Forum: Wirtschaft
Dieselskandal: Autohändler fürchten ohne Nachrüstungen Pleitewelle
DPA

Rabatte der Hersteller auf Diesel-Neuwagen reichen dem Autohandel nicht. Ohne Nachrüstungen für ältere Diesel drohe im kommenden Jahr eine Insolvenzwelle, warnt die Händler-Lobby.

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Ein Mechaniker 02.11.2018, 16:43
110. Eigentlich kann der ...

... Herr "Präsident des Verbandes des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg" ganz beruhigt sein. Er hat einen wichtigen grün bemäntelten Fürsprecher - Jürgen Resch DUH Geschäftsführer: „Denn auch Euro 6 Diesel sind auf der Straße wahre Giftgasschleudern und werden früher oder später mit Fahrverboten belegt werden. (...) Da sind doch die nächsten 5 Millionen Kunden in Sicht. Zahlen werden es zähneknirschend die Endkunden was bleibt ihnen übrig, Demos oder Flashmobs von verärgerten Dieselfahrern finden ja auch nicht statt.

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Ein Mechaniker 02.11.2018, 16:54
111. Unterscheidung der Begrifflichkeiten

Es scheint immer noch unklar zu sein wie hier manche Begrifflichkeiten zusammenspielen. Nachbesserung greift dann wenn die EURO5 Zulassung mit unerlaubten Mitteln sog. "Defeat Devices" erreicht wurde. Dann ist nachzubessern, natürlich auf Kosten des Herstellers im Rahmen der Gewährleistung, dazu gibt es schon div. amtliche Rückrufe oder neuerdings die Sammelklagen für zusatzlichen Schadenersatz. Allerdings ist das Auto danach noch immer EURO5. EURO5 fällt aber unter die Fahrverbote, die wiederum zu 98% ausschließlich auf Betreiben der sogenannten Deutschen Umwelthilfe in Diskussion sind. Um denen zu entgehen müsste man mindestens auf EURO6 NACH- bzw. genauer gesagt AUFRÜSTEN was aber nicht das Problem der Hersteller ist, da nur EURO5 bestellt und bezahlt war und dementsprechend geliefert wurde. Spätestens mit der Forderung gleich nach EURO6d hochzurüsten - wie von der DUH schon 2017 in ihrem 8-Punkte Plan so postuliert - kommen wir juristisch in den Bereich der sog. Rückwirkung und die ist grundsätzlich verboten. Als die meisten EURO5 Autos typgeprüft wurden, gab es noch keine EURO6 oder 6d zumindest nicht als gültige Vorschrift. Somit wäre jedwede Nachrüstung reine Kulanz. Die Vorschrift 40 ug/m2 richtet sich aber nicht gezielt an die Autohersteller, sondern gilt ganz allgemein im Aussenbereich.

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alan.ito 02.11.2018, 17:18
112.

Zitat von schnubbeldu
VW hatte Fahrzeuge geliefert, die NUR auf dem Prüfstand Abgaswerte gesetzeskonform einhielten. Durch den Rückruf werden nun gesetzeskonforme Abgaswerte auch außerhalb des Prüfstand produziert.
Nein. Auch nach Update werden nicht gesetzeskonforme Abgasdaten produziert. Sie sind lediglich verringert - aber zu lasten der Haltbarkeit, von AGR Abgasregelventil, den Injektoren der Einspritzanlage und weiteren Parametern, sowie teils zu lasten des Spritverbrauchs.

NB während der Tests steigt der Spritverbrauch nicht..., aber da der Diesel wesentlich häufiger in den Abreinigungsbetrieb des partikelfilters gehen kann, je nach Fahrweise und Einsatzbereich, steigt bei vielen der Spritverbrauch - und DENNOCH sind die Umweltdaten der Wagen nicht EU-regelkonform.

Auch das Update ist also eine Mogelpackung.

Das Update bewirkt bei vielen Wagen zudem, dass das Risiko von Schäden enorm steigt. OK - VW bietet eine "Garantie" - aber nur ein Jahr lang nach Update.

Und was ist danach? Wenn immer wieder die AGR defekt gehen? Jedesmal 1.100 bis 1.400 EU?

Lieben Dank....

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alan.ito 02.11.2018, 17:26
113.

Zitat von claus7447
... ich will jetzt nicht einen VHS Lehrgang in BWL eröffnen. Aber die Umsatzrendite ist NETTO ERTRAG. Ein freier Händler erstellt: .... - Muss jede Menge Autos und Ersatzteile verpflichtend auf lager halten
Nichts da. Das war einmal... , und war nun schon sehr lange her. Heute ist das unmöglich geworden aufgrund der Modellvielfalt.

Mercedes hat 19 !!! Modellreihen...

Die Händler holen heute Ersatzteile on demand, die lagern möglichst nichts mehr, allenfalls Standardkrams wie Motorenöl und Automatikgetriebeöl sowie Scheinwerfer-Birnen.

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alan.ito 02.11.2018, 17:33
114.

Zitat von fin2010
2% Marke ist im Einzelhandel ganz gut. Also nicht gleich zum großen Hammer "Lüge" greifen. Erst kundig machen.
Das Auto, das Sie für 20.000 kaufen, hat den Hersteller in der Herstellung, Material und direkter Arbeitsaufwand, keine 8.000 EU gekostet.

Der Händler bekommt es um ca. 20-25% weniger, allerdings gibt es oftmals Aktionen, dass die Hersteller es sponsern, wenn der Händler selber eine Erstzulassung macht (sogenannte "taktische Zulassungen", um Marktanteil zu simulieren).

Nun darf man fein überlegen, wo der ganze Ertrag bleibt.

Und woher die 30-35 Milliarden Bar-Kasse / Bankguthaben bei VW kommen....

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alan.ito 02.11.2018, 17:40
115.

Zitat von rwachsmu
Daneben können in Strafverfahren noch erlangte Gewinne eingezogen werden, wenn ein Unternehmen diese aufgrund einer strafbaren Handlung eines Mitarbeiters erlangt hat. ... CumEx lässt grüßen. Wir müssen uns irgendwie von diesen Politikern trennen und unser System reformieren.
Hier fehlt auch das Durchgriffs-Strafrecht in Deutschland, analog den USA, wo Manager für ihre Fehler und für verbrecherisches Nicht-Einhalten der Gesetzesstandards auf lange Jahre im Knast verschwinden.

Wo sind denn die echten Sanktionen, außer dem direkten, recht einfach abgefassten Betrugs-Paragraphen? Wenn alles nur wirtschaftsrechtlich mit Geldstrafen abgefackelt wird, nun, dann wird eben - achselzucken - der Nettoertrag belastet, und das trifft die Handelnden, die Manager, Vorstände, Geschäftsführer, UND AUCH die Aufsichtsräte null. Die Manager ziehen weiterhin, - jaa, weil schwere Zeiten, schwieriges Gelände... - ihre Millionengehälter und Boni ein. Also lernen sie daraus? Nichts, und machen putz & munter immer so weiter.

Man wisse: der Betrugsparagraf erfordert, dass man einem Delinquenten NACHWEISEN kann, dass er bereits bei EIngehen der Tat gewusst hat, dass dieses Handeln gegen das Gesetz verstößt.

Daher vermute ich, dass Rupert Stadler im Nachhinein noch sowohl Haftentschädigung als auch vom Staat eine Art "Schadensersatz" verlangen wird, weil er nun als Vorstandsvorsitzer enteiert ist, aber womöglich die Staatsanwaltschaft das Betrugsdelikt nicht so nachweisen kann, dass es gerichtsfest durch alle Instanzen ist.

Und dann klagt Rupert S auf Entschädigung....

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7eggert 02.11.2018, 18:21
116.

Zitat von jasper366
Die Fahrzeuge halten aber die geforderten Werte auf dem Prüfstand ein. Das der Staat jetzt gerne hätte das diese Fahrzeuge auch auf der Straße bestimmte Werte einhalten ist aber bis einschließlich Euro 6c nicht gefordert und somit auch nicht nötig.
Es ist gefordert, keine Abschalteinrichtungen zu verwenden. Die Abschalteinrichtungen werden nachweislich verwendet.

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7eggert 02.11.2018, 18:23
117.

Zitat von alan.ito
Das Thema war doch schon jahrelang hoch riskant… „Flottengeschäfte“ bei Leasing… Das war immer schon eine Blasenwirtschaft. Da wurden seit langen Jahren schon die Vorteile eines wahrscheinlich günstigen Abverkaufs der dreijährigen späteren Gebrauchten gleich mal eingepreist in die Monatsraten zwecks Absatzförderung. Und was ist, wenn der Markt für Dreijährige dann später mal nicht so aufnahmewillig oder aufnahmefähig ist? Egal, ob jetzt Dieselskandal, oder dass morgen mal die Volkswirtschaft der Chinesen einen Schnupfen bekommen könnten? Dann stehen sie da im nackigen Hemde, diese Leasing-Auto-Verkäufer. Das sind auch weniger die Händler als Verursacher, und weit mehr die Hersteller mit ihren Leasing-Finanzierungsbanken zum Einen, und zum Anderen mit ihrer Erpressungsmacht, den Händlern zum Weiterverkauf die Leasingflotten auf die Gebrauchtwagenhöfe zu drücken, weil eben VW und Audi und die anderen einfach weder die Flächen noch die Lust haben, sich um das Abverkaufen zu kümmern. Also machen sie Pressure, erpressen die Händler mit dreisten Sprüchen a la „und nimmst du nicht soundsoviele Leasing-Autos auf deinen Gebraucht-Hof…, dann werden wir Bedenken haben bei der Verlängerung deines Händlervertrages…:“
Natürlich wird der Abverkauf eingepreist. Daß die als Saubermänner verkauften Stinkediesel keiner zum Saubernammpreis will, liegt nicht daran, daß schon Jeder einen hat.

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ardbeg17 02.11.2018, 18:29
118. @claus7447 #80

".. es langweilt .... wenn nix mehr einfällt dann kommt mal wieder der um die Ecke. Lassen sie sich was neues einfallen. Es wurde ja so beschlossen ... gab es da nicht auch noch andere Argumente, Expertisen oder handelte die Komission gerade unter massivem Marihuana Gebrauch"
Nun, obwohl sie das offenbar für abwegig und überflüssig halten - es gibt Menschen (auch hier im Forum!), die sich durchaus für die Hintergründe der verschiedenen Grenzwertfestsetzungen interessieren. Die sich gerne selbst aufgrund seriöser Quellen ein Urteil bilden, anstatt es sich vorkauen zu lassen. Es ist natürlich ihr gutes Recht, sich nicht eingehender für wissenschaftliche Fakten zu interessieren. Mit welchem Recht sie allerdings bei anderen eine seriöse Beschäftigung mit dem Thema unterbinden wollen, müssen sie schon genauer erläutern. Ihr persönliches Desinteresse an Fakten reicht als Begründung kaum.

Ach ja, ihre Frage, ob die Kommission unter Marihuana stand, wird in der verlinkten Expertise eigentlich beantwortet - wenn die Frage ernst gemeint ist, brauchen sie nur zu lesen. Ist allgemeinverständlich geschrieben. Sogar auf Deutsch. Also keine Angst.

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Herr_Jeh 02.11.2018, 18:34
119. sehr erfreulich

dass dieses Steuer-Vermeidungs-Konstrukt namens Leasing auch mal einen kleinen Dämpfer erhält. Mein Mitleid haben die Auto-Händler nicht. Haben sie doch von diesem Bilanzierungs-Trick profitiert.

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