12:00
311.

Ich fliege ganz gern mit der LH. Auch wenn's was mehr kostet.
Ich fände es schade, wenn der Service eingeschränkt werden würde. Denn der ist (und das weiß jeder, der mal mit RyanAir länger als 3 h im vollbesetzten Flugzeug unterwegs war) wirklich gut und die Mitarbeiter meist bemüht es allen Recht zu machen.

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Steve Holmes 12.10.2016, 12:29
312.

Zitat von platin-iridium
Es wird in der Luftfahrt weitere Unternehmensfusionen und -konzentrationen geben.
Die großen Veränderungen im Luftverkehrsmarkt der letzten Jahrzehnte ist nie durch Fusionen gekommen. Das waren immer ältere, wirtschaftlich angeschlagene Linien die da fusioniert sind und dabei meist nicht besser wurden.

Die großen Veränderungen kamen immer durch neue Wettbewerber die besser erkannten was eine große Anzahl von Kunden wollen. Entweder im Billigsegment oder in der Luxuskategorie. Diese neuen Anbieter haben dann die etablierten Airlines gezwungen so gut es geht nachzuziehen.

Ich freue mich über jede Veränderung. Seit 37 Jahren fliege ich häufig und fast immer beruflich. Das Angebot hat sich in dieser Zeit extrem verbessert. Teilweise durch den technischen Vorschritt und teilweise durch die verstärkte Konkurrenz. Die Anbieter von früher, die es heute nicht mehr gibt, vermisse ich nicht.

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Rechtschreibprüfer_der 12.10.2016, 12:39
313.

Zitat von xees-s
wenn ich 3 Stunden ICE fahre, muss ich nicht erst 1 Stunde vom Zentrum zum Flughafen/Bahnsteig und auch nicht eine weitere Stunde am Check-In; Security und Boarding ......
Essen kann man mitnehmen und vor dem Checkin verzehren. Bei der Bahn habe ich Verspätungen une Ausfälle. Also die Zeit ist wahrlich kein Argument.

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dale_gribble 12.10.2016, 12:49
314.

Zitat von platin-iridium
Und wer dann unbedingt in den Urlaub fliegen möchte, der wird auch zahlen, egal, wie hoch der Preis dann ist. Für 40 EUR nach Malle - das wird es mittel- bis langfristig nicht mehr geben.
Das kann ich mir ehrlichgesagt nicht vorstellen da die Airlines die solche Flüge/Tarife anbieten sehr stabile Gewinne im Milliardenbereich einfahren. Die Kosten für "Fliegen an sich" werden eher sinken da Flugzeuge immer sparsamer werden und die Gesellschaften immer neue Preismodelle anbieten.
Innereuropäische Flüge mit Stehplätzen und flexiblen Gepäcktarifen werden imho bald Realität sein. Und ich würde sowas unter Garantie auch nutzen.

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Rechtschreibprüfer_der 12.10.2016, 12:50
315.

Zitat von acusticusneurinom
1.) Fliegen ist zu billig - z.B. bietet Ryanair aktuell in drei Klassen einen Flug von Berlin-Schönefeld nach Mailand für - wahlweise - 9,99, 48,99 - oder 106,99 EUR an. Ryanair-"Konditionen":.....
Dann müsste RyanAir ja pleitegehen. Sind sie aber nicht. Was macht RyanAir anders?

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platin-iridium 12.10.2016, 13:03
316.

Zitat von dale_gribble
Das kann ich mir ehrlichgesagt nicht vorstellen da die Airlines die solche Flüge/Tarife anbieten sehr stabile Gewinne im Milliardenbereich einfahren....
...die Gewinne werden auf Langstrecke eingefahren, die Mittel- bzw. Kurzstrecke insbesondere zu den "Spartarifen" ist und bleibt ein Zuschußgeschäft.
Sie sollten sich wenigstens die Mühe machen und nochmal den Titel des Strangs lesen:

[b]Deutsche Fluggesellschaften in der Krise: "Die Luft ist 'raus".[b]
Das bedeutet: das finanzielle Polster vieler Airlines ist durch den ruinösen Billig-Preis-Wettbewerb wenger aufgebraucht, denn angespannt, TUI-Fly hat es bereits erwischt. Daher wird ein Umdenken stattfinden müssen, auch wenn Sie sich das nicht vorstellen können.
Zitat von
Die Kosten für "Fliegen an sich" werden eher sinken da Flugzeuge immer sparsamer werden und die Gesellschaften immer neue Preismodelle anbieten.
Auch dazu wurde bereits etwas geschrieben: die Kosten je Flugstunde für einen Airbus A-320 betragen um die 8.000 US-Dollar.
Und daran wird sich nichts ändern, im Gegenteil: Je stärker das Flugzeug "auf Verschleiß" - geflogen wird, desto höher die Kosten.
Gerade die Airbus-Familie zählt zu den sparsamsten weltweit.

Zitat von
Innereuropäische Flüge mit Stehplätzen...
Wieder ein Beweis mehr dafür, daß Sie wohl noch nie geflogen sind. Ein User hat es ja bereits angedeutet:

Turbulenzen. Bereits heute werden Sie - sollten sie sich länger als fünf Minuten stehend im Gang aufhalten - freundlich darauf hingewiesen, sich doch wieder auf ihren Platz zu begeben.
Stehende Passagiere sind nicht für sich, sondern auch für andere eine Gefahr.

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wastl300 12.10.2016, 13:44
317. Ohne Brille Flugzeug

Zitat von thedoctor46
... Es kann nicht billiger geflogen werden, als die Kostenstruktur es erlaubt, alles andere bedeutet automatisch die Pleite. Aber so ist das, wenn man nur auf den Preis guckt - und alles andere ignoriert.
Wenn die erforderliche Kostenstruktur vom Unternehmen nicht eingefordert wird, kann es sich nur darum handeln, dass die nötigen Preise am Markt nicht erzielt werden können, oder der Markt nicht stimmt. Der Kunde bestimmt mit wem er fliegen möchte.
Ergo muss ein Plan (Gesundschrumpfen) erstellt werden, um dem entgegenzuwirken.
LH dürfte noch nicht das Prob sein, da noch Gewinne ausgewiesen werden. Bei TUIfly sieht es anders aus.

Beim Handwerk nennt man das Insolvenzverschleppung, wenn langfristig unter Wert verkauft wird.

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acusticusneurinom 12.10.2016, 14:10
318.

Zitat von Rechtschreibprüfer_der
Dann müsste RyanAir ja pleitegehen. Sind sie aber nicht. Was macht RyanAir anders?
Och - das ist ganz einfach, Stichwort ruinöser Wettbewerb:

Subventionen durch Flughäfen

Ryanair fliegt in erster Linie kleinere Regionalflughäfen an, wobei das Unternehmen größere Gebührennachlässe aushandelt. An manchen Flughäfen soll Ryanair keinerlei Gebühren zahlen, sondern stattdessen Marketingmaßnahmen für die Flughäfen übernehmen. Wie Erfahrungen zeigen, setzt Ryanair oftmals explizit auf die dauerhafte Subventionierung ihrer Strecken durch regionale Gebietskörperschaften.


Wer sich die Mühe macht, den Artikel durchzuscrollen, der kommt auf noch ganz andere, dubiose Praktiken - zu knappe Treibstoffreserven, keine Arbeitnehmerrechte - und eben das Abzocken von Subventionen, was sonst keine andere Airline macht.
Im Prinzip zahlt der - sorry - einfältige Billigflugkunde, der mit Ryanair glaubt, billig zu fliegen, als Steuerzahler (Subventionen) noch feste 'drauf, aber das merkt er ja nicht sofort in der Geldbörse.
Aber - es wurde ja schon oft erwähnt: Für den deutschen Kunden zählt nur - billig.
In mehreren Fällen haben einige Regionalflughäfen die Preisdrückerei über die Landegebühren nicht mehr mitgemacht und Ryanair einfach die Landeerlaubnis entzogen, z.B. Dortmund. Da geht jetzt Air-Berlin vorrangig rein.

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