Forum: Wirtschaft
Deutsche Fluggesellschaften in der Krise: Die Luft ist raus
Lufthansa

Die Krise von TUIfly ist nur ein Symptom: Deutschlands Luftfahrt steht vor einem massiven Umbruch. Wie erklärt sich der Abstieg einer Branche, die so lange für Luxus und Service stand?

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martin_mueller 11.10.2016, 11:56
60.

Zitat von alsterherr
Der Abstieg erklärt sich rein mit Kosten. Wenige Pax sind bereit für Namen oder Service deutlich mehr Geld zu zahlen. Mit Emirates oder Etihad gen Osten zu fliegen ist oftmlas günstiger und bequemer als LH zu wählen. Egal welcherlei Preissuchmaschin man wählt, für beinahe alle Routings ex FRA erscheinen die Preise der Lufthansa erst ab Seite 2 ... weit hinter Turkish, Emirates, Etihad, Singapore oder anderen Carriern. Es wird immer schwieriger, mit lokalen Lohnkosten auf einem internationalen Markt zu bestehen.
Da haben Sie sicher recht. Allerdings gibt es etwa bei Geschäftsreisenden Argumente wie eine Direktverbindung, die einen höheren Preis am Ende auch wirtschaftlich rechtfertigen. Beste Grüße und danke für die Lektüre unseres Textes.

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Harry Callahan 11.10.2016, 11:56
61. Aktionäre wichtiger als Fluggäste

Ich mag die Lufthansa. Das Problem ist nur, dass objektiv gesehen nichts für sie spricht. Wer schon einmal mit der LH in die USA geflogen ist und dann zum Vergleich mit z.B. Singapore Airlines, der weiß, wovon ich spreche. Beim Service haben die anderen Carrier die deutschen Fluggesellschaften abgehängt. Und wenn man auf einem 3h Condor Flug noch nicht einmal ein Sandwich bekommt und sich dann aber ständig anhören muss, dass man zur kundenfreundlichsten Fluggesellschaft gewählt wurde, beginnt man doch an die Existenz von Paralleluniversen zu glauben.

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martin_mueller 11.10.2016, 11:59
62.

Zitat von olli0816
Ich bin nicht der Ansicht wie der erste Kommentator, dass niemand etwas für Leistung zahlen möchte. Im Grunde wird einem das nirgends so vorgeführt wie bei den Fluggesellschaften: Die unterschiedliche Einteilung bei den Klassen währed des Boardings und dann der zugezogene Vorhang zu ersten Klasse während des Fluges. Was ich über die Jahre beobachten konnte ist eine immer größere Kostenoptimierung der Fluggesellschaften bei den Flügen. Früher war es einfach Luxus, mit der LH zu fliegen und man hatte das Gefühl, das dies gelebt wurde. Inzwischen ist LH eine austauschbare Fluggesellschaft wie Easyjet und Konsorten, nur mit etwas höheren Preisen. Dazu Unkulanz und viele Streiks. Ich vermeide es inzwischen, diese Linie zu buchen. Air Berlin hat irgendwie nie ihren eigenen Markt gefunden und ist deswegen in der Dauerkrise. Dazu unterschätzen Unternehmen viel zu sehr, wenn sie das eigene Personal schlecht behandeln. Das ist eine Mode, die nicht nur bei Fluglinien zu beobachten ist. Was will ein Unternehmen erwarten, wenn es sein Personal schlecht bezahlt, ausbeutet und z.T auch noch übervorteilt mit internen Firmenregeln? Und genau so ist der Service und der Ablauf bei einer Buchung inkl. der Streiks. Bahn ist das gleiche Spiel. Ich bin der Meinung, dass man durchaus eine profitable Fluglinie in Deutschland führen kann. Billig ist nicht alles und man muß diesen Markt auch nicht unbedingt abdecken. Bei meinen Unternehmungen habe ich auf die Billigheimer als Kunden aus gutem Grund immer verzichtet. Die Leute, die Qualität wollen, sind bereit auch dafür was zu zahlen. Das Geheimnis dabei ist: Man muß diese auch liefern. Und das tut LH oder die anderen Billigflieger (die sind aber nicht in dem Segmant tätig) einfach nicht. Darum stimmen die Zahlen nicht und es wird kaum/kein Gewinn erwirtschaftet.
Da haben Sie sicher recht. Außerhalb des Hub-Verkehrs hat Lufthansa ja schon seit längerem deutlich abgebaut, indem LH als Marke weitestgehend verschwunden ist. Danke für Ihren Kommentar zu unserem Text.

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paul40545 11.10.2016, 11:59
63. Ich fliege...

...3-4 mal die Woche. Und das tatsächlich sehr ungern. Früher haben wir bevorzugt Lufthansa gebucht, aus einem "vermeintlichen" Sicherheitsgefühl und um den Mitarbeiten zumindest ein Mindestmaß an Komfort zu bieten, wenn diese schon Stunden im Flieger verbringen. Heute sind die Airlines in Deutschland austauschbar geworden. Außerhalb von MUC und FRA fliegt bekommt man sowieso nur noch Eurowings. Insofern macht es keinen Unterschied, welche Airlines man bucht.

Muss man billig fliegen, macht's heute AF, OK, KLM oder RY besser. Will man etwas Luxus, dann ist Qantas, Emirates, Sri Lanka, Air New Zealand etc. deutlich weiter vorne.

LH macht den gleichen Fehler, den Real im Bereich des LEH gemacht hat: Weder Fisch noch Fleisch. Weder Qualität noch Billigflieger.

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sunnyberlin73 11.10.2016, 11:59
64.

Zitat von möwe99
bei Emirates stimmen Preis, Service und Löhne.
[...] Schon mal überlegt wie die Steuerlast in einem "Familienunternehmen" wie die Vereinigten Arabischen Emirate liegt? Wo eine große Familie alle Posten inne haben? Was kostet dort Kerosin? Wenn sie schon mal vor Ort waren, kennen sie bestimmt auch die Lohnstruktur der Pakistani, Inder und wo sie alle herkommen, die am Flughafen arbeiten ( Überhaut, im ganzen Land ). Fragen sie mal Flugbegleiter, was die machen wenn sie schwanger werden. Genau, Abflug ins Heimatland. Das ist alles schön asozial aber das freut den Kunden der nicht nachdenken kann. Denn so kann ja alles schön billig angeboten werden.

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DerBlicker 11.10.2016, 11:59
65. an der Realität vorbei

Zitat von tiit
immer die selben Airlines, die ja soviel besser sind als LH usw. Das es sich aber bei den hochgelobten um Staatsbetriebe handelt, die so schöne Preise und besten Komfort bieten können, weil die Steuerzahler in dem Land, die eine oder andere Ölquelle oder eben die jeweiligen Mitarbeiter dieser Airlines dafür herhalten müssen, das erwähnt niemand (oder nur wenige hier). Es ist leider oft das Gleiche: Alles haben wollen (Komfort + niedriger Preis), möglichst wenig dafür bezahlen, aber anschließend sich darüber beschweren. Ich meide so gut es geht genau diese Staats- Airlines, ebenso wie die Billigflieger und zahle einen (meiner Meinung nach) angemessenen Preis für meine Flüge mit einem ausreichenden, angenehmen Komfort.
Emirates stammt aus Dubai, dort gibt es kaum noch Öl, im Gegensatz etwa zu Abu Dhabi. Emirates kann also gar nicht aus Öleinnahmen quersubventioniert werden. Nein, Emirates wird professionell von englischem Management geführt, die Piloten kommen auch fast alle aus USA oder Europa und werden sehr gut bezahlt, auch daran liegt es nicht. Emirates hat eine klare Strategie, das fehlt bei Lufthansa und Co.

Es muss auch niemand verstehen, weshalb Lufthansa immer noch mit den 4-motorigen Spritfressern Boeing 747 und Airbus A340 fliegt, das macht keine erfolgreiche Airline weltweit. Wer bitte kauft neu einen Jumbo 747-8?? Die Boeing 777 hat Lufthansa komplett verschlafen, den Airbus A330 viel zu spät anstelle der saufenden A340 gekauft.

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darkmattenergy 11.10.2016, 12:00
66. Liebes Qualitätsmedium, dieses Thema wäre bestens geeignet, unvergleichbar wertvollere Informationen zu bieten, als alle Möchtegern-Mitbewerber

...wie sie zuletzt Herr Fleischhauer gestern beklagte.

Bspw. mit durchgerechneten Vergleichen wettbewerbender Fluggesellschaften.

Von den Kosten für das Fluggerät, den Kapital-, Personal- und Betriebskosten für Energie bis Wartung, über die Kosten für Verwaltung und Marketing, bis hin zu anfallenden Steuern und Abgaben.

Kaum anderes als zuverlässig recherchierte und fachjournalistisch aufbereitete Zahlen wird es den Lesern übersichtlicher und verstehbarer machen, welche Mittel der einen oder anderen Fluggesellschaft danach noch verbleiben, um über den reinen Transport hinausgehende Annehmlichkeiten zu gewähren und / oder Gewinn bzw. Verlust aus dem Geschäftsbetrieb zu generieren.

Für die anspruchsvolle Leistung eines Qualitätsjournalisten, mit harte Zahlen, realistischen Berechnungen und davon gestützten aussagekräftigen Vergleichen neutral und verständlich zu informieren, würde ich gegenüber Hr. Fleischhauer sogar gerne über kleinere orthographische und formale Fehler hinwegsehen.

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jackohnereacher 11.10.2016, 12:02
67. Für guten Service

kann man auch gute Preise verlangen. Bei unseren deutschen Fliegern steigen die Preise, der Service sinkt. Man kommt in Urlaubsstimmung frohen Mutes an Bord und schaut in mürrische Gesichter von Flugbegleitern. Bei asiatischen Airlines wie Emirates werden die Kinder verwöhnt, bekommen Geschenke, die Flugbegleiter machen von ihnen Polaroid Fotos, es wird gelächelt.... Das kann uns bei der LH und schon gar nicht bei Air Berlin passieren.

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keksguru 11.10.2016, 12:03
68. in der Luft gespart, am Boden dazubezahlt

Bei vielen Tickets, speziell über Drehscheibenflughäfen wie Frankfurt steigt der Anteil der Bodenservice-Kosten ins Unermeßliche... viele Tickets bestehen mitlerweile wie die Warmmiete aus 50% Flugkosten und 50% Bodengebühren... hier hätten die Fluggesellschaften noch Potential um an den Kosten was zu drehen. Und es sollte nicht unerwähnt bleiben, daß aktuell ja die Piloten bei den Crewkosten der Lufthansa bis zu 70% ausmachen, das wäre in den USA z.B. undenkbar.

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martin_mueller 11.10.2016, 12:04
69.

Zitat von tommirf
Noch lange vor dem Aufkommen der Billigflieger hat es die Lufthansa verstanden, ihre kunden systematisch zu vergraulen. Die Billigflieger-Idee war schon da und wurde umgesetzt, z.B durch Selbstversorgung der Passagiere. Auf Inlandsflügen und Strecken in europäische Nachbarländer gab es ab etwa 1982 die berüchtigten K...beutel am Gate, da war der "Snack" drin... nur die Ticketpreise wurden dadurch nicht günstiger. Die LH hat das Kunststück fetiggebracht, den "Fast-nicht-Service" der Billigflieger mit den hohen Ticketpreisen zu vereinen . Air France war attraktiver, KLM war attraktiver, sogar die BA... Und vom Komfort in der Maschine, Zustand der Sitze, Platzangebot etc... wollen wir mal gar nicht reden... da waren ja sogar die Amerikaner besser. Nur dem LH-Mnagement ging es von Jahr zu Jahr besser, den Aktionären nur manchmal.
Wir haben das Thema immer mal wieder im Blick gehabt, hier etwa 2012, als sogar Vielflieger über mangelnden Komfort klagten: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-85586192.html Danke für Ihre Lektüre unseres Textes.

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