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Deutsche Krankenhausgesellschaft: Erhalt kleiner Kliniken kostet Milliarden
DPA

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat vorgerechnet, welche Kostensteigerungen das Gesundheitssystem zu verkraften hat. Natürlich gibt es auch Sparvorschläge - die aber dürften erheblichen Widerstand hervorrufen.

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ede-wolff 26.03.2018, 13:59
1. Kirchturmpolitik

Zwei Beispiele aus Bayern, wo mehrere Vollkrankenhäuser fast in Nachbarschaft nebeneinander betrieben werden:
1. Kreiskankenhaus in Freising, in 20 km Entfernung Kreiskrankenhaus in Moosburg. Seit über 20 Jahren jedes Jahr Defizite in Mio-Höhe; der Kreisrat traut sich nicht zusammenzulegen: Proteste der Bevölkerung
2. weitere 15 km weiter in Landshut-Stadt zwei (!) Vollkrankenhäuser.
Wieso bei einer Zusammenlegung hier der Pflegestress steigen sollte, erschließt sich mir nicht.

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Sensør 26.03.2018, 14:16
2. Wie rechnen sich den die großen Kliniken?

Ich kenne nur das Paradebeispiel Hamburg, die großen Kliniken wurden alle privatisiert, mit der Folge, dass kaum noch jemand arbeitet. Eine Freundin ist neulich vier Stunden nach der Einlieferung schwer krank getürmt, weil es weder ein Bett für sie gab, noch war jemand anwesend, der sich überhaupt um sie kümmerte.

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sven2016 26.03.2018, 14:34
3.

In bestimmten Einzelfällen kann eine Zusammenlegung oder Erweiterung eines Krankenhauses mit Schließung eines anderen sinnvoll sein.

Generell zu Krankenhauszentren mit Schwerpunktversorgung überzugehen, wird alleine die Notfallmedizin überfordern.

Wenn man mal im Rettungswagen zu drei Krankenhäusern gefahren und abgewiesen wurde, ahnt man auch weshalb.

Die Gesundheitsversorgung darf nicht von KK und Unternehmensberatungen bestimmt werden. Danach würde sich auch Polizei undJustiz nicht rechnen. Am besten privatisieren?

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interessierter Laie 26.03.2018, 14:37
4. @Sensør

was hat Privatisierung mit der Größe zu tun? Fakt ist, in fast allen Bereichen einer Klinik sorgt Größe für eine bessere Auslastung der Ressourcen und damit für geringere Kosten. Und der Grund ist einfach. Ein Gerät kostet das gleiche, ob es zu 10 Prozent oder zu 90 Prozent ausgelastet ist. In einer gut besetzten Abteilung ist es auch kein Problem, wenn mal jemand ausfällt. Ist erstmal allein, sieht das ganz anders aus. Hinzu kommen Lerneffekte durch hohe Fallzahlen auch in Spezialbereichen. Das erhöht nicht nur die Effizienz, sondern auch die Qualität. Im Zweifel hören sicher auch Sie nicht gern, wenn der Arzt Ihnen gegenüber eingesteht - so einen Fall wie Sie hatten wir hier noch nie...

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mirko_milinewitsch 26.03.2018, 14:46
5. Falsche Zahlen

Die genannten Milliardenbeträge für Tariffinanzierung, Investitionen und Notfallversorgung bilden den Bedarf aller Krankenhäuser in Deutschland. 5 Milliarden Euro, um alleine die kleinen Krankenhäuser zu retten, ist nicht richtig. Leider schlecht aufbereitet von AFP.

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robana 26.03.2018, 14:51
6. Privatisierung ...

Zitat von interessierter Laie
was hat Privatisierung mit der Größe zu tun? Fakt ist, in fast allen Bereichen einer Klinik sorgt Größe für eine bessere Auslastung der Ressourcen und damit für geringere Kosten. Und der Grund ist einfach. Ein Gerät kostet das gleiche, ob es zu 10 Prozent oder zu 90 Prozent ausgelastet ist. In einer gut besetzten Abteilung ist es auch kein Problem, wenn mal jemand ausfällt. Ist erstmal allein, sieht das ganz anders aus. Hinzu kommen Lerneffekte durch hohe Fallzahlen auch in Spezialbereichen. Das erhöht nicht nur die Effizienz, sondern auch die Qualität. Im Zweifel hören sicher auch Sie nicht gern, wenn der Arzt Ihnen gegenüber eingesteht - so einen Fall wie Sie hatten wir hier noch nie...
hat damit zu tun, das eher auf die Gewinne als auf die Patienten geachtet wird. Der Patient verkommt zur Ware.
Nach Ihrer Logik sollte es ein riesiges Krankenhaus mitten in Deutschland geben.
Und zeigen Sie uns bitte eine gut besetzte Abteilung in einem privaten Krankenhaus. Gesundheit ist mir zu wichtig, als das Konzerne damit riesige Gewinne machen können.

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bluebill 26.03.2018, 14:59
7. Falscher Ansatz

Fatale Folgen der Privatisierung um jeden Preis: Wenn auch noch das Gesundheitswesen in der Fläche fehlt, neben dem öffentlichen Nahverkehr und der Internetverkabelung, wird das Leben "auf dem Land" noch unattraktiver. Der Run auf die Ballungszentren wird noch schlimmer. - Gesundheit darf nicht zur Handels- und Spekulationsware werden. Krankenhäuser dürfen nicht als gewinnorientierte Wirtschaftsbetriebe fungieren. So etwas gehört in die öffentliche Hand. Damit die Versorgung flächendeckend gewährleistet ist, nicht nur in kundenstarken Ballungsräumen. Die Menschen werden nun mal nicht nur in Großstädten krank. Wir hatten das doch alles schon, es wurde als großer humanitärer Gewinn gefeiert, dass hier in D die Gesundheitsversorgung immer und überall stattfindet. Wollen wir zurück auf das Niveau eines Entwicklungslands?

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paps 26.03.2018, 15:00
8. Hygiene

In kleineren Krankenhäusern scheint das mit der Hygiene besser zu klappen.
Mit Spezialisierung und alternativen Einnahmequellen schreibt auch ein kleines Krankenhaus schwarze Zahlen. Häufig betrachten aber die Chefärzte ihre Abteilungen als Eigentum und fahren sie gegen die Wand.

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pusteblume123 26.03.2018, 15:08
9.

Geht es nur noch um Kosten, oder hat auch irgendjemand noch den Menschen im Blick? Sind Patienten keine Menschen mehr? Nur noch "Waren" die zwangsläufig gebraucht werden, damit riesige Kliniken Gewinne machen und Ärzte Lerneffekt haben? Menschen sind keine Maschinen! Um zu genesen und Krankheiten zu überwinden, braucht es nicht nur Hightechmedizin und unpersönliche Größe, sondern auch Menschlichkeit. Es gibt sicherlich einige Patienten, die sich weite Wege zu Vor- und Nachuntersuchungen nicht leisten können.
Das in großen Kliniken nicht auch am Personal gespart würde, halte ich für ein Märchen.
Privatisierung ist nicht immer die Lösung. Und auch riesige Bettenburgen sind es nicht.
Ich hoffe auf Menschen mit Verstand, Weitsicht und dem nötigen Respekt vor einem menschenwürdigen Leben, die sich mit dem Thema beschäftigen werden müssen.

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