Forum: Wirtschaft
Deutscher Flughafenbetreiber in Griechenland: "Sie sind Eroberer, keine Investoren"
REUTERS

Die Frankfurter Firma Fraport übernimmt die Kontrolle über 14 griechische Flughäfen - sehr zur Empörung der Luftfahrt-Gewerkschaft. Sie stellt sich mit aller Macht gegen die vermeintlichen Invasoren.

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KonstantinosDafalias 26.10.2016, 00:22
240.

Zitat von premstar_pill
Was ist an dieser Ansicht "irrig"? Schauen Sie sich die Flughäfen in Frankfurt, München, Hamburg an und danach die Flughãfen in Athen, Heraklion, Kos. Dann nehmen Sie die Tatsache zur Kenntnis dass der größte Industriebetrieb in Griechenland der örtliche Abfüller von Coca-Cola ist. Während Deutschlands Wirtschafft brummt wie nie zu vor und Weltkonzerne wie Samsung Abermilliarden in "Schwellenländern" wie Bulgarien investieren aber schlicht und ergreifend niemand auch nur einen Cent in Griechenland investieren will. Das macht Samsung natürlich nur aus purer Boshaftigkeit gegenüber Griechenland. Griechenland ist nur Opfer und kann da absolut nichts dafür.
Hamburg ist lieb, und um 18:00 wird alles dicht gemacht, egal wie viele Flüge es noch gibt, weil ist ja Feierabend. Auch am Flughafen, natürlich.
Frankfurt ist miserabel geplant, mäßig organisiert und von der Servicequalität zum vergessen.
München ist spitze, einer der besten Flughäfen in Europa, ohne Frage.
Zu Ihrer Behauptung Samsung würde "Abermilliarden" in Bulgarien investieren, finde ich keine Informationen auf Google, stattdessen kommen bei eben dieser Suchabfrage eine Menge Artikel über Korruption in Bulgarien und ein finanzielles Desaster für die österreichische Telekom nach Investitionen in diesem Land.
Erinnern Sie sich noch an Nokia? Die haben fleißig in Deutschland investiert, weil die Deutschen ja so fleißig sind,, gell? Oder lag es eher an den Subventionen? Die wurden abkassiert, dann wurde in Rumänien investiert. Ja, Rumänien ist ein attraktives Investionsland, gell? Oder lag es an der EU-Strukturförderung, von der besonders viel in die neuesten EU-Mitgliedsstaaten fließt? Sei's drum.
Wo ist Nokia heute? Ach so, in Bangladesh? Keine Arbeitsplätze mehr in NRW oder Rumänien, aber viele Millionen Steuergelder abkassiert? Na sowas! Aber die Griechen sind ja nur faul ...

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moira39 26.10.2016, 09:38
241. Differenzierter, bitte!

Zitat von premstar_pill
Was ist an dieser Ansicht "irrig"? Schauen Sie sich die Flughäfen in Frankfurt, München, Hamburg an und danach die Flughãfen in Athen, Heraklion, Kos. Dann nehmen Sie die Tatsache zur Kenntnis dass der größte Industriebetrieb in Griechenland der örtliche Abfüller von Coca-Cola ist. Während Deutschlands Wirtschafft brummt wie nie zu vor und Weltkonzerne wie Samsung Abermilliarden in "Schwellenländern" wie Bulgarien investieren aber schlicht und ergreifend niemand auch nur einen Cent in Griechenland investieren will. Das macht Samsung natürlich nur aus purer Boshaftigkeit gegenüber Griechenland. Griechenland ist nur Opfer und kann da absolut nichts dafür.
Sie behaupten also tatsächlich, "die Deutschen können alles und die faulen Griechen dagegen nichts" und versuchen dies auch noch mit obigen 'Argumenten' zu belegen?
Mit dieser Art überheblicher, arroganter Selbstgefälligkeit, die von unerhörter politischer Undifferenziertheit (und auf höherer politischer Ebene: Unfähigkeit) zeugt, sind die Deutschen gerade dabei, Europa zum 3. Mal zu zerstören. Aber natürlich werden, wenn dies passiert, nur die anderen schuld sein, die einfach nicht einsehen wollen, dass sie an deutschem Wesen genesen und noch 'danke' sagen sollen!

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elikey01 26.10.2016, 16:12
242.

Wenn griech. Gewerkschaften sich eines solchen Sprachgebrauchs von "Eroberern" für Vertragspartner des griech. Staates befleißigen, signalisieren sie m.M.n., dass Investoren ihnen wohl weiterhin mediterrane Wellness finanzieren sollen, sie womöglich nicht in der lange gewohnten Weise hofierte. Verwunderlich, dass sich überhaupt noch Investoren finden, die ein solches Wagnis eingehen wollen, wo sich doch anscheinend strukturell und in der Mentalität vor Ort nicht wirklich was geändert hat.
Wenn das Verfahren bereits seit 10 Jahren läuft, nach rechtsstaatlichen Kriterien abgewickelt wurde, mutet es auch merkwürdig an, dass die Gewerkschaften erst jetzt - im Umsetzungsstadium - dagegen klagen. Oder gabs vielleicht keine "Briefumschläge"?
Es ist selbstverständlich auch der Gewerkschaften gutes Recht, so zu handeln, wenn sie sich mit ihren Klagen auf dem Boden der Rechtsstaatlichkeit bewegen. Ob sie allerdings der griech. Bevölkerung damit einen Gefallen od. sich nur selbst einen tun wollen, wird sich am Ergebnis zeigen.

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elikey01 26.10.2016, 17:47
243.

Zitat von Spirit in Black
Ein ganz klarer Fall von Staatsraub und das im 21. Jahrhundert. Hier wurde die Schwäche eines Landes ausgenutzt und befeuert, um sich dessen Eigentum unter den Nagel zu reissen. Und das alles unter dem Spott und der Häme grosser Teile der Bevölkerung. SO wird Europa zerstört und nach Ereignissen wie dem Brexit nach und nach zerbröselt.
@Spirit in Black, 28.
Staatsraub? Starker Toback!
Griechenland wurde seit seiner Mitgliedschaft in der EU (1981) über den Umverteiler Brüssel mit vielen Mrd. der Steuerzahler gefüttert, hat seine Euro-Zonen-Mitgliedschaft mit manipulierter Statistik erschwindelte. Nun zeigt man sich enttäuscht, dass Fakelaki auf Pump nicht in der gewohnten Weise weiterfinanziert wird.
Die "Zahlemann&Söhne"-Vereinigung in diesem Europa möchte, dass endlich die Maastricher Verträge, die polit. Versprechungen wieder gelten, wonach "kein Staat für die Schulden eines anderen haften muss". Ansonsten kann es besser "zerbröseln". Fragt sich nur, wer darunter mehr leidet, die Nettozahler od. die Nettoempfänger?
Für GR scheint Solidarität nämlich ein Einbahnstraßen-Fall zu sein, wonach diejenigen beschimpft werden, die sich nicht länger ausnehmen lassen wollen, um mediterrane Wellness zu finanzieren, während Steuerzahlen für Griechen nach wie vor ein Zumutung zu sein scheint. Und natürlich auch Verwaltungs- und Sozialreformen.
Das hat mitnichten etwas mit "Spott und Häme" zu tun.

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Nur ein Blog 27.10.2016, 09:31
244.

Zitat von citi2010
Ich würde das Abkommen ja gerne kritisieren - aber wenn man die Details liest scheint es ein fairer Deal zu sein. Das Geld muss schliesslich auch erstmal verdient werden. Und ein wenig besseres Management können die Griechen durchaus gebrauchen. Trotzdem hätte der griechische Staat gut daran getan seine Milliardäre zur Kasse zu bitten und das ins Ausland geschaffte illegale Geld zurückzuholen.
Zitat: "Fraport wird 1,234 Milliarden Euro für die Konzession bezahlen sowie eine jährliche Gebühr von 22,9 Millionen Euro. Rund 28,5 Prozent des Betriebsergebnisses werden zudem jedes Jahr in die griechische Staatskasse fließen."

23% Prozent des Betiebsergebnisses für den griechischen Staat, 77% für Deutschlands Länder, Kommunen und andere Fraport Eigner.

Das bessere deutsche Management lohnt sich also. Kommt etwas davon an beim deutschen Steuerzahler?
Können die Griechen mit den 23% je ihre Schulden zurückzahlen?

Das ist ja nur eines von vielen solcher "Rettungspaketinhalte".

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Nur ein Blog 27.10.2016, 10:08
245. Staaten und Wirtschaft in der EU

Zitat von elikey01
@Spirit in Black, 28. Staatsraub? Starker Toback! Griechenland wurde seit seiner Mitgliedschaft in der EU (1981) über den Umverteiler Brüssel mit vielen Mrd. der Steuerzahler gefüttert, hat seine Euro-Zonen-Mitgliedschaft mit manipulierter Statistik erschwindelte. Nun zeigt man sich enttäuscht, dass Fakelaki auf Pump nicht in der gewohnten Weise weiterfinanziert wird. Die "Zahlemann&Söhne"-Vereinigung in diesem Europa möchte, dass endlich die Maastricher Verträge, die polit. Versprechungen wieder gelten, wonach "kein Staat für die Schulden eines anderen haften muss". Ansonsten kann es besser "zerbröseln". Fragt sich nur, wer darunter mehr leidet, die Nettozahler od. die Nettoempfänger? Für GR scheint Solidarität nämlich ein Einbahnstraßen-Fall zu sein, wonach diejenigen beschimpft werden, die sich nicht länger ausnehmen lassen wollen, um mediterrane Wellness zu finanzieren, während Steuerzahlen für Griechen nach wie vor ein Zumutung zu sein scheint. Und natürlich auch Verwaltungs- und Sozialreformen. Das hat mitnichten etwas mit "Spott und Häme" zu tun.
Die EU-Verträge regeln das Verhältnis der Staaten, nicht das Wettbewerbsverhalten der Unternehmen, insbesondere nicht das der staatsnahen Betriebe.

Die EU pumpt Geld in den griechischen Staat und sichert sich dafür Rechte für in dem Falle deutscher Unternehmen, staatsnaher und privater.

Das Schweizer NGO Erklärung von Bern hat mal errechnet, dass von jedem Schweizer Franken (gespendeter) Entwicklungshilfe zehn Franken an die Schweizer Wirtschaft zurückflössen, Entwicklungshilfe zwar ein Ausgabeposten seien für die Eidgenossenschaft als Staat und seine Haushaltskassen. Damit sei aber eine indirekte "Investitionsförderung", eine Exportwirtschaftsförderung, sprich Subention verbunden.

Die Zahlen habe ich nicht verstanden - aber der behauptete Wirkmechanismus leuchtet ein.

Hennig Mankell hat das zum Thema in mehr als einem Roman, die Globalisierungsverweiger behaupten das, genau so der als "neocon" verschrieene Club of Rome und die Kritiker grosser Wohltätigkeitsstiftungen. Alles VTs, Spinner, Extremisten, bornierte Ideologen etc.

Andere als Ihre pauschalen Argumente, die in die Richtung gehen sind aber noch nie zu vernehmen gewesen.

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