Forum: Wirtschaft
Deutsche Oligarchen: Zerschlagt die Familienunternehmen

Wir regen uns gern über russische oder ukrainische Oligarchen auf. Und tun so, als hätten wir solche Oligarchen in Deutschland nicht. Dabei nennen wir sie nur anders: Familienunternehmen.

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nachtmacher 27.04.2015, 16:05
40. Wirklich?

Erstmal ist BMW kein "Familienunternehmen". Die familie Quandt hat die Aktienmehrheit. Und das seit herbert Quandt in ein Pleiteunternehmen investiert hat, das sonst zerschlagen worden wäre. Ich kann Ihnen mitteilen, dass den Mitarbeitern von BMW die Tatsache, dass es in dem Unternehmen nicht nur um den Shareholdervalue geht. Glauben Sie, dass Hedge-Fonds und Heuschrecken auch nur einen feuchten Kehricht auf den Erhalt von Arbeitsplätzen legen? Oder auf den Fortbestand eines Unternehmens? Und das ganze auch noch auf der "Gerechtigkeitsschiene" gestrickt. Das Spielchen bei VW, das wohl Auslöser dieses recht unreflektierten Artikels war, wurde doch erst durch den Staat (in einem bestimmten Bundesland gibts sogar spezielle gesetze für VW...) möglich. praktisch der gesamte SPD-Klüngel mit Schröder, Hartz, Riester etc. in Verbindung mit Maschmeyer & Co. kommt doch aus der VW/Gewerkschafts/SPD-Ecke... Also ob aktionärsgetrieben Unternehmen besser sind. und im nächsten Artikel gibts wieder eine Lobpreisung für amerikanische Entrepreneure a la Elon Musk oder warren Buffet, oder????

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curiosus_ 27.04.2015, 16:06
41. Und stattdessen?

Was wird denn konkret als Zerschlagungsgrund aufgeführt? Da finde ich nur das:

Zitat von Münchau
Unsere westlichen Oligarchen … Ihr großer Einfluss auf Gesellschaft und Wirtschaft ist trotzdem problematisch.
Dann stellt sich als nächstes die Frage: Was soll denn an deren Stelle treten? AGs? Und die haben dann weniger „großen Einfluss auf Gesellschaft und Wirtschaft“? Wohl kaum. Mir ist der „große Einfluss auf Gesellschaft und Wirtschaft“ einer oder mehrerer Personen um Welten lieber als der „große Einfluss auf Gesellschaft und Wirtschaft“ anonymer Lobbyisten die nur dem shareholder value verpflichtet sind. Und die nach dem Motto „nach mir die Sintflut“ agieren. Mehr Nachhaltigkeit ist da sicher nicht vorhanden.

Zitat von Münchau
Die Industrie spielt gerade in Deutschland zwar noch eine wichtige Rolle, aber wie überall in der westlichen Welt ist es eine abnehmend wichtige Rolle. Das Auto war das Erfolgsprodukt des 20. Jahrhunderts. Der relative Innovationsgrad in der Autoindustrie ist schon seit langem rückläufig.
Ja ja, die glorreiche Dienstleistungswirtschaft. Ich dachte eigentlich, dass die Befürworter derselben seit der letzten Finanzkrise kuriert sind, scheint aber noch nicht bei allen der Fall zu sein. Komischerweise sind die Nationen mir relativ hohem Industrieanteil am BIP deutlich besser durch die Krise gekommen als die anderen.

Zitat von Münchau
Die wichtigen medialen Innovationen der letzten 20 Jahre wie Facebook, Twitter und die meisten modernen Nachrichtenportale stammen nicht von alteingesessenen familiengeführten Medienkonzernen, sondern von relativen Außenseitern.
Und? Was hat das mit „familiengeführt“ zu tun? Nichts. Doch wohl eher mit groß und alt, egal ob Familienunternehmen oder AG.

Zitat von Münchau
Schon heute lehrt uns der absurde Spuk bei VW, dass wir diesen Herrschaften unsere Zukunft nicht anvertrauen sollten.
Ah ja. Wohl etwas arg schnell geschossen um das abschließend beurteilen zu können. Oder kennt Herr Münchau die Beweggründe des Herrn Piech? Ob er am Ende nicht doch Recht hat?

Wenn man es sich allerdings einfach macht und den Aktienkurs mit einer Sichtweite von max. 2 Wochen als goldenen Bewertungsmaßstab nimmt, dann lässt sich natürlich die Einschätzung begründen. Aber genau das ist halt der Unterschied zwischen „nach mir die Sintflut“ und nachhaltiger Unternehmensführung. Mir ist 2. deutlich lieber.

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schokuspokus 27.04.2015, 16:09
42. Lieber diese Familien ...

... als die Abzockerinvestoren, denen Menschenleben egal sind. Schrecklich Münchau.

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taurus3000 27.04.2015, 16:09
43. Letztlich wirft der Autor

die mittelständischen Familienunternehmen mit den tatsächlichen Oligarchen ("Dax-Oligarchen" u.ä.) in einem Topf. Denn die letzteren können einem Aufkauf oder einer Zerschlagung durch internationale Multis im Zweifel erfolgreich widerstehen; mittelständische sind zu schwach. Daher liegt das wirkliche Ziel dieser "Oligarchen-Attacke" auf der Hand: den Widerstand der mittelständischen gegen einen Aufkauf durch internationale Aasgeier in Frage zu stellen und feindliche Übernahmen verbal zu unterstützen, welche regelmäßig mit Struktur- und Arbeitsplatzvernichtung einher geht. Das passt ganz exzellent zu der drohenden sozialen Katastrophe, die uns mit TTIP bevorsteht. Man sollte den Autor und seine unzähligen geistigen Verwandten im (zweit)ältesten Gewerbe der Welt zum Teufel jagen, bevor es zu spät ist.

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Lemmingeforscher 27.04.2015, 16:12
44. Was für ein Experte!

Der übertragende wirtschaftliche Erfolg da der Financial Times Deutschland zeigt, welche Kompetenz der Autor in Wirtschaftsfragen doch hat. Das wirklich erschütternde ist, dass Flachzangen alle Couleur mittlerweile ihre ungespitze Feder bei Spiegel online schwingen dürfen!

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toni_uk 27.04.2015, 16:15
45. Man man mann

selten einen so schlechten Artikel gelesen. Als Beispiel für Innovationskraft gegenüber Familienunternehmen bringen Sie die Discounter an. Die beiden größten sind Aldi und Lidl - beides sehr erfolgreiche Familienunternehmen. Aber lieber alle Unternehmen dem Joch der Börse unterwerfen...

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taurus3000 27.04.2015, 16:19
46. Letztlich wirft der Autor

die mittelständischen Familienunternehmen mit den tatsächlichen Oligarchen ("Dax-Oligarchen" u.ä.) in einen Topf. Denn die letzteren können einem Aufkauf oder einer Zerschlagung durch internationale Multis im Zweifel erfolgreich widerstehen; mittelständische sind zu schwach. Daher liegt das wirkliche Ziel dieser "Oligarchen-Attacke" auf der Hand: den Widerstand der mittelständischen gegen einen Aufkauf durch internationale Aasgeier in Frage zu stellen und feindliche Übernahmen verbal zu unterstützen, welche regelmäßig mit Struktur- und Arbeitsplatzvernichtung einher gehen. Das passt ganz exzellent zu der drohenden sozialen Katastrophe, die uns mit TTIP bevorsteht. Man sollte den Autor und seine unzähligen geistigen Verwandten im (zweit)ältesten Gewerbe der Welt zum Teufel jagen, bevor es zu spät ist.

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Gegendenstrom 27.04.2015, 16:20
47. Eigentum verpflichtet heisst der Paragraph im GG

Wenn sich jeder Begüterte und mit Glück zu den Erben Gehörende daran erinnern würde und seiner daraus resultierenden Pflicht nachkäme, wäre alles gut. Jeder würde ihnen ihre Privilegien gönnen. Nur leider heisst es ja für die Meisten, Eigentum ermöglicht mehr Macht auszuüben um noch mehr Geld auf Kosten der Anderen zu bekommen. Das ist, was irgendwann das System zum Kippen bringt. Niemand akzeptiert mehr Feudalherren. Ich hoffe allerdings auch so in Amerika. Denn dort sitzen die Vorbilder für ungehemmte Gier, Ausbeutung und den Beweis, dass man das Volk nur dumm genug halten muss, damit man damit auch durchkommt.

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professorA 27.04.2015, 16:20
48. Ganz einfach:

Mit Familienunternehmen kann die Zocker-Klientel des Herrn Münchau eben keinen oder nicht genug Profit machen. Eigentümer-Unternehmer, die persönlich oder mit der Zukunft ihrer Familie haften, sind für Finanz-Haie ganz unangenehme Vorbilder. Ih gitt - Haftung, womöglich noch persönliche, ist doch das letzte, was man in Herrn Münchaus Finanzwelt sucht.

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n.laus 27.04.2015, 16:20
49. Einen kleinen Unterschied übersehen

Familienunternehmen sind von der Pieke auf erarbeitet worden. Oligarchen haben sich die Firmen, man möchte fast sagen, ergaunert.

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