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Deutscher Wirtschaftsboom: Nahles fordert höheren Mindestlohn
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Nach der Einführung ist vor der Erhöhung? Im Juni berät die zuständige Kommission über eine Anpassung des Mindestlohns. Bereits jetzt mehren sich prominente Stimmen, die zehn Euro pro Stunde für angemessen halten.

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karl-felix 30.12.2015, 17:51
90. Natürlich

Zitat von ruhepuls
Sobald es eine "finanzielle Mindestleistung" gibt, wird sie zum Spielball der Politik. Was ist auch einfacher für Politiker, als "für mehr" zu sein? Das kommt bei vielen gut an und erfordert keine politische Intelligenz - auch wenn es dazu führt, dass nach und nach Arbeitsplätze wegfallen (nämlich die, die sich dann nicht mehr rechnen). Aber das würde ja keiner so schnell merken. Aus dem gleichen Grund ist auch ein allgemeines Grundeinkommen keine gute Idee: Die Politik würde sich dann bei jeder Wahl mit "Erhöhungsangeboten" gegenseitig überbieten - auf Kosten derer, die noch arbeiten oder sonstwie zum Volkseinkommen beitragen.
für mich ist das nur logisch. Steigen die Löhne, die Renten , Hartz IV, das BIP soll jeder seinen gerechten Anteil bekommen , auch der Mindestlöhner.

Warum wollen Sie gerade den ausnehmen ? Mit einem Nettolohn von ca. 1000 Euro ist in Deutschland niemand auf Rosen gebettet.
Ein Gebot der wirtschaftlichen Vernunft, der sozialen Gerechtigkeit und des politischen Anstandes, den Mindestlohn anzuheben wenn Renten und Hartz IV , Löhne und Unternehmensgewinne steigen .

Ihr Einwand ist für mich nur verständlich , wenn Sie unter " noch arbeiten " ausschließlich die Ausbeutung von Mindestlöhnern verstehen . Ihre Couponschneider als Leistungsträger können Sie selber auf den Arm nehmen .

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vaclav.havel 30.12.2015, 18:17
91.

Zitat von 10tel
OK. Klingt kurios. Nach Ihrem Modell werden dann also die Menschen zunehmend geringfügig mehr Geld als die Aufstockungsgrenze erhalten. Die 12 Euro/h, die Sie in Ihrem Modell "gesetzlichen Mindestlohn" nennen, sind dabei dann eher eine Strafandrohung für Firmen, nicht weniger als die Aufstockungsgrenze zu bezahlen. Falls Ihre 12 Euro/h mit der Aufstockungsgrenze deckungsgleich wären, wäre Ihr Modell natürlich vollkommen obsolet. Sie verlagern die Diskussion nur von einem Begriff auf einen anderen. Wo uns das hinführen soll ist mir schleierhaft.
Ich sehe das so.
Ein komplexes Thema wie dieses kann man nicht innerhalb einer solch begrenzten Kommentarplattform wie dieser diskutieren, zumal ein solch begenzter Rahmen auch dazu führt, dass Ungesagtes dem anderen oft als Gedachtes unterstellt wird und man nur unnötige kleine Nebenkriegsschauplätze damit eröffnet, dass der Mensch halt im Zweifelsfall lieber seinen eigenen Projektionen gehorcht als dem tatsächlich geschriebenen Text eines anderen.

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muunoy 30.12.2015, 18:34
92. Klares Argument für eine Erhöhung des Midestlohnes

Zitat von vaclav.havel
Ein Beispiel aus der Presse. Die linke Tageszeitung taz gehört, wie zu Erwarten, traditionell zu den eifrigsten Medienvertretern, welche den gesetzlichen Mindestlohn forderten. Es wäre eine Ironie der Geschichte, wenn nun gerade die taz an eben diesem Mindestlohn scheitern würde. Der böse Springerverlag zahlt traditionell die höchsten Journalistenlöhne, die linke taz eher die geringsten und nicht nur das: Auch das mehr oder weniger umsonstige Praktikumswesen dürfte in linke Zeitungen eher weit verbreitet gewesen sein. Der gesetzliche Mindestlohn bedeutet für die Abonnenten eine deutliche Erhöhung der Preise. Dass bereits der Leerweg zwischen zwei Häusern, den ein nächtlicher Zeitungszusteller zurück legen muss, um in jedem der beiden Häuser nur eine Zeitung einzuwerfen (was nicht selten vorkommt), nunmehr ca. 8 Euro pro Monat allein an Personalkosten verursacht, tut natürlich vor allem solchen Zeitungen weh, die nicht so üppige Werbeeinnahmen haben wie die Bildzeitung. Wie viele Abonnent werden das dauerhaft bezahlen? Nicht jede Zeitung kann diese Kosten durch hohe Werbeeinnahmen gegenfinanzieren und ist deshalb gezwungen, diese an ihre Kunden weiter zu geben. Derzeit kann man schon einmal beobachten, dass der taz die besten Kolumnisten davon laufen. Es wäre eine Ironie der Geschichte, wenn nun gerade die eifrigsten Befürworter des Mindestlohns zu dessen Hauptopfern würden.
Na, wenn das kein Argument für eine Erhöhung des Mindestlohnes ist. Es wäre schön, wenn SPON mal darüber berichten würde, wo für welche Jobs eigentlich weniger als 10,-EUR / h gezahlt wird. Da ich z. B. schon immer beim etwas teureren Frisör war und auch bei anderen Dienstleistungen nicht immer nur auf den Preis schaue, hat die Einführung des Mindestlohns von 8,50 EUR außer bei Taxifahrten keinerlei Auswirkungen auf mich gehabt. Die Arbeitnehmer der Dienstleistungsunternehmen, die ich in Anspruch nehme, haben schon immer mehr als 10,-EUR/h verdient. Aber kürzlich habe ich jemanden getroffen, der auf Honorarbasis für den Staat Deutschunterricht für Flüchtlinge gibt. Er lag unter 10,-EUR die Stunde und erfüllte auch alle Merkmale einer Scheinselbständigkeit. Folglich sollte die Nahles mit dem Aufräumen erst mal im eigenen Laden anfangen, bevor sie die Spitzenverdiener unter den wirklich Selbständigen attackiert. Für mich als Selbständigen im IT-Bereich ist der komplette öffentliche Sektor und alle staatsnahen Unternehmen wie die Bahn oder Energieversorger ein no-go. Grund: Dort wird einfach zu schlecht bezahlt. In der richtigen Privatwirtschaft wird Arbeit deutlich eher wertgeschätzt.
Also, ich wünsche mir Beiträge darüber, wo und wofür so gering entlohnt wird.

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INGXXL 30.12.2015, 18:39
93. In der jetzigen Situation ist

eine Erhöhung des Mindestlohn nicht zu vertreten. Soll die Millionen Flüchtlinge nur ansatzweise eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben ist eher eine Senkung geboten

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hummelhirte 30.12.2015, 18:40
94.

Von 10? muss ich auch leben, habe sogar schon für 10 DM gearbeitet. Meine Frau kriegt EM-Rente auf Hartz4-Niveau. Wenn man gut disponiert und wie wir auf dem Land lebt, kommt man schon um die Runden. Für unsere Altersrente sehe ich allerdings schwarz. Vielleicht machen wir es dann wie die Griechen, Schulden machen bis es kracht.

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Marlo 30.12.2015, 18:41
95.

Es wird ja immer gesagt,die weniger qualifizierten bleiben bei einem höheren ML auf der Strecke. Ich frage mich,wer dann diese Jobs alle machen soll? Wer reinigt dann die WC am Hauptbahnhof? Wer fährt die ganzen Pakete aus? Wer räumt die Waren in die Regale? Wär bewacht nachts die Gebäude? Wer reinigt die Fenster? Wen will man kontaktieren,wenn das Internet zu Hause nicht funktioniert? Usw..... Habt ihr euch das mal gefragt?

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carranza 30.12.2015, 18:45
96. 1€-Jobs für Asylbewerber?

Frau Nahles, das weckt Begehrlichkeiten auf Arbeitnehmerseite und gefährdet erfahrungsgemäß reguläre Arbeitsplätze und die Asylbewerber trifft das wie eine Erniedrigung.
Bitte gleiches Recht für alle! Der Mindestlohn muß die Schmerzgrenze für Arbeitnehmer bleiben.

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10tel 30.12.2015, 18:48
97.

Zitat von vaclav.havel
Ich sehe das so. Ein komplexes Thema wie dieses kann man nicht innerhalb einer solch begrenzten Kommentarplattform wie dieser diskutieren, zumal ein solch begenzter Rahmen auch dazu führt, dass Ungesagtes dem anderen oft als Gedachtes unterstellt wird und man nur unnötige kleine Nebenkriegsschauplätze damit eröffnet, dass der Mensch halt im Zweifelsfall lieber seinen eigenen Projektionen gehorcht als dem tatsächlich geschriebenen Text eines anderen.
Ein wenig von dem, was Sie geschrieben haben, habe ich schon verstanden. Es besteht natürlich ein Unterschied zwischen dem Stundenlohn und der Grenze, die evtl zum Aufstocken berechtigt. Ich gehe gedanklich immer von Vollzeitbeschäftigung aus, weil das in meinem Umfeld so üblich ist. Das ist aber vermutlich ein Gedankenfehler von mir.

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schmidti43 30.12.2015, 18:54
98. Ich wüßte nicht, das mein AG

Zitat: Die Arbeitgeber verdienen sich dumm und dämlich, scheinen aber immer noch nicht genug zu haben, wenn man den Sprachorganen wie Ifo-Institut folgt. Wenn man dümmliche Gier übertreibt, kann der Schuss auch nach hinten losgehen.

sich dumm und dämlich verdient. Wir sind 3 Angestellte und er versucht uns von der AA fernzuhalten. Dümmliche linke Kommentare zu Arbeitgebern, wenn Sie überhaupt einen haben sind nicht zielführend.

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vaclav.havel 30.12.2015, 19:19
99.

Zitat von 10tel
Ein wenig von dem, was Sie geschrieben haben, habe ich schon verstanden. Es besteht natürlich ein Unterschied zwischen dem Stundenlohn und der Grenze, die evtl zum Aufstocken berechtigt. Ich gehe gedanklich immer von Vollzeitbeschäftigung aus, weil das in meinem Umfeld so üblich ist. Das ist aber vermutlich ein Gedankenfehler von mir.
In meinem Umfeld ist das nicht so.

Die Aufstockerdebatte wird traditionell fehlinterpretiert
und in denselben Topf wie die Mindestlohndebatte geworfen.

Wie gesagt, sind etwa Dreiviertel der Aufstocker teilzeitbeschäftigt und vom Rest an Vollzeitbeschäftigten war schon vor Einführung des Mindestlohns die Mehrheit nicht wegen Stundenlöhnen unter 9 Euro Aufstocker, sondern weil sie mit ihrem Einkommen noch andere Familienmitglieder mitversorgen mussten.

Der Fall, an den Sie und vermutlich die meisten dabei denken, ist eine eher geringe Minderheit.

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