Forum: Wirtschaft
Deutsche Fluggesellschaften in der Krise: Die Luft ist raus
Lufthansa

Die Krise von TUIfly ist nur ein Symptom: Deutschlands Luftfahrt steht vor einem massiven Umbruch. Wie erklärt sich der Abstieg einer Branche, die so lange für Luxus und Service stand?

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leopold123 11.10.2016, 11:20
30.

Zitat von unixv
Das ist einfach, die bösen Malocher begehren auf, die wollen nicht mehr mit einem Hungerlohn abgespeist werden, die Bösen! Also lieber Pleite als anständige Löhne zahlen? Hoffentlich hört das bei der Luftfahrt nicht auf und geht reihum wie ein Lauffeuer! Anständige Löhne für anständige Arbeit, so einfach ist das!
Hoffentlich meinen Sie damit nicht die Piloten. Denn die haben die Luthansa vollständig im Griff. Mittlerweile ist der Anteil der Piloten an den gesamten Personalkosten der Lufthansa auf 40% gestiegen, obwohl sie nur eine relativ kleine Gruppe sind. Gespart werden muss dann dementsprechend auf Kosten der sonstigen Belegschaft, der Ausstattung und dem Service. Dazu kommen verzweifelte Managemententscheidungen wie das Frankfurter Drehkreuz (Passagiere mit Eurowings nach Frankfurt karren um dann mit Lufthansa Langstreckenflüge zu übernehmen).

Wer einmal mit Singapore im Vergleich zu Lufthansa geflogen ist, weiß dass die Lufthansa keine Zukunft hat. Ständig Streiks und eine völlig abgegriffene Ausstattung, dazu unfreundliches Personal und keinen Service. Und dabei mit die höchsten Preise im Wettbewerb. Für mich ist die Lufthansa nur noch eine leere Hülle, die nur noch zur Versorgung ihrer Piloten existiert. Wohlgemerkt diejenigen, die bereits angestellt sind. Von einem Freund weiß ich, dass neu ausgebildete Piloten bei der Lufthansa nur ein Vertrag in Osteuropa bei Eurowings angeboten wird, zu einem lächerlichen Brutto.

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horstvonork 11.10.2016, 11:21
31. Unterschiedliche Ansprüche eben...

Der Wesentliche Punkt wurde bereits genannt: vereinheitlichte Strukturen. Ryanair z.B besitzt nur einen einzigen Flugzeugtypen – und den gleich in hundertfacher Aanzahl, stationiert auf verschiedenen Bases in ganz Europa. Spart in der Beschaffung, in der Wartung und im Betrieb. Crews können so auf jeden Flieger gesetzt werden. Jeder Flieger kann überall einspringen.

Service? Wofür? Innerhalb Europas ist mir das schon fast egal – Kanaren, Kapverden, Madeira ausgenommen. Ich kann mir meine Flasche Wasser aus HH mitnehmen und ich fliege nicht um zu essen. Meine Erfahrungen mit Billigfliegern (Ryanair, Easyjet, WIZZ Air) sind durchweg positiv, wenn sich der Flug mit den persönlichen Zielen vereinbaren lässt. Für einen Kurztrip genügt das Bordgepäck und der rest ist Mittel zum Zweck.

Das genannte Beispiel zu Lissabon mal aktuell aus dem Vorjahr: 5 Wochen vor Reiseantritt gebucht return mit Ryanair ca. 90 EUR, alternativ TAP 360 EUR. Für die Differenz war ein feines Hotel in Lissabon drin, bei zwei Personen auch die vollständige Verpflegung und sämtlicher Schnickschnack inkl. Flughafenparkplatz. Und der Flug war nicht schlimmer als eine Fahrt mit dem ÖPNV.
Nach einem neulichen Flug mit Eurowings und Swiss muss ich gestehen, dass das auch kein anderes Fluggefühl gebracht hat – nur weil es einen Tomatensaft und ein belegtes Brötchen gegeben hat.
Für mich sind neben dem Preis (!) die Zeitfenster wichtig – ich will weder mitten in der Nacht am Zielort ankommen, noch dort vor dem Frühstück wieder abfliegen. Und der Flughafen soll nicht in der Provinz liegen – auch hier haben einige gelernt (Beispiel Ryanair in Barcelona etc.).

Einzig die Zeitfenster zum Ausdrucken der Bordkarten bei einigen Billigfliegern sind mir lästig… und die neulich herrlich gestörten SB-Automaten der Swiss in Zürich haben es auch nicht besser gemacht. Denn ohne SB-Ticket keine Kofferaufgabe. Wie war das mit den Billigfliegern? Bei Eurowings gabs immerhin noch Bordkarten.
Als ehemaliger LH-Vielflieger, bereits in den 90er Jahren häufig auf im Auftrag fliegende Gesellschaften abgeschoben, kann ich mir für diese vermeintlichen Mehrwerte der Flugnummer auch nichts kaufen.
Unter dem Strich regiert der Preis überwiegend den Markt – und den schafft man mit Flexibilität und Innovation. Mit Flotten der großen Airlines wird das schwierig, weil man sich aus meiner Sicht viel zu viele Flugzeugtypen in die Hangas gestellt hat, was nicht wirklich für die Einkäufer spricht. Und wer bereit ist für Service mehr zu bezahlen, der soll dies gerne tun.

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iffelsine 11.10.2016, 11:23
32. Nun, wir fliegen mit keiner bestreikten Airline mehr !

Wir nutzen nicht einmal mehr unsere Meilenfreiflüge, da wir nicht sicher sind, ob die Flieger fliegen. Und LUFTHANSA ist auch out, auf unserem letzten Businessclassflug von Seattle nach Frankfurt haben wir jammerndes Kabinenpersonal gehabt. Bin ich Dienstleister, muss ich mir das von Kunden anhören, nicht aber umgekehrt. Muss ich also schon ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich für 6.000€ in breiten Sitzen fliegen will und gute Laune vom Personal erwarte ?

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PolitBarometer 11.10.2016, 11:25
33.

Tja, der Luxus vergangener Tage. Ich erinnere mich gerne an die 90iger und 00er Jahre Das war so meine Hauptzeit des Fliegens, hauptsächlich dienstlich.
Warum lässt man überhaupt die Billigfliegerei zu? Das war schon der entscheidende Fehler! Der Plebs muss nicht jederzeit überall und nirgends hindürfen, und schon gar nicht zum Urlauben. Stattdessen müßte die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit von Flügen mehr hinterfragt werden.
Fliegen angeblich zum Taxipreis ist einfach nur lächerlich und in der Summe stimmte es ja noch nicht einmal, weil gnadenlos schöngerechnet.
Es gibt Branchen, in denen Konkurrenz das Geschäft belebt. Wer aber Infrastrukturdienste, gleich welcher Art anbietet, darf solchen Konkurrenzangeboten nicht ausgesetzt werden. Das kann nur schief gehen, und kaputt gehen daran schlußendlich ALLE, ausnahmslos.

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realist114 11.10.2016, 11:25
34. Schade für die Airlines, nicht für die Passagiere

"Wer heute der goldenen Zeit des Fliegens hinterhertrauert, gehört wahrscheinlich zu den Besserverdienenden. "

Dieser Satz bringt es auf den Punkt. Ich hasse das Fliegen mit Easyjet und Ryanair, jedoch fliege ich lieber mit ihnen nach Lissabon, als das Auto zu nehmen. Und das müsste ich wohl, wenn es sie nicht gäbe.

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Räuber Hotzenplotz 11.10.2016, 11:26
35. You get what you pay for...

...was soll also das Gejammer? Die dt. Airlines müssen sich nur strategisch entscheiden, auf welchem Stuhl sie sitzen wollen, 1st Class Sessel samt Bett oder Holzklappstuhl...beides nebeneinander in der selben Reihe geht natürlich nicht. Sicher ist es nicht ganz so einfach, aber LH = gute Eko/ Business / 1st und Eurowings = billigstens von A nach B ohne alles könnte funktionieren, um den Markt von Überkapazitäten zu bereinigen

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tata-susi 11.10.2016, 11:27
36. kein Wunder

Die Kunden stimmen halt mit den Füssen ab. Ich bin auch Kunde und fliege regelmäßig nach Asien (2 bis 3 mal in Jahr). Das Streckennetz der Lufthansa auf den Wachstumsmarkt Asien ist eher dürftig (dezent gesagt). Der Service ist im Gegensatz zu den meisten asiatischen Airlines wirklich schlecht aber die Preise sind dafür lächerlich hoch. Dazu kommt das Risiko das bei der LH immer jemand streikt und man eigentlich nie weiß ob der gebuchte Flug überhaupt startet.
Die Probleme der LH sind ganz schnell zusammengefasst:
schlechtes Streckennetz außerhalb Europas
schlechter Service (mit vergleichbaren Airlines)
astronomische Preise (teilweise doppelt so teuer wie andere)

Warum sollten Kunden mit der LH fliegen? Mit fällt kein Grund ein.

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tiit 11.10.2016, 11:27
37. Alle meckern und loben

immer die selben Airlines, die ja soviel besser sind als LH usw.
Das es sich aber bei den hochgelobten um Staatsbetriebe handelt, die so schöne Preise und besten Komfort bieten können, weil die Steuerzahler in dem Land, die eine oder andere Ölquelle oder eben die jeweiligen Mitarbeiter dieser Airlines dafür herhalten müssen, das erwähnt niemand (oder nur wenige hier).
Es ist leider oft das Gleiche:
Alles haben wollen (Komfort + niedriger Preis), möglichst wenig dafür bezahlen, aber anschließend sich darüber beschweren.
Ich meide so gut es geht genau diese Staats- Airlines, ebenso wie die Billigflieger und zahle einen (meiner Meinung nach) angemessenen Preis für meine Flüge mit einem ausreichenden, angenehmen Komfort.

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stern69 11.10.2016, 11:28
38. Andere sind eben besser

Für viele Reisen kommt LH doch gar nicht mehr in die Wahl dort überhaupt mal zu schauen ob ich damit fliege. Jährlich mehrmals nach Südamerika und Afrika gibts Alternativen an die man sich dann gewöhnt. Das ist nicht das Essen, das ich wie den Sitzplatz gerne bezahle. Seit dem Streik im November letzten Jahres bin ich mit der LH in Kontakt wegen der fälligen Entschädigung. Wer es in einem ganzen Jahr nicht schafft die berechtigten Interessen der zahlenden ! Kundschaft zu klären, der sollte endlich vom Markt verschwinden.

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Solid 11.10.2016, 11:28
39. Lohnkosten

Letztlich sind es alleine die Lohnkosten. In Deutschland sind die Abgaben und Lebenshaltungskosten so exorbitant hoch, dass man einen vernünftigen Lohn fordern muss, um überleben zu können. Schließlich müssen hunderttausend Euros an Ausbildungskredit von den Piloten abgestottert werden. Die ausländischen Fluggesellschaften mit ihren ausländischen Piloten und den ausländischen (viel geringeren) Lebenshaltungskosten haben da die Nase vorn. Kaum ein Geschäftsfeld ist derart standardisiert und damit international austauschbar geworden wie das Fluggeschäft, denn schließlich können die Arbeitnehmer zur Arbeit fliegen. Durch die Natur dieses Geschäfts haben deutsche Fluggesellschaften keinerlei Überlebenschancen.

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