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Deutsches Exportmodell: Wer nicht hört, kriegt Trump
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Über Jahre haben unsere Großökonomen die Kritik aus dem Ausland am deutschen Exportüberschuss verspottet. Jetzt droht Amerikas neuer Präsident das Problem zu erledigen - ein deutsches Drama.

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ackergold 20.01.2017, 15:35
1. Ich kann das Gejammer nicht mehr hören!

Was immer wieder nicht verstanden wird: es sind Firmen, die Überschüsse erwirtschaften und nicht Länder! An einem Exportüberschuss gibt es nichts negatives, denn er ist Zeichen guter Arbeit in denjenigen Firmen, die exportieren. Kritik daran ist letztlich allein neid- und habgiergesteuert. Sollen die Firmen jetzt einfach aufhören zu produzieren und ihre Angestellten entlassen, nur damit der Exportüberschuss eines Landes schrumpft?

Oder wäre es doch besser, wenn Deutsche nur noch deutsche Produkte verkonsumieren würden, damit nicht mehr so viel davon exportiert wird? Dummerweise sinken dann aber wieder die Importe und die gleichen Leute jammern dann was von Protektionismus.

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The Restless 20.01.2017, 15:40
2. Wir verdienen?

Ich lese immer, dass "wir" so viel am Export verdienen. Ich nicht. Und weil ich nicht so viel verdiene, kann ich auch nicht viel kaufen, ergo auch nicht viel importieren. Mir scheint, das grosse Geld, das wir hier verdienen, geht irgendwo hin, wo es nicht ausgegeben werden kann. Auf der anderen Seite: Immer neue Schulden machen, also auf Kosten der nachfolgenden Generation, geht ja nun auch nicht ....

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fisschfreund 20.01.2017, 15:40
3.

Ähm.. Toller Artikel. Hüstel. Was sollen wir denn importieren an tollen Dingen? Vielleicht sollten wir unser Waffengesetz lockern und jeder darf sich dann haufenweise Knarren und Munition aus USA kaufen...

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GSYBE 20.01.2017, 15:43
4. brilliant

Danke Herr Fricke, brilliant und witzig geschrieben.

Bin jetzt auf die `halbstarken´ posts gespannt, die das alles mit Faulheit, Dummheit, mangelnder Ingenieurskunst der anderen Länder oder sonstigen Überheblichkeiten wegwischen wollen.

An wievielen (ökonomischen) Fronten stapeln sich denn nun mittlerweile die Beweislasten die belegen, dass den deutschen ANs gut 20-25% netto im internationalen Vergleich fehlen.

Zeitlich fällt einem da auch noch eine Überschneidung mit dem deutschen Agenda-Wahnsinn auf.

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b.toennies 20.01.2017, 15:44
5. Wie schon einmal gesagt...

das weltweit größte Automobilwerk von BMW steht wo??? richtig in den USA wo alle BMW SUV produziert werden. Dingolfing kommt erst auf Platz zwei.... Wenn Trump sich über alles hinwegsetzt was an Verträgen da ist... die EU könnte den USA Konzernen allen voran Apple
aber auch Tesla (OK jetzt nicht so bedeutend) aber FACEBOOK, Google, NIKE, um nur einige wenige zu nennen den Marktzugang mit 35% Einfuhrzoll beschränken und nicht die eh verschobenen Gewinne versteuern sondern pauschaliert anhand der Umsätze die in der EU erzielt werden... Das einzige was man wirklich in den USA kaufen kann sind ... Waffen - insbesondere Fluggerät - Panzerabwehrwaffen - Marschflugkörper, Drohnen - sofern sie zulassungsfähig sind... Transportflugzeuge... und natürlich die Segnungen des Silikon Valley wenn es keine Autos sind. Großmal Musk hat da wieder was von deutsche Autobauer vorsichhertreiben erzählt... natürlich absoluter Schwachsinn. Ein Tesla für 100.000 Euro kommt was die Qualität der Komponenten und Verarbeitung angeht, miserabel daher. Lack mit Orangenhaut, Billigsitze aus China, etc... Also den Ball mal flach halten und in Deutschland auf die Innovationstube drücken…

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tomxxx 20.01.2017, 15:44
6. Fricke mal wieder...

Donald Trump meinte es gäbe Strafzölle für BMWs, die in den USA verkauft und in Mexico gebaut werden sollen. Die Tatsachen hinter der ganzen Geschichte ist aber: der größte Autoexporteur der USA ist BMW! Alles was Herr Fricke hier mit seinem netten Dollarkurs usw. erzählt kann er komplett in der Pfeife rauchen, eine ganze Menge der BMWs auf unseren Strassen kommt aus den USA (soviel zum Thema der Dollarkurs wäre der Grund des Erfolges, über andere Autofirmen kann ich jetzt allerdings nichts sagen). Ansonsten haben US Hersteller am deutschen Markt ca. 15 % Markanteil, deutscher Hersteller in USA ca. 7% (diese Zahlen habe ich aus einer nicht-überprüften Quelle abgeschrieben). Also unterm Strich sehe ich rein gar nicht, wieso jetzt das Einführen von Zöllen, sollte es denn kommen ein Problem für die deutsche Volkswirtschaft sein soll.... Prinzipiell sind Zölle nicht hilfreich, aber ein Problem für Deutschland?

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muellerthomas 20.01.2017, 15:45
7.

Zitat von ackergold
Was immer wieder nicht verstanden wird: es sind Firmen, die Überschüsse erwirtschaften und nicht Länder! An einem Exportüberschuss gibt es nichts negatives, denn er ist Zeichen guter Arbeit in denjenigen Firmen, die exportieren. Kritik daran ist letztlich allein neid- und habgiergesteuert. Sollen die Firmen jetzt einfach aufhören zu produzieren und ihre Angestellten entlassen, nur damit der Exportüberschuss eines Landes schrumpft? Oder wäre es doch besser, wenn Deutsche nur noch deutsche Produkte verkonsumieren würden, damit nicht mehr so viel davon exportiert wird? Dummerweise sinken dann aber wieder die Importe und die gleichen Leute jammern dann was von Protektionismus.
Und deutsche Unternehmen sind plötzlich so ab 2003/04 besser geworden? Oder könnte es nicht viel mehr daran liegen, dass die Lohnmoderation seit 1999 nicht mehr durch eine Aufwertung der DM konterkariert werden konnte, so dass Deutschland letztlich über eine Abwertung preislich wettbewerbsfähiger geworden ist?

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chrismuc2011 20.01.2017, 15:46
8.

Die Höhe des Außenhandelsüberschusses mit den USA stelle ich mal in Frage. Wieviel vermeindlich in Deutschland ansässige US Firmen zahlen Steuern bei uns? Investieren Ihre Gewinne bei uns? Das kann man selbst bei Opel und Ford hinterfragen. Wieviele Rüstungsgüter werden z.B. von den Amerikanern gekauft, und wieviele kaufen die bei uns? 100:0 grob geschätzt. Gehen diese Güter in die Handelsbilanzen ein?
Ich denke mal die bilateralen Handelsbeziehungen lassen sich nicht einfach an einem Parameter festmachen, das ist deutlich komplexer.
Und wenn ich gehässig sein will: Wieviele (Wirtschafts)-Flüchtlinge aus Asien, Vorderasien, Nahem Osten haben wir aufgenommen und ernähren sie, ja bevorzugen sie, die wegen der USA aus Angst oder aus wirtschaftlichen Gründen geflohen sind. Das wiegt die 80 Milliarden Exportüberschuß gegenüber den USA aber locker auf.

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pj-hh1 20.01.2017, 15:46
9. Ironie? oder ernst gemeint

War dieser Kommentar nun Ironie oder ernst gemeint?

Ich tippe mal auf letzteres.
Der Kommentator meint also, wenn die Europäer genau wie die Amerikaner ihre Konsumausgaben erhöht hätten, würden insb. die Deutschen mehr amerikanische Autos kaufen?

Warum? Wenn die Konsumausgaben gestiegen wären, hätte man auch statt des Golfs eine C-Klasse kaufen können. Da hätte Trump dann auch nichts davon.

Ein amerikanisches Auto: Geschenkt würde ich eines nehmen, kaufen? Niemals. Dafür ist mir mein Geld zu schade, selbst, wenn ich zu viel davon hätte.

Das Problem ist nicht, daß der Deutsche nichts amerikanisches kaufen will, sondern, daß es dort i.d.R. nichts gibt, was dem deutschen Anspruch genügt.

Und das, was dem Anspruch genügt, wird ja auch gekauft, IPhones zum Beispiel.

Aber erst mal abwarten, auch ein Trump will not be eaten as hot as he is cooked (um mal mit der schwäbischen Hausfrau zu sprechen).

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