Forum: Wirtschaft
Deutsche Solar-Branche: Q-Cells macht 350 Millionen Euro Verlust

Abstieg eines Giganten: Q-Cells, einst größter Solarzellenhersteller der Welt, kämpft ums Überleben.*Das Unternehmen*hat nach manager-magazin-Informationen*im ersten Halbjahr rund 350 Millionen Euro Verlust gemacht - fast das Dreifache des Umsatzes.

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Umbriel 10.08.2011, 13:45
50. Offenbar

- ist es bisher nicht gelungen, durch Modernisierung und Innovation die Produktionskosten der Zellen wirksam zu senken.
- gibt es keinen entscheidenden Know-How oder Patentvorsprung
- gibt es einen hohen Kostenblock beim nicht allzu hoch qualifizierten Personal

und deswegen gewinnt der Standort mit geringeren Kosten für Personal, Grund, Bau und Energie.

***

Richtig verdienen könnte man damit in Deutschland dann, wenn es einen deutlichen Fortschritt bei den Produktionskosten der Solarzellen gäbe.
Das wird zwar seit Jahrzehnten angekündigt, aber trotz MRD Subventionen ist nichts passiert.

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kamillentee 10.08.2011, 13:46
51. Ach ja, ...

... ganz vergessen:

Wird nicht jede neue und Nischen-Technologie irgendwie/irgendwo mal subventioniert? Was hat Sachsen nicht schon alles in Dresdens AMD (Global Foundries, gehört nun Arabern, ist nicht mal deutsche Technik) Werke geschüttet, nur um "High Tech" in Deutschland - im Osten Deutschlands zu halten.

Gibt es einen neuen Wirtschaftsneid, der Subventionneid heisst?
Wir leben in einer SOZIALEN Marktwirtschaft, auch wenn das die ganzen BWL'ler und Bachelors/Masters und wie sie sich schimpfen immer gern vergessen und verdrängen. Bis sie selbst mal "Opfer" eines "modernen Unternehmens" werden. Wie bei Henkel seit einiger Zeit... Super Ergebnisse und es werden massiv Leute vor die Tür gesetzt, weil man die Marge nach oben treiben will (damit sich Anfang 2013 das Management die fetten Boni in den Allerwertesten schieben können, um danach den innerlich zerrütteten Konzern zu verlassen).

Q-Cells ist unser deutsches Problem.

Meiner Meinung nach müßte die Regierung einen Plan aufmachen, wenn man die Energiewende will. 100Mrd Euro um sich in modernen Unternehmen für Solar-, Wind-, Geothermie- und andere Unternehmen einzukaufen. Bei denen es noch läuft 49% - und bei denen es nicht mehr läuft (Q-Cells) mit 51% Anteilen. Ordentliche Wirtschaftsführer anheuern und los gehts ;)

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Rodelkönig 10.08.2011, 13:48
52. Essen Sie rohe Möhren!

Zitat von Promethium
Mit Zunahme der Energiepreise (durch Atomausstieg) werden noch viele grüne Branchen in Bedrängnis kommen. Die Grüne Recycling Industrie (sehr Energieintensiv) z.B. aber auch die Hersteller von Windkraftanlagen.
Also von Problemen in der Recycling-Industrie sollten Sie mal nicht ausgehen.
Denn im Gegensatz zu Energie sind Rohstoffe wirklich begrenzt. Die Nachfrage nach Rohstoffen und somit auch Müll für Recycling ist heute so groß, dass sogar Glasscherben und zerschredderte Plastikflaschen auf großen Schiffen nach China gefahren werden, um dort zu neuem Glas oder zu Pullovern verarbeitet zu werden. Und auch in Deutschland ist Recycling äußerst erfolgreich. Bei der Stahlherstellung (auch Alu oder Kupfer oder sonstwas) werden neue Produkte zu 70 oder 80% aus recyclten Werkstoffen herstellen. Gerade Metalle kann man quasi unendlich oft recyclen.
Deutschland ist auf dem Recycling-Gebiet weltweit unangefochten an der Spitze. Es gibt für deutsche Recycling-Firmen weltweit keinen einzigen ernstzunehmenden Konkurrenten. Und in diesen Wirtschaftszweig fließt kein einziger Cent Steuergeld oder Subventionsmittel.

Viele Grüße

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himem 10.08.2011, 13:49
53. "Gründenk...."

Vorab: Ich bin kein Grüner. Ich halte das "Restrisiko" bei Atomstrom für unkalkulierbar (die deutschen Versicherungen auch, deswegen ist keines der AKWs gegen etwas wie einen GAU versichert). Wie sicher moderne AKWs sind konnte man in Fukushima sehen - wer danach nach Atomstrom schreit ist entweder ignorant oder sogar geschmiert.
Natürlich muss das Loch das AKWs hinterlassen geschlossen werden. Und warum sollte man eine Dezentralisierung der Stromerzeugung in Form von Solarzellen nicht auch fördern, nachdem bisher immer die wenigen Großkonzerne ihre AKWs gefördert bekamen (bei Forschung, Polizeischutz, Weiterbetrieb etc)? Auch wenn die Ausbeute in Afrika besser ist - es gibt aber auch bereits Projekte dort Kraftwerke auf Solarbasis zu installieren, auch wenn ich bei der politischen Konstellation in diesen Ländern nicht an Nachhaltigkeit glaube.
Wenn das Markt-Ziel "günstige Solarzellen" anders billiger zu produzieren sind wird der Markt das regeln und QCells wird verschwinden, das ist in einer Marktwirtschaft normal. Das politische Ziel "Ersetzen von Atomkraft durch unkritische Technologien" bleibt davon unberührt. Und Arbeitsplätze sind dabei gar kein Thema - wie viele Leute arbeiten bei QCells, und wie viele Arbeitsplätze werden durch den Aufbau einer neuen Netzinfrastruktur gebraucht?

[/QUOTE]
....
/Gründenken aus

Ich bin mal gespannt wie lange es dauert, bis Deutschland nach Atomstrom schreit...[/QUOTE]

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testthewest 10.08.2011, 13:50
54. Titel

Zitat von Umbriel
- ist es bisher nicht gelungen, durch Modernisierung und Innovation die Produktionskosten der Zellen wirksam zu senken. - gibt es keinen entscheidenden Know-How .....
Tja, Geld allein bedeutet eben noch nicht wissenschaftlichen Fortschritt. Zumal es das Geld auch nur für Versprechungen gibt. Und so endet eben die nächste staatliche gut gemeinte Idee.

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Bauer_Lindemann 10.08.2011, 13:51
55. .

Zitat von Evolvente
Deutsches Auto: Arbeitsplätze in Fertigung, Entwicklung, Verwaltung + Rest. Japanisches Auto: Nur Rest.
Kleine Korrektur: deutsches Auto: Arbeitsplätze in Endmontage, Entwicklung, Verwaltung...
Zitat von
Und nun? Alles andere sind Milchmädchenrechnungen und Schönrednerei. Klartext ist gefragt, nicht nur heiße Luft! Und komm mir jetzt keiner mit Atom, Kohle oder sonst was. Hier geht es um die Firma Q-Cells, die Solarzellen fertigt.
...die, wie vorausgesagt keine Chance gegen die chinesische Konkurrenz hat, weil Solarzellen KEIN High-Tech-Produkt sind. Das können die Chinesen dank niedrigerer Löhne und weniger strengen Umweltauflagen und NIEDRIGERER ENERGIEPREISE besser. Dort stellt man diese Dinger nämlich nicht hochsubventioniert auf...

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gsm900 10.08.2011, 13:52
56. So wie Stalinisten die DDR in den Abgrund führten

Zitat von 21Pinto
Ist nicht ständig vom Jobwunder Energiewende die Rede? Jetzt kommt langsam die "Butter bei die Fische". EVUs wie E.ON und RWE müssen tausende Arbeiter entlassen, die EE-Fabriken machen dicht, Strom wird importiert und die einzigen Arbeitsplätze entstehen 10.000 km weiter östlich. Aber immerhin dürfen wir uns mit steigenden Strompreisen und sinkender Versorgungsssicherheit trösten. Finde ich einen fairen Tausch.
machen es jetzt die Ökostlinisten und deren Profiteure marschieren voran.
Das grüne Plbes schrie "Abschalten" nun werden eben auch die JObs abgeschaltet, teifft die Le[eh]rerparteien natürlich weniger, mal soll ja das Geld das man nicht hat (uns sich teuer leihen muss) in die Bildung stecken,

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Edgar 10.08.2011, 13:54
57. Richtig!

Zitat von Umbriel
- ist es bisher nicht gelungen, durch Modernisierung und Innovation die Produktionskosten der Zellen wirksam zu senken. - gibt es keinen entscheidenden Know-How oder Patentvorsprung
Denn die deutsche PV-Industrie hat praktisch NICHTS in die Forschung und Entwicklung gesteckt: lausige 1,7% der Einnahmen wurden dafür verwendet, das ist praktisch eine Negativrekord, denn selbst Branschen, die keineswegs besonders innovartiv sind, wie der Maschinenbau, investieren ein mehrfaches.

Und woran liegt's?
Garantierte Subventionen sind ein sanftes Ruhekissen, das Innovation und Fortschritt lähmt!

So wurden bisher über 100 Milliarden € verbrannt, ohne nachhaltige Wirkung zu zeigen.
Es ist allerhöchste Zeit, dass das aufhört!
Das EEG muss weg!
Wenn wir nur 1/10 von dem Geld genommen hätten, um Forschung zu betreiben, hätten wir 10 x mehr für den Wirtschaftsstandort Deutschland getan und dabei auch noch 90% gespart!

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VorwaertsImmer 10.08.2011, 14:00
58. Blühende Grün-Technologie-Landschaften

Wo bleiben jetzt die versprochenen blühenden Landschaften durch die Öko-Wende? Oder ist es so das von der Öko-Förderung vor allem der Wettbewerb im Ausland profitiert hat?

Ist Deutschland zu dumm eine vernünftige Industriepolitik zu betreiben?
Die Chinesen reiben sich die Hände....und die
Links-AlterNaiven feiern sich trotzdem als Retter des dt. Standortes!

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larsmach 10.08.2011, 14:02
59. Das kann deutschen Kleinwindkraftanlagen-Bauern blühen!

Im Frühjahr stellte eine meiner Firmen in Deutschland eine Kleinwindkraftanlage aus. Die bietet zwar deutsche Sicherheitsstandards, liegt aber preislich auf chinesischem Niveau. Es wehte ein Hauch von "Nestbeschmutzer" in der Luft.
Statt sich zu fragen, wie man solche Technologie cleverer auslegt, damit diese ohne Fördermittel funktioniert, wurde über die Einführung besonders hoher Einspeisetarife für Kleinwindkraftanlagen diskutiert - dabei ist der hohe deutsche Stromtarif für Privatverbraucher ohnehin leicht zu schlagen!

Ich wunderte mich über Preise vieler deutscher Hersteller, die sich bei Produktentwicklung und -produktion offenbar nicht an effizienten Kosten, sondern an maximal zu erlösenden Preisen in Deutschland orientieren.
Falls wirklich auf dieses hohe Niveau noch Vergütungssätze draufgelegt werden (um Betreiber zu motivieren, selbst produzierten Strom NICHT zu verbrauchen, sondern einzuspeisen!), dann wirkt das auf chinesische Hersteller wie ein Leuchtturm: "Kommt her, passt eure Qualität an, lasst die Preise unten, und räumt den Markt leer!"

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