Forum: Wirtschaft
"Deutsche Wohnen & Co. enteignen": Die Gesellschaft muss sich wehren
DPA

Ein Volksbegehren in Berlin will Immobilienkonzerne enteignen, um Mieter vor Spekulation zu schützen. Das ist alles andere als kommunistischer Irrsinn.

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ppeters979 13.03.2019, 15:05
20.

Man kommt immer wieder auf das gleiche Ergebnis, unfaehige Politiker und ausufernde Buerokratie. Ausserdem ist niemand verantwortlich fuer seine Unfaehigkeit, die Korruption moechte ich nicht ins Spiel bringen.

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basic11 13.03.2019, 15:07
21. Jahrzehnte gab es in Berlin

Wohnugen für 35000€. Niemand hielt es für nötig zu kaufen. Vorkaufsrecht - niemand schlug zu - zuviel Stress.
Die Politik trägt Ihren Teil zum Mieterland D bei. Und irgendwann reibt man sich die Augen, nach all dem Desinteresse und stellt fest, dass man im Kapitalismus angekommen ist.

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Cannonier 13.03.2019, 15:10
22. Bildungsfern

Zitat von g_bec
"Früchte seiner Arbeit"? Bei Deutscher Wohnen et.al.? Ja nee, is klar. Im Übrigen: Deutsche Wohnen und Konsorten SIND die modernen Fürsten, die wie weiland der Grundherr dem Mieter die Früchte seiner Arbeit abnehmen. Und zwar nicht nur das Mehrprodukt. Denn wohnen muss irgendwie jeder. Und eine Gesellschaft, die mit einigen Tausend Wohnungen in einer Stadt vertreten ist, ist doch kein armer Investor, der etwas für seine Rente dazuverdienen will. Die nutzen ihre Macht gezielt aus, denn wie gesagt: Wohnen muss jeder.
Sie wollen meinen Beitrag missverstehen. Die alternative Erklärung wäre nur noch dass Sie schlicht die Dimension dieses Vorhabens nicht begreifen.
Es geht vordergründig im "Deutsche Wohnen", mag sein. Und dann? Dann haben Sie die bösen, grossen erfolgreich enteignet und ein paar tausend Wohnungen in Staatshand zum verteilen.

Glauben Sie der Trend, in Ballungsräume zu ziehen hörte damit auf?
Glauben Sie ein Investor bei Verstand wagt es dann noch ein Investment in Wohnungsbau?
Glauben Sie, die ganzen anderen Einflussfaktoren des Wohnungsmarktes lösen sich dann in Wohlgefallen auf?

Sehen Sie sich schon im Zentralkommittee sitzen und führen schon gedanklich Wunschlisten? Wer braucht denn als Single bitte eine Villa am Spreeufer? ZACK, enteignet.

Ich wiederhole mich: Lassen Sie dieses gefährliche Instrument im Schrank. Finden Sie andere Wege! Die langfristigen Schäden dieser erstrittenen kurzfristigen Verbesserung werden verheerend sein.

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chimorin1 13.03.2019, 15:12
23. Inverstoren raus aus den Städten

Was hierzulande auf dem Wohnungsmarkt passiert, ist jenseits von Gut und Böse. Jeder Zentimeter wird zur Gewinnmaximierung aufgekauft, und möglichst teuer an gut betuchte wieder verkauft, oder aber es entstehen gefühlt nur noch Luxus Objekte als Neubauten. Jeder hat ein Recht darauf praktisch dort zu wohnen wo er möchte, Innenstädte sind kein Privileg für Reiche, jedoch bewegt sich alles genau in diese Richtung, bzw sind wir dort bereits angelangt. Zumal es der 'normale' Bürger ist, der die Städte geprägt hat, und nun regerecht aus seinen Vierteln vertrieben wird.
Dieser Gier, auf Kosten, und zu Lasten der Bürger, muss ein Riegel vorgeschoben werden. Klar ist die Politik mit Schuld an dem Debakel, aber darüber zu lamentieren lohnt nicht mehr. Enteignen ist hier der richtige Weg, in diesem Fall ist eine Portion Kommunismus angebracht(sofern man das ausmerzen eines Unrechts als überhaupt Kommunismus bezeichnen kann). Immobilien Investoren brauchen einen ordentlichen Dämpfer, es geht hier schließlich um das Allgemeinwohl.

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Freidenker10 13.03.2019, 15:12
24.

Zitat von g_bec
Zum Unterhalt der Wohnungen: Das ist ganz einfach, indem man nämlich die Renditeansprüche herunterschraubt. Denn Miete wird auch zum Unterhalt der Wohnungen bezahlt, nicht nur zur Finanzierung und zur Dividendenzahlung. Vielleicht wäre es auch eine gute Idee, gemeinnützige Wohnungsgesellschaften wieder von der Steuer zu befreien, wie es bis in die Ära Kohl schon mal war?
Ja gut, aber Berlin müsste die Wohnungsunternehmen die sie enteignen ja auch entschädigen und das wäre ein höherer Milliarden Betrag den sich Berlin auch erstmal leihen müsste. Und schon hat man wieder Probleme denn die Kredite müssen ja auch bedient werden. Es ist ja wahrlich nicht so dass Berlin das Geld auf der Seite hätte und locker die Wohnungen mit den Mieteinnahmen unterhalten könnte... Aber wie gesagt, ich bin sehr für harte Maßnahmen, denn was der Staat bisher unternommen hat um den Wahnsinn wenigstens zu stoppen reicht ersichtlich nicht aus!

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vox veritas 13.03.2019, 15:21
25. Keep it easy

"In unseren Großstädten gibt es immer weniger bezahlbare Wohnungen. "

Das Problem ist doch nicht der geringer (und teurer) werdende Wohnraum, sondern das Konzept der Großstadt und der Metropole an sich.

Je mehr Menschen sich in einen kleinen Bereich ansiedeln, desto komplizierter wird das Zusammenleben, angefangen von der Verkehrsinfrastruktur über die Versorgung bis zur Administration / Verwaltung. Berlin ist dafür ein Musterbeispiel.

Anstatt zu Enteignen und zu Verstaatlichen sollte man besser Entzerren und die Menschen dazu animieren, in kleinen Ballungsgebieten zu leben. Das hätte deutlich mehr Vorteile .... von der Lebensqualität mal ganz abgesehen.

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gankuhr 13.03.2019, 15:28
26.

Kann da Cannonier nur voll und ganz beipflichten. Wenn ich mir vorstelle, dass ich in einer Welt lebe, in der schon die ersten Konzerne enteignet wurden, weil ein paar Berliner Träumer der Meinung sind, es handele sich dabei um Raubtierkapitalisten, würde meine Bereitschaft, mein Kapital zu investieren um vermieteten Wohnraum zu schaffen gegen 0 tendieren. Und wenn auch nur einige so denken wie ich, würde dadurch die kohnungsknappheit verschlimmert und in der Konsequenz die Mietpreise steigen.

Das Instrument der Enteignung sollte man bloß im Keller lassen. Die indirekte Enteignung von KFZ-eigentümern durch die Erfindung der Umweltplakette hat schon dazu geführt, dass ich nicht mehr bereit bin, viel Geld in ein Auto zu investieren. Lasst das bei Immobilien bloß sein!

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hol 13.03.2019, 15:31
27. Endlich mal einer mit Sachverstand

Nachdem 1972 die Kündigung durch den Vermieter verboten wurde, kurz danach die Kappungsgrenze für Mieterhöhungen eingeführt wurde, die in der Folge zweimal verschärft wurde, dann die Mietpreisbremse eingeführt und verschärft wurde und die Umlagefähigkeit von Investitionen erst verringert dann mit einer Kappungsgrenze versehen wurde, kommt jetzt ein brillianter Kommentator und fordert die Sozialisierung des grössten Teils des Wohnungsbestands um die Auswüchse des Marktes (sic) zu zügeln. Das wird garantiert ein toller Erfolg, vor allem für Leute die zukünftig nach einer Wohnung suchen.

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latrodectus67 13.03.2019, 15:35
28. Andere Sicht

Eine Wohnungsnot könnte auch ihren Grund darin haben, dass mit dem Wegfall der Eigenheimzulage seit 2007 der Neubau durch Bürger um 30% zurückging und damit einfach die Menge an Wohnraum willentlich verknappt wurde. Weiterhin machen ständig steigende Auflagen den Neubau von Wohnraum teurer.
Wenn mehr Nachfrager als Neubauten in einen Bereich sind, dann steigt aber auch der Preis.
Insofern, wiewohl ich den Immobiliengruppen nicht gewogen bin, sehe ich das Problem als von der Politik seit Jahren hausgemacht und diese Enteignungspläne als nicht zielführend. Denn damit wird keine einzige Wohnung dazukommen.

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im_ernst_56 13.03.2019, 15:36
29.

Zitat von augu1941
Ist das Kernproblem das ungebremste Gewinnstreben privater Wohnungsgesellschaften oder die Diskrepanz zwischen Kostenmiete und bezahlbarer Miete ? Im ersten Fall könnten kommunale Wohnungsgesellschaften auf Dauer für niedrigere Mieten sorgen, wohlgemerkt ohne staatliche Subventionen. Im zweiten Fall müsste es auf Dauer staatliche Beihilfen zum Wohnen geben oder es gibt allgemeine Akzeptanz, dass der Anteil der Miete am Einkommen höher ist als z.B. vor 20 Jahren. Wohnen auf akzeptabler Wohngröße ist ein Grundbedürfnis, das sich zu erfüllen, eigentlich jeder in der Lage sein sollte (natürlich mit unterschiedlichen Wohnkomfort entsprechend dem Einkommen). Essen und Trinken ist auch ein Grundbedürfnis, dessen Erfüllung in der Marktwirtschaft für fast jeden möglich ist ( natürlich wieder mit starken Unterschieden bei der Qualität), horrende Preise für Nahrungsmittel gibt es auch ohne staatliche Kontrolle nicht.. Beim Wohnen ist dies anders. Sind bezahlbare Mieten in Ballungsräumen nur mit staatlichen Zuschüssen möglich (wegen hoher Kosten für alle Dienstleistungen bei Instandhaltung u. Modernisierung, hoher Nebenkosten etc.) oder reicht es, hohe Profite der Vermieter unmöglich zu machen (durch Verstaatlichungen von Wohnungsgesellschaften, wenn deren Mieten danach niedriger sind können die kleinen Privaten auch nicht mehr zuviel verlangen). Mich würde das Ergebnis einer Untersuchung sehr interessieren, bei der die Mieten von kommunalen und privaten Wohnungsgesellschaften (beide ohne staatliche Zuschüsse) miteinander verglichen werden.
Ihre Annahme, dass bei einem hohen Anteil kommunaler Wohnungen die Mieten der privaten Anbieter sinken, geht davon aus, dass es im Prinzip ein ausgewogenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage gibt. In diesem Forum berichtete jemand aus dem als vorbildlich geltenden Wien, wo ca. 60% der Wohnungen im kommunalen Eigentum und von gemeinnützigen Trägern sind. An diese Wohnungen, in denen Mieter schon lange wohnen, kommt man nur durch Beziehungen. Alle neu Hinzuziehenden müssen sich um die 40% der auf dem freien Markt befindlichen Wohnungen bemühen. Hier gehen die Miete durch die Decke. Im übrigen haben kommunale und freigemeinnützige Träger, die keine Gewinne machen, kein Interesse, neue Wohnungen zu bauen. Fazit: Bei steigendem Bedarf nützt mehr "Staatswirtschaft" gar nichts.

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