Forum: Wirtschaft
Deutsche Fluggesellschaften in der Krise: Die Luft ist raus
Lufthansa

Die Krise von TUIfly ist nur ein Symptom: Deutschlands Luftfahrt steht vor einem massiven Umbruch. Wie erklärt sich der Abstieg einer Branche, die so lange für Luxus und Service stand?

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supergrobi123 11.10.2016, 11:45
50.

Zitat von paul.fisch
Ich bin gestern mit der Air Berlin aus Sizilien zurück gekommen. Es war alles ok, nur dass es an Bord gar nichts mehr gibt außer dem roten Herzen. Das angebotene Essern können sie sich sparen, vor allem wie es serviert wird. Wer 250€ für einen Flug zahlen kann, zählt auch 300€ und ist über den kleinen Service auf solchen Mittelstreckenflügen froh. Das klingt zwar "elitär". Ist es aber nicht. Mit Ryanair würde ich nur im Notfall fliegen. Da spreche ich aus Erfahrung. Die zocken die Passagiere richtig ab und sind extrem unfreundlich. Eine schwarze Frau in Stansted, die mit ihrer kleinen Tochter fuhr, wurde richtig schikaniert, da ihr Koffer 2 cm zu dick gepackt war. Da ziehen dann die Fluggäste 3 Pullover übereinander an...
Natürlich ist das elitär! Kein Mensch braucht für einen wenige Stunden dauernden Flug dringend groß Verpflegung. Oder essen Sie im Alltag auch alle 2 Stunden? Ein kleiner Snack reicht völlig. Und den - und das scheint in das Bewusstsein der meisten Fluggäste noch nicht vorgedrungen zu sein - kann man auch einfach selbst mitbringen. So wie es die Menschen schon seit Ewigkeiten tun, wenn sie eine längere Bahnfahrt vor sich haben. Dort jammert auch keiner, dass im Zugticket keine Microwellen-Mahlzeit aus der Styroporschale inklusive ist. Sie wollen für eine solche gern 50 Euro bezahlen? Tun Sie das. Wer diese aber lieber spart (z.B. um von dem Geld tatsächlich elitär essen gehen zu können), sollte dies aber auch tun dürfen.

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Till.Wollheim 11.10.2016, 11:46
51. Wozu über den Snack reden?

Es ist doch bei einer innereuropäischen Verbindung nicht der Rede wert sich über Verpflegung an Bord zu echauffieren!! Man muß doch nicht ständig fressen!!
Gut da man keine Getränke mitnehmen kann, könnte ja gratis Wasser auf Nachfrage ausgegeben werden. Das reicht aber völlig. Und Preisrelevant ist das ja nun nicht! Ein Fläschen Wasser kostet 10 ct! Was den Preis ausmacht sind einmal die Treibstoffkosten und das andere die Personalkosten. Und da muß man als Eigentümer der Fluglinie dem Personal mal klipp und klar sagen, wenn ihr nicht bereit seid, in der Realität zu leben, dann fällt eben euer Arbeitsplatz weg! Ihr könnt ja dann gerne selbst eine Fluglinie gründen!

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tommirf 11.10.2016, 11:46
52. Wo?

"Ein paar Euro mehr" wären bei der Strecke vielleicht 100 oder 200, das wäre eine realistiwsche Größe. Busiess Class ( bei LH ) ist etwa Faktor 4.
( Business bei z.B. Emirtaes ist nur kaum teurer als Economy bei LH, bei rechtzeitiger Buchung ).
Der Punkt ist ein ganz anderer:
Jedes Unternehmen bewegt such, wenn es vernünftig geführt wird, auf dem Markt, auf dem es profitabel und kpkurrenzfähig ist, durch Qualität, Zuverlässigkeit, Service, Design...
KEIN Unternehmen kann ALLE Märkte sinnvoll bedienen. Nur die LH scheint das krampfhaft zu wollen, und fährt mit dieser Überheblickeit an die Wand.

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mettwurstlolli 11.10.2016, 11:47
53.

Zitat von unixv
Das ist einfach, die bösen Malocher begehren auf, die wollen nicht mehr mit einem Hungerlohn abgespeist werden, die Bösen! Also lieber Pleite als anständige Löhne zahlen? Hoffentlich hört das bei der Luftfahrt nicht auf und geht reihum wie ein Lauffeuer! Anständige Löhne für anständige Arbeit, so einfach ist das!
Stimmt, sechsstellige Gehälter für Piloten, die eigentlich nur bessere Busfahrer sind und mit Mitte 50 in "Rente" gehen, sind wirklich unanständige Sklaventreiberkonditionen. Da muss man dringend ran.

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JaguarCat 11.10.2016, 11:48
54. Warren Buffett

Wie sagte Warren Buffett einmal: "Der schnellste Weg, Millionär zu werden, ist als Milliardär anzufangen und eine Airline zu gründen". Alle Airlines kaufen dieselben Maschinen bei Airbus und Boeing, tanken denselben Sprit von den Raffinerien und fliegen dann mit ähnlich gut ausgebildeten Piloten dieselben Flughäfen an. An Bord werden die Passagiere von der aus Sicherheitsgründen vorgeschriebenen Anzahl an Stewerdessen versorgt. Bis auf marginale Unterschiede bei der Aufteilung der Klassen im Flieger, bei der Zusammensetzung des Ticket-Preises oder beim Marketing also alles gleich. Da ist es doch logisch, dass es auf allen relevanten Strecken ein Hauen und Stechen um den günstigsten Preis gibt. Und ehrlich gesagt ist es mir lieber, für 500 Euro in einer engen "Konservendose" nach Asien zu fliegen und dabei mitten in der Nacht irgendwie in Arabien umzusteigen, als für 1000 Euro 20% mehr Platz und einen Direktflug zu haben. Denn auch in letzterem Fall komme ich alles andere als erholt an. Von den ersparten 500 Euro kann ich mir aber locker am Zielort eine zusätzliche Hotelnacht und eine Massage leisten, bei der ich wieder "auseinandergefaltet" werde.

Für eine kleine Gruppe von Geschäftskunden mag das anders aussehen, die bucht noch Business Class auf den Langstrecken. Aber diese Gruppe ist extrem sensibel, was es Service-Pannen oder gar Flugunfälle betrifft. Und dann fällt der Kamikaze-Flug eines Germanwing-Piloten schonmal auf alle deutschen Airlines zurück, denen man nicht mehr traut.

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dr.joe.66 11.10.2016, 11:49
55. Leistungsbereitschaft ??

Zitat von Turbo
Die Lage vieler deutscher Traditionsunternemen wird durch den globalen Wettbewerb zunehmend kritisch. Man sollte sich einmal überlegen, wie man Spitze bleibt. Im Wirtschaftsministerium wird man aber nur mit den Achseln zucken. Ein Wirtschaftsminister, der aus Dünnhäutigkeit den Mittelfinger zeigt, der über die Deutsche Bank am Tiefpunkt ihrer Geschichte breit in der Öffentlichkeit herzieht, der Probleme hat Supermarkt-Ketten zu verstehen - der wird nicht der geeignete Mann sein, hier Lösungen zu finden. Im Zweifelsfall regelt eben alles der Markt: Deutsche Bank, Osram, Kuka, Lufthansa. Was kommt als nächstes?
Schon mal Monopoly gespielt? Da hat auch immer einer am Ende alles und alle anderen am Ende nichts mehr - und Schulden.
Vielleicht hilft ja auch die Erklärung aus dem Fußball: man stelle sich eine Mannschaft vor: die waren früher mal Weltmeister, mehrfach sogar. Aber jetzt sind die alle Mitte 30. Die trainieren auch nicht mehr so intensiv. Bei jedem Spiel nehmen sie sich nach 30 Minuten eine Pause, dazu in der 60. Minute noch eine tarifvertraglich zugesicherte Sonderpause. Und nach 80 Minuten gehen alle Spieler vom Feld, sie hätten schließlich früher schon genug gemacht. Da würde doch auch niemand erwarten, dass ein solches Team noch gewinnen kann. Schon gar nicht gegen junge hungrige Spieler, die außerdem noch gut gecoacht werden.

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sirmika 11.10.2016, 11:53
56. Warum immer auf externe Einflüsse schauen?

Die Piloten der Lufthansa sind klar zu hoch bezhahlt. Keiner würde auf die Idee kommen, einem Busfahrer ein ähnliches Gehalt zu zahlen.
Zweiter Punkt ist der Umgang mit den "besten" Kunden. ich bin seit Jahren Senator und werde diesen Titel zum Februar erstmals verlieren, da ich wenn möglich andere Airlines bevorzuge. Früher wurde man noch entsprechend behandelt und es wurde einem gezeigt, dass man ein wichtiger Kunde für die Airline ist. Heute bekommt man nicht einmal mehr ein Begrüssung, Großteil der sonstigen Vorteile wurde zusammengestrichen. Dann fliege ich eben mit einer Airline, die mein Geld honoriert.

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derdings123 11.10.2016, 11:53
57. Fliegen war früher nicht bequemer!

Dass fliegen früher viel bequemer war als heute ist doch das totale Märchen, das nur von Leuten erzählt wird die früher nie geflogen sind oder an Gedächtnisschwund leiden. Gehen wir mal 20 Jahre zurück: Sitze in allen Klassen unbequemer, insbesondere in Business und First Class überhaupt nicht mit heute zu vergleichen. Essen generell schlechter, oft kaum gewürzt und nur Sachen die nicht gekühlt werden mussten. In-flight Entertainment praktisch nicht vorhanden. Gesamter Buchungs- und Check-in Prozess mühsam. Preise viel teurer. Der falsche Eindruck kommt doch daher, dass immer Fotos von der alten First Class gezeigt werden und dann gesagt wird, guck mal, damals war's viel besser als heute bei Ryanair. Vergleiche lieber mal First mit First, Business mit Business, und Eco mit Eco. Und schau Dir dann noch die Preise an. Fliegen war nie sicherer, billiger und bequemer als heute.

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Thilo_Knows 11.10.2016, 11:54
58. Ein klares Bekenntnis zu menschenwürdigem Reisen fehlt.

Air Berlin war m.E. eine Totgeburt. Ein Unternehmen, dass keiner braucht. Und wenn überhaupt konsequent als Konkurrenz zu Ryanair, Easyjet und Co.
Die Lufthansa hat leider viele Fehler gemacht. Statt sich halbherzig im Billigsegment zu betätigen, hätte man konsequent auf konfortables Reisen und Stärkung der Tradionsmarke setzen müssen. Ich möchte ja gerne etwas mehr für das Fliegen mit Lufthansa bezahlen, wenn die Gegenleistung stimmt. Das heißt v.a. Beinfreiheit! Vernünftig dimensionierte Sitze, dazu etwas halbwegs Brauchbares zu beißen und alkoholfreie Getränke inklusive. Aber wer will schon mehr bezahlen, um dann letztlich doch in einer Eurowings-Mühle zu sitzen? Wo bleibt da der Image- und der Erlebnisfaktor? LH müsste sich konsequent mit den Arabern, Turkish Airlines und Co. messen. Bei vergelichbarem Preis-Leistungsverhältnis würden sich dann wohl die meisten Deutschen und auch viele Europäer für die Lufthansa entscheiden. Reisen statt transportiert werden. Sitzen statt eingepfercht sein. Vernünftiger Service statt Getränke und Gepäck nur gegen Aufpreis. Das ist m.E. der einzige weg. Einen Unterbietungswettbewerb mit den Plastikfliegern ist für die Kunden nicht wünschenswert und für das Unternehmen nicht zu gewinnen.

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andros0813 11.10.2016, 11:56
59. vom kopf her

'der fisch stinkt vom kopf her'...oben sitzen die oberpfeifen und bedienen sich mit fürstlichen gehältern.. .was muss man können, darstellen, leisten, damit eine fluggesellschaft in schwarze zahen fliegt? es reicht wirklich nicht, wenn sich wenige mitarbeiter und fluggäste wohlfühlen..für .das zusammenstreichen von arbeitsplätzen und geizgeilmentalität brauchts eigentlich keine vorstandsetage.

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