Forum: Wirtschaft
Deutschlands lahme Konjunktur: Wir brauchen jetzt Billionen

Sparen, sparen, aber nicht wachsen: Mit seiner Wirtschaftspolitik isoliert sich Deutschland international. Was jetzt wirklich helfen würde, wäre ein Billionen-Aufbauprogramm für den ganzen Euroraum.

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vandenplas 14.10.2014, 01:17
250. hüstel...

Zitat von Eutighofer
Ganz Europa ist doch schon massiv verschuldet, und jetzt sollen noch mehr Schulden ein Wachstumswunder bewirken ? Wohl kaum. Ein ausgeglichener Haushalt sorgt für Vertrauen und hinterlässt der nachfolgenden Generation keine Erblast.
Erstaunlich heute, im 6 Jahr der Finanz- und Schuldenkrise, immer noch einen solchen Unsinn zu lesen. Die alte Füdlibürgerweisheit weniger auszugeben als man einnimmt funktioniert volkswirtschaftlich und mit dem Geldsystem das wir haben eben nicht.
Geld = Schulden: Will ich Wachstum, brauche ich mehr Geld, folglich mache ich mehr Schulden. Warum ist Geld = Schuld? Weil Geld ausschliesslich und nur in der (verzinsten) Kreditvergabe durch Banken entsteht. Anders herum, würde man alle Schulden dieser Welt (von mir aus nur die von Deutschland) zurückbezahlen, gäbe es auf der Welt (oder meinetwegen Deutschland) kein Geld mehr. Nochmals anders herum: Es gibt auf der Welt genau so viele Schulden wie es Geld gibt (und umgekehrt). Wenn Schäuble also auf die Ausgabenbremse treten will, so muss sich halt eben der Private Sektor umso mehr verschulden. Irgendjemand muss die Schulden machen um den Markt mit der benötigten Liquidität zu versorgen damit Wachstum finanziert werden kann. (jetzt bitte nicht auch noch fragen warum wir in diesem System Wachstum brauchen...)
Deshalb ist das Zitat oben gequirrter Nonsense. Leider denkt auch Bundesmutti und der Rollstuhlfahrer so. Aber was soll man anderes erwarten von jemanden der gemäss Kohl Memoiren nicht einmal mit Messer und Gabel umzugehen wusste?

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yunee 14.10.2014, 01:53
251. Ist das Satire?

So viele schöne Worte aber am Ende singen wir das ewige Lied..noch mehr Schulden..
So ist das im Ponzi Schema..am Ende geht mit mathematischer Gewißheit eine hyperinflationäre Supernova über uns auf und der Euro wird verglühen..
die längste Lebensdauer einer reinen FIAT Währung liegt bei 42 Jahren..der Durchschnitt liegt bei 30 Jahren..
Draghi The Dictator: "Working With The Germans Is Impossible" ..zerohedge.com..
Das Ende kommt..Das Problem ist leider Ihr keynesianischer Aberglaube, das man sich zu einem ewigen Aufschwung drucken kann, der sie davon abhält endlich wieder zu Sinnen zu kommen..Bayer hat soetwas ähnliches probiert..Da hat man Heroin erfunden um Morphiumsüchtige zu heilen..Dem Aktienkurs hat es glaube ich auch geholfen..

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mka1983 14.10.2014, 03:39
252. Hr Münchau

ist ein Beispiel für die Realitätsferne sogenannter Experten. Der Euro ist ein Werkzeug der Eliten, um Europa endgültig auszuplündern und Uneinigkeit zu sähen. Südeuropa verarmt, die Jungen entwurzelt und zu Arbeitsnomaden verkommen. Die gemeinsame Währung hat sich zum Spaltpilz entwickelt. Die einzige Lösung ist eine Rückabwicklung des Euroraumes und einer Abschreibung der gegenseitigen Schulden inklusive sonstiger Verpflichtungen wie Renten. Danach kann möglicherweise eine Art EWG aufgebaut werden. So, wie es momentan läuft, wird Europa zu einem Schlachtfeld werden, entweder durch die eigene Bevölkerung oder durch die Flüchtlingsströme, die eingeladen wurden, den Sozialstaaten den Test TU geben. Hr. Münchau kann sich das Spektakel dann vom sicheren London aus abschauen und nochmals über seine schrägen Theorien nachdenken, während Kontinentaleuropa verreckt.

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Miere 14.10.2014, 06:32
253. Und langfristig?

Okay, also die gegenwärtige (vielleicht leider gerade zu Ende gehende - auch dank einer selbstzerstörerischen Russland-Politik) Phase von Rekordeinnahmen ist irgendwie nicht der richtige Zeitpunkt, einen ausgeglichenen Haushalt anzustreben.
Und wann, bitte, soll man das dann statt dessen machen?
Oder plädieren Sie für ewig wachsende Schulden? Dann erklären Sie bitte, warum das entweder garantiert ewig gut geht, oder wann und wo es wie endet.

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biesi61 14.10.2014, 06:56
254. Deutsche Sonderweg

habe uns noch nie gut getan. Her Münchau hat einen sehr guten Kommentar gegen den isolationistischen deutschen Zeitgeist geschrieben.

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curiosus_ 14.10.2014, 07:53
255. Und?

Zitat von muellerthomas
Toll, haben Sie Einzelbeispiele gefunden. Sie können doch nicht ernsthaft bestreiten, dass es in der Wissenschaft und unter sonstigen Ökonomen eine sehr breite Mehrheit für expansive Geld- und Fiskalpolitik gibt.
Ende des 19. Jahrhunderts waren sich praktisch alle Physiker einig, dass es in der Physik nichts neues mehr geben wird und mit dem mechanistischen Weltbild das Ende der Physik gekommen wäre. Dem Physiker (und späteren Nobelpreisträger) Max Planck wurde z.B. von einem Physikstudium abgeraten, da angeblich keine weiteren Forschungserkenntnisse möglich seien.

Und dann gab es in der Elektrodynamik und in der Atomphysik, später in der Kernphysik neue Erkenntnisse die das Weltbild der „klassischen“ Physik gesprengt haben.

Jedem Paradigmenwechsel „in der Wissenschaft“ geht eine „sehr breite Mehrheit für“ das althergebrachte voraus. Und die ist extrem zäh, schließlich hat sie sich in dem bestehenden System über Jahrzehnte häuslich eingerichtet und kann nur verlieren. Endgültig überwunden ist sie erst mit dem Aussterben ihrer Protagonisten.

Also, was beweist das im Angesicht des herrschenden ökonomischen Chaos (Chaos, das übrigens ebenso einem Paradigmenwechsel voraus geht)?

Ein Beispiel für einen in der Ökonomie unverstandenen Effekt (der dem Glauben an die Hilfe von jeglichen geldpolitischen Maßnahmen Hohn spricht) ist der Verlauf der Wachstumskurve in Deutschland:

Seit den 50ern nimmt das relative Wachstum exponentiell ab. Oder anders ausgedrückt: In preisbereinigten absoluten Zahlen ausgedrückt liegt im Mittel seit den 50ern das Wachstum pro Jahr immer bei 30 Mrd. € (Preisbasis: 1995) (s. hier, Seite 4)

Damit ergibt sich im Mittel ein Wachstumsrückgang von 12,4% in 1951 auf 1,4% in 2014. 2020 wären wir demnach bei 1,3%. Alle Maßnahmen das nach oben zu treiben haben seither zu nichts geführt, das Wachstum hat immer um diesen Wert geschwankt, das war’s.

Und jetzt soll „eine sehr breite Mehrheit für expansive Geld- und Fiskalpolitik in der Wissenschaft und unter sonstigen Ökonomen“ plötzlich die Wende bringen? Genau die, die dieses Verhalten über 60 Jahre nicht erklären, geschweige denn beeinflussen konnten? Wer das glaubt, der glaubt auch an den Weihnachtshasen.

Das einzige was Münchau einfällt ist Gigantismus. Viel hilft viel, und mehr hilft mehr. Das ist die Bankroterklärung eines Ökonomen.

Mir erscheint es hier eher so, dass die Ökonomie vor einem Paradigmenwechsel steht, ähnlich wie ihn die Physik schon vor über 100 Jahren hinter sich gebracht hat.

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kritischer-spiegelleser 14.10.2014, 08:06
256. Billionen, die Deutschland finanziert?

Das ist diese EU nicht wert! Da wird immer nur unser Geld verbrannt! Irgendwelche Eurokraten spielen mit unseren Steuergeldern den Dicken Onkel.

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Halcroves 14.10.2014, 08:07
257. Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor mor

Henry Ford

So muß dann halt von Zeit zu Zeit den Menschen das prinzip vom Sparen vorgegaukelt werden, damit nicht, getrieben von der Gier, die Geldschieber es weiter maßlos übertreiben und am Ende der betrogene Bürger seine ERSPARNISSE vom Konto nimmt und sicherer unters Kopfkissen steckt. Dann hilft auch kein Billionen - Konjunkturprogramm mehr.

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silverhair 14.10.2014, 08:15
258. Dummheit kann auch vernichtend sein

#242 Gestern, 22:04 von muttisbester

Nett ausgedrückt . nur kleines Problem!
Setzt sich die Aktuelle Entwicklung sofort , dann ist bald der Euro und sogar die Weltwirtschaft bankrott , und dann können sie ihre Kontoauszüge und Geldanlagen auch verbrennen!

Sie haben in der Schule was falsch verstanden .. das Banknoten und Giralgeld sind "Zahlungsmittel" also zum Kaufen gedacht .. und keine "Behaltmittel"!

Wenn sie die "behalten" dann wird dafür nichts hergestellt und irgendwann haben sie dann zwar gewaltig viele "Ziffern" auf dem Konto . nur keinen mehr der etwas herstellt, und dann nützen ihnen die Ziffern auch nichts mehr .. und genau darauf steuern sie gerade zu!

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lindenbast 14.10.2014, 08:32
259.

Zitat von KingTut
Es ist eine höchst unsinnige Forderung, um es höflich auszudrücken, wenn Sie einige Industriellenfamilien, die mit ihren Investitionen sehr viel Risiko eingegangen und letztlich zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen haben, ins Visier nehmen. Ohne die Quandts gäbe es BMW nicht mehr und wären die ALDI-Brüder in den 50er nicht so risikoreich gewesen, dann hätte es diesen Discounter, von dem breite Schichten der Bevölkerung profitieren, nie gegeben. Dass im Bereich der Hedgefonds und Banken Handlungsbedarf seitens der Politik besteht, darin stimme ich mit Ihnen überein.
Erstens: wenn die Väter ein Risiko eingegangen sind und Erfolg hatten, heißt das nicht, dass auch noch die Urenkelgeneration das natürliche Recht hätte, in Luxus zu schwelgen, ohne einen Finger krumm zu machen.

Zweitens: wenn es BMW nicht mehr gäbe (was ich persönlich durchaus schade fände), heißt das nicht, dass die Zahl der Autos auf deutschen und sonstigen Straßen um genau die Anzahl der heute zugelassenen BMW niedriger wäre. Die BMW-Fahrer würden andere Autos kaufen, die schließlich auch von jemandem produziert werden müssten. Und wenn es die Aldis nicht gäbe, würden die Leute, die ihre Milch und Eier bei Aldi kaufen, deswegen nicht auf Milch und Eier verzichten. Um zu belegen, dass BMW und Aldi Arbeitsplätze geschaffen haben, müssten Sie schon zeigen, dass das Geld, das dort ausgegeben wird, ansonsten in den Sparstrumpf wandern würde.

So gesehen, schafft Aldi eigentlich dadurch Arbeitsplätze, dass Milch und Eier dort so günstig sind, dass Leute mehr Geld übrig haben, so dass sie sich außerdem noch z. B. ein I-Phone kaufen können - dann aber schafft Aldi Arbeitsplätze bei Apple. Und wenn Leute sich lieber einen teuren BMW kaufen als ein günstigeres anderes Auto und damit das Geld, das sie gegenüber beispielsweise einem Toyota NICHT eingespart haben, auch nicht für z. B. eine neue Geschirrspülmaschine ausgeben können, hat BMW damit Arbeitsplätze bei Bosch oder dergl. vernichtet.

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