Forum: Wirtschaft
Die Geldfrage: Sind Negativzinsen legal?
DPA

Dutzende Banken und Volksbanken verlangen mittlerweile Minuszinsen von ihren Kunden, wenn diese größere Beträge auf ihrem Tagesgeld- oder Sparkonto parken. Das ist ärgerlich, aber ist es auch unrechtmäßig?

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realist114 12.06.2017, 16:01
1.

Wenn Spareinlagen keine Gewinne mehr generieren können, muss die Bank Gebühren nehmen, um keine Verluste zu fahren. Darf sie das nicht durch negative Zinsen tun, wird sie das durch Kontoführungs- und Transaktionsgebühren machen müssen. Dass das dann besser für die Verbraucher ist, wenn der Arzt für seine 50.0000 Euro exakt soviel bezahlt wie der Renter für seine 1000 Euro, sehe ich nicht. Immerhin ist es transparenter, wenn die Dienstleistung direkt kostet.

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Pless1 12.06.2017, 16:04
2. Es kommt auf die Vertragsmodalitäten an

Man sollte meinen, dass die Banken ihre AGB entsprechend aktualisiert haben, sodass die Berechnung legal sein sollte. Grundsätzlich ist es natürlich so, dass Dienstleistungen wie das Aufbewahren von Geld mit entsprechenden Haftungszusagen natürlich Leistungen sind, die ihren Preis haben dürfen. In einem normalen Marktumfeld kann die Bank das im Rahmen einer Mischkalkulation gratis anbieten, denn diese Leistung wird für die Bank durch dem Margenschnitt abgedeckt. Den gibt es aber in einer Null-Zins-Zeit nicht. Wenn die Bank durch Zinsen nichts verdienen kann, kann sie auch den Rest nicht mehr gratis anbieten.

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kuac 12.06.2017, 16:05
3.

Wenn man Geld auf einem Konto "parkt", das nimmt doch keinen Parkplatz weg! Niemand muss irgendwelche Geldscheine regelmäßig zählen oder kontrollieren. Wieso Negativzinsen? Das ist Abzocke.

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jschm 12.06.2017, 16:06
4. Kontoüberziehung

logischerweise müsste ein negativer Saldo auf dem Girokonto bei negativem Zinssatz zu einer Gutschrift führen. Dann wäre es akzeptabel. Das grundlegende Problem ist aber der andauernde Negativzins der EZB für Einlagen der Banken, der das Geschäft kaputt macht.

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mark e. ting 12.06.2017, 16:08
5. schöne Bankenwelt

da gibt man jemanden sein Geld und musste "nur" dafür bezahlen wenn man es wieder haben wollte. jetzt muss man auch schon dafür bezahlen wenn man es ihm gibt und nochmal wenn man es wider haben will. Geiles Geschäft.

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hefe21 12.06.2017, 16:21
6. Ritt der Willküren

Ist es nicht sensationell, dass der Bundesgerichtshof über Gebühren in der freien Wirtschaft "entscheiden" darf?
Er sollte darauf beschränkt werden, staatliche Steuerwillkür unter Kontrolle zu halten. Die Atomlobby hat ja kürzlich offensichtlich genug '"Indizien" bereitgestellt, um nicht nur keine weitere Brennelementesteuer mehr bezahlen zu müssen, sondern diese auch mit einem sensationellen Zinssatz rückwirkend rückfordern zu können.
Wie wärs, Herren und Frauen Richter, sich mal die Willkür bei der Festlegung der Grunderwerbssteuer näher anzusehen. Kann es da überhaupt sein, dass nicht nur der namensgebende Grundanteil, sondern auch das darauf stehende Objekt besteuert wird?
Der Bankenmarkt scheint ausreichend konkurrenziert, um dort jenseits von Marktzwängen unhaltbare Gebühren- und Zinswünsche unterzubringen.

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derhey 12.06.2017, 16:21
7. Jahresberichte

der reg. Sparkasse und Volksbank für 2016 haben ein Plus beim Gewinn vor Steuern ausgewiesen (so um die 3%) wie auch 2015 u.2014. Gehe davon aus auch die Jahre davor. Einen Grund für Gebührenerhöhungen oder gar Negativzinsen kann ich daher auch nicht erkennen. Also liebe Kunden, die Bilanzergebnisse sich zeigen lassen und dann Auskunft verlangen, ggfls über die Presse.

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verschuetzer 12.06.2017, 16:23
8. Gebühren

Weshalb reden immer Alle bzw.noch schlimmer schreiben Alle von Gebühren oder Bankgebühren? Im Bürgerlichen Gesetzbuch steht, dass Gebühren nur die öffentliche Hand erheben darf. Also verlangen die Banken Entgelte oder irgendetwas aber keine Gebühren.

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jstm 12.06.2017, 16:24
9. Zins kann nicht negativ sein

Zitat von jschm
logischerweise müsste ein negativer Saldo auf dem Girokonto bei negativem Zinssatz zu einer Gutschrift führen. Dann wäre es akzeptabel. Das grundlegende Problem ist aber der andauernde Negativzins der EZB für Einlagen der Banken, der das Geschäft kaputt macht.
Das mit der eigentlich anstehenden Gutschrift bei negativem Saldo und negativem Zinssatz zeigt sehr gut die Absurdität der Sache. Ein Zins kann eigentlich niemals negativ sein, das ist als wenn man die Zeit rückwärts laufen lässt. Der Zins bemisst einerseits den Zeitwert des Geldes: Geld heute ist objektiv mehr wert, als Geld in einem Jahr aufgrund unserer endlichen Lebensspanne. Andererseits bemisst der Zins das Ausfallrisiko: wer Geld bei einer Bank parkt, riskiert sein Geld nicht mehr wiederzusehen, wenn die Bank Pleite geht. Einen negativen Zins hat es in der Wirtschaftsgeschichte noch nie gegeben. Irgendwann werden wir diesen Unsinn der Zentralbanken bitter bereuen.

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