Forum: Wirtschaft
Deutscher Exportdrang: Böses Erwachen aus dem Dornröschenschlaf
DPA

Die deutsche Exportfixierung droht sich in einer Welt voller Populisten ins Drama zu verkehren: Auf Kosten anderer leben - diese Illusion dürfte platzen. Die Kanzlerin scheint es zu ahnen. Zu spät.

Seite 17 von 27
tommit 08.06.2018, 17:39
160. Das Problem liegt darin

dass man dann den Rentnern keine Rentenerhöhung mehr zahlen kann.... 21 Mio .. jetzt aktuell.
Ich hab noch eine viel gewagtere These .. morgen wenn wir aufwachen ist die ganze Welt demokratisch.. dann wären die USA unter 5% Deutschland etwa bei 1%..

Das Dumme ist mit unseren eigenen Kriterien als Ansatzpunkt hätten wir in einer demokratischen Traumwelt nicht viel zu melden... Bin immer wieder über die 'Ja abers' überrascht die dann kommen oder Stille.. Es scheint als verwechseln nicht wenige das demokratisch sein mit dem 'Selber Meinung' sein.

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mundusvultdecipi 08.06.2018, 17:40
161. Es geht..

Zitat von hildesheimer2
Soll Deutschland ab einer gewissen Exportquote bei Firmen die Produktion und den Verkauf stoppen ? Ist der Exporteur schuld daran, wenn der Käufer/Importeur auf Pump kauft? Hier wird die Verantwortung wohl etwas verdreht ! Oder um mal auf ein anderes Land zu blicken: soll Norwegen keinen Lachs und Erdöl mehr exportieren, wenn ein Exportüberschuss entsteht ?
..um die zu geringe Binnennachfrage.

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ex_Kamikaze 08.06.2018, 17:40
162. Norwegen ist volkswirtschaftlich eine Luftnummer,

Zitat von brutus972
Die re-invstieren das Geld in den Ländern mit ihrem Staatsfonda. Unser jährlicher Überschuss Landed irgendwo auf einem Off-Shore Konto bei den oberen 10 000 (sind es überhaupt noch so viel?)! Steuern zahlen diese Leute eher nur dekorativ. Anschließend heißt es, die "Deutschen" haben andere Länder übertragen den Tisch gezogen.
das war bis zu den Ölfunden ein bettelarmes Land das auch heute komplett vom Öl abhängig ist.
Kein gutes Beispiel. Und fraglich ist auch, was zB der Staatsfond noch wert ist wenn der Dollar zusammenbricht oder Ähnliches passiert. Besitzstände im Ausland kann Norwegen nicht durchsetzen und ohne Öl ist das Land nichts.
Allerdings ist der Bildungstandard heute unvergleichlich höher als früher. Das ist langfristig ist wichtigste Investition!

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curiosus_ 08.06.2018, 17:41
163. Und?

Zitat von donl
ist eine einseitig verzerrte Darstellung der Realitäten! Bei der gesamten Handelsbilanz Diskussion und Darstellung durch die Presse USA und EU, kommt der Dienstleistungssektor überhaupt nicht vor! Wenn man sich die Gesamtbilanz mit Dienstleistungen anschaut, machen die USA einen Überschuss von 50 Milliarden. Hierzu gehören alle Software Produkte mit Lizenzen, die US Frenchrise Branche, Facebook und Google (Werbeeinnahmen), Amazon etc, dass taucht alles bei der Handelsbilanz Statistik auf Waren nicht auf. Die gleiche einseitige Diskussion gab es schon beim Brexit, wo immer nur das englische Handelsbilanzdefizit ohne Dienstleistungssektor und Passporting gezeigt wurde. Trump und seine Berater wissen das ganz genau, genauso wie die EU beim Thema Brexit, wie hart das das GB treffen würde, man sollte eine Gesamtdarstellung liefern und nicht auf einseitige Trump Lügen hereinfallen. Die USA haben praktisch in gewissen Bereichen ein Dienstleistungsmonopol und hier regen sich einige über die guten deutschen Produkte auf, mit denen wir Überschüsse generieren, blöder kann man nicht mehr sein.
Betrachten Sie das deutsche Leistungsbilanzsaldo (beinhaltet den Dienstleistungssektor), 2017:

+8%[/b]

Da schenken sich die Handels- und die Leistungsbilanz nichts! In der verlinkten Grafik ist auch erkennbar, dass seit 2004 die der deutsche Leistungsbilanzüberschuß ununterbrochen höher ist als jemals zu DM-Zeiten (hier ab 1971 aufgeführt).

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uwe_fri 08.06.2018, 17:46
164. Ich erinnere mich noch als Gerhardt Schröder ausgelacht wurde

in den 90er Jahren,
als er sagte er wolle weiterhin auf eine starke Industrieproduktion setzen.
Italien, Frankreich und die USA waren stolz darauf,
aus der Industriellen Fertigung aus zusteigen,
und auf die Ihrer Meinung nach Fortschrittlicheren Wirtschaftszweige wie Dienstleistungen und Finanzwirtschaft zu setzen.
Und alle bis auf Deutschland sind aus der Rückständigen Industrieproduktion ausgestiegen,
und waren jedes Jahr stolz darauf,
wenn Ihre Industrieproduktion,
zugunsten des Dienstleistungssektores kleiner wurde.
Jetzt da diese Länder nach 25 Jahren erkannt haben das diese Wirtschaftspolitik ein großer Fehler war,
bleibt Ihnen nur noch die Sündenböcke bei denen zu Suchen,
die nicht diesen Wirtschaftspolitischen Supergau mitgemacht haben.

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zudummzumzum 08.06.2018, 17:48
165. Nein, das ist bedacht

Zitat von carinanavis
An erster Stelle steht das GESAMTWIRTSCAHTLICHE Gleichgewicht.
(...)
Wie ich in meinem Beitrag geschrieben hatte
Zitat von
#60: Nach der Theorie müssten dann die Vermögen zunehmen, nicht aber die Löhne. Huch – stimmt ja?!
Oder auch: das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht ist aus dem Ruder gelaufen, WEIL das mit dem außenwirtschaftlichen Gleichgewicht nicht nur einfach ignoriert, sondern vorsätzlich und nachhaltig dagegen gehandelt wurde und wird.

Und nein, ein Wirtschaftswachstum von unter 2% ist nicht ausreichend. Der derzeitige Beschäftigungsboom ist gar keiner: die Zahl der gearbeiteten Stunden stagniert, aber wir bekommen mehr Teilzeit. Die sinkende Zahl er Arbeitslosen ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass wir uns schon längst in der Demografiefalle befinden. Noch kommen nur auf 4 aus Altersgründen Ausscheidende "nur" 3 Junge, die in den Arbeitsmarkt drängen. In zehn Jahren wird das Verhältnis 3:2 betragen - und dann wird es dramatisch. Woher sollen dann die Steuereinnahmen und Sozialversicherungsbeiträge kommen, wenn der öffentliche Sektor Infrastruktur für 82 Mio Menschen (mit zunehmenden Ansprüchen) bereitstellen muss, die Industrie aber hier im Land immer weniger Menschen beschäftigt? Denn eins ist sicher: die Aktionäre werden einen Teufel tun, bevor sie ein "Sonderopfer" an Steuern oder Sozialbeiträgen hier leisten. Bevor das passiert, bleiben eher auch die Unternehmensgewinne im Ausland (wie heute schon Produktion und Vertrieb).

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Nonvaio01 08.06.2018, 17:56
166. naja

Zitat von hpkeul
Von diesem Autor. Die absurde Behauptung, hätte irgendwas verschlafen entspringt sicher der Grundhaltung: Merkel macht nichts gut. Und steht jederzeit zur Verfügung, wenn man einen Schuldigen sucht. Was kann Merkel dafür, dass die Amerikaner einen solchen Präsidenten wählen? Das die Engländer ihre Inselromantik wiederentdecken. Das die Putins und Erdogans den Kreis der zivilen Völker verlassen? Wer hat behauptet das regieren in diesen Zeiten besonders einfach sei? In diesen Zeiten ist Gelassenheit, Standfestigkeit und Mut gefragt. Garantie für ewiges Wohlleben ubernehmen immer nur Sozialisten. Aber diese sind noch nie eingelöst worden.
weitsicht hatte Merkel noch nie. Jeder konnte sehen was passiert. Die UK war nie in der EU angekommen, als Cameron das voting angekuendigt hat wusste man wie das ausgehen kann. Trump konnte man auch vorhersehen. Das der rest gegen die EU waehlt war auch klar, bei der Politik die deutschland der EU aufgedrueckt hat. Irgendwann wehren sich die unterdrueckten eben gegen Ihre Herrscher. Die ganze "wir wissen alles besser" mentatilaet konnte nicht auf ewig gut gehen.

Merkel haette vioel frueher gegensteuern muessen und dafuer sorgen das der Binnenmarkt endlich anzieht. Aber die Kaufkraft ist die lezten jahre in D immer weiter abgesunken.

Das sind alles fehler der regierung.

Ich hab uebrigends gut beim Buchmacher verdient da ich den Brexit und Trump als Kombiwette abgegeben hatte.

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habu 08.06.2018, 18:14
167. Warum auf halbem Wege stehenbleiben mit der Analyse?

Das Problem ist der schwach Inlandskonsum. Das liegt einerseits an der kläglichen Lohnentwicklung, nicht "wir" profitieren vom brummenden Export wie immer behauptet wird, sondern die Besitzer der Produktionsmittel. Zum anderen aber liegt es daran, und das wird gerne ausgeblendet, dass wir eine enorme Abgabenlast haben. Wir schleppen einen riesigen Haufen von Bürokraten, Genderisten, Geistes- und Gesellschaftswissenschaftlern und auch unnötig viel Politikern durch, die alle keinen Mehrwert schaffen, sondern verzehren, was andere erarbeitet haben. Dazu kommen die Sozialhilfeempfänger und jetzt auch die Flüchtlinge mit dem Rattenschwand der Asylindustrie. Dafür wird letztendlich den wirklich Mehrwertschaffenden mehr als die Hälfte dessen, was sie erarbeitet haben weggenommen. Diese Beute wird zwar auch ausgegeben, nur von anderen Leuten, würden diese Kostgänger indes produktiv für ihren Lebensunterhalt sorgen, dann bliebe mehr für die jetzt zahlende Gruppe und die Konsumausgaben stiegen insgesamt deutlich an.

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Sandlöscher 08.06.2018, 18:16
168. @ 151

sehr wohl durchdacht. Extreme Handelsüberschüsse sind immer schlecht und auch ursprünglich in der VWL verpönt. Ich sprach in meinem Beitrag nicht davon, Export äe zu stoppen oder Wuoten einzuführen. So wie es aktuell läuft wird das System bald kollabieren. Durch die Kunstwährung namens Euro ist nämlich die Situation entstanden, dass die Währung keine Ausgleichsfunktion durch Abwertung (würde den Südländern helfen) und Aufwertung mehr ausführen kann. Man kann es so ausdrücken: D exportiert momentan mit einer „Lira“ und die Südländer können nicht mehr abwerten, um das auszugleichen. D bürgt für seine Handelsüberschüsse über die Euro-Rettungsschirme. Das ist so, als wenn Sie ständig beim Einkauf anschreiben lassen und dann im Extremfall der Gläubiger für die Forderung bürgt und sich gleichzeitig über den steigenden Umsatz/Absatz mit diesem Kunden freut. Völlig irrational aber in dieser Situation sind wir und darum zuckt D zusammen, sobald das Wort Schuldenschnitt hört. D setzt eher darauf, Agenda 2010 mit allen negativen Auswirkungen auf die jeweilige VWL und die Arbeitnehmerin rücksichtslos durchzusetzen. Das ist eigentlich der Kern der Debatte. Wenn der Euro in der jetzigen Form weiter bestehen soll, muss man den Menschen die Wahrheit sagen: Transferunion inkl. Eurobonds -alles andere ist schlichtweg augenwischerei. Ich kann auch weiterhin keinen Nutzen in einem ungeregelten Export erkennen. Was machen EU-Lebensmittelünerproduktionen in Afrika oder in Asien? Sie zerstören vor Ort Märkte und Produzenten und belasten durch unnötige Transporte Umwelt und verbrauchen Energie. Nur eins von vielen Beispielen.

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goodand 08.06.2018, 18:24
169.

Zitat von Tante_Frieda
Deutschland lebt also auf Kosten anderer,wenn seine Menschen gute Produkte herstellen,die überall auf der Welt gefragt sind?Wenn in einem Artikel so ein dreister Satz steht,lohnt es sich für mich nicht mehr,den Artikel zu Ende zu lesen,selbst wenn darin auch das eine oder andere vernüftige Argument enthalten sein sollte.
Der Satz ist nicht dreist, auch wenn der Begriff Abhängigkeit nicht wirklich passt. Fakt ist: Wir exportieren unsere Arbeitslosigkeit zum einen durch die relativ hohe Qualität der Produkte (absolut okay!), zum anderen durch die einem zu geringen Lohnniveau geschuldeten zu niedrigen Lohnstückkosten (nicht okay!).

MfG

goodand

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