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Deutschland in Zahlen: Wer finanziert das Gesundheitssystem?
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Versicherte zahlen immer höhere Beiträge an ihre Krankenkasse - und trotzdem Klagen die Akteure im Gesundheitswesen über Geldmangel. Wer trägt eigentlich die Kostensteigerungen in dem System?

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Freidenker10 22.09.2017, 11:06
1.

Die Frage müsste lauten, wer eigentlich von den gestiegenen Kosten profitiert! Es sind nicht die Mitarbeiter in Arztpraxen, es sind nicht die Pflegekräfte und ganz bestimmt nicht die Patienten! Wäre mal eine echte Recherche wert wohin das ganze Geld denn fließt! So ein paar Tipps hätte ich: Krankenkassenverwaltungen, Pharmaindustrie und die Ärzte nagen auch nicht gerade am Hungertuch, aber da gibts sicherlich noch mehr Seitenkanäle wohin die Beiträge ablaufen...

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ulmer_optimist 22.09.2017, 11:12
2. Kostensteigerungengang

Wir haben in den letzten Jahren einen Rückgang der Arbeitslosigkeit und damit mehr Menschen, die in das System einzahlen. Dazu kommt, dass sich Lohnsteigerungen im Gesundheitssystem und im Gesamtsystem die Waage halten müssten. Es ist also schon eigenartig, wenn das Geld nie reicht...

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mps58 22.09.2017, 11:19
3. Bürgerversicherung

Wer wissen will, wie es aussieht wenn man die vielgescholtene "Zwei-Klassen-Medizin" durch eine staatliche Bürgerversicherung ohne Wettbewerb ersetzen würde, braucht sich nur den staatlichen britischen Gesundheitsdienst anzuschauen. Monatelanges Warten, schlechte Versorgung und staatliche Kommissionen entscheiden, wer überhaupt würdig ist, noch medizinische Hilfe zu bekommen. Jenseits eines Alters von 80 Jahren gibt es dort viele Leistungen nicht mehr. Wollen wir so etwas, nur weil es bestimmte Parteien als gerechter benennen?

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UnitedEurope 22.09.2017, 11:22
4.

1. Private Krankenversicherung abschaffen. Es ist nicht hinnehmbar, dass sich (ausschließlich) Reiche, Selbstständige und Beamte aus dem allgemeinen Solidarsystem abkapseln können.

2. Mehr Wettbewerb unter den Gesetzlichen. Ich denke auch nicht, dass es die aktuellen 100 (geschätzt) gesetzlichen Krankenkassen braucht. Dort kann sich dann auch jeder, der die private vermisst, zu seinen Besonderheiten versichern lassen.

3. Medikamentenpreise besser verhandeln. Die Pharmaunternehmen müssen bis heute wichtige Zahlen nicht offenlegen, etwa wie viel für Referenzmedikamente in Referenzmärkten (was an sich schon ein dummes System ist) verlangt wird.

4. Wettbewerb unter Apothekern. Wieso soll ich viele Medikamente nicht online bestellen dürfen? Muss ich für eine Ibuprofen 600 wirklich jedes Mal einen Apotheker in Anspruch nehmen müssen? In jeder Ortschaft gibt es dutzende Apotheken, so viele Bäcker gibt es nicht Mal.

5. Den Leuten den Mist austreiben ständig in Notaufnahmen zu gehen statt zu niedergelassenen Ärzten. Den Leuten nicht alle Kosten zu erstatten wenn sie sich von Rettungsdienst ins Krankenhaus fahren zu lassen, obwohl sie dort nichts verloren haben.

Das wäre doch schon Mal ein paar Ideen ..

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x-ray 48 22.09.2017, 11:22
5. Ein heißes Eisen

Wer weiß eigentlich genau wie diese Geld hin und her Schieberei funktioniert ? Dazu wäre erst mal eine Aufklärung erforderlich und dazu wären die Medien mal aufgerufen. Jedenfalls soviel steht fest die Krankenkassen zahlen nicht die Ärzte sondern an die Kassenärztliche Vereinigung die wiederum hat einen Schlüssel wo Krankheiten bewertet werden und so weiter und so weiter. Es ist wie ein Eimer mit Wasser der immer wieder in andere Gefäße umgeschüttet wird und jedes mal geht was verloren. Dann kommt noch die Verflechtung mit dem Risikostrukturausgleich dazu. Blickt jetzt noch jemand durch. Rezeptur Tabula rasa und neu aufsetzen. Leider wird das nie passieren zu viele Funktionäre bekommen ohne viel zu tun vom Kuchen was ab . Ist das so verständlich genug ??? Ohne Prophet zu sein es wird nichts geändert nur das Jammern "wir haben zu wenig Geld" wird bleiben.

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Kurt-C. Hose 22.09.2017, 11:25
6. mehr Staat

Ich bin sonst weder Kommunist noch großer Verfechter staatlicher Interventionen, aber das Gesundheitssystem ist per se ein Bereich, der strukturell nicht ökonomisierbar ist. Das Punktesystem ist hilfloser Mist.
Vernünftig wäre, eine einzige große staatliche Krankenversicherung einzuführen, in der ALLE verischert sind, und zwar auf dem Niveau der GKV. Wer zusätzliche Leistungen will, kann sich die privat dazuversichern.

Alles andere ist Mumpitz. Ist diesem Zuge könnte man die Verwaltungsapparate von rd. 150 GKVn schlicht einparen. Das spart vermutlich einen sattsamen zweistelligen Milliardenbetrag, den man dazu nutzen könnte, die Beiträge moderat zu gestalten und den Krankenhäusern und Ärzten die Leistungen vernünftig zu bezahlen.

Das was unser unsinniges Krankenversicherungssystem so teuer macht, ist das giantische Geldberge von gigantischen Verwaltungsapparaten (einschließlich der Kassenärztlichen vereinigungen) hin und her- geschoben werden, ohne dass irgendein Kranker oder ein behandelnder Arzt davon etwas hat.

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muellerthomas 22.09.2017, 11:28
7.

Zitat von Freidenker10
Die Frage müsste lauten, wer eigentlich von den gestiegenen Kosten profitiert!
Naja, die Ausgaben der GKV sind von 1992 bis 2013 um 50,6% gestiegen - das sind 1,8% pro Jahr...

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kraus.roland 22.09.2017, 11:28
8. Die Pharmaindustrie..

..hat unser Aller Geld - im Überfluss!! Ausserdem sollten wir uns endlich klar werden über die Frage, warum ein x-beliebiger Krankenhausbetrieb unbedingt Aktionäre braucht, die ihn zwingen, In ihrem Sinne Gewinn abzuwerfen! Und warum wir so blöd sind, Politiker und Parteien zu wählen, die diesen ökonomischen Wahnsinn arglistig planen und verwirklichen!!!

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vogelskipper 22.09.2017, 11:28
9. Ich zahle über 8000 € im Jahr

Da frage ich mich, wen ich alles subventioniere? Ich bin als Selbstständiger nach längerem Aufenthalt im Ausland nach meiner Rückkehr dazu gezwungen worden in eine private KK zu gehen, es gab keine andere Möglichkeit mich zu versichern. Ich wollte zurück in die Gesetzliche, aber die haben das abgelehnt, zu lange im Ausland, geht nicht, blabla. Jetzt zahle ich wie viele andere Selbstständige Beiträge, die in keinem Verhältnis zu meinen Einkünften stehen und der Arzt darf bei mir immer mindestens 2,3 fachen oder bis zu 3,4 fachen Satz der Kassen abrechnen. So viel zu Gerechtigkeit in Deutschland!

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