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"Deutsche Wohnen & Co. enteignen": Die Gesellschaft muss sich wehren
DPA

Ein Volksbegehren in Berlin will Immobilienkonzerne enteignen, um Mieter vor Spekulation zu schützen. Das ist alles andere als kommunistischer Irrsinn.

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Europa! 13.03.2019, 15:47
30. Sozialisierung hilft nicht - ganz im Gegenteil

Weder der Staat noch das völlig überschuldete Land Berlin und seine Wohnungsbaugesellschaften können Wohnraum so billig zur Verfügung stellen, wie sich die "Enteignungs"-Wirrköpfe das vorstellen. Und dort, wo die Wohnungen (von denen Herr Wowereit die meisten verkauft hat) noch im städtischen Besitz sind, wird kaum ein Euro weniger verlangt als von Deutsche Wohnen und anderen privaten Vermietern. Die Durchschnitts-Mieten in Berlin sind (gemessen an anderen Hauptstädten von Paris bis Wien) absurd niedrig. Die Schweizer UBS hat das für 2017 mal aufgelistet:
Paris: 2535
London: 2263
Dublin: 2059
Zürich: 1866
Helsinki: 1821
Oslo: 1812
Kopenhagen: 1658
Amsterdam: 1531
Stockholm: 1480
Moskau: 1380
Rom: 1242
Madrid: 1112
Wien: 1105
Das Problem in Berlin besteht darin, dass die Mieterquote mit über 80% viel zu hoch, die Einkommen zu niedrig und die Transferleistungsempfänger (einschließlich der Migranten) zu viele sind. Der RRG-Senat und der Mob auf der Straße verhindern aber sowohl den Wohnungsbau als auch die Ansiedlung wichtiger Arbeitsgeber (wie z.B. Google) - teils mit Bürokratie, teils mit nackter Gewalt. Die "Enteignungs"-Debatte ist nur ein weiterer Schritt zur kompletten Chaotisierung und Zerstörung der Stadt. Einen Dreißig-Stunden-Blackout (wie in Venezuela) hatten wir jedenfalls schon.

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coyote38 13.03.2019, 15:58
31. Links, links, links sind alle meine Flausen ...

Erst werden die im kommunalen Besitz befindlichen Sozialwohnungen verkauft, um die Haushaltslöcher der öffentlichen Hand zu stopfen. Dann versäumt man es, rechtzeitig ein staatliches Wohnungsbauprogramm auf die Schiene zu setzen. Und wenn die privaten Investoren den Altbestand an Wohnungen saniert haben, dann werden sie enteignet. Praktischer Gedankengang. Kann nur einem weltfremden Linken einfallen. Jenseits der Tatsache, dass nach der ersten staatlichen Enteignung KEIN MENSCH mehr in Deutschland freiwillig investieren wird, scheint unseren linksgrünen Weltverbesserungsutopisten noch gar nicht aufgefallen zu sein, dass auch mit NOCH so vielen Enteignungen nicht EINE einzige Wohnung MEHR geschaffen wird und der Wohnungsmangel strukturell WEITERbestehen würde. Es fehlt Wohnraum für mindestens zwei Millionen Menschen, die seit 2015 hier "außerplanmäßig" durch die Gegend "geistern". Entweder wir bauen Wohnungen - sowohl staatlich als auch privat - oder wir sorgen dafür (und zwar nachdrücklich), dass alle diejenigen unser Land auch tatsächlich wieder VERLASSEN müssen, die keinen Anspruch darauf haben, hier zu sein. Das ist nicht einmal Mathematik ... das ist nur Mengenlehre. Aber auch damit scheint "Links-Grün" bereits intellektuell überfordert zu sein.

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g_bec 13.03.2019, 15:59
32. Nur

Zitat von Cannonier
Ich wiederhole mich: Lassen Sie dieses gefährliche Instrument im Schrank. Finden Sie andere Wege! Die langfristigen Schäden dieser erstrittenen kurzfristigen Verbesserung werden verheerend sein.
Aber nur für die, die meinen, mit Grundbedürfnissen 20% (Netto-)Rendite machen zu dürfen und dementsprechend ihre PR-Strategen losschicken.

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tollted 13.03.2019, 16:22
33. Deutsche Wohnen - der vermeintlich böse Konzern

Ich habe mir den Spaß gemacht und in den JA 2017 geschaut, demnach wurden aus der Vermietung von knapp 161.000 Wohn- und 2.500 Gewerbeeinheiten € 767 Mio. Umsatz generiert bei einer durchschnittlichen Vertragsmiete von € 6,40 pro m² und einem Leerstand Ende 2017 von 2,0%. 114.289 Wohnungen (= 6,794 Mio. m²) stehen in Berlin. In den sog. "Hotspot"-Lagen beträgt die Durchschnittsmiete € 6,95 (in ihrem Hauptgebiet bei 38.558 Wohnungen) wobei insgesamt 42% der Mieten kleiner gleich € 6,00 pro m² betragen und nur 13,3% größer € 7,50 pro m². Zeitgleich wurden € 332,1 Mio. in Instandhaltung und Modernisierung investiert, damit bleiben €435 Mio. bei einem Portfolio an Wohnungen und Gewerbeeinheiten von

Der Gewinn vor Steuern (EBT) mit knapp € 2,6 Mrd. resultiert in erster Linie aus einer nicht liquiditätswirksamen Aufwertung der Bestandsimmobilien nach IAS 40 von knapp € 2,4 Mrd., sollten die Immobilienpreise stagnieren oder zurückgehen wären hier Wertberichtigungen notwendig und kaum noch ein Gewinn auszuweisen. Der net operating income NOI pro m² betrug € 4,75 - vor Modernisierung!

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DerBlicker 13.03.2019, 16:25
34. das wird keine Rolle spielen

Zitat von unky
Der Autor schreibt: "Das Grundgesetz ist ein Regelwerk für eine freie Gesellschaft, die Menschenrechte schützt - und eben nicht ein Freibrief für hemmungslose Gewinnstreber. Der Artikel 15, auch wenn er bisher nie angewandt wurde, gibt der Gesellschaft das Recht, sich gegen die eigennützige Missachtung des Gemeinwohls zu wehren." Dem ist nichts hinzuzufügen. Bleibt nur zu wünschen, dass das Volksbegehren erfolreich sein wird.
Der Art 15 GG hat bisher in der BRD keine große Rolle gespielt, weil das BVerfG hohe Hürden für Enteignung gesetzt hat. Erstens muss die Entschädigung zum Marktwert erfolgen, das können die Kommunen gar nicht bezahlen, weshalb sie schon deshalb nicht enteignen können. Und zweitens können die Kommunen schlecht jetzt enteignen, nachdem sie jahrelang die Wohnungen freiwillig verkauft haben. Das fällt den Kommunen spätestens in Karlsruhe auf die Füße. Enteignung von Wohnungen ist daher praktisch nicht möglich.

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Knossos 13.03.2019, 17:01
35.

Bis auf den Seitenhieb auf Venezuela, von dem wir schließlich kaum mehr als verzerrte Darstellung in Medien wissen, ist das doch ein an Gemeinnutz orientierter Artikel.
Toll!

Anzumerken ist noch, daß die tatsächliche Nicht-Zuständigkeit für Maximierung privater Profite seitens Staat und Kommunen (im Rückblick kaum zu glauben, doch in der Tat sind die Instanzen ursprünglich als Vertreter von Gemeinschaft angedacht) zusammen mit der Tatsache, daß die Immobilienhaie zuvor übermäßig Gewinn abgepreßt haben, Entschädigungen (wenn nicht abzüglich Rückforderungen) nach Verkehrswert anzusetzen wären, und nicht etwa nach von Preistreibern selbst generierten Preisvorstellungen.

Und da in dieser Hinsicht verwaistes Grundgesetz schon einmal erwähnt wurde, ist gemäß Statut in sämtlichen Bereichen der Grundversorgung das Wucherschlaraffenland anzugehen.

Der Staat hätte der Vorsehung nach Immobilien und Wohnraum nicht nur in seinen Besitz zurückzubringen und selbst zu entwickeln, sondern ebenso parasitäre Sparten wie Banken, Versicherungen, Makler und Energieversorger als allein staatliche und gemeinhin ohne Überschuß wirtschaftende Institutionen zu realisieren, sowie insbesondere exzessiv ausschlachtende Pharmazeuten und med. Zulieferer an sozial darstellbare / verhältnismäßige Margen und Konzepte zu binden.

Dem Raubbau an den Menschen unter dessen Beschirmung durch entfremdeten Staat muß Einhalt geboten werden.
Und wenn man die Integrität von Volks- und Gemeindevertretung gewährleisten möchte, ist vor allen sonstigen Maßnahmen die Transparenz von Bankkonten und Geldtransfers zu verwirklichen.

Solange Gelder anonym verschoben werden können, bleiben Bürger und ihre Gemeinschaft als Souverän und deren parlamentarische Vertretung zwangsweise Utopie.

Die Tatsache von Staat als Büro des Kapitals, wie sie weltweit besteht, ist auf entwendetem Mehrwert aus Arbeit und von dort aus auf Bakschisch begründet.

Um Vernunft, Gemeinsinn und authentische Volksvertretung zu realisieren, muß anonymer Geldverkehr unmöglich gemacht sein. Bis dahin bleibt Demokratie unmöglich.

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Bruno Bug 13.03.2019, 17:13
36. Geiz ist geil

Vergesellschaften? Na denn. Wer dann mit welchem Geld die benötigten neuen Wohnungen baut? Der Staat ganz bestimmt nicht. Denn der hat dann kein Geld mehr. Und die alten vergammelten Wohnungen werden auch ganz sicher nicht mehr renoviert. Niedrige Mieten und unendliche Schulden verbieten dies.

Also liebe Mieter, die ihr so billig wie möglich wohnen wollt, macht's euch dann gemütlich in euren zugigen und schimmeligen Wohnungen. Ihr wollt ja alles immer möglichst billig haben oder noch besser, andere dafür zahlen lassen. Wer aber möglichst nah im Zentrum der Großstadt wohnen will, möglichst in einer riesigen allein bewohnten modernen Wohnung, der soll auch dafür selber zahlen. Macht nicht Gott und die Welt für euren Lifestyle und verkorksten Beziehungen verantwortlich. Ja ja, die Geiz ist Geil Mentalität greift eben überall um sich. Groß, billig und nur für mich...

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chuwie 13.03.2019, 17:18
37. Irrglaube

Es ist nun mal ein weit verbreiteter Irrglaube, das GG würde sich eine bestimmte Wirtschaftsordnung festlegen. Nein, dass GG hat die Wirtschaftsform mit Art. 14 III und Art. 15 bewusst offen gelassen. Selbst die CDU hatte damals sinngemäß festgestellt, dass der Kapitalismus nicht dem Wohl des Volkes gedient hätte! Unglaublich aber wahr

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rudi_ralala 13.03.2019, 17:18
38.

Zitat von pizzerino
...Wir werde uns noch anschaun, wenn die Trinkwasserversorgung privatisiert wird und wir die Wahl zwischen Premiumquell und Chlorplörre haben....
Sie sind nicht auf dem Laufenden.
Berlin und Paris hatten doch erst vor ein paar Jahren, die Wasserversorgung wieder vergesellschaftet, also von privaten Eigner zurückgekauft. Geht doch und würde auch bei Wohnungen funktionieren.

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GustavN 13.03.2019, 17:20
39.

Im Grundgesetz stehen viele lustige Dinge, aber normalerweise bemühen sich ja unsere Richter und Politiker die Verfassung so gut wie möglich zu ignorieren.

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