Forum: Wirtschaft
DGB-Chef Reiner Hoffmann: "Jetzt rächt sich, was demokratische Parteien jahrzehntelan
Britta Pedersen/ DPA

Die Europäische Union hat viel für die Rechte von Arbeitnehmern getan, sagt DGB-Chef Reiner Hoffmann. Im Interview erklärt er, warum die Wahrnehmung oft anders ist - und kritisiert den Europa-Kurs der Kanzlerin.

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interessierter Laie 01.05.2019, 13:06
70. @Bibs1980

nur wie lautet ihre Lösung?! Deutschland ist ein Industrieland und konkurriert mit Südostasien. China hat keine Tarife wie wir. Und unser technologischer Vorsprung ist fast verschwunden. In vielen Bereichen sie haben uns bereits überholt - siehe Akkuzellen, Solarpanels, Chips und Co. Chinesen sind nicht an deutsche Tarifverträge gebunden. Wenn dort etwas unerwünschtes gebaut wird, gibt es keine Gerichte, Bürgerinitiative oder Wahlschlappe der regierenden Partei. Deshalb ist in allen anderen europäischen Ländern ist die Industrie entweder verschwunden oder stark zurückgegangen. Es kann natürlich sein, das unsere Industrie ein Dino ist, den wir abstoßen sollten. Aber dann braucht Deutschland einen Plan, womit man künftig den Wohlstand finanzieren und die Menschen beschäftigen will. Das dumme ist: Wir kommen damit reichlich spät. Die Plätze in den vorderen Reihen möglicher Zukunftstechnologien sind schon lange weg.

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Haarfoen 01.05.2019, 13:08
71.

Zitat von zauberer2112
An dieser Stelle wurde es mir endgültig zu bunt. Es gab keine funktionierenden Großbetriebe in der DDR! Oder trauert er dem Trabi-Werk in Zwickau nach? Warum wohl ist die DDR pleite gegangen? Wir werden den Ossis wahrscheinlich in 100 Jahren noch einreden, wie sehr sie benachteiligt sind. Dann brauchen sie auch nix ändern. Ist alles der Wessi nach 1989 schuld. Das Leben ist kein Ponyhof und für Erfolg muss man was tun. Das war im "goldenen Westen" nach 1945 auch nicht anders. Und dass "unsere" Alliierten uns besser unterstützt haben anstatt auszuplündern (wie der sozialistische Bruder im Osten), dafür kann die alte BRD nix und ist durch den Soli mittlerweile mehr als ausgeglichen.
Ihre Ausführungen sind unrichtig und nicht besonders sinnreich. Erstens gab es in der ehemaligen DDR sehr wohl funktionierende Großbetriebe, man denke an den ersten Diesel Common Rail Motor oder den revolutionären Lastwagen L 60. Bei allen Missständen der "sozialistischen" Planwirtschaft: Reden Sie die Lebensleistung der Menschen nicht klein. Zweitens ist es schon eine Frage, wann Sie Unterstützung für einen Wiederaufbau erhalten. Wenn Sie keine vernünftigen Strukturen aufbauen können, hilft auch ein Soli Jahrzehnte später in einem anderen Maß. Ich glaube nicht, dass die Menschen in der DDR das Leben als "Ponyhof" empfunden haben. Die BRD war ein "Ponyhof", für NS- Kriegsverbrecher und NS- Kriegsgewinnler, zum Beispiel die Familie Quandt.

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Liberalitärer 01.05.2019, 13:11
72. Gerechtigkeit

Zitat von jo126
Ich habe mit keinem Wort die Harmonisierung von Gehältern genannt, sondern von Systemen. Gehälter müssen zunächst verdient werden, das weiß ich in der Tat als Unternehmer. Egal, wo Sie hingehen: USA, Deutschland, Bulgarien: Ihre Arbeit muss wert sein, was sie kostet. Da wird nicht harmonisiert, sondern verdient!
Naja gut, dann kann man sich vielleicht auf eine harmonisierte Vermögensteuer einigen. Klar, ist die die deutsche Führungskraft der bulgarischen weit überlegen, schon genetisch und auch sonst. Wie gesagt, Führungskräfte führen und sitzen nicht in einem Bonker.

Übrigens reden wir mal nicht über Systeme, sondern werden ausnahmsweise konkret. Klar muss ein Siemens Vorstand das Millionenfache einer bulgarischen Hebamme einstreichen, das ist eben so und das ist sicherlich gerecht.

Es wird eben m.E. sehr schwer werden, diese Unterschiede zu "harmonierieren", da werden Dissonanzen bleiben.

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burgundy 01.05.2019, 13:12
73.

Es wäre mir neu, dass die EU besonders viel für den Arbeitnehmer getan hätte, vielleicht hat sie regionale Unterschiede eingeebnet, ansonsten ist das Gegenteil der Fall. Sicher aber hat die EU den Arbeitgebern gut getan, und das ist ja wohl auch eher die Klientel, die die Gewerkschaften - in stiller Eintracht mit SPD und Grünen - derzeit vertreten.

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thorsten.munder 01.05.2019, 13:21
74. Also wenn das hier der Vorsitzende des DGB

Sein soll ist mir klar warum die Gewerkschaften immer mehr an Bedeutung verlieren. Von Junkers Entsendegesetz wonach Arbeitskräfte aus und in Europa das gleiche Verdienen sollen höre ich zum ersten Mal was. Nur innerhalb Deutschlands gibt es zwischen Leiharbeitern und Festangestellten Unterschiede zwischen Teilweise 20 Euro bei Leuten die die selbe Arbeit machen, bei Deutschen Arbeitern wohlgemerkt, was ein Maurer aus Bulgarien odet Rumänien bekommt möchte ich gar nicht wissen. Dann der Unterschied zwischen Arm und Reich der ja immer größer wird, diese Entwicklung nahm gerade mit Schröder's Agenda 2010 die gerade durch die Gewerkschaftsheinies aus dem Westen mit Unterstützt wurde überhaupt erstmal richtig Fahrt auf, als man den ganzen Arbeitslosen Ossies denen Kohl ja " Blühendste Landschaften" versprochen erzählte man sie währen alles Looser und Faule und hätten es Verdient für ein Trinkgeld auf Arbeit zu gehen, wiso ein Festangestellter bei BMW 40 Euro Stundenlohn hat der Doofe Leiharbeiter aus Osten der dieselbe Arbeit macht aber nur 12 Euro kann einem niemand Beantworten und die Idioten von der IGMetall auch nicht. Natürlich ist die Rechte scheisse aber man hat, und auch der DGB, die Leute überhaupt erst zu den Populisten hingetrieben, jetzt wird Geklugscheissert na schönen Dank.

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UZett 01.05.2019, 13:24
75.

Zitat von theharp
Die Kommentare hier sind grausam... 1. Eine Gewerkschaft vertritt ihr Mitglieder. 2. Wer sich beklagt dass die Gewerkschaft für einen nichts machen ist Obrigkeitshörig und geht davon aus dass die Gewerkschaft für ihn etwas macht. Eine Gewerkschaft ist eine Solidargemeinschaft der Mitglieder. Werdet Mitglied, dann tut sie auch was. .....
Nach Artikel 9 (3) des Grundgesetzes sind die Rechte der Gewerkschaften definiert:
(3) Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden, ist für jedermann und für alle Berufe gewährleistet. Abreden, die dieses Recht einschränken oder zu behindern suchen, sind nichtig, hierauf gerichtete Maßnahmen sind rechtswidrig.
Leider ist das nicht so, weil das Recht, mit eigenen Berufsverbänden Tarifverhandlungen zu führen nach dem Tarifeinheitsgesetz von 2017 erheblich eingeschränkt wurde.
Nur noch die großen Gewerkschaften dürfen verhandeln, die kleinen Berufsverbände haben die Abschlüsse der großen Branchengewerkschaften hinzunehmen. Der DGB und die SPD waren nicht ganz unbeteiligt an der Aushöhlung dieses Grundgesetzartikels.
Eine Gewerkschaft, die Solidargemeinschaft sein möchte, muss auch die Interessen bestimmter Berufsverbände, seien sie auch noch so klein und exotisch, gegenüber den Arbeitgebern durchsetzen oder wenigstens darum kämpfen.
Die Branchengewerkschaften vertreten nicht alle Mitglieder, meistens vertreten sie nur den gut verdienenden Teil der Mitglieder .
Sonst dürfte es in der Paketbranche keine Billig-Entlohnung geben und prekäre Arbeitsverhältnisse würde es im Verdi Tarifbereich gar nicht geben.
Die Gewerkschaften sind Opportunisten und arbeiten mit den Arbeitgebern in einer Lobby.

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Erythronium2 01.05.2019, 13:25
76.

Ich glaube kaum, dass die Vergabe von öffentlichen Aufträgen nur an tarifgebundene Unternehmen überhaupt zulässig wäre. Der Preis hingegen muss eine gewichtige Rolle spielen, vgl. z. B. https://www.vergabe24.de/vergaberecht/vergabelexikon/zuschlagskriterien/ . Es ist auch inkonsequent, über die Belastung des Steuerzahlers durch Aufstocker in nicht tarifgebundenen Firmen zu jammern und andererseits eine europäische Sozialpolitik und eine freundlichere Haltung gegenüber Herrn Macrons teuren Vorschlägen zu fordern. Das dafür nötige Geld würde auch nicht vom Himmel fallen, sondern vom Steuerzahler bzw. von den Berufstätigen (beispielsweise bei einer europäischen Arbeitslosenversicherung) aufgebracht werden müssen. Oder man müsste eben auch hierzulande Leistungen zusammenstreichen, damit man sie in Griechenland, Spanien, Italien und weiteren Ländern erhöhen kann.

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theodtiger 01.05.2019, 13:40
77. EU Demokratie

Zitat von Patrik74
Solange in den Institutionen mehr Lobbyisten als Volksvertreter umherwandern und Gesetze vorwiegend in Hinterzimmern ausgekungelt werden anstatt auf offener Bühne diskutiert zu werden, ist und bleibt es eine undemokratische Veranstaltung. Dies gilt insbesondere dann, wenn 75% der Lobbyisten keine Verterter der Zivilgesellschaft sind, sondern überwiegend "gewinnorientierte Partikularinteressen" vertreten. Das Vorgehen bei TTIP war symptomatisch, und es ist reines Glück, dass wir einen amerikansichen Präsidenten haben, der es abgelehnt hat, sonst hätten wir schon lange klammheimlich die Privatjustiz für Großkonzerne durch die EU eingeführt, ohne die nationalen Parlamente zu befragen. Und auch jetzt setzt man das Spielchen in gleicher Weise fort. Diese EU ist und bleibt nichts weiter als der technokratische Machtapparat der Plutokratie; das "Gedöns" an der Oberfläche kann davon nicht ablenken.
Offenbar hat der obige Forist nicht die geringste Ahnung davon, was in den EU Institutionen passiert. Im EU Parlament sitzen die von Ihnen, mir und allen anderen EU Bürgern gewählten Abgeordneten und keine Lobbyisten. Diese sitzen nämlich, wie der Name sagt, in der Lobby also in Vorräumen und versuchen von dort aus Einfluss zu nehmen. Allerdings in alle Richtungen. Ein Großteil der Lobbyisten ist damit beschäftigt, denPolitikern (sofern sie sich überhaupt mit ihnen abgeben) das auszureden, was die anderen Lobbyisten wollen. Im Ministerrat sitzen die Vertreter der demokratisch gewählten Regierungen der Mitgliedstaaten, Minister und Staatssekretäre sowie ihre Beamten - also auch keine Lobbyisten (die sich mit mehr oder weniger Erfolg abmühen in Berlin und anderswo einen gewissen Einfluss zu haben). In Rechtsfragen der EU entscheidet alleine der Europäische Gerichtshof. Das sind ausgewiesen kompetente Richter und natürlich keine Lobbyisten, die dort auch gar nichts einbringen können. Anderswo kann es Sinn machen, sich die Argumente der Betroffenenen anzuhören, damit keine wirklichkeitsfremden Richtlinien und Verordnungen beschlossen werden. Das nennt sich Bürgerbeteiligung und findet auch regelmäßig bei der Vorbereitung von Gesetzen statt. Bei diesen Stakeholder Consultations nehmen NGOs, Industrievertreter, Gewerkschaften, Verbraucherverbände, etc Stellung - also in der Diktion des Foristen: Lobbyisten. Kurz gesagt: die EU ist so demokratisch, wie es die Mitgliedstaaten zulassen. Da gibt es natürlich eine Konkurrenz zwischen Entscheidungen durch das EU Parlament und die nationalen Parlamente - ähnlich wie zwischen Bundestag und Bundesrat (in dem die durch ihre Landtage kontrollierten Landesregierungen sitzen). Das ist eine Verfassungsfrage: Bei gemischter Kompetenz (EU und Mitgliedstaaten) braucht es durchaus dann eine Beteiligung der nationalen Parlamente (was bei TTIP der Fall gewesen wäre). So wäre die angebliche "Paralleljustiz" von TTIP nie ohne Zustimmung der nationalen Parlamente geschaffen worden; sie stand auch so gar nicht zur Debatte (also auch da redet der Forist Unsinn).

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escherischiacoli 01.05.2019, 13:45
78. eine so typisch deutsche Diskussion

natürlich hat sich der DGB nicht immer mit Ruhm bekleckert. Aber jetzt muss das mal aufhören mit der Gewerkschaftsschelte (falls überhaupt ehrlich gemeint und nicht getrollt). Jeder kann sich engagieren und im DGB dessen Kurs mitbestimmen! Aber nein, jahrzehntelang die Vorteile eines starken DGB mitnehmen und dann aber erwarten, dass Andere es für mich richten wenn es mal nicht nach meiner Nase geht. Sorry, aber das ist so typisch für unser Land. In einer Sache bin ich absolut derselben Meinung wie unser DGB Chef, wir könnten zusammen mit Frankreich als stärkste Nationen die EU vorbildlich gestalten, stattdessen lassen wir Macron am ausgestreckten Arm verhungern und bieten selbst keine Impulse ausser unserer Arroganz und einem staatszerstörenden, völlig verblödeten Sparkurs. Nein, so kann
man die Zukunft nicht gestalten. Muss das denn erst der DGB ansprechen oder wachen die Mitglieder der CDU, SPD und der Grünen auch mal auf und revoltieren gegen ihre Parteispitzen?

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janko01 01.05.2019, 13:56
79. Das ist auch die Gewerkscahft?

Schon lange her (25 Jahre). Mit 10.000 Wörtern habe ich einen Bericht über die Verhältnisse und Vorschläge zur Verbesserung, aus meiner Sicht und Erfahrung im Großunternehmen, an den Vorstandvorsitzenden und Gewerkschaftsvertreter im Aufsichtsrat geschickt. Ergebnis: Ich soll kündigen oder ich werde versetzt. Dann habe ich die Gewerkschaft gefragt, warum helfen sie mir nicht? Antwort: deswegen nicht, weil ich auch die Gewerkschaft kritisiert habe. Mit 20 Wörtern habe ich beiläufig geschrieben, dass die Tarifpolitik mit 10 oder sogar 14% Lohnerhöhung falsch ist. Mann müsste mehr in die Forschung stecken und weniger in Konsum.

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