Forum: Wirtschaft
Deutsche Fluggesellschaften in der Krise: Die Luft ist raus
Lufthansa

Die Krise von TUIfly ist nur ein Symptom: Deutschlands Luftfahrt steht vor einem massiven Umbruch. Wie erklärt sich der Abstieg einer Branche, die so lange für Luxus und Service stand?

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Freddy Kraus 11.10.2016, 11:29
40. Ich bin vor ein paar Monaten mit dem neuen A 380 der LH

von Singapore nach Frankfurt geflogen. Ich habe mit auf diesen LH Flug gefreut. Der A 380 war aber in der EC so eng bestuhlt, dass ich den Bilschirm 20 cm vor meinen Augen hatte, als der Vordermann seine Lehne zurueckstelle. Kein Komfort mehr in diesem Riesenflieger. Auch gibt es bei der LH keine Zeitungen/Zeitschriften mehr in der EC. Auch das Essen konnte man vergessen. Jeden den ich kenne wuerde gerne ein paar Euro mehr bezahlen, aber dafuer einen anstaendigen Service/Essen etc. an Bord haben.

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jujo 11.10.2016, 11:29
41. ....

Fliegen hat den Glanz verloren, elitär, Fluggäste und Personal, war gestern.
Nur LH, Personal und Vorstand, hat es noch nicht realisiert.
Da wird es wohl noch Turbulenzen und eine harte Landung geben.

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geradsteller 11.10.2016, 11:35
42. Es ist auch verzerrter Wettbeweb

Billigairlines nutzen subventionierte Pseudostätten wie das ironische "Frankfurt"-Hahn; Ryan stand kurz vor Landeverbot in Spanien, weil man weniger tankt u Notlagen erklärte. Die Golfflieger subventioniert man an der Tankstelle, viel Flugpersonal an Bord, aber auch an der Leistungsgrenze. Und Flughäfen baut man wie Landezeiten, wie auch in Istanbul, mal eben ohne Nachbarn u Nachtflugverbote aus. So gesehen kämpfen die heimischen Airlines tapfer, aber auch gegen heimisches "mir doch egal"-Publikum.

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Alternator 11.10.2016, 11:35
43. Und wo erwähnt der Artikel die Massiven Subventionen anderer?

Mir fehlt die Erwähnung, dass der Wettbewerb verzerrt wird, dadurch, dass die arabischen Airlines mit Geld der arabischen Staaten massiv unterstützt werden, um sie im Markt an Spitzenplätzen zu etablieren.
British Airways, Air Fance, Lufthansa etc. ging das vor Jahrzehnten mal ähnlich, bis die allgemeine Privatisierung Mode wurde. Das erweist sich heute als Nachteil im internationalen Konkurrenzkampf.
Irgendwie lustig, welche Ironie darin liegt.

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andreas.s 11.10.2016, 11:36
44. Globalisierung

Nichts anderes ist das Problem. Globalisierte Märkte helfen nur dem Kapital, nie aber dem Menschen/Arbeiter.

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shofmann85 11.10.2016, 11:37
45. Es ist mir völlig unverständlich

wie jedermann in Geiz-ist-geil Manier den absolut billigsten Flug bucht und dann ein 3-Gänge -Menü erwartet. Service und Dienstleistungen kosten nunmal, vor allem in 10.000 Meter Höhe. Wer sich das nicht leisten kann/will der sollte sich auch nicht beschweren.
Nicht zu verwechseln aber mit gebuchtem Service der unvollständig/überhaupt nicht erbracht wird. Bestes Beispiel auf meinem kürzlichen Flug von Teneriffa nach Nurnberg mit AirBerlin. Das versprochene Priority Boarding der Preferred Seats wurde nicht durchgeführt und das angeblich reservierte Handgepächfach über meinem Sitz was von einem Defibrilator besetzt. Service anpreisen und nicht erbeingen ist der Niedergang solcher Abzocker-Betriebe und entlockt mir keine Träne.

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sikasuu 11.10.2016, 11:38
46. Fliegen ist nicht BILLIG, kann es mMn. nie werden!

Wenn man die Wartungsauflagen sieht, Arbeitszeiten, Qualifikation, Kosten... der Besatzung (Vorne & hinten), Treibstoff, Luftsicherheit, auch die Kontrollen am Boden.... den Preis der Maschinen habe ich noch vergessen, gib es einen bestimmten Grundbetrag, unter dem der "Platz" nicht anzubieten ist.
Die "Auslastung" wird dann zu bestimmenden Frage.
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Die schwankt und ist nicht von einem "Festen Bedarf" (wie pendeln zu Arbeit, usw. ) sondern zum großen Teil von Lust, Spaß, Urlaub, WE-Kurztrip usw. abhängig.
Da reichen die kleinsten Schwankungen, um unter die Grenzkosten zu kommen und damit "Miese" zu machen.
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Einsparen an den Gehältern, bei solch komplexer Beförderung? Nur auf Kosten der Sicherheit. Wenn Fliegen so wie Busfahren "konsumiert" wird, kann sich der Fluggast auch nicht über den mangelnden Service, Sicherheit aufregen. Wartungpersonal, Piloten&Cabine fpr 8.50€ Mindestlohn, so lange bis der 1. runter fällt, dann gibt es, Geschrei. Superbeispiel sind die "unterbezahlten "Sicherheitskräfte um Flughafen & deren Bilanz!
Billig geht nur mit solchen Ansagen: "Meine Damen und Herren, wir landen jetzt an der Raststätte XYZ für eine Ess- & Toilettenpause!" :-))
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Die Grenzkosten pro Platz müssen rein kommen. Leicht für Schmalspur-Airlines die "Rosinen picken" mit Leiharbeitern rechnen. Schwer die Gesellschaften, die ein Netz per Plan bedienen müssen.
Charter geht fast immer, Linie ist das Problem.
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Entweder haben wir einen kalkulierbaren Linienverkehr, der kostet, oder ein System, bei dem geflogen wird, wenn der Vogel voll ist. Das ist dann kein "Transportmittel" mehr.
Pommesbude zahlen aber Silberbesteck, Porzellan und 3 Sterne erwarten geht nicht.
Massenproduktion & hohe Qualität (hier Billigpreis&Sicherheit) schließen sich mMn. irgendwann aus!
Es sei denn, die Air-Lines, flaggen aus (ähnlich wie die Reeder) oder werden verdeckt von Staaten gesponsert!

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DMenakker 11.10.2016, 11:41
47.

Sind wir doch mal ehrlich, Lufthansa hat die Politik der ganzen Branche vorgegeben. Ob es jetzt ( via Condor ) die Aufmischung des Chartermarktes war ( was sich selbstverständlich auf die Preise ausgewirkt hat, was denn sonst? ), ob es die ersten Versuche waren preislich mit den Billigheimern schrittzuhalten ( 99 EUR Tickets ) oder ob man am Ende seiner Tage noch den eigenen Markennahmen aus Angst vor dem Tod in die Tonne tritt.

Über die vielen vielen Einzelschritte, welche letzendlich in der jetzigen Situation mündeten kann man eine Doktorarbeit schreiben. Ach Quatsch, mehrere. Alleine das seinerseits eingeführe Mittelsitzprinzip in der innerdeutschen und innereuropäischen C ist doch das allerbeste Beispiel, wie man Vielzahler vergrault und das Potential von Mittelzahlern ( in Verbindung mit Vielfliegerprogrammen ) schlichtweg verschenkt hat. Wer wissen will, wie es richtig geht schaue nach Amerika.
Lufthansa war in der Branche lange so etwas wie apple in Elektronicbereich. Eigentlich nichts weiter als ein grundsolides Unternehmen, welches aber vielfach eine Art weltweite Vorbildfunktion hatte. Was die gemacht haben, musste ja richtig sein, die Kundschaft hats bejubelt ( bis sie irgendwann in den elenden Sitzen gesessen ist ), und Hänsli hat sich dumm und dusselig verdient.

Das allerschlimmst war jedoch, die haben an die eigene Führungsrolle und Unfehlbarkeit auch noch geglaubt. Wirkich entzaubert worden ist Hänsli eigentlich erst, als sie als Nachfolger des Langstrecken C Recaros eine erneute Rutsche des Grauens lieferten. Plötzlich habe nicht nur ich mich gefragt, ob die den Schuss immer noch nicht gehört haben.
Natürlich sind die Fetten Zeiten vorbei. Das heisst aber noch lange nicht, dass man nicht irgendwann aufwachen kann und das Ruder in einer globalen Anstrengung wieder herumreissen kann. Es würde die ganze Branche mitnehmen.

Aber ehrlich gesagt: Ich glaube nicht daran.

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einzigerwolpertinger 11.10.2016, 11:41
48. Kleine Abwandlung von Fleischhauer

Zitat von unixv
Das ist einfach, die bösen Malocher begehren auf, die wollen nicht mehr mit einem Hungerlohn abgespeist werden, die Bösen! Also lieber Pleite als anständige Löhne zahlen? Hoffentlich hört das bei der Luftfahrt nicht auf und geht reihum wie ein Lauffeuer! Anständige Löhne für anständige Arbeit, so einfach ist das!
Ahnunng wenig, Wissen nix, aber feste druff.

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muunoy 11.10.2016, 11:44
49. Richtig, aber ist das der Grund für die Schieflage?

Prinzipiell gebe ich Ihnen Recht. Ich bin beruflich viel mit dem Flieger unterwegs und gehöre bei der LH auch zu den besonders umsorgten Kunden. Und ja, die LH ist teuer, liefert aber nicht die dazu passende Leistung. Deutlich mehr Luxus und vor allem Zuverlässigkeit erhalte ich für weniger Geld bei asiatischen Fluggesellschaften oder eben den genannten von der arabischen Halbinsel. Schade finde ich den Abstieg von Air Berlin. Air Berlin ist auch nicht billig, bietet aber ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Von meinem Heimatflughafen Münster/Osnabrück (FMO) hat sich Air Berlin leider bis auf Flüge nach Malle zurück gezogen. Nach Stanstedt oder München bin ich immer gerne mit denen geflogen und habe es auch bei Air Berlin mal zum Silber-Status geschafft (neben dem Gold-Status bei der LH).
Zurück zur LH: Der meiner Meinung nach alles entscheidende Vorteil der LH ist das Streckennetz. Die haben eigentlich immer die für Geschäftsreisende interessanten Slot-Zeitung. Und aufgrund der Star Alliance komme ich von meinem Provinzflughafen FMO eigentlich immer überall hin. Daher kann die LH wohl auch die hohen Preise verlangen. Und die Flieger sind doch auch immer voll. Aktuell fliege ich regelmäßig in die USA. Und die Flüge sind fast alle ausgebucht. Zweimal gab es wegen Überbuchung schon Upgrades. Wirtschaftlich gesehen liegt LH dann wohl mit seinen Preisen richtig und bietet offensichtlich zumindest das Minimum, bevor Kunden vergrault werden. Auch die Air Berlin Maschinen, mit denen ich bisher geflogen bin, waren eigentlich immer gut ausgebucht. Folglich muss es an etwas anderem liegen, wenn es den Fluggesellschaften schlecht geht. Klar, staatliche Gängeleien durch Flugverkehrsabgaben und Einschränkungen bei den Start- und Landemöglichkeiten gehören sicherlich dazu. Aber insges. befindet sich die Branche wohl in der gleichen Situation wie ganz früher mal die Eisenbahngesellschaften. Sprich, die Fluggesellschaften sind die Eisenbahngesellschaften von früher. Also scheint eine Konsolidierung in der Branche wirklich vonnöten zu sein.

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