Forum: Wirtschaft
Deutsche Oligarchen: Zerschlagt die Familienunternehmen

Wir regen uns gern über russische oder ukrainische Oligarchen auf. Und tun so, als hätten wir solche Oligarchen in Deutschland nicht. Dabei nennen wir sie nur anders: Familienunternehmen.

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correllon 27.04.2015, 15:50
20. Gute Gründe FÜR Familienunternehmen

Zitat von
Die Apologeten deutscher Familienunternehmen weisen immer darauf hin, dass mittelständische Strukturen besonders stabil sind. [...] Das war im industriellen Zeitalter sicherlich so.
...und das ist auch heute noch so. Schauen Sie sich die bestehenden Familienunternehmen und ihre Historie an, wieviele Kapitalmarktorientiere Unternehmen finden Sie, die eine ähnliche lange Erfolgsgeschichte haben?

Gerade in den heutigen Zeiten, die von einem hohem unternehmerischen Risiko geprägt sind, in denen Hedgefonds und andere Investoren auf kurzfristige Gewinnmaximierung aus sind, bilden Familienunternehmen eine stabile Basis und eine sichere beschäftigung, da sie auf den langfristigen Erfolg ausgerichtet sind.
Auch in den sozialen Vergünstigungen für die Angestellten stehen sie mit kapitalmarktorientierten Unternehmen auf einer Stufe.

Zitat von
Unternehmerischer Erfolg in unserer Zeit rührt von Kreativität und Vernetzung. Würden talentierte junge Menschen mit Tatendrang ihre Jugend in einer Familienfirma vergeuden, in der sie sich über Jahrzehnte hochschleimen müssen - und in der man zudem den richtigen Nachnamen haben muss, um Chef zu werden?
Das ist nur teilweise richtig. Es stimmt, dass Familienunternehmen meist Familienmitglieder an der Spitze stehen haben, aber Talente werden auch in Familienunternehmen gefördert und mit Führungsaufgaben und -positionen betraut. Findet sich kein geeignetes Familienmitgleid für die Unternehmensführung werden auch externe Manager für die Geschäftsführung eingestellt.

Zitat von
Die Familie hat in der deutschen Wirtschaftsgeschichte eine große Vergangenheit. Wir sollten sie ehren.
...und die Familienunternehmen als Rückgrat für den Erfolg der deutschen Wirtschaft beibehalten. US-amerikanische Wirtschaftsverhältnisse wünsche ich mir in Deutschland nicht.

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Ishibashi 27.04.2015, 15:50
21. Einspruch euer Ehren.

Es ist zwar richtig, dass Industrie Unternehmen im Vergleich zu Google und Co an Bedeutung verlieren, aber nur wenn man auf den Aktienkurs schielt. Als Arbeitgeber sind Unternehmen wie facebook eher vernachlässigbar. Für Investoren sind solche Firmen gerade wegen der wenigen Beschäftigten interessant. Für die Gesellschaft insgesamt sind die Oligarchen dagegen unverzichtbar ! Oder wie soll denn eine Gesellschaft funktionieren, die nur aus Firmen besteht die von Werbeeinnahmen leben.

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hartwig7 27.04.2015, 15:50
22. das wäre extrem wünschenswert, vor allem

für unsere "freie und unabhängige" Medienlandschaft, wenn der Einfluss der Oligarchien zerschlagen würde. Man nehme z.B. diese fünf Familien..
Springer:
Bild, Welt, Welt am Sonntag, N24, Beteiligungen an Privaten, etc.

Mohn (Gruhner & Jahr):
Stern, Brigitte, Spiegel, RTL, div. Verlage, darunter Random House und zur Fütterung der Regierung: Bertelsmann Stiftung

Burda:
Focus, Bunte, Gala, etc.
Schaub:
Stuttgarter Nachrichten, Süddeutsche Zeitung (18,25%), Freie Presse, Westermann Verlagsgruppe, diverse Radiosender, etc.
Funke:
Westfälische Allgemeine, Braunschweiger Zeitung, NRZ, Westfalenpost, Thüringer Allgemeine, Thüringische Landeszeitung und Ostthüringer Zeitung.

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Ruhri1972 27.04.2015, 15:52
23.

Ist das Modell der bezahlten Manager aber besser ? Die Herren Jain und Middelhoff zeigen die Perspektiven auf. Auch die StartUps beruhen immer auf der Innovationskraft und Kreativität der Gründer. Insoweit sind Gründer verstärkt zu unterstützen. Die Erben aber tragen nicht zur Weiterentwicklung und Kreativität bei. Insoweit schließe ich mich Münchau an. Wer die Erben hofiert, hält an der Vergangenheit fest.

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Marianne Rosenberg 27.04.2015, 15:53
24. ich denke

man darf das nicht so einfach in einen Topf werfen: Die Familienunternehmer sind die Mutigen unter uns, die Haus und Hof für den Erfolg des eigenen Geschäftes einbringen. Es geht darum, diese Unternehmer zu stärken und im Land zu halten. Diese Aufruf nach dem Motto "Alle auf die Familienunternehmen" kann ich so nicht akzeptieren. Was ich akzeptieren kann ist eine stärkere Teilhabe dieser Familien im Sinne unternehmerischer Verantwortung, sprich Abgaben, auch Steuern (Gewerbeertragssteuer etc.). Da bin ich dabei.

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f_aus_m 27.04.2015, 15:54
25. Neid?

ich arbeite bei einem Mittelständler, der allem Anschein nach zum Verkauf stehet, weil die Erbengeneration das unternehmerische Talent missen läßt. Unter den möglichen Akquirenten sicherlich: Fernost und private Equity. Das sehe bei BMW und bei Volkswagen (ich hab Hubers Kommentar in richtung von Piech mit Schrecken gelesen) genauso, im falle, daß die familien nicht mehr wollen ode können. Daimlers relative Schwäche ist gerade auf das Fehlen einer starken Eigentümerfamilie zurückzuführen. Auch hinter starken ausländischen Firmen (Microsoft, Apple, Standard Oil, Nestle um willkürlich einige zu nennen) geben Familien den Ton und die Richtung an. Es ist im Interesse der Unterhemen und damit im deutschen Interesse, daß diese Unternehmen in Deutschland verwurzelt bleiben und nicht Spielball irgendwelcher femden Interessen werden. Dazu müssen diese unternehmerisch geführt werden und nicht gutmenschlich oder dilettant verwaltet werden. Und schon gar nicht von Investoren die außer EBIT und cash-flow keine Terminolgie verstehen. Deswegen müssen Famileinunternehmen geschützt und gestärkt, sicherlich auch verpflichtet werden. Herr Münchau, wenn Piech hinwirft und sein Paket verkauft? Und wenn an wen? Und was dann? Oder Frau Quandt um sich aus der Öffentlichkeit zu ziehen? (Danke Frau Quandt, daß Sie Härte zeigen!).

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ambulans 27.04.2015, 15:55
26. nett,

aber doch etwas zu kurz gesprungen. da fehlen nämlich ziemlich viele (ruhig mal bei forbes in die ganze liste reingucken!), z.b. kamprad/ikea, albrecht/aldi, scheffler (immer noch), wie poroschenko "schoko-zar" werden konnte (ukraine ist wohl "hidden champion" in - bush jr, vorsicht! - kakao?), was machen eigentlich die koch-brüder/USA so z.zt.?, et al. tja, manche leute schlafen wirklich richtig gut auf den bequemen, gut gepolsterten kissen ihrer vorurteile ...

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whazzup 27.04.2015, 15:56
27. Genau

Alles zerschlagen, oder noch besser in Volkseigene Betriebe umwandeln, dann ist auch endlich das leidige Thema Wohlstandsschere vom Tisch. Das hat in Deutschland schonmal gaaaanz prima funktioniert....richtig dufte war das; wenn das doofe Volk nicht irgendwann von dem überbordenden Wohlstand für alle so verwöhnt gewesen wäre, dass es zu Tausenden auf die Straße gegangen wäre oder gleich ganz das Land verlassen hat, könnten wir das heute noch haben.

Oder man "privatisiert". Ganz klar: die Familienunternehmer sind die asozialen Ausbeuter, Volksschinder und Abzocker. Wo die das Feld geräumt haben und z.B. der nette transatlantische Finanzinvestor das Ruder übernommen hat, da sprudeln die Gewinne, die Allgemeinheit kann sich vor Steuereinnahmen kaum retten und die so beglückten Regionen melden alle Vollbeschäftigung.

Is klar, mein Gutester...kein Wunder, dass die FTD bei solch einem Stuss-Mindset kein Bein auf den Boden bekommen hat. Gott Agathe...

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calkid1306 27.04.2015, 15:56
28. Herr Muenchau

Herr Muenchau sitzt sitzt wahrscheinlich bequem in irgendeinem netten Buero wo man einfach mal die absurde Hypothesen aufstellen kann. Osteuropaeische Oligarchen sind also vergleichbar mit deutschen Familienunternehmen. Das ist so als ob man Caritas mit ner Rockerbande vergleicht. Vielleicht sollte Herr Muenchau mal einen kleinen Fieldtrip nach Osteuropa unternehmen und sich die reale Welt der Oligarchen mal genauer anschauen. Das die nur durch Korruption und Erpressung an die Macht gelangt sind und sie gerne mit Gewalt verteidigen ist dann vielleicht auch fuer Herrn Muenchau erkennbar. Ist aber egal, hauptsache die Schlagzeile klingt provokativ....

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brunowsky 27.04.2015, 15:57
29. Was wäre Deutschland ohne die Familienunternehmer?

Ob klein oder groß - die deutschen Familienunternehmer mit russischen Oligarchen zu vergleichen ist haarsträubend ... Wie sind denn die russischen Oligarchen zu ihrem schnellen Reichtum gekommen? Und warum gehören familiengeführte deutsche Unternehmen zu den erfolgreichsten der Welt? BMW, Volkswagen, Bertelsmann - aber auch die zahlreichen Weltmarktführer im Maschinenbau? Münchau (meine Autokorrektur schreibt Münchhausen ) auf Abwegen!!

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