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Deutsches Exportmodell: Wer nicht hört, kriegt Trump
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Über Jahre haben unsere Großökonomen die Kritik aus dem Ausland am deutschen Exportüberschuss verspottet. Jetzt droht Amerikas neuer Präsident das Problem zu erledigen - ein deutsches Drama.

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CommonSense2006 20.01.2017, 16:44
120.

Es ist ja nicht so, als wenn wir uns das aussuchen könnten, wer auf der Welt viel exportiert und welche Kunden was kaufen wollen. Problematisch ist allerdings, dass eine künstlich niedrig gehaltene Währun wie der Euro unsere Exporte verbilligt und für die Südeuropäer immer noch zu hoch ist.

Aber Herr Trump sollte auch einmal kurz überlegen, dass Deutschland vielleicht auch aus den USA heraus riesige Märkte abdeckt, die nicht nur in Südamerika liegen. Wenn er jetzt Deutschland und Mexico mit Zöllen traktiert, was liegt näher für deutsche Autobauer, als in Mexico neue Werke z.B. für den südamerikanischen Markt zu eröffnen und die in den USA soweit herunterzufahren, wie es dem Markt dort entspricht? Mal sehen, was die UAW dann von ihm halten?

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Manaslu2015 20.01.2017, 16:44
121. Gut gemacht Herr Fricke....

...die deutschen Wirtschafsbosse und Politiker wissen ja immer alles ganz genau und machen alles richtig.
Dabei wird vergessen, dass wir unseren Wohlstand eben auch der Tatsache zu verdanken haben, dass die anderen Länder mehr bei uns einkaufen als umgekehrt. Also wird der Wohlstand transferiert. Und das hat nicht nur mit der Deutschen Genialität zu tun. Das hat Fricke schön herausgearbeitet.
Und Trump gibt jetzt eben den wilden Mann. Ein weiter so funktioniert nicht. Bin jetzt wirklich mal gespannt wie sich das entwickelt.

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mister-m 20.01.2017, 16:44
122. Bravo Herr Fricke...

... und jetzt heisst es für jeden einzelnen: mit gutem Beispiel vorangehen, nicht darauf warten dass die anderen es vormachen. Also Herr Fricke: machen Sie auf jeden Fall Ihren Urlaub demnächst in Trumpland, und kaufen Sie sich unbedingt einen Ford oder Opel (Gewinne gehen in die USA), oder besser noch einen Chevy, man wird's Ihnen danken.

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muellerthomas 20.01.2017, 16:44
123.

Zitat von curiosus_
...schon seit Jahren genau so bekannt und oft genug angesprochen. Inklusive dem Unterschied zwischen Export und Exportüberschüssen, den, rel. zum BIP, ständig steigenden Überschüssen ( 9% Überschuss in 2016) usw. usw.
tatsächlich: Seit wieviel Jahren diskutieren wir nun darüber?

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nicksnutz 20.01.2017, 16:44
124.

Zitat von staubmantel
SPON; Sie machen sich wegen der unaufhörlichen Trump-Kritik lächerlich. Vielleicht fällt Ihnen das gar nicht mehr auf. Sie hätten bei unseren Politikern genug zu kritisieren.
Echt jetzt? Sie sagen das ausgerechnet bei einem Artikel der zugesteht, dass Trump einen Punkt hat?

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fachlaie 20.01.2017, 16:45
125. Auch als Nichtökonom

Zitat von muellerthomas
Eben doch. Ausgehend von einer ausgeglichenen Leistungsbilanz um das Jahr 2000 herum haben die deutschen Lohnstückkosten fast stagniert. Da es seit 1999 keine Aufwertung einer deutschen Währung mehr geben konnte, sind deutsche Produkte damit in Relation immer billiger geworden. Genau so lässt sich der Überschuß problemlos und schlüsig erklären.
sollte einem die europäische Einheitswährung in allererster Linie als Ursache des deutschen Handelsüberschusses einfallen.
Aber das scheint Herr Fricke aus ideologischen Gründen nicht in den Sinn kommen. Dabei ist er alt genug, die zahlreichen Aufwertungen der DM gegenüber den Währungen der damals meisten konkurrierenden Länder miterlebt zu haben.
Wegen solchen Missdeutungen kann ich ihn nicht ernst nehmen.

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muellerthomas 20.01.2017, 16:45
126.

Zitat von maxgil
Wir kaufen ja durchaus was in Amiland, die haben aber leider nicht viel zu bieten.
daher sind die USA ja Deutschlands viertwichtigster Importpartner und daher exportieren die USA mehr als Deutschland. Komisch, wenn die USA nichts zu bieten haben. Und wieso war die Situation eigentlich um das Jahr 2000 herum noch so anders?

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brunellot 20.01.2017, 16:46
127. Wo liegt das Problem???

Alle deutschen Autobauer produzieren schon in den USA für den Amerikanischen Markt. Im Falle von BMW werden sogar Autos, die in den USA produziert werden, nach Europa exportiert.
Um diese Situation zu analysieren und zu verstehen bedarf es ein wenig mehr Tiefgang, als Herr Trump bereit (oder in der Lage) ist, aufzubringen...

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reflektiert_ist_besser 20.01.2017, 16:47
128. wo steht das?

Zitat von denken-drücken-sprechen
Aha, da hat Herr Fricke wohl sein Steckenpferd gesucht, wo es eigentlich nicht zu finden war. Trump geht es doch überhaupt nicht um die deutsche Außenhandelsbilanz, sondern einzig und allein um die Verlagerung von Arbeitsplätzen von den USA nach Mexiko. Es würde sich schon lohnen, Herrn Trump genau zuzuhören - vor allem für einen Journalisten. Mal ganz nebenbei finde ich natürlich super, dass es offenbar die Lösung all unserer Probleme wäre, wenn auch wir über unseren Verhältnissen lebten und uns verschuldeten, um den Import anzukurbeln. Dan kann man nur den Kopf schütteln...
Nicht der einzige Beitrag, bei dem man nicht weiß wo man anfangen soll.
Zum Thema Trump genau zuhören. Das ist doch bei jemandem sehr schwierig, der sich von Tag zu Tag widerspricht, manchmal im gleichen Interview. Außer Schlagworten weiß doch kein Mensch (eingeschlossen Trump selbst) was er eigentlich will.

Und dann schreiben sie im Artikel stünde: "wir sollten über unsere Verhältnisse und das würde die Lösung all unserer Problem darstellen". Wo steht das im Artikel? Haben sie den überhaupt gelesen? Und dann auch noch verstanden? Es geht bei der Betrachtung im Artikel um eine volkswirtschaftliche Betrachtung, das ist ihnen schon klar? Im Kern steht im Artikel: "wir leben unter unseren Verhältnissen" und das stimmt zweifelsohne. Und wenn man das ändern will heißt das noch lange nicht, dass man dann direkt über seinen Verhältnissen leben soll. Wie so oft ist der Mittelweg der beste: man gelebt gemäß seinen Verhältnissen. Und ich wiederhole: volkswirtschaftlich gesehen.

Nur was heißt das "gemäß seinen Verhältnissen leben"? Die Löhne müssen hoch. Das spült Geld in die Börsen der Leute, sie können sich mehr leisten. Aber auch hier zur Klarheit: diese Reihenfolge muss eingehalten werden. Das ist eine Verteilungsfrage und damit eine Frage der Gerechtigkeit.

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muellerthomas 20.01.2017, 16:47
129.

Zitat von ex_Kamikaze
das das Industrieland Deutschland keine Rohstoffe besitzt. Tatsächlich kann D also kein anderes Wirtschaftsmodell haben - wir müssen Rohstoffe und Halbzeuge veredeln. Dabei kommt natürlich ein Aushandelsüberschuß raus.
Ne, weshalb?

ich hab hier eine Zeitreihe ab Q4 1971. Von da an bis Q4 2001 lag die deutsche Leistungsbilanz durchschnittlich bei 0,6% des BIPs im Plus. Von Q1 2002 bis Q3 2016 waren es im Schnitt 5,4% mit steigender Tendenz.

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