Forum: Wirtschaft
Deutschland im Abschwung: Gefährliches Nichtstun
DPA

Deutsche waren in den vergangenen Jahren groß darin, andere Länder zu Reformen zu drängen. Nur unser eigene Wirtschaftspolitik sollte bitte bloß nicht verändert werden. Das könnte sich jetzt rächen.

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Freidenker10 03.02.2019, 16:55
110.

Na jedenfalls wird die Kaufkraft der Deutschen nicht gestärkt weil es kaum deutsche Produkte gibt die sich der Ottonormalverbraucher kaufen könnte um die Wirtschaft zu stärken. Das mag einer der Gründe sein für die lausigen Lohnsteigerungen der letzten Jahrzehnte, es lohnt sich für die Wirtschaft und die Politik kaum! Alles ist auf den Export fixiert und das funktioniert nur bei guter Weltkonjunktur, schwächst sich diese ab gehts auch mit unserer Wirtschaft bergab, so ein großer Kenner der Wirtschaft muss man da nicht sein um das zu erkennen. Unsere Politiker verwalten nur den Moment, visionäre Politiker hatten wir glaube ich noch nie! So hatte auch der Aufschwung weder was mit Schröders Agenda und schon gar nichts mit Merkels pragmatismus zu tun, sondern schlicht und einfach mit einer guten Weltkonjunktur und begehrten deutschen Exportwaren. Aber wer sich so abhängig vom Export macht wie wir der rasucht eben auch mit sinkender Nachfrage nach unten, nicht sonderlich schlau...

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ghp2 03.02.2019, 16:55
111.

Zitat von MatthiasPetersbach
Ein wenig mehr Gelassenheit -nicht nur da- täte uns gut. Nur weil irgendeine völlig aus der Luft gegriffene "Kennzahl" jetzt mal ein wenig schwächelt? Der ganze Run auf die Marktpositionen incl. der "Reformen" hat nur viele Leute von der Gesellschaft abgekoppelt. DARAN könnte man arbeiten - daß der "gemeine Mann" mal wieder Geld zum Ausgeben in der Tasche hat. Nicht nur der, der in der ökologischen Nische der Festanstellung und Tarifverträge steckt. Sondern auch der, der die Wurst runterschneidet, der den Abfall wegbringt und der ähnliches - WICHTIGES - macht. Dann gehts uns ALLEN nämlich besser. Selbst wenn es "der deutschen Wirtschaft" schlechter geht. Das ist nämlich nur ein anders Wort für "besitzende Klasse".
Sie meinten sicherlich die ökonomische Nische - auch wenn das keine Nische ist muss ich Ihnen da schon recht geben. Mir geht die Arroganz von manchen Festangestellten mit Tarifvertrag manchmal schon ziemlich auf den Nerv. Soviel Arbeit für so wenig Geld!
Natürlich ist das bei manchen auch so aber für manche ist das doch eher locker verdientes Geld. Aber für die Sch... Jobs finden sich immer weniger "Willige" und solange sich das eigene Anspruchsdenken halbwegs im Rahmen hält finde ich das auch völlig ok. Konsequent zu Ende gedacht bedeutet das aber auch, dass es teurer wird. Natürlich kann man sich dann bei denen, die eh' viel zu viel haben "bedienen", aber nur solange die dann noch Bock haben.
Wenn mir jemand sagt, dass er für das (wenige) Geld nicht arbeiten geht sollte er/sie immer daran denken, dass jeder so denken kann (und so mancher hat seine Schäfchen dann schon längst in's Trockene gebracht oder bringen könnte).

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tallinn1960 03.02.2019, 17:13
112.

Zitat von postmaterialist2011
Dranbleiben, es scheint doch noch andere Foristen mit "Visionen" zu geben. Nach meiner Meinung haben wir den Rechtsruck und den Hang zum Erzreaktionären derzeit auch weil viele einfach schon jetzt überfordert sind. Und anstatt wie früher einfach still zu sein und es zu akzeptieren, wollen sie das Leben derer die nicht so denken auch noch vermiesen.
Die These, dass der Ruck nach rechts der Überforderung der Menschen durch den Neoklassizismus geschuldet ist, ist nachweisbar falsch. Diejenigen der Rechten, die diesen Rechtsruck offensichtlich machen, haben nur ein Problem mit Fremden und reden deswegen auch nur darüber. Soziologische Erhebungen dazu, wie sich die Klientel von AfD und Pegida zusammensetzt, zeigen, dass das keine Globalisierungsverlierer oder von Armut oder Verarmung bedrohte Menschen sind, sondern eher Leute mit überdurchschnittlich gutem Auskommen, deren Ruhestand finanziell auch abgesichert erscheint.

Die wirklichen Verlierer sind politisch mucksmäuschenstill. Vermutlich viel zu sehr damit beschäftigt, sich über Wasser zu halten.

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Hoberg 03.02.2019, 17:14
113. no action ?

Blind auf beiden Augen??
Seit nun 15 Jahren werden die Unternehmen mit sinnlosen Aktionen belastet. Mittlerweile gut 5 Rechte der Arbeitnehmer nicht mehr zu arbeiten, kürzer zu arbeiten , arbeiten wann sie wollen, nur auf Grund der Arbeitsmarktlage und der niedrigen Zinsen noch keine massive Erhöhung der Sozialbeiträge, massive Energiekostenerhöhungen,
Wasser,Entsorgung , Baukosten auf Grund idiotischer Einspruchsrechte der Bürokraten. Das alles ist Belastung der Besitzenden und der Verbraucher . Die Zeit des Aufschwungs endet mit dieser Politik bald. Wer sich wundert ist dann die SPD und die CDU Linken.

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tallinn1960 03.02.2019, 17:23
114.

Zitat von Ein Spatz aus der Asche
warum soll man bei mehr Beschäftigen die Sozialabgaben senken können ? Krankenversicherungskosten sind steigend, Rentenversicherung ist personenbezogen, ? Sozialabgaben kommen den Versicherten zugute und die wollen Sie kürzen ? Die Schweinerei ist, dass wieder mal Merkels Menschlichkeit aus den Sozialkassen der Pflichtversicherten finanziert wird, und nicht von den Privilegierten oder aus Steuern. Der erfahrene Forist weiß, warum ich jetzt aufhöre.
Welche Menschlichkeit Merkels wird aus den Sozialversicherungen finanziert?

Das war eher Kohls Domäne. Die Flüchtlingspolitik bspw. kostet "nur" Steuermittel. Die Gesundheitskosten der Flüchtlinge laufen nicht über die GKV, und die anderen Sozialversicherungen leisten für Flüchtlinge auch nichts.

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M von B 03.02.2019, 17:26
115. Gefährliches altes Denken

Es ist besorgniserregend wenn solche Headlines durch die Presse gepuscht werden.
Da denkt jeder sofort an den Zirkus mit Harz 4 usw... und am anderen Ende Steuersenkungen für Unternehmen und die, die sowieso genug Geld haben. Damit öffnet man dem Unmut der Bevölkerung Tür und Tor und die leute wählen aus ihrer Wut heraus die Rechten, die denen dann erst Recht Ihre Rechte nehmen werden.
Es ist es allemal Wert einen Blick in die Realität zu werfen. Ca. 3,5 Millionen Menschen haben in unserem land mehr wie einen Job. Da kann man ja getrost sagen dass wir eine traumhaft geringe Arbeitslosenrate haben.
Eine hochgefährliche Augenwischerei.
Wir sollten zuerst einmal schauen wo die Wirtschaft im Generellen hin läuft.
Es wird in Zukunft wieder weniger Arbeitsplätze geben (Beispiel Automobilindustrie wegen Elektro-Mobilität)
Grundsätzlich müssen weniger Arbeitsplätze auf mehr Menschen verteilt werden.
Die SPD hatt da vor vielen vielen Jahren mal die 8 Std Woche eingeführt, das wäre eine Option auf 6 Stunden zu gehen. Auf der anderen Seite ist es zwingend dass Produktion im Allgemeinen besteuert wird. Oder will jemand erklären warum Roboter keine Steuern bezahlen sollten ??
Und drittens muß importierte Ware die im Ausland produziert wird ebenfalls besteuert werden, da dort keine Produktionssteuer angefallen ist. Dann gibt es genug Geld und Arbeit für alle und nicht nur für einige wenige.

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hopfenundmalzverloren 03.02.2019, 17:32
116. Überproduktion

Zitat von Freidenker10
Na jedenfalls wird die Kaufkraft der Deutschen nicht gestärkt weil es kaum deutsche Produkte gibt die sich der Ottonormalverbraucher kaufen könnte um die Wirtschaft zu stärken.
Soweit ich richtig informiert bin, steht die deutsche Industrie in der Hauptsache auf zwei Beinen: Automobilindustrie und Maschinenbau. Wenn man noch die zugehörigen Zulieferer und Logistikpartner betrachtet, dürfte das wirklich der Löwenanteil der deutschen Produktion sein.

Kürzlich las ich mehrere Statistiken bezüglich des Exportanteils von in Deutschland produzierten KFZ: ca. 70%!

Es werden also mehr als zwei von drei in Deutschland gebauten KFZ exportiert. Selbst wenn man den heimischen Markt vergrössern würde, indem die deutsche Bevölkerung deutlich mehr Geld zur Verfügung hätte, würden sie wohl eher nicht dreimal so viel Autos aus Deutschland kaufen, wie heute.

Ohne einen anhaltenden Exporterfolg wäre also diese Industrie samt ihrer Arbeitsplätze in Deutschland hochgradig gefährdet. Bei 70% Exportanteil kann, ja muss es der Industrie ziemlich egal sein, was sich die Privatkunden der 30% Inlandskunden wünschen, weil die nur einen kleinen Anteil der Gesamtkundschaft bilden - der Wurm muss den Fischen schmecken, nicht dem Angler, aber die Mehrzahl der Fische ist nicht in Deutschland.

Das alles gilt wohl noch viel mehr für den Maschinenbau, für den es praktisch keine Privatkundschaft gibt.

Wir können es wohl drehen und wenden, wie wir wollen, aber wir werden in fast jeder Hinsicht vom Verhalten des Auslands abhängig bleiben - auch und speziell bezüglich der Kosten und damit der Einkommen.

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postmaterialist2011 03.02.2019, 17:36
117. Klar Pegida alles Spitzensteuerzahler !

Zitat von tallinn1960
Die These, dass der Ruck nach rechts der Überforderung der Menschen durch den Neoklassizismus geschuldet ist, ist nachweisbar falsch. Diejenigen der Rechten, die diesen Rechtsruck offensichtlich machen, haben nur ein Problem mit Fremden und reden deswegen auch nur darüber. Soziologische Erhebungen dazu, wie sich die Klientel von AfD und Pegida zusammensetzt, zeigen, dass das keine Globalisierungsverlierer oder von Armut oder Verarmung bedrohte Menschen sind, sondern eher Leute mit überdurchschnittlich gutem Auskommen, deren Ruhestand finanziell auch abgesichert erscheint. Die wirklichen Verlierer sind politisch mucksmäuschenstill. Vermutlich viel zu sehr damit beschäftigt, sich über Wasser zu halten.
Die These ist wissenschaftlich so gar nicht bewiesen. Der klassische AfD-Wähler spricht nunmal nicht mehrere Fremdsprachen, arbeitet global und hat Freunde aus aller Herren Länder. Einige gescheiterte Rechtsanwälte in der Tat, die Masse sind eher kleine Selbständige, wenig qualifizierte Arbeiter und Arbeitslose. Eher Hauptschul- und Realschulabschluss als Akademiker. Die haben (die berechtigte) Angst, dass qualifizierte und hier aufgewachsene Migranten ihnen die Jobs und die potenziellen Partner "klauen" . Die sind hochgradig xenophob, aber haben auch Angst vor dem sozialen Abstieg.

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Freidenker10 03.02.2019, 18:14
118.

Zitat von hopfenundmalzverloren
Soweit ich richtig informiert bin, steht die deutsche Industrie in der Hauptsache auf zwei Beinen: Automobilindustrie und Maschinenbau. Wenn man noch die zugehörigen Zulieferer und Logistikpartner betrachtet, dürfte das wirklich der Löwenanteil der deutschen Produktion sein. Kürzlich las ich mehrere Statistiken bezüglich des Exportanteils von in Deutschland produzierten KFZ: ca. 70%! Es werden also mehr als zwei von drei in Deutschland gebauten KFZ exportiert. Selbst wenn man den heimischen Markt vergrössern würde, indem die deutsche Bevölkerung deutlich mehr Geld zur Verfügung hätte, würden sie wohl eher nicht dreimal so viel Autos aus Deutschland kaufen, wie heute. Ohne einen anhaltenden Exporterfolg wäre also diese Industrie samt ihrer Arbeitsplätze in Deutschland hochgradig gefährdet. Bei 70% Exportanteil kann, ja muss es der Industrie ziemlich egal sein, was sich die Privatkunden der 30% Inlandskunden wünschen, weil die nur einen kleinen Anteil der Gesamtkundschaft bilden - der Wurm muss den Fischen schmecken, nicht dem Angler, aber die Mehrzahl der Fische ist nicht in Deutschland. Das alles gilt wohl noch viel mehr für den Maschinenbau, für den es praktisch keine Privatkundschaft gibt. Wir können es wohl drehen und wenden, wie wir wollen, aber wir werden in fast jeder Hinsicht vom Verhalten des Auslands abhängig bleiben - auch und speziell bezüglich der Kosten und damit der Einkommen.
Sag ich doch. Was der deutsche Michel konsumiert sind Textilien, Reisen und Unterhaltungselektronik und dies wird bekanntermaßen nicht mehr in D produziert, also welches Interesse sollte unsere Politik daran haben das die Löhne steigen wenn die Gewinne ins Ausland abwandern? Wie Sie schon sagten wird der deutsche Michel bestimmt keine Maschinen kaufen und für Neuwagen wird das Geld auch immer knapper weil die Löhne längst nicht mehr mithalten. Was macht aus diese Logik heraus die Politik? Sie stellt der Wirtschaft Steuersenkungen in Aussicht, aber nicht den Steuerzahlern, denn das lohnt nicht. So sieht die Wirtschaftskompetenz unserer Politik aus, immer weiter so auch wenn das Schiff auf das Riff zusteuert...

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ray8 03.02.2019, 18:27
119. #90 / bauklotzstauner

Es ging um die Aussage, daß die MASSE der Bevölkerung nichts vom Aufschwung hat. Und das ist einfach falsch. Es wurden Mio gut bezahlte Jobs geschaffen. Arbeitslosigkeit ist in weiten Teilen Deutschlands quasi abgeschafft. Noch wichtiger: Jugendarbeitslosigkeit gibt es praktisch nicht mehr. (Schauen Sie mal nach Spanien und Italien) und die 3 Mio Menschen mit mehreren Jobs oder Rentner, die weiter arbeiten, sind nicht alle darauf angewiesen. Es gibt natürlich noch Armut und schlecht bezahlte Jobs, aber der großen Mehrheit der Menschen hat dieser Aufschwung sehr wohl genützt. Frau Merkel haben wir das übrigens nicht zu verdanken.

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