Forum: Wirtschaft
Deutschland im internationalen Vergleich: Schlechte Ausbildung, niedrige Löhne
Sven Simon / imago images

Wer schlecht ausgebildet ist, hat es in Deutschland schwer: Zwar finden Geringqualifizierte immer häufiger einen Job - allerdings oft nur zu Niedriglöhnen. Andere Länder zeigen, dass es besser geht.

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thomas haupenthal 30.08.2019, 12:23
1. Wie?_

Mit einem Realschulabschluss war man damlas gering qualifiziert?

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mariakar 30.08.2019, 12:25
2. Jemand mit Realschulabschluß als

gering qualifiziert abzutun, zeigt das ganze Dilemma. Heute muss man mindestens (Fach)Hochschulreife haben.
Selbst Personen, die Einzelhandelskaufmann usw. gelernt haben, bekommen keine Stellen mit auskömmlichem Gehalt, sondern oft nur knapp über dem Mindeslohn. Der Niedriglohnsektor hat dazu geführt, dass insgesamt das Gehalts- und Lohnniveau bei uns gesunken ist. Eigentlich sollte keiner eine Stelle antreten, wenn der Lohn weniger als 12 Euro die Std. beträgt. Dann würde vielleicht ein Umdenken stattfinden. Aber leider zwingt einen dann das Arbeitsamt heute dazu, solche Jobs anzunehmen und aufzustocken.
Die Leute können doch nichts dafür, wenn ein Unternehmen beschließt, dicht zu machen und in Asien produzieren zu lassen.

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fatherted98 30.08.2019, 12:27
3. das möchte ich sehen...

....im Ausland wird sogar für qualifizierte Arbeit viel schlechter bezahlt als in Deutschland...und immer wieder Skandinavische Länder als Beispiel heranzuführen, führt in die Irre....hier ist die Steuerlast der Bürger auch um ein vielfaches höher....

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so-long 30.08.2019, 12:31
4. Äpfel & Birnen

...dann sollten Geringqualifizierte zB England gehen.
Es wird vergessen, dass in D die Sozialsysteme sehr sehr gut entwickelt sind. Davon profitieren auch Niedriglöhner, obwohl deren Beitrag hierfür gering bis Null ist.
Über die wirtschaftlichen Probleme Frankreich‘s braucht man nicht viel zu sagen, außer dass es als Vorbild weniger geeignet ist.
Ohne bedarfsgerechte (!) Ausbildung kann das Niveau in D nicht gehalten werden. Fängt schon in der Schule an, wo seit Jahren die Leistungsanforderungen abgesenkt werden, Hauptsache es tut niemandem weh.

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damianschnelle 30.08.2019, 12:37
5. Mir

Mir fehlt erst einmal eine Aussage dazu, was man unter Geringqualifizierten versteht. Denn auch viele Menschen, die eine gute abgeschlossene Berufsausbildung hinter sich haben sind im Niedriglohnsektor beschäftigt. Es kann nicht jeder ein Studium absolvieren, um dann Koch zu werden. Das Problem scheint mir eher zu sein, dass es zu viele Leute gibt, die für gute Arbeit möglichst wenig bezahlen wollen.

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be_winkler 30.08.2019, 12:38
6. Glauben vs. Wissen

Die Deutschen glauben leider oft, dass sie besonders gut qualifiziert seien, weshalb das Anspruchsniveau an Bezahlung und "work-life balance"nicht hoch genug sein kann. Tatsache aber ist, dass sowohl die duale Ausbildung, als auch die sog. akademische Ausbildung mit Abschluss Bachelor oder Master nur bestenfalls minder wettbewerbsfähige Menschen schafft. Deutschland hat auf allen Gebieten massiv Nachholbedarf, am meisten jedoch bei einer adäquaten Selbsteinschätzung der Menschen im Vergleich zu Menschen, die anderswo ausgebildet wurden und Leistung erbringen. Der Lebensstandard der Deutschen wird nicht zu halten sein, weil weder Bildung noch Leistung eine Steigerung der Gehälter und Löhne zulassen. Wenn dann alle momentanen Leistungsträger zur Umverteilung via Steuern maximal ausgequetscht worden sein werden, wird der Anschlag erreicht sein. Dann gibt es nichts mehr zu verteilen und der Glaube etwas zu Wissen muss mit tatsächlichem Wissen ersetzt werden, gefolgt von Leistung. Ich hoffe, den Tag noch erleben zu dürfen :-)

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boetho11 30.08.2019, 12:39
7. Mindestlohn in England geringer als in D !

sind nur 8,85 EUR .. auch würde mal interessieren wie gross der Sektor der Geringqualifizierten in den einzelnen Ländern ist. Vergleiche wären ja nur auf dieser Basis sinnvoll (sofern man nicht eine andere Agenda verfolgt). Soll meinen wenn ich 40% Geringqualifizierte habe und davon bekommen 60% ein auskömmliches Einkommen, dann ist das am Ende deutlich schleichter als wenn ich 12% Geringqualifizierte haben und nur 40% davon bekommen ein auskömmliches Einkommen. Unabhängig davon ist eine Erhöhung des Mindestlohns aus meiner Sicht richtig.. das sind meist Dienstleistungsjobs welche kaum zu verlagern / automatisieren sind, der negative Einfluss auf die Beschäftigung wird da überschätzt.

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marty_gi 30.08.2019, 12:40
8. Schein nicht gleich Qualifizierung

Da gibt es aber schon noch Unterschiede - in Deutschland benoetigt man fuer alles immer irgendwie einen Schein, der zwar besagt, dass man da mal was gemacht hat und es zumindest zum Zeitpunkt der Pruefung auch irgenwie drauf hatte. Was aber nicht wirklich "Qualifizierung" bedeutet - denn die kann man auch haben ohne den Schein, durch Erfahrung. Das wiederum ist ein Faktor, der im Ausland viel hoeher angerechnet wird als in Deutschland.
Gleichsam denke ich mir aber auch, dass man eine Ausbildung ja nicht nur zum Spass macht, und es eben der Anreiz dieser Ausbildung sein sollte und muss, hinterher zumindest ein Quaentchen besser bezahlt zu werden als die, die diese Ausbildung nicht abgeschlossen/durchlaufen haben. Sonst koennten wir das alles auch sein lassen und uns auf eine praktische Bildbarkeit einigen, die ausreicht...

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lahozdeoro 30.08.2019, 12:41
9. Mittlerer Bildungsabschluss

Den Realschulabschluss nannte man früher (und ich glaube immer noch) mittleren Bildungsabschluss. Wenn man damit, in der Mitte stehend, schon als Geringqualifizierte/r gilt, ist irgendwas an dem System nicht in Ordnung, windschief!

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