Forum: Wirtschaft
Deutsche Wirtschaft: Es geht uns gut. Es geht uns sehr, sehr gut

Löhne, Konsum, Arbeitsmarkt: Der deutschen Wirtschaft steht trotz Weltfinanzkrise sehr ordentlich da. Trotzdem grassiert die Angst vor einer neuen Rezession, und diese Sorge bremst den Aufschwung. Wie gut oder schlecht geht es uns wirklich? Einige Fakten, die optimistisch stimmen.

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Boandlgraber 20.10.2011, 23:51
10. Titelverweigerer

Zitat von besserbescheidwisser
Der allergrößte Teil der Arbeitsstellen sind außerhalb der Zeitarbeit tätig und die H4ler und 1€-Jobber machen auch nicht den Großteil der Bevölkerung aus. Das einzige Problem in D sind meiner Meinung nur noch die hohen Steuerabgaben da der Staat schon seit Jahren ein massives Ausgabenproblem hat.
Die Hälfte aller Haushalte zahlen überhaupt keine Einkommensteuer mehr - weil sie nicht genug verdienen. Dann erst kommen die armen Würstchen, die nicht wissen, wie sie alle Rechnungen bezahlen wollen, die aber schon Einkommensteuer zahlen. Daran ändert sich auch gar nichts mehr - egal wie hoch die Exportquote oder das Wirtschaftswachstum ist.

Und dann kommen im obersten Einkommensviertel die merkbefreiten Jammerlappen, deren starke Schultern immer zuviel Steuern zahlen...

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mimas101 21.10.2011, 00:24
11. Sorry

mir ist der Artikel entschieden zu oberflächlich und entschieden zu sehr auf Jubel getrimmt.
Hat es SPON wirklich nötig, falsche Jubelarien der Bundesregierung abzukupfern?

Der Stellenabbau: Praktikanten, Niedriglöhner, Zeitarbeiter und zeitlich befristete Jobs, jederzeit entsorgbar, beherrschen das Bild. Es gibt keine inländische Konsumgüternachfrage und die finanziellen Ressourcen des dt. Michels sind überwiegend aufgebraucht.
Dafür jubeln Firmen über Gewinnsprünge im hohen 2stelligen Prozent-Bereich. Die Exporte boomen solange ausländische Nachfrage existiert. Die USA bieten uns nur ca 5% der Nachfrage, sind also vernachlässigbar, EWG-Land pendelt um 40% herum, der Rest geht überwiegend nach Asien.
Das ist derzeitiger Stand, noch gibt es in EWG-Land Länder die dt. Produkte kaufen und die Firmen sich meistens durch den Bund bürgen lassen.
Noch gibt es in anderen Ländern Nachfrage nach dt. Produkten und dt. Autos (in China nicht mehr so stark wegen diverse Zwangs-Joint-Ventures).
Ich sehe daher nicht wirklich einen Grund zum Jubeln.

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Uexkuell 21.10.2011, 00:41
12. Dexia war erst der Anfang...

Ich werde mir diesen Artikel aufheben. In nicht einmal drei Jahren wird er mir als Lehrmaterial dienen. Für die unglaubliche Verblendung, die große Unkenntnis, die weitverbreitete Korruption und stupide Naivität, die zu diesem Zeitpunkt unter einigen Landesbewohnern grassierte.

Ich werde ihn mir aufheben. Aber lachen werde ich darüber nicht. Ich werde nur dasitzen und mir denken: wie konnte ein Mensch all das ignorieren, wie konnte er geflissentlich alle Fakten außer Acht lassen, wann wurde er zum Werkzeug einer Meinungsindustrie.

Für alle, die es bisher nicht begriffen haben. Es tickt hier eine Zeitbombe im europäischen Bankensystem. Wissen Sie eigentlich, dass eine einzelne Bank mehr Billionen im Derivatemarkt stecken hat, als die größten Industrieländer der Welt zusammen erwirtschaften könnten?

Sagt Ihnen Dexia etwas? Belgien ist bankrott. Die Abwertung nur eine Frage weniger Tage. Die 1-Jahres-Anleihen Griechenlands sind ein absurder Scherz, eine Sache, die vielleicht aus einem Märchenland stammen könnte.

Wissen Sie, dass China eine Bruchlandung hinlegt? Achten Sie mal auf die Kupferpreise. Noch einmal kann China keine Billionenspritze ins System geben, die Inflation läuft ohnehin schon Amok.

Die französischen Banken pfeifen aus dem letzten Loch. Die Bemühungen der Regierungen, der Hebelplan wird am Markt scheitern. Das geht ein paar Tage vielleicht noch gut, dann geht aber bald die Luft aus. Es fehlt das Kapital, es fehlen risikofreudige Investoren.

Meine Herren, es ist fünf vor Zwölf. Egal ob Sie in diesem Jahr eine klitzekleine Lohnerhöhung bekommen haben. Nur wer mehr als 4000 Euro monatlich erhält, konnte bisher vom Euro profitieren.

Es ist nicht bloß ein Klima der Angst, als handele es sich um Hokuspokus. Wer so etwas behauptet, bemerkt nicht, dass Kapital in Milliardenhöhe aus dem System fließt, dass Milliarden Abschreibungen gemacht werden müssen bei Banken, die eine kleine Eigenkapitaldecke haben.

Dexia war erst der Anfang. Diese Träumereien werden von der Realität überrollt werden. Kaum steigt der DAX ein bisschen, schon werden die Spatzen wieder frech. Unfassbar...

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pirojito 21.10.2011, 01:29
13. kT

Zitat von vitalik
Ja klar. Wo anders wird berichtet, dass der Zeitarbeitssektor, der am meisten wachsende Sektor dieses Jahr ist. 7 Millionen nichtoffiziele Arbeitslose und 3 Millionen offizielle, macht 4 Millionen Menschen die grade eine "Schulung" oder ein anderen (400 Euro, 1 Euro) Job machen, der nicht zum überleben reicht und man Transferleistungen bekommt, aber nicht als Arbeitssuchen gemeldet wird. Und die dunkle Zahl der Menschen die für 5 Euro arbeiten gehen und sich schämen zu Arbeitsamt zu gehen. Über die Hälfte der Produkte werden exportiert, da es in Deutschland anscheinend kein Konsum gibt. Und von den real Löhnen will ich erst gar nicht reden.
Manchmal frage ich mich, in welcher bösen Welt manche Foristen hier denn wohnen.

Ich will mich auch nicht beklagen. Im Supermarkt sind die Preise billig, die Mieten niedrig, Kredite verfügbar, Jobs überall. Vielleicht liegt es an Baden-Württemberg, aber ich will mich nicht beklagen.

Ich war erst letztens wieder über das Miet- und Preisniveau in Spanien überrascht. Studierte (!) steigen dort mit ~1000 Euro Netto ein (befristet auf 1 Monat), die Preise im Supermarkt sind höher und die Mieten sind... nicht bezahlbar.


Diese Mär von der Zeitarbeit kann ich langsam nicht mehr hören, zumal Zeitarbeiter für den Arbeitgeber meistens gleichteuer sind, dafür aber erheblich unzuverlässiger und schlicht und einfach fast ausnahmslos auch ziemlich däm... sind.

Kein Arbeitgeber dem etwas an reibungslosen Prozessen liegt stellt freiwillig eine größere Zahl an Zeitarbeitern ein.

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papayu 21.10.2011, 02:56
14. Schoenrederei

Zitat von vitalik
Ja klar. Wo anders wird berichtet, dass der Zeitarbeitssektor, der am meisten wachsende Sektor dieses Jahr ist. 7 Millionen nichtoffiziele Arbeitslose und 3 Millionen offizielle, macht 4 Millionen Menschen die grade eine "Schulung" oder .....
Uns geht es so gut, dass wir keine Gewerkschaften mehr brauchen. Frueher hatten diese sehr viel erreicht und heute fuehren sie ein Schattendasein,einen Sommer lang.

Diese kuerzten die Arbeitszeiten, fuehrten die LOHN/PREISSPIRALE ein, verlaengerten die Kuendigungsfristen,das Jugendschutzgesetz. usw.
Dann versuchten diese es mit der Frauenqoute und nun Stillschweigen. Na ja der Konjuktursommer neigt sich dem Ende. ( med. AGONIE).

Der Acker ist leer, die Nachlese erfolgt, bestimmt findet man noch Reste, die uebersehen wurden. Und jeder Fund wird hochgejubelt. Die Wege zum Acker werden immer laenger. Jetzt sucht Frau Merkel verzweifelt in der Mongolei.
Freiflug fuer die Ackermaenner in die fernsten Aecker.
Und die kleinen Ackermaenner muessen immer noch Protzen, wenn sie den anderen uebertrumpfen wollen und muessen.
" Der duemmste Bauer hat die groessten Kartoffeln!"
(Passt, oder ?) Und in diesem Spiel wird er dann als Bauer
geopfert. Manchmal ist vorher die Koenigin aus dem Spiel.

Und dann gibt es nur noch Kartoffelsuppe oder Pellkartoffeln und keine "Sterne" mehr, die sind dann auch den Weg allen Irdischen gegangen.

Spieglein, Spieglein an der Wand wirst blind und blinder.

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saitenfreund 21.10.2011, 07:16
15. Die Chinesen...

"Gelle ? Denn die Chinesen werden bald aufhören,
Prstigekarren zu kaufen und dann muß wohl der deutsche
Kunde (USA und Resteuropa geht es ja nicht sooo supi gut)
die Sache allein stemmen und jedes Jahr 2 Daimler kaufen,
damit es uns auch weiterhin gut geht."

Zwar werden die Chinesen nicht aufhoeren, Prestigekarren zu kaufen, sie werden uns aber bald selbst fuer uns sichtbar in jeder Beziehung abgehaengt haben, dass sie unser Gejammer nicht mehr hoeren muessen.

Schoenen Gruss aus China

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lesamoht 21.10.2011, 07:18
16. xxx

Zitat von
"Deutschland steht besser da als seit langem", sagt Thomas Straubhaar ...
Täuscht es mich oder klingt das nicht nach sowohl schlechtem als auch falschem Deutsch?

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rempfi 21.10.2011, 07:28
17. Dann mein Gutetster

Zitat von besserbescheidwisser
Falls ihr Beitrag nicht ironisch gemeit war freue ich mich für Sie. Im übrigen geht es mir finanziell und beruflich gesehen auch nicht ganz schlecht, meine letzten Lohnerhöhungen waren auch nicht zu niedrig. So geht es zur Zeit nicht nur mir, sondern sehr vielen Deutschen......
würde ich Ihnen empfehlen sich einmal bei den Argen und Arbeitsämtern zu informieren, und zwar direkt vor Ort.

Ich selbst bin schwerbeh. und seit 2004 alo. Weil mir pers. das zu dumm wurde habe ich ein Nebengewerbe eröffnet, damit ich wenigstens etwas arbeiten "darf".

Ach, bin übrigens nicht ungebildet und faul, nur zur Klarstellung.

Aber ganz so hohl, daß ich jeden Scheixx glaube und jeder Sau hinterherrenne, die tagtäglich durchs Dorf getrieben wird, bin ich ebent auch nicht.

Es geht mir pers. durchaus gut, das liegt aber daran, daß ich mit einem einzigen Auftrag Glück hatte, der es im Augenblick sehr erträglich macht.

Nur ändert das nichts daran, daß die kolportierten Alo-Zahlen dermassen geschönt sind, daß es nicht mehr wahr ist.

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marc0815 21.10.2011, 07:33
18. Lobeslied

diese Lobeslieder sind schon bemerkenswert.
Ein kritischer Kommentar zu den "Fakten" des Artikels:

"die verfügbaren Einkommen sollen 2011 um 3,2% steigen"

Ich frage mich wer das ausgerechnet hat.
1. Die Tarifabschlüsse der wichtigsten Branchen lagen bei 2,8-3,5% - das trifft eine ganze Reihe von Menschen.

2. In vielen kleineren Firmen ohne Tarifbindung, gibt es seit Jahren keine Erhöhungen, das sind wahrscheinlich noch mehr Menschen als bei 1. aber das vernachlässige ich mal.

3. Im öffentlichen Dienst lagen die Abschlüsse ähnlich hoch wie bei 1.

Also im Schnitt vielleicht 3% mehr Brutto. Allerdings gehen bei fast allen mehr als 50% davon für Steuern und Sozialabgaben weg. Also ein Plus des verfügbaren Einkommens von ca. 1,5%.

Bei einer Inflationsrate von 2,8% also ein reales MINUS von ca. 1,3% und das nur für die begnadeten Angestellten in einer Tarifbranche!!!

SPON was sollen diese unkritischen Lobeshymnen???

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freigeist_xl 21.10.2011, 07:52
19. Vielleicht geht es dem Lohnschreiber Schwarz gut.....

....aber sicher nicht einem nicht unwesentlichen Teil der unterbezahlten Arbeitnehmer. Dieser Artikel von Herrn Schwarz könnte aus dem fiktiven Lehrbuch für systemkonforme Propaganda stammen. Vielleicht hat sich der Schreiberling damit sein Karriere-Fleißkärtchen verdient oder bekommt den "Ehrentitel" INSM-Botschafter des Monats. Die Leser überzeugt er nicht, zumal er offensichtlich vorher keine gründliche Recherche getätigt hat über die Themen Armut in Deutschland, Niedriglohnland Deutschland - auch im akademischen Bereich-, das Wegbrechen der Mittelschicht seit 2000, europaweit einzigartige Reallohnsenkung trotz massiv gesteigerter Lebenskosten in den letzten 10 Jahren und 500.000 hungernde Kinder u.s.w.

Journalistisch gesehen, ist dieser recherchefreie Artikel ein Offenbarungseid. Was ist nur aus dem Spiegel geworden.

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