Forum: Wirtschaft
Die Riester-Rente muss weg - ein Gastbeitrag von Peter Bofinger
DPA

Der Staat verteilt großzügig Zuschüsse an Riester-Sparer. Das ist Geldverschwendung. Er sollte lieber das Niveau der gesetzlichen Altersvorsorge anheben.

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spon-facebook-10000394802 18.04.2016, 19:58
110. Riester und Schröder

müssten für den Schaden, den sie verursacht haben, in Regress genommen werden!

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Izmir..Übül 18.04.2016, 19:59
111. Eigentlich hätte man sich ja denken können,

dass eine gesetzliche Regelung, über welche Drückerkönig und Schröder-Intimus Carsten Maschmeyer seinerzeit euphorisch gejubelt hat "Wir sitzen auf einer Ölquelle", für die Kunden nicht die optimale Lösung sein konnte.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/gerhard-schroeder-und-carsten-maschmeyer-zwei-millionen-euro-a-1002486.html

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Baldrian 18.04.2016, 20:02
112. mehr Kinder= mehr Alte

Zitat von SenYek
Das Kernproblem besteht in der Tatsache, dass wir zuwenig Kinder haben. . . .
Das Kernproblem besteht darin, dass es keine gerechte Verteilung dessen gibt, was durch immer weniger Menschen erwirtschaftet wird, trotz gestiegener Produktivität.
Wir haben und bekommen genug Kinder, da fehlt es schon an optimaler Versorgung.
Aus mehr Kindern werden auch alle Einzahler? Werden gut bezahlte, sichere und familienfreundliche Arbeistplätze haben? Woher sollen mehr Arbeitsplätze kommen?
Und dieser Planet braucht wirklich noch mehr Menschen?
Welchem Land mit einer hohen Geburtenrate geht es besser?
Ein wirkliches Solidarsystem erfordert die Einbindung aller Bürger in allen drei Lebensphasen. Denn alle Bürger profitieren in jungen Jahren von dieser Solidarität (Schule, Ausbildung) ebenso wie im Alter (Rente, Pension), aber diejenigen, die im Alter am meisten von dieser Solidarität profitieren, klinken sich während ihres Berufslebens kraft eigener Entscheidungsbefugnis aus dem Solidarsystem aus. Politik und Justiz haben für sich selbst nicht nur wesentlich bessere Regelungen geschaffen, sie haben auch spätestens seit 1978 elementare Grundrechte für die Versicherten der gesetzlichen Rentenversicherung außer Kraft gesetzt, Gleichheitssatz, Eigentumsschutz für die Beiträge, Rechtsstaatsprinzip (keine rückwirkenden Eingriffe) Nachlesen kann man das in den Entscheidungen des BVerfG vom 01.07.1981 (1 BvR 874/77 u.a.) oder vom 27.02.2007 (1 BvL 10/00, Absätze 53, 55 und 70).

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J.E.2015 18.04.2016, 20:04
113. Grundsicherung

Zitat von loquimur
Der Konstruktionsfehler der Riester-Rente liegt darin, dass die Auszahlung auf die Grundsicherung vollständig angerechnet wird. Wer folglich im Alter mit ziemlicher Sicherheit auf die Grundsicherung angewiesen ist, wird exakt gleich viel Geld bekommen, egal ob er früher im Leben geriestert hat oder nicht. Klar, dass das die Lust am Riestern nimmt. Würden Einkommen und Bezüge aller Art nur zur Hälfte auf die Grundsicherung angerechnet und eigenes Vermögen maximal auf die Hälfte der Grundsicherung angerechnet, würden viel mehr Niedriglöhner ganz von allein freiwillig viel mehr riestern. Unter dem Strich würde das dem Staat mehr staatliche Versorgungsleistung einsparen als das jetzige System. Die Anreize waren also von vorne herein völlig falsch gesetzt. Entsprechend könnte man vermutlich viel mehr Menschen aus dem so genannten „Sozialadel“ heraushelfen, wenn man Harz 4 ähnlich gestaltete wie oben für die Grundsicherung vorgeschlagen. Das wäre ein wirksamerer Anreiz als das jetzige, krampfige „Fördern-und-Fordern“-Konzept.
Das durchschnittliche Einkommen der betroffenen Personen liegt bei 978,00€ Netto. Hiervon zahlen sie niemals in irgend eine Versicherung ein. Und genau das war die Absicht der SPD. Es ging nie um die kleinen Arbeiter, sondern um die, die sich eine solche Rentenversicherung leisten können. Kurz gesagt, man hätte die Rahmenbedingungen schaffen müssen, so dass sich ein Geringverdiener eine solche Versicherung auch hätte leisten können. Themenbereich Mindestlohn. Aber wann wurde der noch einmal eingeführt und in welcher Höhe? Das mit der Abschaffung der Anrechnung auf die Grundsicherung wäre auch so ein Punkt gewesen, der umgesetzt hätte werden müssen.

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dummmichel 18.04.2016, 20:05
114.

Zitat von gustavsche
Hätten Sie 1990 ostdeutschen Arbeitnehmern erkären können, dass sie zwar kräftig einzahlen sollen, aber ihre Eltern nicht profitieren sollen? Die Rente war und ist ein Umlagesystem. Und es kann nicht funktionieren, dass Millionen Arbeitnehmer offiziell einen "Generationenvertrag" leisten, aber eigenen Eltern leer ausgehen sollen.
Nein!

Man hätte den ostdeutschen Beschäftigten gleich erklären müssen, dass sie ab 1990 zwar voll in das westdeutsche Rentensystem einzahlen müssen aber davon nicht mehr selbst voll profitiren könnten, sondern nur entsprechend der noch zu leistenden Berufsjahre.
Die damaligen ostdeutschen Rentner hätte man direkt auf Sozialhilfe schieben müssen.

Das wäre richtig und ehrlich gewesen.

Nur wollte man sich natürlich nicht die zukünftige CDX-Wählerschaft verprellen oder sogar die gesamte Wiedervereinigung auf´s Spiel setzten. Man wollte schließlich das Volk für sich gewinnen und nicht gleich gegen sich aufbringen.

Immerhin waren das noch 8 Jahre zuverlässige Wählerstimmen, die einem Kanzler von damals eine Amtszeit von insgesamt sagenhaften 16 Jahren beschert hat !

Aber letzten Endes bezahlen auch die Ostdeutschen Kinder und auch noch die Enkel von damals ihre Renten dadurch bis heute mit einem viel niedrigeren Lohn- und natürlich dem stetig sinkenden Rentenniveau. Man bezahlt im Osten und im Westen heute einen hohen Preis für diese Wiedervereinigung, inklusive eben der Rente auf bald Grundsicherungsniveau.

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meier99 18.04.2016, 20:11
115. Riester-Abzocke

Nachdem die SPD Schröder, Riester, Maschmeyer und Konsorten 10Jahre Zeit gelassen hat sich die Taschen vollzustopfen, kommt sie zu der Erkenntnis, dass die RR sich nicht wie erwartet entwickelt hat. Vielen Dank Frau Nahles!!
Diese SPD hat nicht mal mehr die restlichen 20% an Wählern verdient, da sie die

eigene Klientel mehr geplündert hat, als es sich die Konservativen jemals gewagt hätten.

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Baldrian 18.04.2016, 20:12
116. Der Altersvorsorgeanteil

Zitat von 53er
dass die steuerlichen Zulagen für die Riesterrente auch in die Rentenkasse fließen könnten, führt die Riesterrente in letzter Konsequenz auch zu einer Kürzung der gesetzlichen Rente.
so ist es, der rentenkürzende §255 d,e SGB VI sorgt dafür, dass auch Rentner, die gar nicht riestern konnten, schon diese angeblichen so tollen Zulagen mit bezahlen.
Die zukünftigen sowieso. Mit Riester hat niemand mehr Rente, entsprechend geringer durch die Kürzungsfaktoren ist die gesetzl. Rente. 4% für Riester vom Brutto kürzt zusätzlich die gRV, das Kranken-, Arbeitslosengeld etc.
Dazu kommt noch das mit falschen Daten 2005 installierte Alterseinkünftegesetz s. altersarmut-per-gesetz.de

Die immer wieder propagierte zusätzliche private Altersvorsorge entspricht einer Rentenbeitragserhöhung für die Arbeitnehmer außerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung, zu Gunsten der Versicherungslobby, mit enormen Risiken. Die Misserfolge der privaten Altersvorsorge kann man sowohl aus der Vergangenheit als auch in der Gegenwart begutachten. In Krisen- und Ausnahmezeiten gehen sie ersatzlos verloren. Das war so nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, bei Inflation und bei Weltwirtschaftskrisen.
Diejenigen die diese Themen in der Öffentlichkeit diskutieren und entscheiden, sind in aller Regel selbst nicht betroffen und profitieren zumindest indirekt von diesem Zwei-Klassen-System. Die Verantwortlichen in der Legislative, Exekutive und Judikative, die die entsprechenden Gesetze beschließen, anwenden und ggf. ihre Rechtmäßigkeit überprüfen, bilden selbst Interessengruppen und schaffen sich eigene, wesentlich bessere, Regelungen (Parallelsysteme). Geschützt durch den GG-Artikel 33, Absatz 5, der dem Artikel 3 widerspricht.

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schlaumeier79 18.04.2016, 20:21
117. Meine Erfahrungen...

sind seit 01.07.2007 rückblickend: Selbst eingezahlte Beiträge 18.975?, bislang erhaltene Zulagen 1.346?, Steuer-sowie Kirchensteuerrückerstattung 8.035,41 ?, aktueller Guthaben Stand meiner konservativen Riesterversicherung nach Abzug aller Kosten= 22.079,66 ?. Wer ein wenig rechnen kann, findet daran nur Gutes... oder hätte ich auf 9500,- staatliche Subventionen verzichten sollen!

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Baal 18.04.2016, 20:26
118. Zuwenig Kinder?

Zitat von SenYek
Das Kernproblem besteht in der Tatsache, dass wir zuwenig Kinder haben. Wir zahlen heute voll in die Rente ein - bekommen dafür aber morgen zu wenig zurück. Daher ist das Renten-Umlageverfahren nicht zukunftsfähig. Und Herr Bofinger schlägt jetzt vor, dieses nicht tragfähige System *auszuweiten* indem man die Selbständigen zwangsverpflichtet? Das ist für die jetzigen Rentner zweifellos eine prima Sache - sie bekommen eine Zusatzrente. Die Zeche kommt dann in der Zukunft - weil wir *noch mehr* Rentner ohne ausreichende Versorgung haben werden. Das Grundproblem der Kinderarmut wird ja dadurch nicht gelöst. Vielleicht ist es ein Vorurteil, dass linke Ideengeber gerne Wohltaten verteilen, welche dann von unseren Kindern bezahlt werden müssen. Aber durch den aktuellen Beitrag hat Herr Bofinger keinen Beitrag zur Relativierung dieses Vorurteils geleistet.
Was nützen mehr Kinder wenn wir uns gleichzeitig knapp 3 Millionen Arbeitslose (Dunkelziffer vergessen wir mal) "gönnen" die absolut nix in die Rentenkasse einzahlen.
Oder können Sie den "Neubürgern" allen eine Arbeit garantieren?
Zumal deren Verdienst schon recht hoch sein müsste um eine Rente über Grundsicherung zu ermöglichen.

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Baldrian 18.04.2016, 20:26
119. klar würde jeder der einzahlt auch etwas herausbekommen

Zitat von gustavsche
Das ist Unsinn. Die Beamten würde ja nicht nur einzahlen, sondern auch rausbekommen. Außerdem sind die Beamten gesünder als Bevölkerungsdurchschnitt, weniger Dicke, weniger Diabetiker, keine Behinderten. . . . .
selbstverständlich. Damit würden sich dann auch endlich alle an allen allgemeinstaatlichen aufgaben beteiligen.
Siehe den kommunistischen Staat Schweiz

Demografische und sonstige Entwicklungen gehen offensichtlich an Beamten, anders berufständisch Versicherten, Selbsttändige und Politiker vorbei. Der Gesetzgeber ist zugleich der Empfänger von Pensionen. Über Rentenfragen sprechen und entscheiden bei uns in der Regel ausschließlich solche Personen, die davon in keiner Weise betroffen sind.

Das Grundgesetz hat mit dem Art. 33 Absatz 5, in sich selbst von Anfang an ungleiche Behandlung der Bürger installiert, in dem es Bürger allein deshalb besser stellt, in dem Moment wo sie Beamte sind. Das Beamtentum ist nach "hergebrachten" Grundsätzen zu regeln. Welchen "hergebrachten" Grundsätzen? Die aus der Zeit von 1933 bis 45? oder aus dem Ständestaat des 19. Jahrhunderts? Damit ist Art 3. alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich, ad absurdum geführt und die dadurch entstandenen Ungleichbehandlungen systemimmanent. Ein derartiges Zweiklassenrecht kann niemals dauerhaft friedlich bleiben.

Es bedarf einer Erwerbstätigen, bezw. Bürgerversicherung, die alle Einkommen erfasst, ohne private Saugnäpfe dazwischen ohne Beitragsbemessungsgrenze, Auszahlungen nach unten wie oben gedeckelt. Wäre der Riester-Rürupbetrug, die Teilprivatisierung der gRV, das geänderte Alterseinkünftegesetz und die vielen anderen Rentenkürzungen durchgesetzt worden, wenn alle Einkommen gleichermaßen von rentenpolitischen
Entscheidungen betroffen wären?

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