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Deutsche Post: In 19 Jahren gut 900 Filialen geschlossen
Olaf Döring / imago images

Während das Briefporto regelmäßig steigt, ist die Zahl der Postfilialen in den vergangenen Jahren gefallen. Sie liegt nur noch knapp über dem gesetzlichen Minimum.

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stolte-privat 18.09.2019, 15:10
1. In gleichem Maße...

...wie die Zahl der Filialen hat auch die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Postzustellungen abgenommen. Nur das Porto ist zuverlässig gestiegen.

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strjk 18.09.2019, 15:21
2. Vom Amt zur Agentur

In unseren Örtchen gab es vor Jahren eine echte Postfiliale mit vollem Service. Von Briefmarke bis Sparbuch. Danach eine gute Agentur, dann eine Agentur und inzwischen möchte ich den Laden nicht mal Agentur nennen. Bankdienste sind komplett eingestellt. Päckchen liegen im Verlaufsraum rum da abgeschlossener Lagerraum unzureichend ist oder nicht genutzt wird. Adressen und Absender sind für jeden Kunden gut lesbar (Datenschutz ?). Fast leere Regale stehen im Raum rum. Die Öffnungszeiten sind ein Witz. Berufstätige die nicht im Ort arbeiten können eigentlich nur Samstag Vormittag Päckchen abholen oder müssen Urlaub nehmen. Die Agentur ist öfter geschlossen als geöffnet - zumindest wenn ich zweimal am Tag da vorbei fahre. Traurig auf welchem Niveau die Post inzwischen angekommen ist.

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spon_3055608 18.09.2019, 15:39
3. nichts als Raffgier und Gewinnmaximierung

Obwohl die Anwohner-zahl in meinem Standteil in den letzten Jahren drastisch gestiegen ist,- nicht zuletzt durch ein neues Wohngebiet, wurde die Post geschlossen. Wann aus welchen Gründen auch immer, zB um ein Paket abzuholen sind 2.90€ für einen Busfahrschein einfach fällig. Was allein die Kost, um ein bereits bezahltes Pakte abzuholen auf 5.80€ treibt. An Weihnachten und Osten wickelt sich die Warteschlange dann um den Häuserblock. Die Postangestellten können einem dann nur leid tun. Sie wirken nicht nur erschöpft und überarbeitet,- sie sind es vermutlich auch. Die sog Postagenturen sind kein Ersatz für ein Postamt denn sie bieten nur einen Bruchteil der Leistungen wegen denen man zur Post gehen muss: Einschreiben Zahlungsanweisung, Express-sendung ins Ausland, Personal-ident ect. Der Inhaber eines lokalen Schreibwarengeschäfts/ Postagentur sagte mir, er dürfe noch nicht mal ein Paket wiegen.
Man kann das zwar alles schön-reden, aber das ändert überhaupt nicht an der faktischen Misere, wen die Oma kilometerweit zB ein Paket nach hause schleppen muss, weil sich das zuständige Postamt am Rande der bewohnten Welt befindet.

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microphone 18.09.2019, 15:44
4. Post - nein danke!

Momentan werden dem Kunden die Neuerungen für die Bücher- und Warensendung als Verbesserung angepriesen. Alles nur zum Vorteil des Kunden. Haha - die denken wirklich ihre Kunden sind alle verblödet!
Immer weniger Leistung für mehr Geld und die Chefetage füllt sich ordentlich die Taschen, während die Angestellten auf dem Zahnfleisch kriechen!

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Barfüsser 18.09.2019, 15:55
5. Das

ist das Hohelied der Marktwirtschaft.Service reduzieren, Preise erhöhen und damit die Gewinne maximieren.
Was waren das noch Zeiten, als der Zusteller beamtet war und in den Fünfziger Jahren sogar Vor-und Nachmittags kam.

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Niteftef 18.09.2019, 16:05
6. Privatisierung ist das Problem

Es ist mir ein Rätsel, wie die Neoliberalen jemals große Teile der Menschen davon überzeugen konnten, das Privatisierung irgendwas für die Kunden verbessern würde.

Private Einrichtungen wollen Profit maximieren, öffentliche können nach dem besten Service oder den günstigsten Preisen streben (was natürlich nicht immer klappen muss).

Privatisiert heißt einfach: Eine zusätzliche Ebene dazwischengeschaltet, die versucht, möglichst viel Profit herauszupressen.
Dass da nichts besser werden kann ist eigentlich offensichtlich.

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ex rostocker 18.09.2019, 16:08
7. Wie oft braucht man die Postfiliale ?

Den Briefträger brauche ich, denn ich bekomme fast täglich Post. Aber die Postfiliale? Ich war zuletzt vor 6 Monaten mal drin. Briefmarken habe ich für mindestens 1 Jahr zu Hause liegen. Mein Postbank-Konto erledige ich von zu Hause aus. Päckchen bringe ich zur Konkurrenz, das ist zuverlässiger. Zu den alten Post-Zeiten, als die Post noch an jeder MIlchkanne ansässig war, will ich nicht zurück. Die Hälfte der Postfilialen ist sicherlich überflüssig.

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interessierter Laie 18.09.2019, 17:03
8. Absolut richtig...

Die alten Postfilialen hatten für Arbeitnehmer unmögliche Öffnungszeiten - ähnlich wie Banken. Die Schlangen waren lang, das Personal träge und unhöflich, die Bearbeitung erfolgte in stoischer Ruhe und bei Dienstschluss kehrte man die letzten Kunden vor die Tür und schloss ab. Die Preise waren gemessen an der Inflation höher als heute. Die Qualität war mies. Zweimal habe ich es erlebt, dass mein Vater seinerzeit beim Finanzamt eine dicke Strafe bekam, weil die Steuerunterlagen nicht ankamen. Klage gegen die Post? Fehlanzeige! Gegen die Post zu klagen war so aussichtsreich, wie Reisanbau in Death Valley. Die steigenden Portokosten für Briefe haben damit zu tun, dass der Normalverbraucher viel weniger Post bekommt und verschickt als früher. Soll (@Barfüsser) der Zusteller zweimal täglich kommen, um nichts einzuwerfen? Bei Paketen ist das Gegenteil der Fall. Früher hätten viele heutige Sendungen mehr Porto gekostet, als der Inhalt wert ist. Manchmal frage ich mich, ob Die Linke nicht der perfekte Koalitionspartner für die AfD wäre. Bei den einen ist das Wirtschaftsideal rückständig, bei den anderen das Gesellschaftsmodell.

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kika2012 18.09.2019, 17:36
9. Barfüsser

Ja klar, früher war alles besser. Oh Mann. Wer benutzt denn noch die Post???

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